Vietnam-Reisebericht :Bilderbuch Indochina

die Mitte Vietnams: Hoi An II

Wir beschließen heute sogar etwas früher zu starten, als in den letzten Tagen, da wir meinen es könnte früh morgens noch etwas kühler sein. Nachdem Ulrike nicht einmal die Klimaanlage in der Nacht abgestellt hat, haben wir es doch fast auf 9 Stunden Schlaf gebracht. Entsprechend ausgeruht legen wir nach einem üppigen Frühstück los und wählen zunächst touristenlose Pfade.

An einer Hauptstraße – Tran Hung Dao -, die bereits außerhalb des Altstadtviertels liegt, finden wir eine verlassene Tempelanlage des Konfuziustempel (Cổng Khổng Miếu). Da vor ihr eine abenteuerliche Kanalbaustelle ist, ist der Zutritt etwas erschwert, dafür ist am Teich und im Hof niemand, so dass wir uns ungestört viele der Details ansehen und fotogafieren können, ohne das Touristen durch das Bild laufen. .

Erst im zweiten Innenhof sehen wir einige der Behinderten, die Räucher-Rohstäbchen und Holzstäbe, aus denen hübsche Laternen geformt werden zum Trocknen auslegen.

Offiziell ist dort zwar auch ein Shop, aber den kann man getrost vergessen, denn er ist ziemlich heruntergekommen. Dafür gibt uns ein netter alter Mann Zeichen, dass wir zu ihm kommen sollen. Er zeigt uns seine Laternen: wirklich beeindruckend.

Wir biegen einen Block weiter nach rechts ab und erreichen einen weiteren Tempel Kiến trúc chùa Pháp Bảo eingerahmt zwischen zwei riesigen Bäumen und zahlreichen Bonsaischalen auf dem Hof. Niemand außer uns ist dort, also können wir uns in Ruhe umschauen.

Nebenan stehen die typischen alten Häuser von Hoi An und noch ein paar Häuser weiter ist die Kapelle der Familie Tran, die über 5 oder waren es 7 Generationen das Haus bewohnt hat. Hier hätte man eigentlich ein Ticket benötigt, das aber My mitgenommen hat. Aber die nette junge Dame verzichtet darauf, wohl auch in der Hoffnung, dass man im angeschlossenen Shop später etwas kaufen könnte.

Seit 1994 können auch Touristen die Andachtskapelle der Familie Tran besuchen. Die Familie wanderte vor ca. 300 Jahren aus China ein, und verehrt hier ihre Ahnen. Unter ihnen war auch ein hochgestellter Mandarin unter Kaiser Minh Mang. Leider ist das Fotografieren nicht erwünscht, und da wir von einer netten jungen Dame zu zweit geführt werden ist dies auch nicht möglich. So können wir die Elfenbeinschnitzereien und die alte Münzsammlung nur in Augenschein nehmen.

Im nordöstlich der Markthalle gelegenen Tempel Quan Cong werden wir schroff des Hauses verweisen, da wir keinen blauen Ticketabschnitt haben. Aber da wir den Tempel von der Seite betreten haben, konnten wir schon einiges sehen, und im übrigen ist der Aufbau immer der Gleiche.

Daher machen wir dann einen erneuten Rundgang durch die Markthalle. Eine Fülle von Motiven kostet wieder unzählige Fotos, aber es gibt auch etwa Praktisches. Drei Küchenutensilien fallen ab ( ein Möhrenrosenschneider, ein Schnittlauchhalmzerteiler sowie eine Juliennereibe). Meine Frau ersteht zwischendurch auch ein typisches Touristensouvenir – einen Magneten, den sie von 4$ auf einen$ herunterhandeln konnte.

In einer kleinen Werkstatt machen wir noch einen kurzen Stop. Neben Weben und Sticken ist besondes interessant, wie man auf Porzellan Silberverzierungen aufbringt.

In zwei Boutiquen, in denen meine Frau Ulrike dann noch einen Schal für eine Freundin und eine exklusivere Bluse für sich kauft, ist Handeln nicht erwünscht/ möglich. So kommen wir letztendlich nicht einmal mehr dazu, in Ruhe uns irgendwo hinzusetzen und einen Kaffee zu trinken, da wir um 12.00 Uhr Checkouttime im Hotel haben. Unsere Einkäufe werden noch verstaut und dann trinken wir doch noch unseren Tee – kostenlos – in der Hotellobby während wir auf My warten. .

Sie erscheint pünktlich zur Abholung zum Airport in Danang. 45 min Fahrt zurück an den scheußlichen großen 5- und 6-Sterne Hotels (nach My war ein Russe ihr Kunde, der nach einer Stunde Sightseeing wieder an den Hotelswimmingpool wollte – Zimmer ab 500$) vorbei, die sich auch noch vermehren - „Sheraton coming soon“ - durch die ultramodern wirkende Stadt zum Airport

© Herbert S., 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir wollten keine vorgefertigte Reise, aber aufgrund unseres Alters auch nicht als backpacker vor Ort alles organisieren müssen. Nach längerer Suche fand ich eine Adresse in Hanoi, die ein individuelles Programm nach unseren´Vorstellungen zu 'stricken' in der Lage war.
Details:
Aufbruch: 07.11.2016
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 27.11.2016
Reiseziele: Vietnam
Kambodscha
Laos
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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Herbert über sich:
Bin begeisterter Reisender - teils mit Leihwagen in Mexiko, USA, Indonesien, Thailand, Arabien, Namibia, Südafrika, Türkei,... teils mit kleinem Wohnmobil in ganz Europa, aber besonders in Großbritannien und Skandinavien. Es gibt also noch viel zu berichten. Aber es kommt soviel hinzu.