Singapur-Reisebericht :sieht so aus, als flöge ich um die Welt...?

Singapur : 05.02. Singapur

Wir quälen uns früh hoch und fahren mit Taxis zur Busstation, nachdem uns Pong nochmal wegen dem Grenzübertritt ermahnt hat. Kein Alkohol, keine Zigaretten, Tabletten und auch kein Kaugummi mitnehmen. In Singapurs Straßen ist nicht nur rauchen und trinken, sondern auch Kaugummi kauen verboten. Vermutlich damit das nicht überall rumgespuckt wird.
In der Busstation wird nach bewährter Manier erstmal gefrühstückt. Ich bin ja blank und muss mir Kleingeld von Hendrik borgen.
Samira und ich sitzen ganz hinten im Bus, zwischen uns eine ältere Asiatin. Ich habe den mittleren Sitz und entsprechend Beinfreiheit.

An der Grenze steigen wir erstmal alle aus, um aus Malaysia auszureisen. Soweit so einfach. Dann fährt uns der Bus zur singapurischen Immigranten. Alle raus aus dem Bus und mit sämtlichen Gepäckstücken zur Einreise. Passkontrolle, die läuft doch ganz gut. Dann Gepäckkontrolle. Jeder Koffer, jeder Rucksack muss geöffnet werden, meiner wird aber nur flüchtig durchsucht. Habe ich Alkohol oder Zigaretten? Nein und ab mit mir.
Draußen vor dem Eingang treffe ich Simone, sie späht nervös in die Halle zurück. Felix scheint verschwunden und sie durfte nicht stehenbleiben, um auf ihn zu warten. Wir spähen zusammen, dann zu Dritt, als Samira zu uns stößt. Von Felix nichts zu sehen. Dena, die die Letzte aus unsere Gruppe ist, wird beauftragt, Pong Bescheid zu geben. Der lässt sich aber nicht sehen.
Bei meinem Versuch zurück in die Halle zu schauen, lehne ich mich zu stark auf die Absperrung, verliere das Gleichgewicht, versuche noch, mich und das Metallgitter aufrecht zu halten, aber mit einem 18 Kilo Rucksack habe ich keine Chance. Das Gitter kippt um und ich falle darüber auf die Knie. Autsch, ich wünschte ich trüge rechts auch ne Knieschiene. Die Wachleute kommen und fragen, ob alles okay ist. Ich rappele mich so schnell es geht hoch, nicht dass sie mich auch noch mitnehmen. Bist Du okay? fragt Simone. Jetzt bleib aber weg von dem Gitter, nicht dass das nochmal passiert, sagt Samira. Sie erinnert mich grad wahnsinnig an meine Eltern früher.
Felix ist jedoch immer noch nicht aufgetaucht. Was können wir jetzt tun, überlege ich. Pong hat uns allen für diesen Fall 10 Singapur$ in die Hand gedrückt. Wir sollen dann den nächsten Bus derselben Gesellschaft nehmen und vom Busbahnhof selbst mit dem Taxi ins Hotel fahren. Ich sage Simone, dass ich ihren und Felix Koffer mitnehme, wenn sie möchte, dann haben die beiden eine Sorge weniger. Es wundert mich, dass Pong nicht einmal nach uns sieht, Dena hat ihm garantiert Bescheid gesagt.
Simone überlegt kurz, dann ziehen Samira und ich mit dem Koffer ab. Am Bus steht Pong. Ich sage ihm, dass Felix noch in der Kontrolle steckt und Simone auf ihn wartet. Ich nehme den Koffer mit. Will er nicht vielleicht mal nach den beiden schauen? Thanks for organizing this, antwortet Pong.
Da kommen die beiden im Laufschritt angerannt, gerade noch rechtzeitig. Felix hatte zwei Packungen Zigaretten dabei und musste für diese Steuern zahlen. Der Bus setzt sich in Bewegung. Neben uns fehlt tatsächlich noch ein Passagier.

