Malaysia-Reisebericht :sieht so aus, als flöge ich um die Welt...?

Melaka : 04.02. Melaka

Allein unterwegs

Die Nacht war zu kurz, aber ich drehe mich nur noch einmal um, denn der öffentliche Bus wartet nicht.
Ich bin fast fertig, da klingelt das Telefon. Ist es doch schon später als gedacht? Heute morgen hatte ich statt der Snooze Funktion meines Weckers aus Versehen die Uhr 10 Minuten zurück gestellt. Aber es ist nur Pong, der sicherstellen will, dass alle wach sind.
Als ich runterkomme, sind die meisten schon da. Heute sind alle pünktlich und wir dackeln los zur Bushaltestelle, denn wir wollen mit dem Bus zum Busbahnhof fahren. Nach 15 Minuten wird Pong nervös und will uns zur Hochbahn lotsen, aber da kommt der Bus schon.
Am Bahnhof das übliche Verfahren, die Rucksäcke zusammen stellen und ausschwärmen zum essen. Der Bahnhof ist weiter weniger beeindruckend, als der in Bangkok. Ich esse eine Bun, das Teiggebäck, das ich schon in Bangkok entdeckt habe, während die anderen doch bei westlichen Kaffeeketten bleiben.
Der Bus ist toll, genauso bequem wie die großen Reisebusse in Deutschland, nur ohne das Klo. Zudem ist er leer, so dass ich, statt neben Samira zu sitzen, eine eigene Zweierreihe belege. Sehr bequem, nur dass eine der Lüftungsabdeckungen herausgebrochen ist, so dass es mich permanent anpustet. Erst schreibe ich ein wenig für meinen Blog, aber dann fallen mir doch wieder die Augen zu. So kommen ich niemals auf einen grünen Zweig, ich bin schon 14 Tage mit dem Blog hintendran.
2 Stunden Fahrt vergehen sehr schnell und wir fahren alle mit Taxis zu unserem Hotel in Melaka. Auf dem Weg sehen wir schon fast alle Sehenswürdigkeiten, denn Melaka ist sehr klein. Ich habe mich gestern noch im Internet informiert und einen Plan, wie ich den halben Tag voll nutzen kann. Heute allein. Der Rest macht derweil eine Bootsfahrt, dabei muss man nicht so viel laufen, wie ich das vorhabe.
Ich freu mich auf einen halben Tag für mich, plötzlich immer mit denselben Leuten zusammen zu sein, ist ein wenig viel manchmal für mich. Das Hotelzimmer ist okay und ich bekomme ja wieder eins für mich. Aber irgendwie sitze ich während der Fahrt so blöd auf meinem Portemonnaie, dass meine Kreditkarte einen Knacks abbekommt. Ob ich damit noch Geld bekomme? Hoffentlich. Blöd wäre es, wenn sie irgendwo stecken bleibt, wo ich nur 1-2 Tage bin. Am Besten erstmal nicht benutzen.

Lunch essen wir noch alle zusammen. Pong führt uns (ziemlich im Zickzack) durch das Einkaufszentrum nebenan. Zeigt uns den Ausgang zum St. Paul's Church Hill wo wir uns später zum Sonnenuntergang treffen wollen. Direkt darunter liegt das alte Torhaus der spanischen A Famosa Festung, super denn dort will ich meine Tour starten. Zurück in die Mall, auf der anderen Seite wieder raus, über die Straße, in eine andere Mall und dort essen wir Lunch. Ich esse Ente, wie viele, bin aber etwas enttäuscht über das zähe Tier.
Danach ziehe ich alleine los, erstmal zurück zum Torhaus, Porta de Santiago. Es ist das Einzige, was noch von der alten Festung erhalten ist. Auf dem Platz davor stehen grellbunt geschmückte Fahrraddreiräder. Mit Beleuchtung und Musik. Ich schaue mir die noch erhaltenen Mauerbögen des Torhauses an, mache einen kurzen Abstecher zu ein paar Stehlen Richtung St. Paul's Hill und lese ein paar geschichtliche Fakten. Armes Melaka, ständig war es von irgendwem besetzt.
Dann gehe ich zum rekonstruierten Sultanspalast nebenan, der ein Museum beherbergt. Wieder laufe ich am Kassenhäuschen vorbei, das ist doch langsam nicht mehr normal, kommt da meine schwäbische Abstammung durch? Der forbidden Garden, der früher den Frauen und Töchtern des Sultans vorbehalten war, ist grad unter Renovierung und deshalb nicht so spannend. Aber die Ausstellung und der Palast selbst gefallen mir sehr gut, vor allem die alten Bilder und die Geschichten dazu.

