Singapur-Reisebericht :Völlig verrückt - wir machen es trotzdem....

Singapur 13. - 19. 07. 2013

Die letzten 3 Monate waren wie im Flug vergangen, unsere Visa liefen ab, also nichts wie raus aus Malaysia, ab ins benachbarte Singapur.
Wir verließen Malaysia äußerst ungern, die kulturelle Vielfalt, die beeindruckende Natur und besonders die Freundlichkeit der Leute machten das Reisen hier zu einem reinen Vergnügen.
Andererseits waren wir gespannt auf Singapur, die sauberste Stadt der Welt. Erschien uns zur Abwechslung auch mal wieder reizvoll.
Zum Abschied von Melaka gab es noch eine lautstarke Party bis in die frühen Morgenstunden, allerdings nicht für und mit uns, sondern in unserem Nachbarzimmer.
Die Malayen feiern und singen nun einmal gerne , wir nahmen es mehr oder weniger gelassen in Kauf.
Da wir am nächsten Morgen um 5 Uhr aufstehen mussten,ergab sich eine wunderbare Gelegenheit, als dankbare Geste für die gute Unterhaltung in den Nachtstunden, unsere singenden Nachbarn mit polternder Morgenroutine mit aus dem Schlaf zu reissen.
Als unser Wecker klingelte, hörten wir wie unsere lauten Nachbarn gerade selbst die Zimmer verließen und auszogen, naja, hätte ja klappen können.
Mit dem lokalen Bus ging es dann zum Busbahnhof, von dort mit dem Fernbus ( Fahrkarte übers Internet vorbestellt, klappte gut) über Johor Bahru nach Singapur.
An der Grenze lief alles völlig problemlos. Aus Malaysia ausreisen, mit dem Bus weiterfahren, dann an der Grenze nach Singapur die Koffer nehmen und mit Gepäck in Singapur einreisen.
Lerneffekt diesmal: sehr wichtig, darauf achten, dass die Ausreise aus einem Land im Pass auch wirklich gestempelt wird!
Bei einem Mitreisenden wurde die Ausreise vergessen zu dokumentieren, er kam nicht nach Singapur rein. Keine Ahnung was weiter passierte, theoretisch hätte er mit einem Bus zurück nach Malaysia fahren müssen, um dort wieder einzureisen. Das würde aber auch schwierig, da er offiziell ja gar nicht ausgereist war, ausserdem waren wir noch im Niemandsland und es fuhren nur Busse in Richtung Singapur. So eine Situation möchte man natürlich nicht erleben, seitdem schauen wir bei jedem Grenzübergang genau nach, ob Ein- und Ausreisen korrekt im Pass dokumentiert wurden.
Der Busbahnhof in Singapur wo wir ausstiegen war fussläufig zu unserem Hotel. Als erstes fielen uns positiv die guten Gehwege auf, keine Löcher, keine Stolperfallen, wir konnten ohne Hakenschlagen durchlaufen bis ins Hotel. In diesem Fall hatten wir ausnahmsweise über das Internet schon vorgebucht, denn am Wochenende ein Zimmer in Singapur zu finden, das wäre schwierig geworden.

