2 Homies around the World

Reisezeit: Oktober 2014 - September 2015  |  von Lara + Chris L.

Borneo

Borneo - Sabah - 16. - 26. Juni 2015

Nachdem wir beide ein wenig traurig aus Bali abgereist sind, sind wir im stroemenden Regen inmitten eines Industriegebiets in Kota Kinabalu (wo unser Hostel war) auf Borneo angekommen und wollten am liebsten gleich wieder weg fliegen. Kota Kinabalu wirkt wie ein grosses Industriegebiet, was wahrscheinlich daran liegt, dass der Ort immer nur Umschlagplatz fuer irgendwelche Waren war – von Holz, ueber Kautschuk bis hin zum Palmoel heute. Das einzig tolle an KK sind die vielen kleinen Foodcourts und das sehr gute und unterschiedliche Essen – wie auch schon in KL findet man alles wie beispielsweise indische Currys, Dumplings und Nudelsuppen. Da am 18. Juni der Ramadan gestartet hat, gab es abends ab 17 Uhr Ramadan-Maerkte in der Innenstadt, auf denen man fertig gekochtes Essen, Gebaeck als auch Saefte kaufen konnte, um dann puenktlich bei Sonnenuntergang um 18:30 Uhr essen zu koennen.

An der Ecke war unser Hostel

An der Ecke war unser Hostel

Foodcourt in KK

Foodcourt in KK

Markt in KK

Markt in KK

Borneo bzw. der malaysische Teil Sabah, in den wir gereist sind, ist leider absolut kein Backpacker_innengebiet, da es fast immer nur Tourpackages und organisierte Gruppenreisen gibt, die noch dazu super teuer sind. Weil wir ueberhaupt nicht richtig wussten, was wir machen sollen, um unser Budget nicht komplett zu ueberlasten, sind wir nach Sepilok im Osten von Sabah gefahren und sind dort letztendlich fast eine Woche in einem sehr schoenen Hostel geblieben und haben von dort aus kleine Tagesausfluege unternommen und unsere restliche Zeit mit Karten spielen verbracht Wir haben in einem traditionellen Longhouse geschlafen, das auf Stelzen steht und aus Holz besteht. Die Strecke von KK nach Sepilok fuehrt zuerst entlang des beeindruckenden Mount Kinabalu, den seit dem Erdbeben vor ein paar Wochen niemand mehr besteigen darf. Dabei ist die Besteigung des Mount Kinabalu eines der Tophighlights fuer Tourist_innen, die nach Sabah kommen, weshalb der Tourismus in Sabah auch etwas eingebrochen ist. Der traurige Teil der Strecke faengt auf der anderen Seite des Berges an, als wir stundenlang nur an Palmoelplantagen vorbei gefahren sind, wo ueberall Regenwald war bevor er abgeholzt wurde. Waehrend man sonst immer nur von der Regenwaldabholzung liest, ist es wirklich extrem, die Ausmasse in der Realitaet zu sehen. Eine Folge der Regenwaldabholzung sind die unzaehligen bedrohten Tierarten in Borneo, deren Lebensraum zunehmend verschwindet.

