Vietnam-Reisebericht :Auf Achse: 5 Monate Indien, Thailand, Vietnam und so

I cry a lot. But it's ok.

... das sagt uns Su (der Name ist geändert), unsere "Managerin" in unserem E. Sapa Hotel im Zentrum von Sa Pa. Su gehört der ethnischen Minderheit der Hmong an. Sie ist sehr klein, hat ein rundes Baby-Gesicht, pechschwarze Haare mit Pony und einen langen Pferdeschwanz, der auf dem Rücken hinten korrekt abgeschnitten ist. Sie spricht etwas englisch und erzählt uns von ihrer 14-köpfigen Familie ("Alle Familien sind so groß", sagt sie): 2 Geschwister dürfen auf die höhere Schule und studieren, die übrigen müssen halt dazu verdienen. Vater will unbedingt ein Moped - weil alle anderen schon eins haben -, er trinkt öfters und streitet dann heftig mit Mutter.

Su erzählt von den 5 verschiedenen Bergstämmen, die hier leben und 5 verschiedene Sprachen sprechen. Nur wer vietnamesisch kann, hat überhaupt eine Chance, eine Arbeit zu finden. Die Vietnamesen nennen die Hmong abfällig "Cats", was denen dann umgekehrt den Namen "Monkeys" eingebracht hat. "Ob man, wenn man studiert hat, dann eine gute Arbeit findet", will Hillo wissen. Su schaut skeptisch: Das kommt auf die Beziehungen und viel Geld an, ist die Antwort.

Sus Geschwister - wie alle Hmong, die keine Arbeit finden - verdienen ihren Unterhalt mit den Touristen. Sie verkaufen auf dem Wochenend-Nachtmarkt ihre Handarbeiten und, wenn sie etwas englisch sprechen können, führen die Fremden durch die wundervolle Landschaft und in ihre Dörfer. Tagsüber lauern sie den neuen Bussen auf, um die Ersten beim Verkauf zu sein, und laufen auch schon mal dem ein oder anderen Fremdling stundenlang hinterher. Wenn keine Touristen kommen, wird nichts verdient. "Very bad", sagt sie.

Su hat - wegen ihrer Englisch- und Vietnamesisch-Kenntnisse - diesen Job in dem winzigen Hotel und Restaurant bekommen und kümmer sich um alles. Sie arbeitet rund um die Uhr und hat 2 Tage im Monat frei, an denen Sie ihre Familie besucht. In Hanoi war sie noch nie. "Vielleicht später einmal", sagt sie.

© Erich Backes, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Dez. 2016 bis April 2017: Mumbay, Goa, Rajasthan, Andamanen und Nikobaren, Südindien, Asien, neugierig sein, ausprobieren, wohlfühlen "Schildkröten können dir mehr über den Weg erzählen als Hasen" (aus China)
Details:
Aufbruch: 26.11.2016
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 23.04.2017
Reiseziele: Indien
Thailand
Vietnam
Der Autor
 
Erich Backes berichtet seit 4 Jahren auf umdiewelt.
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