Das große Abenteuer Kambodscha und Vietnam

Reisezeit: März 2015  |  von Birgit 4.

Phnom Peng und Saigon

Tag 6: Phnom Peng und: es geht auch anders!

Heute morgen begannen wir den Tag erstmal mit einem exklusivem Frühstück mit persönlichem Kellner, der einem den Kaffee nachfüllte, und schweren Entscheidungen wie: Rührei mit oder ohne Bacon, Spiegelei mit oder ohne Bacon, pochierte Eier mit oder ohne Bacon, Ananassaft oder Orangensaft?

Danach machten wir uns auf den Weg ins Tourismusbüro, um eine Verbindung nach Ho-Chi-Minh-Stadt zu finden, wobei wir gerne das Speedboot über Nacht in Richtung Mekong genommen hätten, um noch ein wenig Sightseeing in der doch sehr interessant ausschauenden Hauptstadt Kambodschas betreiben zu können.

Aber wie es so ist, einer denkt und Gott lenkt.

Die Speedboote fahren nicht über Nacht, da die Vietnamesen abends die Grenze schließen!?! Willkommen im Sozialismus, vieles haben wir vergessen, was für uns früher ganz normal war.
Um es abzukürzen, wir nehmen den Mekongexpress, einen angeblich wesentlich besseren Bus als den gestrigen und fahren in 6 Stunden für das selbe Geld wie gestern, nämlich 15 USD von Phnom Peng nach Ho-Chi-Minh-Stadt, ab sofort nur noch HCMC genannt)

Also blieben uns zwei Stunden bis zur Abfahrt und wir nutzten sie, um uns im TukTuk eine kurze Stadtrundfahrt zu gönnen.
Wir sahen den Wat Phnom Tempel, den Königspalast, die Freiheitsstatur und einen etwas längeren Stop machten wir im Staatsgefängnis, in welchem Pol Pot bis 1978 dem kambodschanischen Volk so unfassbare Greueltaten antat.
Dies dokumentiert in teilweise für schwachere Seelen viel zu authentischen Fotografien der Opfer das heute in dem Gebäude befindliche " Tuol Sleng Genocide Museum". Verschiedene dreisprachige Schrifttafeln informieren den Reisenden über all das Elend, was hier den an die 20 Tausend Opfern angetan wurde. Was muss in der Jugend dieses Mannes schief gegangen sein, dass er sich solche unmenschlichen Methoden ausgedacht hat????

Dann hiess es aber ab zum Hotel und los zum Bus und da fing die Überraschung auch schon an, wir wurden vom Touristikbüro mit einem Zubringerbus abgeholt, der schon 20 Minuten vor der verabredeten Zeit bereit stand. Also von asiatischem entschleunigtem Zeitverständnis haben wir nix mit bekommen, zumindest nicht hier in Kambodscha. Alle Transporteure, ob Tuk Tuk-fahrer oder Busse, alles pünktlich.

Und am Busbahnhof erwartete uns die nächste Überraschung, unser Gepäck wurde ordnungsgemäß kambodschanisch bürokratisch mit durchnummerierten Gepäckzetteln versehen, in der Wartehalle gab es Internet und Steckdosen, um die vom vielen Fotografieren gestressten Akkus noch ein wenig vor der Fahrt nachzuladen und selbst die Toilette bot duftende Flüssigseife an....

Doch das Highlight des Tages ist und bleibt der Bus, ausstaffiert mit asiatisch hübschen Gardinchen, bequemen Sitzen und vor allem: KEINEN Schaben zur Begrüßung. Man stellte uns zum Einsteigen ein Metallhöckerchen an die Stufen, damit die müden Touristenbeinchen nicht die hohe Stufe in den Bus bewältigen müssen, es folgten Erfrischungstücher und selbst ein Snack und wohltemperiertes Wasser wurden verteilt!!!! Doch der Hammer schlechthin, es läuft ein Fernseher mit einem, naja asiatischem Unterhaltungsprogramm, Kung Fu Filmen, aber auch versteckte Kamera und : Wir haben Internet, zumindest bis zur vietnamesischen Grenze, und können die Daheimgebliebenen mit Live-Berichten wie diesem von der Arbeit abhalten! Unsere Chefs mögen uns das verzeihen☺️

Und so sind wir nun also auf dem Weg nach Vietnam. Im Bus herrscht ausgezeichnete Stimmung ob der lustigen Sketche der versteckten Kamera und nur die Überfahrt über den Mekong mit einer so unglaublich vollbesetzten Fähre und die vietnamesische Staatsgrenze mit ihren typischen sozialistischen Methoden und 5-fach Kontrollen konnten das Verfolgen des Fernsehprogramms kurzzeitig unterbrechen.

So, und jetzt sind wir also in Vietnam, dem ja eigentlichen Hauptziel unserer Reise angekommen. Und eins ändert sich schlagartig, hier ist es direkt sauberer und ordentlicher, aber auch irgendwie reicher anzusehn. Die Läden am Wegesrand sind beleuchtet, sehen aus wie Geschäfte und nicht mit Waren aller Art bestückte Bruchbuden kurz vor dem Einsturz. Das Powerplate-feeling der kambodschanischen Strassen ist dahin, jetzt hilft wahrscheinlich doch wieder nur die Mucki-Bude.

Es sind noch zwei Stunden bis HCMC, dann schauen wir mal, wie es weiter geht.

Wir fahren in HCMC ein, durchqueren seit ca. einer Stunde die Stadt und haben den Verdacht, dass der Fledermausschwarm jetzt Motorrad fährt!!! Ein nicht endend wollender Strom von Motorrollern schlängelt sich rechts und links-seitig teilweise lautstark hupend an uns vorbei.....Verkehrsregeln lassen sich nicht erkennen, gibt es hier welche? Doch, hier tragen alle Helm, naja, sagen wir mal etwas blechernes auf dem Kopf.

Nach heissen und harten Verhandlungen mit dem Taxifahrern, die an der Busstation über uns herfielen haben wir es dann auch ins Hotel geschafft, dem bis jetzt eher schwächsten unserer Reisen.

Kurz umziehen, etwas frisch machen und auf in Richtung Ben Thanh Markt, wo wir das erste Mal in einer echten Garküche essen. Man wird mutiger, auch wenn wir an Hühnerfüsse und verschiedene Insekten sicher auch nach 3 Wochen noch nicht ran können, also ich ganz bestimmt nicht.

Morgen früh schauen wir dann mal ins Sinh-Kaffee, das beste und empfehlenswerteste Touristenbüro hier in Vietnam, ob wir einen guten Ausflug ins Mekongdelta finden, mit einer Übernachtung wäre das die Erfüllung unserer Vorstellungen.

Fazit des Tages: Der Mekongexpress wurde uns von anderen Abenteurern hier an diesem Ende der Welt empfohlen und ja, auch wir legen ein positives Votum für diese Art des Reisens ein.

© Birgit 4., 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Vier "Mädels" reisen als Backpacker durch Kambodscha und Vietnam
Details:
Aufbruch: 06.03.2015
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 28.03.2015
Reiseziele: Kambodscha
Thailand
Vietnam
Erfahrungen in der Halong-Bucht
Der Autor
 
Birgit 4. berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.
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