Mount Kinabalu

Mount Kinabalu

Welcome to Paganakan Dii

Welcome to Paganakan Dii

Traditionelles Longhouse, in dem wir geschlafen haben

Traditionelles Longhouse, in dem wir geschlafen haben

Unser Balkon

Unser Balkon

Das Dorm, das wir die ersten Tage ganz allein fuer uns hatten

Das Dorm, das wir die ersten Tage ganz allein fuer uns hatten

Blick auf den Regenwald, der nicht Palmoelplantagen weichen musste

Blick auf den Regenwald, der nicht Palmoelplantagen weichen musste

In Sepilok gibt es einige Rehabilitierungszentren fuer diese bedrohten Tierarten, z.B. fuer Orang-Utans, Sun Bears und Proboscis Monkeys (Nasenaffen), die es nur auf Borneo gibt. Viele der Tiere, die in den Zentren landen, wurden davor illegal als Haustiere gehalten, weshalb sie erstmal wieder an ein Leben in freier Wildbahn gewoehnt werden muessen. Wir haben uns alle drei Zentren angeschaut, allerdings hat nur das SORC (Sepilok Orang Utan Rehabilitation Center) fuer Orang-Utans nicht an einen Zoo erinnert. Die Sun Bears – die kleinsten Baeren weltweit, die im Regenwald leben und auch auf Baeume klettern koennen – wurden beispielsweise in relativ kleinen Gehegen gehalten im Vergleich zu dem Auslauf den sie in freier Wildbahn brauchen wuerden. Bei den Nasenffen war es am krassesten. Sie leben in einer Bucht, die Teil einer riesigen Palmoelplantage ist, weshalb die Affen ueberhaupt erst ihren Lebensraum verloren haben und deshalb wiederum gefuettert werden muessen, weil sie nicht mehr genuegend Nahrung finden auf dem schmalen Korridor Mangrovenwald, der nicht abgerodet wurde fuer die Plantage. Der Plantagenbesitzer hat sich stattdessen eine viel bessere Geschaeftsidee ueberlegt und indem er einen kleinen Teil der Mangroven stehen gelassen hat und das ganze jetzt als Proboscis Moneys Sanctuary vermarktet und dafuer teure Eintrittsgelder verlangt und ein Resort direkt daneben bauen laesst. Wir waren etwas schockiert ueber die Lebensbedingungen der Affen, denn in dem Mangrovenwasser schwimmt Plastikmuell und Oel sowie von einigen Touris, die die Affen schon fast gejagt haben, um ihr perfektes Urlaubsfoto mit einem Affen zu bekommen, ohne dass sie irgendjemand davon abgehalten hat.

Fuetterung der Orang-Utans im SORC

Fuetterung der Orang-Utans im SORC

Sun Bears

Sun Bears

Sun Bear, der auf dem Baum chillt

Sun Bear, der auf dem Baum chillt

Palmoelplantage, die als Proboscis Monkeys Sanctuary vermarktet wird. So sehen eigentlich fast alle Plantagen aus, die wir gesehen haben.

Palmoelplantage, die als Proboscis Monkeys Sanctuary vermarktet wird. So sehen eigentlich fast alle Plantagen aus, die wir gesehen haben.

Proboscis Monkeys

Proboscis Monkeys

Canopy Walk im Rainforest Discovery Center

Canopy Walk im Rainforest Discovery Center

Flughoernchen mit Baby, das leider einfach nicht fliegen wollte

Flughoernchen mit Baby, das leider einfach nicht fliegen wollte

Riesenameise

Riesenameise

Tausendjaehriger Giant Tree im Rainforest Discovery Center

Tausendjaehriger Giant Tree im Rainforest Discovery Center

Eigentlich sind wir nach Borneo geflogen, weil es guenstiger war von dort aus auf die Philippinen weiter zu fliegen. Als der Flug ploetzlich aus unerklaerlichen Gruenden „unavailable“ war, haben wir in einem Air Asia-Reisebuero nachgefagt und haben erfahren, dass Air Asia einfach die ganze Route zwischen KK und Cebu bis auf weiteres gestrichen hat. Deswegen mussten wir dann einen relativ teuren Flug mit Cebu Pacific buchen und haetten viel guenstiger von Bali auf die Philippinen fliegen koennen, obwohl wir dann ueber Singapur haetten fliegen muessen...

© Lara + Chris L., 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach 4 Bachelorabschlüssen, 10 Nebenjobs und unzähligen Impfungen ist es endlich soweit und wir erfüllen uns unseren Traum in 11 Monaten einmal um die Welt zu reisen. Beginnend in Kolumbien reisen wir immer den Wellen hinterher durch Südamerika und fliegen von Chile aus nach Neuseeland, dann nach Hongkong, Seoul (ein Essens-Zwischenstopp :-) und Kuala Lumpur. Von dort aus gehts weiter nach Bali und Borneo. Unser letzter Stopp ist dann Indien.
Details:
Aufbruch: 06.10.2014
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: September 2015
Reiseziele: Kolumbien
Ecuador
Peru
Bolivien
Argentinien
Chile
Neuseeland
Hongkong
Südkorea
Malaysia
Indonesien
Philippinen
Indien
Der Autor
 
Lara + Chris L. berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.