Vom Palast aus suche ich mir meinen Weg zum Roten Platz. Laut Karte müsste das Stadthuys eigentlich gleich rechts von mir auftauchen, es ist rot gestrichen, so wie auch die gegenüberliegende Christ Church, dürfte also nicht zu übersehen sein. Rechts sind auch jede Menge rote Gebäude, die aber teilweise als Museen beschriftet sind und jedenfalls ist keins das Stadthuys. Haben die hier alles rot gestrichen, oder was? Mein Magen meldet sich, hm ich sollte demnächst mal eine Toilette, möglichst westlich (mit Sitz also...) finden.
Ich komme an eine Straßenkreuzung und sehe gegenüber alte Festungsmauern. Häh? Das Fort ist gar nicht auf der Karte? Ich gehe rüber, um es mir anzuschauen. Es ist ein altes holländisches Fort, lese ich, also kein weiterer Teil der A Famosa Festung.
In meinem Bauch grummelt es nun ganz gewaltig, ich brauche eine Toilette, sofort. Das Mittagessen schlägt durch, das erste Mal, dass es mich erwischt, nach all dem streetfood in Bangkok. OK, wohin? Hinter mir in dem Gebäude ist die Touristeninfo, vielleicht haben die ein Klo? Ich umrunde das Gebäude und steige die Treppen hoch. Man muss die Schuhe ausziehen? Es ist eine kleine Moschee informiert mich ein Mann, der neben der Tür sitzt. Oh, ich ergreife die Flucht, vermutlich nicht sehr höflich. Wo ist die Touristeninfo? Die Treppen runter, sagt er. Da ist auch ein Schild. Ich lächele ihm nochmal zu. Wegen Lunch geschlossen. Na toll.
Auf der anderen Straßenseite sehe ich die Christchurch und daneben das Stadthuys. Prima, vielleicht haben die ein Klo für Touristen? Aber ins Stadthuys kommt man gar nicht rein, halb den St. Paul's Hügel hoch gebe ich auf. Wenn ich jetzt kein Klo finde, mache ich mir noch in die Hosen. Das Einkaufszentrum! Das letzte hatte zwar keine westlichen Toiletten, aber das ist mir jetzt auch schon egal. Vier Wände und ein Loch hören sich gut an. Also Im Eilschritt zurück.
Für die bunt geschmückten Fahrradrikschas, die mir entgegenkommen, habe ich nur ein gequältes Lächeln. Den ersten Eingang rein und ich stehe im Foodcourt geqgenüber den Toiletten. Ein Glück und es sind sogar westliche. Soweit dazu...

Warum ich Euch das erzähle? Weil es zu einer Asienreise dazu gehört, irgendwann erwischt es jeden, ich hatte halt nur Glück bisher.

Zurück zur Festung. Deutlich erleichtert gehe ich den Weg ein zweites Mal. Wenn ich die Rikschafahrer, die mir entgegenkommen filme oder fotografiere, lächeln und winken sie.
Unterhalb der Festung ist ein Wasserrad, das muss natürlich auch fotografiert werden. Da kommt grad ein Boot den Fluss rauf. Wäre doch witzig, wenn die anderen da drin säßen? Tatsächlich, der Bug ist voller wirkender Engländer. Ich knipse ein paar Fotos, dann ein paar von der Festung.
Gerade will ich ein Foto von einem Haus auf der anderen Flußseite machen, auf dessen Wand eine Menge chinesischer Schriftzeichen angebracht sind, da winkt mir ein Mann vor dem Haus zu und macht komische Gebärden. Meint er mich? Er deutet auf etwas im Fluss. Dann sehe ich es, ein großer Waran schwimmt im Fluß direkt auf mich zu, er hat die Ausmaße eines kleinen Krokodils. Wow. Der winkende Mann gesellt sich mit seinem Fotoapparat zu mir. Er sieht asiatisch aus, kommt aber aus Kanada. Ich erklettere das Fort, schaue mir die Kanonen oben drauf an, mehr gibts nicht zu sehen.

