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zwischen Luxus und halbem Stern in Thailand, Singapur und der Wüste vor Dubai.
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Steril, sauber, unnahbar, unwirklich, berührt mich nicht. Das sind die ersten Eindrücke von Singapur. Ich habe zu viel erwartet, zu viel Hongkonk beigemischt denn die Wolkenkrtzer sind hoch, aber eben nicht so gigantisch hoch.
Das erste Mal seit drei Wochen werden wir höflich aber bestimmt vom Taxifahrer gebeten uns an zuschnallen, sonst 120 S$ Bußgeld. Dann Ankunft im Raffles, DEM Raffles. Sir Raffles hat vor 120 Jahren das Fischerdorf hoch katapultiert und Plätze, Wohnviertel und besagtes Hotel sind nach ihm benannt. Genutzt hat es ihm zu Lebzeiten nicht viel, denn arm und schwer Syphilis krank ist der dahin gegangen.
Das Hotel ist prächtig. Ganz wunderbar kolonial. Vor dem Hauptportal steht ein Indern in voller Montur, also mit indischer Phantasieuniform und Turban. Spatzen düsen durch die Eingangshalle und zwei schön breite Treppen führen in den ersten von zwei Stockwerken. Ein Luxus den sich hier sonst kein anderes Hotel mehr leistet, das neue Swisshotel nebenan hat 70 Stockwerke mehr.
Wir gehen los die Stadt erkunden. Die kolonialen Gebäude, bis auf das alte Rathaus, den Gerichtshof und das Clubhaus vom Cricket Club, sehen neu gebaut und auf kolonial getrimmt aus, aber es fehlt der Ranz und der Schmodder. Gott ist das steril. Es gibt eine typische Touri-Fressmeile am Hafen, mit schön viel bunten Lichtern. In zweiter Reihe Bars, Pups und Puffs. Einzig nennenswert war eine lokale Brauerei die so leckere Schweinereien wie mit Lemongras oder Ginger-Koriander gebrautes Bier verkauft. Ansonsten ist die Stadt furchtbar unasisch, obwohl die meisten der Singapurianer Chinesen, Inder oder Malayen sind. Asien light, die sehen zwar asiatisch aus, aber benehmen sich nicht so.
Wir verbummeln die Zeit mit einem Minatur-Sightseeing Programm. In einer Stunde ist das sehenswerte Finanzzentrum, little India, Chinatwon und die Arabstreet erkundet. Dann lassen wir uns durch die ein oder andere Shopping-Mall treiben. Angebot und Preise sind 1 zu 1 zu jeder großen Stadt. Gähnend, gelangweilt ziehen wir durch die Stadt.
Das Buddhisten, Hindus, Moslems und Christen hier so relaxt nebeneinander her leben ist schön zu sehen. Aber bei denen steht der Job, Flocken und Flocken und Flocken vorne an.
Das Raffles-Hotel in Singapur
kolonial, imperial, genial
eben alte Pracht
zwei Stockwerke Zeitreise
die Eingangshalle
Es ist der Tag der Präsidentenwahl in den USA und gespannt gucken wir CNN. Ich muss an die den dicken beigen Hintern von der Fahrradtour in Bangkok und seine Freunde denken. Die habe ich vor gut drei Wochen gefragt, wann genau denn ihre Wahl sei. Öh, ja Ende November, oder? Ne Mitte November, warte mal, war es doch nicht Anfang November? Shame on you. Die ganze Welt blickt hoffnungsvoll nach Amerika und die Schwabbels wissen noch nicht mal wann sie die Chance haben einen kleinen Beitrag zur Weltgeschichte zu leisten und ihr verdammte Stimme abzugeben. Naja, es scheinen ja dennoch genug andere sich den Termin in ihren Timer eingetragen zu haben und zum Glück heißt es ab heute Ring frei für Baraaaaaaaak Oooooooobaaamaaaaaa.
