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Anfang 2008 zog es mich nach Myanmar, das seit einem halben Jahrhundert von einer skrupellosen Militärjunta beherrscht wird. Dass diese kurz vor Reisestart einen Volksaufstand brutal niederschießen ließ, hielt mich nicht von meinem Vorhaben ab.
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"Bist Du Dir sicher, dass diese Art zu reisen Spaß macht?", fragte mich ein Freund, der das Manuskript zu meinem Buch las. Und ob! Rucksackreisen ist die einzig authentische Art, fremde Länder zu erkunden. Reisen ohne störenden Ballast, abseits geführter Massen. Zeit für persönliche Begegnungen, für Reflexion. Kurzum: Freiheit pur!
Es sind jene "Geschichten aus Absurdistan", die ich suche, der wunderbar amüsante alltägliche Wahnsinn, groteske, spannende Situationen, auf die man als Rucksackreisender stets gefasst sein muss und die im Ernstfall mit einer gehörigen Prise schwarzem Humor gemeistert werden. Asien, speziell Südostasien, hat es mir angetan. Meine Reise führte mich dieses Mal nach Myanmar. Das ehemalige Burma liegt irgendwo am Rand der Erdscheibe. So weit, dass es - nicht zuletzt in der öffentlichen Wahrnehmung - jederzeit herunterzufallen droht. Terra incognita!
Sie lesen Auszüge aus dem Buch "Go Burma (Myanmar)" von Michael Derendorf. ISBN 978-3-00-035904-0 * 15,90 Euro
Weitere Informationen zum Land, zum Buch samt Onlinebestellfunktion finden Sie unter www.rucksackreisen-derendorf.de.
Dass ich dieses arme reiche Land zu einer denkbar ungünstigen Zeit, unmittelbar nach der gewaltsamen Niederschlagung eines Volksaufstandes durch die Militärjunta, bereisen würde, war bei der Buchung des Fluges nicht vorauszusehen. Stornieren oder umbuchen kam dennoch nicht infrage. Jetzt erst recht! Nach den tragischen, bürgerkriegsartigen Ereignissen wollte ich wissen, wie es den Menschen in Myanmar ergeht und beschloss, über meine Erlebnisse zu berichten. So gewähren meine Schilderungen eben auch einen Blick auf die verheerende Menschenrechtssituation in einem totalitären und heruntergewirtschafteten Staat.
Meinen Reiseentschluss habe ich nicht bereut. Myanmar ist ein Kleinod, geradezu gesegnet mit einer wunderbaren Kultur, tief asiatischer Ursprünglichkeit und umwerfend liebenswerten Menschen, wie man sie nur noch selten antrifft. Nicht einmal die korrupte burmesische Junta konnte mir die Lust an dieser Reise verderben. Wem es gelingt, die Dinge so zu nehmen, wie sie sind, der wird sich in Myanmar verlieben.
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