Ein gutes Preis-Leistungsverhältnis zu bekommen war in Singapur sowieso nicht leicht, da es eine sehr teure Stadt ist.
Wir hatten nach langer Suche ein relativ günstiges Hotel gefunden, ein kleines unscheinbares Zimmer, für den Preis hätte man allerdings in Thailand oder Malaysia in einem guten Hotel eine Luxus Suite bekommen. Nicht weiter drüber nachdenken.
Es war allerdings besser als erwartet, gewöhnungsbedürftig ( wieder eine neue Erfahrung ) waren jedoch der Plastiküberzug unter dem Laken und die papierartigen Einmal-Kissenbezüge.
Vielleicht war diese Austattung der Gegend hier geschuldet. Wir waren (wie kommt es bloss) schon wieder im Rotlichtbezirk gelandet, dem bekannten Geylang.
Da wir am Wochenende ankamen, war entsprechend viel "Arbeit" angesagt. Es waren ungelogen nur Männer auf den Strassen zu sehen ( in solcher Anzahl, wir konnten kaum vorwärs kommen so voll war es) und Frauen mit extrem kurzen Röcken, tiefen Auschnitten und hochhackigen Schuhen.
Andererseits ist dieses Viertel bekannt für seine vielen guten, preisgünstigen Lokale. Unter der Woche gehen die Einwohner Singapurs hier gerne essen, am Wochenende war davon allerdings nichts zu merken.
Für uns mittlerweile ein völlig ungewohntes Bild, die vielen Männer die alle Bier tranken, und das in Massen. Wenn man die Tische sah, hatte jeder mindestens 4 grosse Flaschen Bier vor sich zu stehen und unter den Tischen stand meistens auch noch ein Kasten. Dementsprechend auch viele voll alkoholisierte Gestalten auf der Strasse.
Nachdem wir nun 3 Monate lang keine Betrunkenen und kaum Alkohl in der Öffentlichkeit gesehen hatten, fiel es uns regelrecht unangenehm auf. Wir dachten immer nur, wie entspannt, gepflegt und angenehm geht es zu, wenn kein Alkohol im Spiel ist. Das wäre uns früher nie so aufgefallen, aber dieser "Kulturschock" nun umgekehrt, war wirklich unglaublich. Dazu sei gesagt, wir sind keine Abstinenzler, wir trinken auch gerne mal Bier oder Wein.
Soviel zum Einstieg in unsere Wohngegend. Im Nachhinein , die Situation war nur am Wochenende so extrem. Unter der Woche lief das Leben relativ normal ab, man sah hauptsächlich normal gemischtes Publikum. Da Unterkünfte nach unserer Recherche in diesem Bezirk am günstigsten waren, kann man hier gut wohnen, allerdings nicht unbedingt einen Familienurlaub verbringen.
Die nächsten Tage verbrachten wir damit, die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu besuchen.
Wir begannen in Chinatown, mit seinem sehr schönen grossen Buddha Tooth Relic Temple. Ein sehr grosser Tempel mit mehreren Stockwerken. In einer Etage ist als Reliquie ein Zahn Buddhas aufbewahrt.