Von der Busstation aus fahren wir mit Taxis zum Hotel. Es ist ganz okay, aber davor befindet sich leider eine Megabaustelle. Ich tausche einen Teil meiner Dollar Notfall Reserven in Singapur$ und zahle meine Schulden in Euro und Bath (da Hendrik nochmal zurück nach Thailand geht) zurück. Auf Bali muss ich die Karte ausprobieren, bis dahin muss ich so durchkommen.
Wir laufen gemeinsam zu einem Foodcourt um die Ecke. Nach dem Lunch will ich alleine los, aber alle wollen in dieselbe Richtung, also gehen wir doch gemeinsam. Insbesondere die Engländer wollen die "Long Bar " besuchen. Die ist allerdings eine Enttäuschung. Sie ist nicht wirklich länger als üblich. Hier muss ich nichts trinken und will weiter. Ich verabschiede mich von den anderen oder will es zumindest. Hendrik findet die Bar aber auch nicht so toll und schließt sich mir an, Samira möchte auch mit, kann sich aber nicht recht von Simone trennen. Während die beiden eine Uhrzeit und einen Treffpunkt aushandeln, was sich recht schwierig gestaltet, verliere ich fast die Geduld und mache mich allein davon.

Schließlich können wir los. Wir wollen zur Marina und irgendwie bin ich zum Pathfinder avanciert. Samira und Hendrik folgen mir unter den üblichen gegenseitigen Frozeleien. Dann gibt es ersten Unmut über den langen Weg. Nunja, ich navigiere halt auch nur nach der Karte, die Pong uns allen gegeben hat. Aber bald erhaschen wir schon den ersten Blick auf die Marina Bay Sands.
Drei hohe Türme, die mit einer Skybridge verbunden sind. Das Gebäude beherbergt in der Basis ein riesiges Einkaufszentrum mit Casino und in den Türmen ein Luxushotel. Die Türme hoch zu nennen, ist auch eine ziemliche Untertreibung. Das Gebäude ist so hoch (191 Meter, die Hoteltürme haben 55 Stockwerke, der Dachgarten ist 340 Meter lang), nicht nur im Vergleich zu den anderen Gebäuden, dass ein "Disney World Effekt" eintritt. Das Ganze wirkt einfach irreal. Am ebenfalls beeindruckenden Singapur Flyer vorbei und über die Helix Bridge nähern wir uns der Marina und damit auch dem SuperHotel. Auch der Blick über das Hafenbecken ist unglaublich, Singapurs Skyline auf der gegenüberliegenden Seite ist nicht von schlechten Eltern, da kann Frankfurt nicht mit (jaaaa, tut weh das zu sagen, ich vermisse nämlich meine Lieblingsstadt). Ausserdem findet gerade eine Regatta statt, so dass die Kulisse auch noch durch die Segelboote aufgehübscht wird. Natürlich machen wir Unmengen von Fotos, die in meinem Fall später alle überschrieben werden.

In der Marina übernimmt Hendrik die Führung, da er sich schon ewig auf die Skybridge und einen Besuch des Infinity Pools (146 Meter ist das Ding lang) freut. Woraufhin wir direkt in die falsche Richtung laufen. Immerhin kommen wir am Casino vorbei, in das wir eventuell nachher wollen, falls wir nicht zur Nachtsafarie gehen.
Dank exzellenter Beschilderung finden wir aber doch noch den Zugang zur Skybridge für Nicht - Hotelgäste bzw. den Pöbel. Mehr als 20 Singapur$ soll der Spaß kosten, dafür darf man auf eine Aussichtsplattform und noch nichtmals in den Pool. Da gehe ich lieber in den Garten nebenan. Die anderen beiden wollen die Aussicht gerne sehen und entscheiden sich dafür, hochzufahren. Nach einigen Schwierigkeiten mit dem Zeitpunkt bzw. einer Diskussion darüber, dass ein fester Zeitpunkt Flexibilität verhindert, verabreden wir uns schließlich für 18.00 im Hotel.