Alle vorherigen Bilder wurden leider überschrieben

Alle vorherigen Bilder wurden leider überschrieben

Er erschreckte hinterher noch eine am Ufer sitzende Gruppe asiatischer Mädchen. (good boy)

Er erschreckte hinterher noch eine am Ufer sitzende Gruppe asiatischer Mädchen. (good boy)

Das Fort

Das Fort

Leider konnte ich nicht herausfinden, was die Schriftzeichen bedeuten

Leider konnte ich nicht herausfinden, was die Schriftzeichen bedeuten

Gegenüber schaue ich mir auf dem roten Platz die Christchurch an, die erheblich beeindruckender ist als das Stadthuys.

Schick die Fahrradrikschas oder?  Vor allem vor der Kulisse des roten Platzes. Im Hintergrund die Christchurch und rechts das Stadthuys

Schick die Fahrradrikschas oder? Vor allem vor der Kulisse des roten Platzes. Im Hintergrund die Christchurch und rechts das Stadthuys

Da die Wege alle so kurz sind, beschließe ich, nun doch auch zur St. Francis Xavier Church zu laufen und zu schauen, ob sie wirklich schief ist oder nicht. Ich laufe am Fluß entlang und genieße die Aussicht auf die Fassaden der schmalen Häuser auf der anderen Seite und den Schatten der Häuser auf meiner Seite. Im Untergeschoss fast jeden Hauses ist ein kleines Restaurant oder Café. Manche der Obergeschosse sehen so aus, als könnten sie ein Gästezimmer beherbergen. Bestimmt schön hier zu wohnen... Ich biege am Ende der Häuserzeile um die Ecke und muss lachen. Die St. Francis Xavier Church ist tatsächlich ziemlich shepp, zumindest von hier aus betrachtet. Ich mache ein paar Fotos, versuche die Neigung einzufangen. Ich bin hier der einzige Tourist. An der Seite der Kirche schläft ein Obdachloser. Innen ist es schön kühl und die Fensterbilder gefallen mir.

Fassaden am Fluss

Fassaden am Fluss

Da wohnt sichs bestimmt prima

Da wohnt sichs bestimmt prima

Ich weiß nicht, ob ihrs sehr, aber sie ist schief

Ich weiß nicht, ob ihrs sehr, aber sie ist schief

OK, jetzt will ich es wissen und noch zum chinesischen Tempel und der Hang Li Poh Quelle laufen, von denen ich eigentlich dachte, sie wären zu weit ausserhalb. Hang Li Poh war eine chinesische Prinzessin, die mit ihrem Gefolge nach Melaka kam, um den Sultan zu heiraten. Er schenkte ihr die Quelle für ihre persönlichen Bedürfnisse. Exotisch sind anderer Länder Geschichten.
Ich laufe durch die Straßen Melakas, bewundere alte Fassaden und das ganz normale Leben auf der Straße. Hier sind tatsächlich gar keine Touristen mehr. Ach guck, da beginnt das indische Viertel. Für mich ist hier alles exotisch, für die Leute, die hier leben, bin ich der Exot.
Ein bisschen muss ich suchen und stoße zufällig auf die Gedenktafel, für die während der japanischen Besatzung ermordeten Chinesen.
Bürgersteige gibt's hier nicht mehr und ich muss auf der Straße laufen, was bei den hier herrschenden Verkehrsbedingungen ein bisschen gruselig ist. Dann finde ich den Tempel. Erst bin ich allein, aber dann kommt eine Busladung chinesischer Touristen.

