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Per Anhalter auf dem Land- und Wasserweg von Indonesien über Mongolei und Afghanistan nach Deutschland..
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Vietnam. Seit Tagen überlege ich, wie ich meinen Aufenthalt in Vietnam in einem Bericht beschreiben könnte. Ich fange einfach an loszuschreiben..
Am ersten Tag, nein, in den ersten Minuten, prallte eine neues Land auf mich ein. Kaum war ich über die Grenze von Kambodscha, ich meine den ersten Schritt, fehlte das Lächeln und die Freundlichkeit. Ich behielt weiterhin mein Grinsen und passierte die vietnamesische Barriere. Mit solch einer Unlust hat der erste "Beamte" meinen Reisepass genommen und in ein leerstehendes Büro gebracht. Er schmiss den Ausweis auf den Schreibtisch und machte sich vom Staub. Zuvor sagte er zu mir mit erhöhter und böser Stimme, "Wait here!", zu Deutsch, warte hier. Ich befolgte seinen Anweisungen denn ich wollte mir nichts verscherzen.
Nach paar Minuten kam ein zweiter "Beamte" und stempelte mich in das Land ein. Ich habe mich gefreut, endlich diese Buden verlassen zu können. Aber nichts da. Ein dritter kam und meinte, "Come with me!". Genau wie alle Anderen mit einer unsaften Stimme. Wohl hatte es ihnen Spaß gemacht, einem Weißen Befehle zu erteilen. Was hätte ich aber machen sollen. Die, hatten meinen Pass und ich alleine dazu.
Mit dem dritten kam ich in sein Büro, wo über der Tür Gesundheits-Check stand. In Kambodscha habe ich von zwei reisenden Mädels erfahren, dass an der Grenze zu Vietnam Geld mit solchen Gesundheits-Checks abgezogt wird.
Ich stand nun also in diesem Büro und der Dritte füllt gerade eine Quittung aus. Nichts wurde an mir geprüft, keine Temperatur gemessen, wegen möglichen Malaria Fall, nichts. Ich hatte aber zu zahlen. Ganz cool sagte er zu mir, "Gib mir 2000 Dong!". Er schaute mich nichteinmal an. Er hatte meinen Ausweis, ich hatte nichts und war bereits in Vietnam.
Ich antwortete: Für was?
Er: Gesundheits-Check!
Ich: Du hast mich aber nicht untersucht!
Er: Gib mir 2000 Dong!!
Ich: Ich habe keine Dong!
Er: Gib mir 2000 Dong!!! ( Und er wird immer lauter)
Ich: Nimmst Du auch Riel?
Er: Gib mir 1000 Riel!!!!
Ich: Ich habe nur 400 Riel!
Er: Gib her!!!!!
Es war für mich klar. Ich bin von Arschlöchern umgeben! Kaum war ich in diesem Land drinnen, wollte ich nur noch raus. Einfach nur Weg.
Ich bekam eine Quittung für nichts und meinen Pass. Danach machte mich auf den Weg. Natürlich hatte ich vor auch in Vietnam zu Trampen. Doch dann!!
Nur Meter weiter vom Arschloch Tempel entfernt, warteten die nächsten Abzocker auf mich. Nicht vier oder neun. Nein! Gleich mal mehr als zwanzig. Ich marschierte an all den Mopedtaxis vorbei. Mit einem Lächeln, logisch. Doch all meine Freundlichkeit, half da nicht. Einer nach dem Anderen kam zu mir hergefahren und begleitete bzw.nervte mich ein Stück. Mir war klar, die nächste Stadt ist drei Kilometer und die übernächste 37 km entfernt. Voran kommen wollte ich per Anhalter. Keiner von den Deppen, muss ich nun schreiben, glaubte mir, bzw. besser ausgedrückt wollte mir glauben.
So lief es nun also ab, dass mir einer nach dem anderen seine Dienstleistung aufdrücken wollte. Angebote von drei bis sechs Dollar für jeweils die gleiche Fahrt wurden mir angeboten. Wie oft ich "Nein, Danke!, Nein!" gesagt habe, weiß ich nicht. Ich rechne mal, mehr als zwanzig Deppen, also Mopedtaxi-Fahrer, multipliziert mal bis zu viermal "Nein,Danke!, Nein!" sagen,...es kommt schon viel Energie dabei raus.
