9.1.2008, 10.57h, hue, vietnam
mui ne- sommer sonne und strand und wellen
ein kleines bungalow, nur fuer uns alleine, direkt am strand. ein sonnenschirm aus bambus geflochten, palmen, erfrischendes meer. fruitshakes, fruehlingsrollen in allen variationen, massagen und treiben lassen in dieser welt. wie schade, dass uns dafuer nur ein einziger tag bleibt, auf unserer reise hoch in den norden.
ein einziger, voller tag! morgens um halb fuenf klinget der wecker. schon aufstehen? der leichten brise des ventilators entfliehen und hinaus in die dunkelheit.
um kurz vor fuenf holt uns unser fahrer mit seinem jeep ab: hin zu den weissen sandduenen. eiskalter fahrtwind, dem morgen entgegen. schwarze silouetten ziehen an uns vorbei; hier und da ist bereits ein feuer entfacht. als wir die duenen erreichen, weicht dunkel dem tag. noch ist alles still - nur die sandfliegen sind fleissig dabei, um uns herum zu schwirren. ein kind versucht seine sandschlitten an uns frauen zu bringen. 6$? fuer ein bzw. zwei stuecke plastik (und natuerlich auch jede menge spass)? man kann's ja mal versuchen, denke ich mir, aber den preis werden wir mit sicherheit nicht zahlen. in der reispapierfabrik arbeiten die frauen fuer 2$ einen ganzen tag. und wenn ich schreibe sie arbeiten, meine ich, dass sie arbeiten und nicht froehlich touristen mit einem kinderlaecheln um ihr geld bringen. irgendwo dazwischen - der tatsache, dass wir reicher sind und es uns leisten koennen und der, der lebensbedingungen hier - versuchen wir eine balance zu finden. als wir ihm die summe, die wir fuer angemessen halten, in den sand malen, verzieht er beleidigt sein gesicht. nein? dann halt nicht. wir werden auch ohne schlitten gluecklich. aber da kommt er uns schon hinterher gelaufen: ok,ok,ok. so stapfen wir hoch, duene um duene, die sandschlitten hinter uns her ziehend. ganz schoen anstrengend, die berge aus sand. noch kuehl von der nacht, weich um die fuesse schmiegend, immer nachgebend. jeden schritt nach oben rutschen wir einen halben schritt wieder runter. von einer der hoechsten duenen blicken wir ueber die nie gleich bleibenden huegel. sand verweht. kleine rillen und klare linen. wundervolle formen und schwuenge. ich mag die duenen. eine kleine wueste. in den fernen umgeben vom meer. hier geht die sonne auf, rot leuchtend und rund, das land in mildes licht tauchend. quiekend rutschen wir die duenen hinuter. sandslidding - sand ueberall! wieder hoch und runter.
weiter mit dem jeep zu den gelben sandduenen. der boden fuehlt sich anders an, weicher und feiner. aber ueberall liegt muell herum. nach den weissen duenen haelt uns hier nichts.
wir stoppen in einem fischerdorf. boote, blau, rot und gelb leuchtend. kleine geflochtene koerbe mit rudern und netzen, die hinter den booten hergezogen werden. maenner, die lecks in den booten flicken, frauen, die netze entknoten. bunte muscheln am strand: strahlend gelb, rot,lila, gruen und orange. streifen und punkte, formen und arten. wow! fischerhuetten am strand - einfach, aus bambus und plastik.
ueber all dem der geruch von fisch, wie in ganz mui ne. hier wird die so furchtbar riechende und doch fuer den typischen asiatischen geschmack so existenzielle fischsauce hergestellt.
nach einem mangoshake und jogurt (jogurt... - wie ich den vermisst habe!!!) fruehstueck, wandern durch den nahe an unserem bungalow gelegenen fairy stream. gehaerteter sand - rot und weiss, in eigenwilligen formen - auf der einen seite, gruen und palmen auf der anderen, sauemen das bachbett. wundervolle landschaft.
nocheinmal meer und wellen, bevor wir in unseren liegebus steigen. zumindest fast: erst muessen wir noch mehr als zwei stunden am strassenrand warten. vietnam-time. weiter im weg, 2000km nordwaerts. zusammengefaltet auf ein bisschen mehr platz als in normalen bussen, aber noch immer weit entfernt von dem, was man bequem nennen kann. tag und nacht. halt nur zum essen und trinken, auf's klo gehen und bus wechseln. letzteres macht uns ein bisschen sorgen, wegen der verspaetung - aber alle anschlussbusse warten anstandslos zwei stunden und mehr nur auf uns. irgendwo legt nadja noch ein kleines abenteuer ein, indem sie an einem nicht-pausen-halt auf's klo wieselt. ich hab gar nicht mitbekommen, dass sie raus ist und der busfaher hat vergessen, dass sie ihm bescheid gesagt hat. so fahren wir weiter - ohne nadja... erst als ich mein buch aus meinem rucksack rausholen will, merke ich, dass nadja weg ist. ihre sachen sind noch da - nur ihre schuhe nicht. in einem anderen bett liegt sie auch nicht. nadja? aber da halten wir auch schon, irgendwo am strassenrand, und der busfahrer telefoniert. kurz darauf ueberholt uns ein moto mit nadja hinten drauf. schoen dich wiederzusehen - ich habe grade angefangen dich zu vermissen. das sind dann die tollen seiten, an einem land, in dem fahrplaene mehr der groben orientierung als der reelen planung dienen. welche deutsche bahn haette angehalten, bloss weil meine freundin noch auf dem klo ist?
langsam spuert man, dass auch die tage meiner reise gezaehlt sind. die zeit ist knapp, der rucksack schwer, die notwendigkeit der entscheidung, wie es weitergehen soll, nahe. vorfreude euch wieder zu sehen, auf musik, fahrt, normales essen und eine in meiner denkweise funktionierende welt. keine vergitterten fenster mehr, vor denen ich seit dem feuer panische angst habe. und ich glaube mit rauchmeldern kann man mich in zukunft sehr gluecklich machen.
danke dir, christoph, mui ne und thai hoa waren prima!