Die Straßen Melakas

Die Straßen Melakas

Heiß wars wieder, gut, dass man oft im Schatten der Häuser gehen kann

Heiß wars wieder, gut, dass man oft im Schatten der Häuser gehen kann

Schöne Fassaden

Schöne Fassaden

Natur integriert

Natur integriert

Gedenktafel, für die während der japanischen Besatzung ermordeten Chinesen

Gedenktafel, für die während der japanischen Besatzung ermordeten Chinesen

Eins der Bilder am Eingang des Tempels

Eins der Bilder am Eingang des Tempels

Die Quelle muss die Straße runter neben dem Tempel sein, also wieder auf der Straße laufen? Hinter dem Tempel führt ein Weg hinauf auf den Bukit Cina, den chinesischen Berg. Das ist wohl ein Park, vielleicht kann ich dort hinter dem Tempel entlang laufen?
Ich steige die Treppen hinauf und bin fasziniert. Es ist ein alter chinesischer Friedhof. Die Grabmäler liegen unter malerischen Bäumen, die Atmosphäre ist irgendwie anderweltlich. Fast könnte man wirklich auf den Gedanken kommen, dass die Chinesen mit ihrem starken Glauben an Geister richtig liegen. Ich bin völlig gefangen von diesem Ort und laufe den Weg, der nur noch ein Pfad ist, immer weiter hoch und schließlich rechts rein. Erst bin ich völlig allein, dann treffe ich vereinzelt spazierengehende und joggende Asiaten. Hier ist es viel kühler, als unten in der Stadt.
Unglaublich wie verwunschen dieser Ort ist, ich genieße es aus vollem Herzen und versuche, es mit der Cam einzufangen. Irgendwann mache ich schweren Herzens kehrt und laufe zurück zum Tempel, denn einen Weg runter zur Straße gibt es nicht.
Auf dem Weg runter zum Tempel sehe ich auf der anderen Straßenseite einen Friedhof, der mit Grabsteinen geradezu vollgestopft ist. Was für ein Kontrast.

Ich frage mich, wohin dieser Durchgang vor dem Tempel führt? Ja, da ist ja die Quelle, ganz von Mauern umgeben. Die haben die Holländer während ihrer Besatzungszeit gebaut, um die Quelle, die angeblich nie versiegt, ganz für sich zu haben.
Sie soll auch Wünsche erfüllen, weshalb ich zwei Münzen hinein werfe und mir Gesundheit für Sarahs kleine Tochter und mich auf meinen Reisen wünsche.

Die Well, wieder fest in chinesischer Hand

Die Well, wieder fest in chinesischer Hand

Dann gehts den Weg zurück zum Roten Platz, weiterhin die Atmosphäre genießend. Ich finds immer toll, abseits der Touristenwege zu sein. Nun will ich aber zur Jonker Street und das ist natürlich die Touristenstrasse von Melaka. Vom Roten Platz aus überquere ich den Fluss und stoße direkt auf die Jonker Street. Hier sind lauter kleine Geschäfte rechts und links der Straße. Ich will mir den Cheng Hoon Teng Tempel anschauen.
Erstmal stoße ich auf einen Tempel, der nicht in der Karte verzeichnet und verschlossen ist, aber wunderschöne Türen hat. Hier entsteht auf dem Rückweg eins meiner Lieblingsfotos, denn das Relief mit den zwei Tigern hatte es mir angetan. Aber erstmal treffe ich Hendrik hier, er bummelt herum und ist gleich mit den anderen verabredet.
Die Moschee schaue ich mir nur von aussen an und hab den Cheng Hoon Teng Tempel bald gefunden, der auch wirklich sehenswert ist.

Am Fluß

Am Fluß

Nebenstraße der Jonker Street

Nebenstraße der Jonker Street

Kleiner Tempel mit wunderschönem Eingangsbereich

Kleiner Tempel mit wunderschönem Eingangsbereich

Die Moschee

Die Moschee

Der Cheng Hoon Teng Tempel

Der Cheng Hoon Teng Tempel

Das ist wohl die historische Bauweise,  ein Schild mit Erklärungen war da leider nicht...