Als erstes fahre ich mit der Rolltreppe im Einkaufszentrum so weit nach oben, wie es geht. Auf dem das Gebäude umlaufenden Holzweg habe ich einen guten Blick auf die Marina und die Hochhäuser auf der anderen Seite. Von dort aus gehe ich über die Brücke zu den Gardens by the Bay. Von der Brücke aus mache ich nochmal ein paar tolle Fotos der über mir schwebenden Skybridge (natürlich auch überschrieben). Die Gärten sind jetzt nicht so beeindruckend, außergewöhnlich sind nur die Türme, die wie Blumen geformt sind und die eine Brücke zwischen sich haben. Aber auch der Zugang zu dem kleinen Hochweg soll eine Menge Geld kosten und so bleibe ich unten, denn das lohnt sich nicht.

Der Weg um den Hafen herum hingegen ist kostenlos und lohnt sich. Die Skyline ist schon tagsüber so beeindruckend, ich bin auf die Nacht gespannt. Ich sehe ein paar kostenlose Holzliegen, wie gern würde ich hier verschnaufen, auch weil mein Knie so weh tut. Aber wenn ich ganz um die Marina herum gehen will, muss ich mich beeilen. Am Ende ist klar, dass ich es grad noch bis 18.00 ins Hotel schaffe, wenn ich mich sehr beeile. Am Merlion Park und dem wasserspeienden Löwen lege ich dennoch einen kurzen Fotostop ein.

Obwohl ich echt schnell gelaufen bin, bin ich ca. 10 Minuten zu spät in Hotel. In der Lobby ist niemand mehr, ob sie schon weg sind? Eine Nachricht wurde auch nicht hinterlassen. Ich bitte die Rezeption bei Hendrik anzurufen, aber dort nimmt niemand ab. Ich gehe erstmal duschen, da klingelt das Telefon. Die anderen haben sich auch verspätet. Na ja gehen wir halt später ins Casino.
Gemeinsam laufen wir zurück zur Marina. Das Bild bei Nacht ist wirklich atemberaubend. Wir setzen uns eine Weile auf eine Bank auf der Esplanade Drive Bridge gegenüber der Marina Bay Sands, um die Lightshow zu genießen. Felix und Simone sind jetzt da oben. Meine Knie schmerzen immer heftiger.

Wir suchen uns nach einer weiteren Fotosession mit dem Löwen ein kleines Restaurant mit Blick auf die Marina Bay Sands aus und essen dort. Der Besitzer kocht selbst und serviert selbst.
Hendrik und Samira erzählen von der Aussichtsplattform auf der Marina Bay Sands, von der aus man noch nicht einmal den Pool richtig sieht. Samira hat aber einen der Securities bezirzt und so durften sie wenigstens an die Bar neben dem Pool und dort etwas trinken.
Wir machen uns nach einer kurzen Diskussion über den kürzesten Weg auf zur Marina Bay Sands und dem Casino und treffen unterwegs an einem Foodcourt zufällig Felix und Simone. Letztere hat leider ihren Pass vergessen, weshalb sie nicht mit ins Casino kann. Über die beleuchtete Helix Bridge gehen wir deshalb zu Dritt weiter.

Singapur Flyer,  Marina Bay Sands und der Merlion (von links nach rechts)

Singapur Flyer, Marina Bay Sands und der Merlion (von links nach rechts)