Anstatt Teatime gönnen wir uns im imperialen Innenhof des Raffles an der Lang-Bar einen Singapur-Slim. Hier ist das Kultgetränk schließlich erfunden worden. So richtig lecker ist das nicht, pink, schaumig, fruchtig. Aber so einen "das-muss-man-einfach-gemacht-haben-wenn-man-schon-da-ist"-Gesummse machen wir ja auch nur gelegentlich mit.
ein Hauch kolonialer Gebaeude ist noch uebrig geblieben
ansonsten dominieren Stahl, Beton und Glas das Stadtbild, aber irgendwie seht unspektakulaer
Das Dinner steht an und in meinem kleinen Reiseführer wird das "True blue" hochgelobt. Authentisch, lecker, malayisch. Nach der Foodcourt Pleite von gestern muss doch jetzt ein ordentliches Lokal den Haussegen wieder gerade rücken. Dachte ich. Mit indischem Fishkopf-Curry oder der so berühmten Black-Pepper-Krabbe war das nicht möglich. Ich hatte einen netten Abend vor Augen. Gemütliche Sitzen, jede Menge Kleinigkeiten genüsslich nacheinander rein zuzzeln und schöne pling-plong-Musik im Hintergrund.
Was folgte war die grande Katastrophe. Um 20:10 betreten wir das Restaurant. Der Hintern ist noch nicht ganz auf der Bank gelandet, da stehen die Herren Flink & Wiesel parat uns zu sagen, was es heute im Spezial gibt, drücken uns die Menuekarte in die Hand und sind bereit die Getränkebestellung aufzunehmen.
Zwei, der vier im Reiseführer hoch gelobten Gerichte sind aus. Derweil wir mit Wiesel weiter die Speisekarte studieren, wurden bereits von Flink Wasser, Tee und Kropok auf den Tisch gestellt. 20:15. Könnte ich dort evtl. Beef durch Pork austau... NEIN, geht nicht. OK und was wäre evtl. hier mit Chicken statt Ente? Natürlich....nicht! Haben wir nicht, geht nicht, ist nicht. Flexibel wie eine Eisenbahnschiene. Gut, wir haben zwei Starter und zwei Hauptgerichte gefunden und zum zweiten Mal sage ich dem Wiesel er soll sich Zeit lassen. Wir würden gerne schön relaxt nach und nach Essen. No hurry, Na klaro. Kaum hatten wir die Bestellung aufgegeben, biegt er um die Ecke in die Küche und einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig...tata, steht mit den Appetizern wieder zurück am Tisch. 20:20. Wir snacken uns durch das scharfe, aber ich muss es ihnen lassen echt leckere Zeug und um 20.25 wird das erste Hauptgericht auf den Tisch gestellt. Das Beef ist da, aber aber aber das ist doch kalt?? "Thats right, madame, we allways serve the beef roomtemparature." Dabei hat Wiesel ein mitleidiges Lächeln im Gesicht, das sagt: Du Dummchen, haste nicht gewusst, nä? Aber ist in echt doch das normalste der Welt, Wiesel schwirrt ab, Flink bringt den Rest Essen und die Pulle Wein und wir stellen einen neuen Rekord auf. In 45 Minuten sind wir mit allem durch. Ohne Nachtisch, obwohl der warme, schwarze, süße Glutamatreis äußerst verführerisch geklungen hat. So, noch eben bezahlen, Toilette gehen und um 21 spuckt uns die Hetzhölle aus. Hannos Laune ist inzwischen ins Unermessliche angestiegen, OK. Da hilft nur eins, eine vernünftige Bar muss her. Aber Pronto.
Ein letztes Mal vertrauen wir dem Reiseführer und gehen in das New Asia im 72 Stock des Swisshotel. Ein überwältigender Ausblick. Das macht Laune. Bei grooviger Musik zwischen hippen Leuten genießen wir den Ausblick auf das Lichtermeer und sind wieder ein bisschen versöhnt mit Singapur.
wir an DER Hotelbar
die New Asia Bar im Swisshotel
un der Ausblick vom 72ten Stock
Wir bereiten uns auf die Spitze des Kolonialen Eisbergs vor: dem Eastern & Oriental-Express. Dem Hotel war es aessuerst peinlich, dass sie vergessen haben uns vom Flughafen abzuholen. Was ich ja persoenlich nicht weiter dramatisch finde, da ich es eh immer etwas penilich finde, wenn da so Schilder hochgehalten werden. Irgendwie ist das mit dem taxi schon OK. Auf jeden Fall haben wir als Wieder-Gutmachung die Limouisine vom haus bekommen und sind stilgerecht in unserem neu erstanden British-India-Outfit mitRaffles-Fähnchen auf der Motorhaube vom Hotel zum Bahnhof in der Kappel Road gebracht...
und nächste Woche sehen Sie: Das Empire schlägt zurück!
der Mister Raffles
unsere Limu mit Faehnchen, janz wischtisch!
und dann, dann beginnt die Zeitreise im Eastern & Oriental Express...
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