Das ist wohl die historische Bauweise, ein Schild mit Erklärungen war da leider nicht...

Gegenüber ist direkt noch ein Tempel, der nicht auf der Karte verzeichnet ist. Ich gehe neugierig näher und finde ein Schild, das mir erklärt, dass dieser Tempel ausschließlich von Nonnen und weiblichen Kräften betrieben wird. Besucher (auch männliche) willkommen. Direkt nach dem Betreten der Tempels treffe ich die erste kahlgeschorene Nonne, die mich mit Gesten die Treppe hochweist.
Oben ist ein großer leerer Raum mit Bodenfliesen, an einer Wand ein Altar, gegenüber ein großer Balkon. Rechts und links an den Wänden stehen sich eine große Glocke und ein großer Gong gegenüber. Im Raum ein Gefäß für Räucherstäbchen. An einer Wand sitzt eine Frau auf dem Boden und liest ein Buch.
Ich schaue vom Balkon über die Jonker Street, dann setze ich mich auch auf den Boden, um kurz zur Ruhe zu kommen und die friedliche Atmosphäre zu genießen. Ab und an kommt eine Nonne vorbei und ordnet Räucherstäbchen neu.

Im Obergeschoss

Im Obergeschoss

Der Altar im Untergeschoss

Der Altar im Untergeschoss

Leider verfliegt die Zeit und ich muss ja noch zum St. Paul's Church Hill, wo ich mich mit den anderen treffe. Auf dem Rückweg kaufe ich mir eine kalte Cola. Ah, das tut gut. An dem Tempel mit den schönen Türen und dem Tigerrelief halte ich für ein paar Fotos.

Noch ein unbekannter Tempel

Noch ein unbekannter Tempel

Die Fassaden gefallen mir so gut

Die Fassaden gefallen mir so gut

Der schöne Tempel wieder. Ich hätte zu gern gewusst, wie es innen aussieht.

Der schöne Tempel wieder. Ich hätte zu gern gewusst, wie es innen aussieht.

Extrem coole Tiger

Extrem coole Tiger

Tiger and me...  eins meiner Lieblingsfotos

Tiger and me... eins meiner Lieblingsfotos

Das wäre was für Mama gewesen

Das wäre was für Mama gewesen

Ich klettere den St. Paul's Church Hill hinauf, leider ist der Akku von der Cam schon wieder leer...noch weiß ich nicht, dass auch schon wieder Fotos gelöscht wurden. Dort treffe ich die anderen Deutschen, der Rest ist schon wieder ins Hotel. Wir albern ein bisschen herum und posen für Fotos, dann machen wir uns auch auf den Weg. Um rechtzeitig zum Abendessen fertig zu sein, müssen wir uns schon wieder beeilen.