Ich verstand die Welt nicht mehr. Verstehen die mich nicht? Oder ist ihnen langweilig? Haben sie zu viel Benzin im Tank, weil sie neben mir herfuhren. Im Schritttempo. Ich ging und sie neben mir her trottend.
Das ging also die ersten drei Kilometer so dahin, bis ich in der ersten Stadt ankam. All die Menschen in der Stadt, schauten mich an, als hätte ich einen Elefanten am Kopf. War die gesamte Stadt hintermir her? Was ist hier los? Weiter nachdenken konnte ich nicht,denn...!
Auf der sandigen Straße, kam ein Herr zu mir her und fragte mich im gebrochenen Englisch, ob er mir helfen könnte. Darauf antwortete ich ihm wie üblich, "Nein, Danke."
Er fragte mich ein zweites Mal das gleiche und auch ich antwortete das gleiche. Dabei dachte ich mir, entweder er versteht es nicht oder er ist schwerhörig! Nichts von den beiden war der Fall, wie sich bald herausstellte.
Gerade als ich diese Zeilen schreibe, kann ich ein wenig von der Wut spüren, die ich gegen diesen Menschen hatte.
Er schmiss mir paar Wortbrocken her, mit dem Sinn: Ich habe nicht alles ausgechecked in der Stadt, wann die Busse gehen und ich soll mit ihm nun in die nächste Stadt fahren. Gute 34 Kilometer für Drei Dollar. Er gebe mir einen guten Preis, weil er erfahren hat, wie die anderen Fahrer mit mir umgegangen sind.
Ich reagierte auf die Brocken mit einem freundlichen "Nein, Danke! Ich gehe gerne." Das Spiel, dass mit den anderen endete, fing mit diesem Herrn wieder an. Nur eine Nummer größer.
Wenn ich ihn abwimmeln wollte, in dem ich in ein Internetcafe ging, obwohl ich nicht die Zeit dafür hatte, folgte er mir bis zum Stuhl. So verließ ich wieder das Gebäude mit der Richtung zur nächsten Stadt. Mit seinem Freund, folgte er mir also auf einem Moped. Ständig im Schritttempo, also meiner Gehgeschwindigkeit.
Wenn ich ein Auto anhalten wollte, hielt natürlich keiner an, weil dieses Moped bei mir war. Keiner blieb somit stehen und ich ging und ging. Kilometer für Kilometer in der brühend-heißen Sonne. Das Wasser floß mir von der Stirn bis zum großen Zeh. Und die beiden Herren am Moped hatten nicht daran gedacht aufzugeben. Von wegen! Es wurde noch schlimmer!
Er wurde immer lauter, wütender und aggressiver. Ich nicht lauter aber sonst waren wir eins. Würde ich einmal gegen ihn lauter werden, hätte ich das ganze Dorf am Hals. So sprach ich immer wieder das gleiche, mit einem Lächeln im Gesicht. Ich rechne mal: Ich marschierte einen Kilometer in ca. 10 Minuten. In dieser Zeit anwortete ich ihm mehr als 20 mal, das gleiche, " Dass ich gerne gehe und nicht müde bin, wie er es mir aufdrang, dass ich es sei.
Der Marsch war so anstrengend! Wütend , total durchnässt sein aber mit einem Lächeln als wäre von meiner Seite alles in Ordnung, sprechen.
Auf der gesamten Strecke, auf der er und sein Partner mich verfolgte, marschierte ich mehr als fünf lange, anstrengende, schweißtreibende, ärgerliche, nervenzerstörende Kilometer. Hinter mir ein Typ, der von mir Geld wollte, um mich in die nächste Stadt zu bringen.
Auf all diesem Weg, fragte ich mich nur, welche Sprache versteht dieser Mensch? Er verstand kein Nein, in seiner Sprache, kein Nein in Englisch und Nein mit Zeichensprache. Mit all der langen Zeit fing ich an darüber zu lachen. Doch durfte ich das nicht offensichtlich machen, denn da wäre er mir wohl an den Hals gesprungen. Mein Pfefferspray hatte ich all die Zeit in meiner Hand. überlegt hätte ich schon, doch für das gesamte Dorf hätte es nicht ausgereicht...