Samira und Steffi

Samira und Steffi

Steffi und Hendrik

Steffi und Hendrik

Das Casino ist groß aber nichts Besonderes. Man bekommt kostenlos kalte und heiße Getränke an Spendern. Nachdem wir kurz oben an ein paar Blackjack Tischen zugeschaut haben, fahren wir mit der Rolltreppe runter. Sobald die anderen beiden ausgetrunken haben, wollen sie gehen.
Schade, ich hätte gerne eine Weile zugeschaut und vielleicht auch Blackjack gespielt. Aber nicht alleine. Vielleicht bekomme ich ja in Vegas meine Chance (Pokern wir da ne Runde, Ronja?).
Ich fahre also mit leisem Bedauern die Rolltreppe wieder hoch und stelle oben fest, dass die beiden mir nicht gefolgt sind. Wenn sie nun doch bleiben wollen, hätten sie ja wenigstens etwas sagen können. Fast entscheide ich mich dafür, zurück ins Hotel zu gehen, fahre dann aber doch nochmal runter und frage nach, was los ist. Sie dachten, ich hätte sie jetzt ohne Abschied verlassen, weil wir uns eh gleich trennen wollten. Auf die Idee, dass ich mit ihnen zusammen das Casino verlassen will, um mich dann zu verabschieden, kamen sie wohl nicht. Das tun wir aber jetzt. Später sehen wir uns ohnehin nochmal zum großen Gruppenabschied am Pool.
Hendrik ist etwas enttäuscht, dass ich seine SD Karte nicht mitnehme und die nächsten Stunden damit verbringe, die Fotos, die ich von ihm gemacht habe, auszusortieren. Aber ich will es nur trotz schmerzendem Knie zurück ins Hotel schaffen und mich ausruhen. Ich dachte, wir würden die Bilder gemeinsam während des Tages oder Abends aussortieren.

Die beleuchtete Esplanade Drive Bridge

Die beleuchtete Esplanade Drive Bridge

Nochmal Singapur Flyer,  Marina Bay Sands und der Merlion,  sowie der Mond

Nochmal Singapur Flyer, Marina Bay Sands und der Merlion, sowie der Mond

Ich trenne mich von den beiden und gehe sehr langsam mit einigen Stops zurück ins Hotel. Einige der anderen sitzen schon am Pool. So richtig Stimmung ist nicht, die Gruppe ist nie so richtig zusammengewachsen. Auch Samira, Hendrik, Felix und Simone stoßen noch dazu. Aber bald verabschiedet sich einer nach dem anderen. Pong umarmt alle, auch die widerwilligen wie mich und geht ebenfalls.

Es bleiben mal wieder nur die Deutschen. Wir quatschen noch ein bisschen. Felix versucht irgendwann die Fontäne des Pools anzustellen und das Ding spritzt unkontrolliert circa 2 Meter an der Fassade hoch. Das kann doch nicht gewollt sein? Damit vertreiben wir den Typen, der allein neben uns am Pool saß. (regnet es...?). Nach einer Runde Abschied von allen, gehe ich auch ins Bett. Samira und Hendrik fliegen morgen früh. Samira heim und Hendrik zurück nach Thailand. Felix und Simone haben noch einen Tag, werden aber wohl eher spät aufstehen.
Ich habe morgen viel vor (Little India, Chinatown, St. Andrews Kathedrale und Clarke Quay, falls noch Zeit ist, würde ich auch gern nochmal zur Marina, die überschriebenen Fotos ersetzen) und will deshalb früh aufstehen.

Auf dem Heimweg

Auf dem Heimweg

Die Skyline!

Die Skyline!

Skyline durch die Helix Bridge

Skyline durch die Helix Bridge

der beleuchtete Chijmes (ehemaliges Kloster, jetzt populärer Treffpunkt mit Restaurants und Bars, leider war ich nicht drin) auf dem Weg zum Hotel

der beleuchtete Chijmes (ehemaliges Kloster, jetzt populärer Treffpunkt mit Restaurants und Bars, leider war ich nicht drin) auf dem Weg zum Hotel

© Stefanie Förster, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich habe nie von einer Weltreise geträumt. Schockierend, ich weiß. Überraschenderweise unternehme ich jetzt aber eine. Wie es dazu kam, wo ich lande und wie es da so ist, das berichte ich Euch hier... Wer mag, darf mitlesen. Mein Blog richtet sich vor allem an meine Familie und Freunde, sowie an Ex Kollegen. ...naja und natürlich an mich selbst: eine Weltreise ist ein tolles Abenteuer liebe Steffi! ...nur Mut und einfach mal machen, wird schon schiefgehen ;)
Details:
Aufbruch: 11.01.2015
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 28.05.2015
Reiseziele: Sri Lanka
Thailand
Indonesien
Australien
Neuseeland
Fidschi
Vereinigte Staaten
Mexiko
Deutschland
Malaysia
Singapur
Der Autor
 
Stefanie Förster berichtet seit 33 Monaten auf umdiewelt.
Reiseberichte von Stefanie sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!