Nochmal das Torhaus und die Mall von oben

Nochmal das Torhaus und die Mall von oben

Heute gehen wir in ein Restaurant, dass mir schon heute nachmittag aufgefallen ist, als ich daran vorbelief. Es liegt in der Straße mit den roten Häusern und ist mehrstöckig, der untere Stock mit dem Restaurant ist jedoch komplett offen. Ich bestelle ein einheimisches Gericht, das wirklich gut ist und auch wieder nicht zu scharf für meine zarten Geschmachsnerven. (nein, das Erlebnis heute nachmittag hat mich ganz und gar nicht abgeschreckt)
Nach dem Essen hat Pong 2 Empfehlungen für Bars, irgendwie wird die Entscheidung für eine Bar in der Straße beim Hotel getroffen. Dena und Sophie möchten gerne mal mit einer der bunt erleuchteten und laute Musik spielenden Fahrradrikschas fahren, der Rest läuft. Als wir am Hotel vorbei kommen, sind irgendwie alle müde und gegen ins Bett, nur die Deutschen bleiben mal wieder übrig. Als wir an der Bar ankommen, gibt es lange Gesichter. Die Bar liegt ziemlich ungeschützt direkt an der Straße, sieht teuer aus und ist komplett leer. Also wenn wir schon in Melaka etwas trinken, warum dann nicht in der Jonker Street, wo, wenn überhaupt Leute unterwegs sind, das Flair vielleicht eher wie in der Khao San Road ist.
Nach kurzer Diskussion drehen wir um, sammeln Sophie und Dena ein, die uns nach ihrer Fahrt gefolgt sind und treffe dann Pong, der noch sein Handy vom Zimmer geholt hat und uns nun entgegen kommt. Am Hotel gehen Dena und Sophie ins Bett, Simone und Felix ist der Weg zurück zum Jonkers eigentlich auch zu weit. Pong verabschiedet sich schonmal und wir ziehen nach kurzer Diskussion doch los. So weit ist der Weg dann auch gar nicht. Aber in der Jonkers Street ist fast nichts los. Wir sehen ein Restaurant mit Livemusik, wollen aber noch in der Bar vorbei schauen, wo die anderen heute nachmittag waren. Dort wechseln wir mehrfach den Platz, da die kranke Simone versucht, den zahlreichen Ventilatoren aus dem Weg zu bleiben. Schließlich schaltet der Wirt netterweise einen ab, damit sie ohne Zug sitzen kann. Nach einer Runde, Simone bleibt bei Tee, wollen wir noch bei der Livemusik vorbeischauen, aber da wird grad schon aufgeräumt.

Abendliche Begegnung mit Fahrradrikscha

Abendliche Begegnung mit Fahrradrikscha

Wir machen uns auf den Rückweg. Als wir uns der Brücke nähern, ist da plötzlich ein infernalischer Lärm. Hört sich fast an wie...Vögel? Ja tatsächlich, da sitzen 100te vielleicht 1.000e von Vögeln in den Bäumen rechts und links der Brücke und fliegen immer mal wieder Kreise. Ein bisschen gruselig. Was machen die hier? Flugmanöver üben? Wir gehen auf einen weiteren Drink in das Hardrock Café direkt an der Brücke. Hier sind die Drinks doppelt so teuer, dafür gibt es noch Livemusik und sogar richtig gute. Der Kellner erklärt uns, dass die Vögel wegen der Musik so einen Lärm machen. (aber wieso sind sie i e hier? Zieht die Musik sie an?) Bald schließt auch das Hardrock Café und wir gegen heim, ich muss mir Geld bei Felix und Simone leihen, um meine Zeche zu zahlen.
Morgen um 7.30 geht's weiter. Wieder mit dem öffentlichen Bus und Pong hat uns vorsorglich schon Angst vor dem Grenzübertritt nach Singapur gemacht. Keinesfalls fotografieren, nicht zu viel oder zu laut reden, nicht lachen, überhaupt nicht auffällig benehmen, sonst werden wir womöglich zu einer langwierigen Kontrolle mitgenommen und der Bus wartet nicht. Das sind ja schöne Aussichten.

Hendrik und Samira

Hendrik und Samira

Felix und Simone 
Im Hintergrund die Bäume mit den Vögeln

Felix und Simone
Im Hintergrund die Bäume mit den Vögeln

© Stefanie Förster, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich habe nie von einer Weltreise geträumt. Schockierend, ich weiß. Überraschenderweise unternehme ich jetzt aber eine. Wie es dazu kam, wo ich lande und wie es da so ist, das berichte ich Euch hier... Wer mag, darf mitlesen. Mein Blog richtet sich vor allem an meine Familie und Freunde, sowie an Ex Kollegen. ...naja und natürlich an mich selbst: eine Weltreise ist ein tolles Abenteuer liebe Steffi! ...nur Mut und einfach mal machen, wird schon schiefgehen ;)
Details:
Aufbruch: 11.01.2015
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 28.05.2015
Reiseziele: Sri Lanka
Thailand
Indonesien
Australien
Neuseeland
Fidschi
Vereinigte Staaten
Mexiko
Deutschland
Malaysia
Singapur
Der Autor
 
Stefanie Förster berichtet seit 33 Monaten auf umdiewelt.
Reiseberichte von Stefanie sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!