Sein letzter Vorschlag, mir das Geld aus der Tasche zu ziehen, war, dass er eine Person anhält, bittet diese mich in die Stadt zu nehmen, ich aber ihm das Geld dafür gebe. Also bitte, wie dumm muss man denn da sein, dachte ich mir. Dieser Deal ging natürlich auch nicht.
Nach mehr als fünf Kilometer im Standgas fahren, sich all seine Angebote aus dem Hals schreien, gab er es auf, hielt aber dennoch eine Frau von einer Getränke Firma an und bat sie, mich in die Stadt zu fahren. Gegeben habe ich ihm nichts und die Frau wollte am Schluß auch keinen Dong. Sie half mir im Anschluß den Busbahnhof zu finden und fuhr ihren Weg.
An diesem Tag gab ich mein "Per Anhalter" Reisen erstmal auf, denn mit den Menschen wollte ich nichts mehr zu tun haben. Einfach keinen Kontakt. Es war für mich wie ein Schock. So eine Unfreundlichkeit, aggressivität und der Umgang mit den Mitmenschen...
Ich nahm den erst besten Bus und fuhr an die Küste von Vietnam. Leider wurde nichts besser. In der erreichten Stadt, unternahm ich am nächsten Tag nur kurze Spaziergänge. Warum denn auch länger. über die Füße fahren und spucken lassen, ließ ich mir nicht. Wenn ich nach Hilfe gefragt habe, wurde ich ignoriert.."Hallo, gehts noch?", sagte ich mir. Wo bin ich denn hier gelandet?
Nichts also weg von dieser Stadt und ab nach Saigon. Reisende versicherten mir, dass es dort besser sein würde. Ich hoffte also darauf während der Busfahrt. Eingezwengt in einen Minibus erreichten wir Saigon am Nachmittag bei Regen.
Die reisenden Franzosen hatten recht. Gleich am Busbahnhof, wurde mir weitergeholfen. Ich fuhr mit einem Stadtbus zum nächsten Stadtabteil und suchte mir eine Bleibe auf. Die Stadt selbst, Horror! Ich bin ja seit Indien schon vieles gewohnt. Auch einen chaotischen Verkehr. Aber ich war es nicht Diesen gewohnt. Unglaublich. In Worte kann man diese Höhle nicht beschreiben. Nichts steht still. Ein Moped nach dem anderen.
Somit auch in dieser Stadt, raus da!! Diesmal aber mit dem Zug. Dort war es seit paar Tagen wieder so wie in den anderen Ländern auch. Habe mich gleich heimisch gefühlt. Die Zugfahrt von mehr als neun Stunden verging, durch eine Bekanntschaft mit einem netten Mädel recht zügig. Kurz vor Mitternacht erreichte ich Nha Trang. Diese Nacht verbrachte ich vor einer rießigen Buddha Figur und am Morgen danach, weckte mich ein wunderschöner Sonnenaufgang auf. Die Statue, ist nämlich auf einem Hügel gebaut von dem man einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt hat. Nun ja, dem Hausmeister hat es wohl nicht gepasst, dass ich neben einem Schrein genächtigt habe und so schickte er mich fort vom Fleck.
Ich hatte nichts dagegen, da ich sowieso nicht länger hätte schlafen können. In den Morgenstunden suchte ich auch diesmal nach einer gescheiten, günstigen Unterkunft und wurde nach paar Stunden fündig. Doch erstmal musste ich nach Mittag warten, da davor die Betten voll waren. Ich nahm ein Morgenbad im Südchinesischen Meer und erholte mich am Strand.
In den darauffolgenden Tagen, lernte ich einen Fahrradfahrer aus Malaysia kennen und konnte gleich mal mein Malay auffrischen, dass ich mir in Indonesien und Malaysia angelernt habe. Eine tolle Zeit verbrachten wir und tauschten natürlich auch viele Informationen aus.
Die letzte Busfahrt, sagte ich mir, nehme ich nun in die Zentralen Berge und dann greife ich das Trampen wieder an.
Fotos dazu gibt es auf meiner Seite! Bitte hier klicken!
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