Ueber Laos haben wir beide kaum eine Vorstellung. Der Blick in den Reisefuehrer verraet, dass es nach vielen Kaempfen mal zu Thailand, mal zu Vietnam gehoerte, bevor es franzoesische Kolonie wurde. Die Amerikaner haben spaeter parallel zu Vietnam auch in Laos kraftig gebombt, nur viel geheimer. Unabhaengig ist das Land seit 1953, es wird kommunistisch regiert und besteht hauptsaechlich aus Bergen und Flusstaelern.
Unser Grenzuebergang fand per Boot ueber den Mekong-Fluss statt. Der erste Ort, in den wir kamen und uebernachteten war erstaunlich modern.
Wir hatten das Glueck, gleich Ross und Mary - ein englisches Paar - kennen zu lernen, das machte unsere geplante Bootsreise nicht nur billiger, sondern auch viel lustiger. Eine resolute laotische Dame hatte uns zwar kraeftig finanziell ueber den Tisch gezogen, aber es war jeden Kip wert. Hier eine Zusammenfassung, Mathias Bericht hierueber ist wieder ausfuehrlicher und koestlich - genau so war's (www.main-netz.de).
Erwartet hatten wir ein etwas groesseres Boot - oder zumindest Sitze. Nun, tatsaechlich sassen wir zwischen Fracht und mitreisenden Laoten am Boden, was sich aber irgendwie als sehr 'basic' und lustig erwies. Dass es nach einigen Stunden unbequem werden wuerde, war uns schnell klar, aber wir haben es mit Humor genommen - in Laos erwarten wir keinen Luxus.
Vorbei glitten wir an einer bezaubernden Berglandschaft. Wir fuhren durch teils kraeftige Stroemung flussaufwaerts an einigen urtuemlichen Doerfern vorbei. Kinder, Fischer und Moenche paddelten uns entgegen, gaben uns einen kleinen Einblick in ihr Leben.
Den Frachttransport und die Mitreisenden hatte uns die gute Dame vorher natuerlich auch verschwiegen. Durch das ganze Gewicht und das Abladen wurde aus unserer Bootsfahrt dann sogar eine Nachtfahrt - insgesamt 10 Stunden lang. Kalt war es abends bei gefuehlten 13 Grad. Unsere Uebernachtung fand in einem kleinen Dorf im einzigen Steinhaus weit und breit statt.
Der naechste Tag hielt neue Ueberraschungen bereit: nach 2 Stunden war Umsteigen in den Minivan angesagt - davon hatten wir vorher auch nichts gehoert. Der Wasserstand sei zu niedrig - das kann aber gut gestimmt haben, tief war es wirklich nicht. Nun, weit kamen wir nicht. Ein schwer beladender Laster war halb von einer provisorischen Bruecke gerutscht. Alles stand, schaute, beriet, picknickte - passiert ist augenscheinlich nichts. Wir waehnten uns schon wandernd in das naechste Dorf, als dann aber doch noch ein Bagger angetuckert kam. Wunderbar - Ende gut, alles gut.
Nun sitzen wir in einem Cafe bei Crossaints (Ueberbleibsel aus franzoesischen Zeiten) und Tee und freuen uns ueber den schoenen und ereignisreichen Start in Laos.
Wir wollen mit unseren beiden Englaendern hier im Norden Laos wandern gehen - hoffentlich spielt das Wetter mit, wir gleichen uns gerade etwas Deutschland an ...