Chinatown selbst hat uns nicht so gut gefallen. Wir empfanden es sehr künstlich, wie rein für das Tourismus-Geschäft aufgebaut. Nur Souvenirläden, teure Lokale, wir hatten das Gefühl, als würde dort niemand wirklich leben. Da war in Geylang mehr chinesisches Leben angesagt, allerdings nicht so gepflegt, dafür echt.
Von der Sauberkeit der Stadt hatten wir vielleicht zuviel erwartet. In den Geschäfts- und Tourismusgegenden war es so sauber wie in anderen asiatischen Grosstädten (da haben die anderen,z.B KL, Hongkong, anscheinend mächtig aufgeholt) und in den Randbezirken war es genauso "ungepflegt" (dreckig) wie sonst auch überall.
Die Einkaufsmöglichkeiten waren von der Menge des Angebotes her unglaublich, aber auch teurer als woanders.
Oliver hatte sich dazu durchgerungen eine Unterwasserkamera zu kaufen, die war teurer als es in Deutschland gewesen wäre. Außerdem brauchten wir neue Speicherkarten für unsere Bilder, auch diese keine Schnäppchen. Die Erstattung der Mehrwertssteuer die alles so günstig machen sollte, entpuppte sich als eine Mogelpackung. Man muss die Rechnungen (die für die Erstattung auch die Daten des Geschäftes enthalten müssen) aufheben, die Steuer wird bei Ausreise am Flughafen erstattet. Erstattungsfähig ist, wenn der Einkaufsbetrag über 100 Singapur Dollar liegt, und diese müssen in demselben Geschäft ausgegeben worden sein.
Also hier und dort eine Kleinigkeit kaufen, und dann Steuer auszahlen lassen, so läuft das nicht!
Aber wir waren ja nicht zum Shoppen hier.
Wir hatten uns bei diesem Aufenthalt ein recht straffes Programm auferlegt, damit der Spass aus Zeitverzögerung nicht zu teuer würde.
In unserem Hotelzimmer hatten wir einen Heisswasserkocher und bekamen täglich 4 Tüten löslichen Kaffee dazu, das entlastete etwas die Frühstückskasse. Zum Glück ist das Leitungswasser in Singapur trinkbar, das hatten wir auch lange nicht mehr.
Erstaunlicherweise war hier Käse relativ günstig. So kauften wir uns die 3er Packung Chesterkäse im Angebot und Toastbrot, fertig war das Frühstück im Bett.
Jetzt ein Vorteil der grauslichen Klimaanlagen, tagsüber laufen gelassen, hielt sich der Käse locker über 3 Tage ohne Kühlschrank im Zimmer!
Als wir Singapur verließen, hatten wir das Gefühl, alles gesehen zu haben, was uns interessierte. Als kultureller Schmelztiegel hat Singapur viel an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Abgesehen von den interessanten neuen Bauwerken gibt es Tempel der verschiedenen Religionen, viele Kirchen und koloniale Gebäude zu sehen. Nicht zu vergessen eine schöne Flusspromenade und die Orchard Road, die grosse Einkaufsstrasse.
Auch in dieser Stadt haben wir unsere Kameras zum Glühen gebracht, leider hat es oft geregnet und war meistens bewölkt. Aber bei den hohenTemperaturen stört das nicht weiter.
Aufgrund der vielen Nationalitäten die hier leben, war das Essen besonders abwechslungsreich und gut. Das war ein absoluter Pluspunkt der Stadt.
Als Kontrastprogramm wählten wir als nächstes Ziel Borneo. Zum einen ist es nicht so weit weg von Singapur und die Flüge dorthin sind günstig.
Es war immer noch Ramadan, wovon man in Singapur gar nichts merkte, aber bezüglich Borneo brauchten wir deswegen auch keine Bedenken haben. Dort überwiegt der christliche Glaube in der Bevölkerung, sagte man uns.

Am Busbahnhof von Melaka,gleich geht es los nach Singapur

Am Busbahnhof von Melaka,gleich geht es los nach Singapur

In Singapur angekommen, die Grenzformalitäten waren schon erledigt

In Singapur angekommen, die Grenzformalitäten waren schon erledigt

Der Löwe, das Wahrzeichen von Singapur

Der Löwe, das Wahrzeichen von Singapur

Drei Hochhäuser ( Hotel) verbunden durch ein auf den Dächern gelandetes " Schiff". Sieht in Natura schon sehr imposant aus

Drei Hochhäuser ( Hotel) verbunden durch ein auf den Dächern gelandetes " Schiff". Sieht in Natura schon sehr imposant aus

Blick auf das Riesenrad (grösste der Welt), das ArtScience Museum in Blütenform und das " Schiff-Hochhaus

Blick auf das Riesenrad (grösste der Welt), das ArtScience Museum in Blütenform und das " Schiff-Hochhaus

Die St. Andrews Kathedrale, eine von vielen schönen Kirchen in Singapur...

Die St. Andrews Kathedrale, eine von vielen schönen Kirchen in Singapur...

...und ein Blick ins Innere der Kirche

...und ein Blick ins Innere der Kirche

Der  Buddha Tooth Relic Temple (Aufbewahrungsort einer Zahnreliquie von Buddha ) ein unglaubllich grosser Tempel mit vielen Etagen, die man alle besichtigen kann

Der Buddha Tooth Relic Temple (Aufbewahrungsort einer Zahnreliquie von Buddha ) ein unglaubllich grosser Tempel mit vielen Etagen, die man alle besichtigen kann

Im Inneren hunderte von Buddha Statuen die wiederum von hunderten kleineren Statuen umgeben sind

Im Inneren hunderte von Buddha Statuen die wiederum von hunderten kleineren Statuen umgeben sind

Mönche beten mit Gläubigen über Stunden ohne Unterbrechung Mantras

Mönche beten mit Gläubigen über Stunden ohne Unterbrechung Mantras

In dem Tempel ist die grösste Gebetsmühle der Welt untergebracht. Im Tempel muss man natürlich Schulltern und Knie bedeckt haben. Hatte ich nicht dran gedacht, zum Glück gab es "Leihkleidung"

In dem Tempel ist die grösste Gebetsmühle der Welt untergebracht. Im Tempel muss man natürlich Schulltern und Knie bedeckt haben. Hatte ich nicht dran gedacht, zum Glück gab es "Leihkleidung"

Oben auf dem Tempel war ein schöner Dachgarten

Oben auf dem Tempel war ein schöner Dachgarten

Eine Strasse in Chinatown

Eine Strasse in Chinatown

Überall gab es niedliche Souvenirs zu kaufen, konnte mich gerade so beherrschen

Überall gab es niedliche Souvenirs zu kaufen, konnte mich gerade so beherrschen

In vielen Strassen stehen noch die kolonialen Geschäftshäuser

In vielen Strassen stehen noch die kolonialen Geschäftshäuser

Blick auf  "Gardens by the Bay", ein schöner grosser Park mit  grossen Betonbäumen und die Gewächshäuser die als architektonische Meisterwerke gelten.......

Blick auf "Gardens by the Bay", ein schöner grosser Park mit grossen Betonbäumen und die Gewächshäuser die als architektonische Meisterwerke gelten.......

....die Bäume sind abends bunt beleuchtet und dann richtig beeindruckend im Gegesatz zum Tag

....die Bäume sind abends bunt beleuchtet und dann richtig beeindruckend im Gegesatz zum Tag

Passend zu Musik wechseln die Bäume ihre Farben. Sieht schon toll aus.

Passend zu Musik wechseln die Bäume ihre Farben. Sieht schon toll aus.

Ein bisschen Spass muss sein. Beim Geschicklichkeits- Angeln ....

Ein bisschen Spass muss sein. Beim Geschicklichkeits- Angeln ....

...gelang es Oliver eine bekannte Schokolade zu gewinnen

...gelang es Oliver eine bekannte Schokolade zu gewinnen

Eine Fahrt im grösssten Riesenrad der Welt  durfte nicht fehlen. Die Kabinen sind sehr gross und es sind auch nur wenige Leute in einer Kabine

Eine Fahrt im grösssten Riesenrad der Welt durfte nicht fehlen. Die Kabinen sind sehr gross und es sind auch nur wenige Leute in einer Kabine

Dadurch kann man sich frei bewegen und einen unglaublichen Rundumblick über die Stadt, das Meer und die benachbarten Inseln geniessen

Dadurch kann man sich frei bewegen und einen unglaublichen Rundumblick über die Stadt, das Meer und die benachbarten Inseln geniessen

Abends am Hafen gab es auch eine farbenprächtige Lasershow

Abends am Hafen gab es auch eine farbenprächtige Lasershow

Wir bewundern immer wieder die Kunstfertigkeit der Nudelmacher. Wie sie mit blossen Händen  aus einem Klumpen Teig nur durch Ziehen und Schlagen......

Wir bewundern immer wieder die Kunstfertigkeit der Nudelmacher. Wie sie mit blossen Händen aus einem Klumpen Teig nur durch Ziehen und Schlagen......

.....innerhalb von Minuten Spagettis zaubern können. Einfach unglaublich!

.....innerhalb von Minuten Spagettis zaubern können. Einfach unglaublich!

© Manuela A., 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir beginnen eine Reise (geplant) um die Welt und starten erstmal in Thailand. Der weitere Weg findet sich unterwegs, es gibt keinen festen Plan und das Ende ist hoffentlich noch in weiter Ferne
Details:
Aufbruch: Februar 2013
Dauer: 30 Monate
Heimkehr: August 2015
Reiseziele: Thailand
Malaysia
Singapur
Brunei Darussalam
Indonesien
Hongkong
Australien
Laos
Kambodscha
Myanmar
Deutschland
Der Autor
 
Manuela A. berichtet seit 4 Jahren auf umdiewelt.