Georgien-Reisebericht :Schwarzmeerrunde 2015

Mestia (Goergien) - Kutaisi (Georgien) 291 km

In Georgien, muß Noa seine Arche entladen haben. So viele Tiere . . .

Heute (Freitag, 15. Mai) empfing uns in Mestia ein strahlender Sonnentag, mit einer grandiosen Aussicht auf die Berge, doch in dieser Höhe 1.425 Meter relativ frisch (11 Grad). Auf unserer Detailkarte (Norbert hat von allen Ländern die Papierkarten dabei) mussten wir feststellen, das wir nur 5 km von der russischen Grenze entfernt sind.

Im Frühstücksraum trafen wir eine Gruppe Südafrikaner, die eine Besichtigungstour in Georgien gebucht hatten, mit einer ganzen Armada von dicken Jeep's. Bei unserer Abfahrt haben wir noch eine georgische Schönheit befragt (sprach als eine der Wenigen etwas Englisch), ob der Pass über den Kaukasushöhenzug schon befahrbar wäre. Leider keine befriedigende Antwort, so dass wir auf geradem Wege die Kaukasuspassstraße genommen haben. Nach ca. 20 Kilometer auf einer Betonpiste, sind uns drei tschechische BMW GS-Fahrer ( drei Generationen GS, 1150 AV, 1200 AV, 1200 LC) entgegen gekommenen. Nach kurzem Informationsaustausch war klar, dass der Kaukasuspass noch ca. 1,5 Meter Schnee hat und ein durchkommen ist ausgeschlossen. Angabegemäß ist der Pass erst im Juli passierbar. Nun wollten wir noch etwas in die Richtung des Kaukasuspasses fahren, da dies ja letztlich unser Tagesziel war. Wir schraubten uns bis auf 1.954 Meter hoch (7 Grad !) dann plötzlich, dass sollte uns an diesem Tage noch öfters passieren, war die bescheidene Betonpiste zu Ende und lediglich ein verschlammter Offroadweg war übrig geblieben. Nach weiteren 5 km verlor unser Norbert die Nerven und hat uns eindringlichst erklärt, dass wir den ganzen Weg (einfach 27 km) auch wieder zurück müssten, da der Pass ja eh nicht passierbar wäre. Somit beschlossen wir einstimmig, an unseren Ausgangspunkt Mestia zurückzufahren. So, nun fuhren wir die schöne 100 km lange kurvige Passstraße, auf der wir gestern gekommen waren, ins Tal und hatten auch diesmal viel Spaß mit einigen hochmotorisierten Jeep's, die teilweise mit 130 km/h auf dieser mit Schlaglöchern, heruntergefallenen Felsbrocken, Kühen, Eseln, Kuhpfladen und Pferden hinunterbrettern. Nur unser Georg hat die Endurogemeinde verteidigt und den Georgiern mal gezeigt, wo der Frosch die Locken hat.

Im Tal angekommen, war es an der Zeit, unseren Lunch einzunehmen. Doch so wir es gewohnt sind, immer und überall ein passendes Lokal zu finden, ist hier in Georgien nicht so einfach. Nach einigen Versuchen, von den Einheimischen ein geeignetes Lokal genannt zu bekommen, sind wir dafür entlohnt worden, dass wir fürstlich bekocht worden sind und am Ende unsres Gelages, war lediglich ein Betrag von EUR 7,50 zu zahlen. Paradiesische Verhältnisse! Nun wollten wir aber auch noch Strecke machen und Norbert übernahm die Routenführung. Er hatte Landesstraßen gewählt und die ersten 10 km war auch alles i.O. Dann plötzlich ging den Georgiern der Asphalt aus und eine brutale Offroad war die einzige Möglichkeit, auf die Hauptstraße zurückzukommen. Wer schon mal 20 km auf solchen Straßen unterwegs war, der weiß was das für eine Tortur für das technische, wie auch menschliche Material bedeutet (GS 1200 LC mit BMW Koffer). Dann endlich auf der Fernstraße, wurde die flotte Fahrt nur durch eine Vielzahl von Kühen gebremst, die mitten auf der Straße stehen und keine Anstalten machen, die Fahrbahn freizugeben. Hier hat unser Georg ein probatestes Mittel gefunden, dass die Kühe die Geräuschkulisse einer offenen Akrapovic-Auspuffanlage so nicht kennen und hatte damit äußerst gute Erfolge erzielt. Somit wurde ihm der neue Tagesname Cowboyischwilli verliehen!!!

Unser Tagesetappenziel haben wir so nicht ganz erreicht, aber in der georgischen Stadt Kutaisi fanden wir sofort ein relativ neues Hotel "Continental". Parken, abladen, duschen und dann sofort eine Restaurantempfehlung von der netten Rezeptionistin Nataschaiswilli erhalten und zu Fuß durch die Stadt. Dabei sind wir an einer georgischen Bäckerei vorbeigekommen und wir zeigten uns hochinteressiert an dem riesigen Backofen ( mind. für 100 Weißbrote). Zum Abschied, ließ es sich der Chef nicht nehmen, uns ein soeben aus dem Backofen genommenes Weißbrot zu schenken. Heißes frisches Weißbrot ist einfach lecker. Im Restaurant haben wir die georgische Spezialität Schaschlik "gegrillter Fleischspieß und georgisches Mante" probiert und waren höchst (Steigerung von hoch) zufrieden.

der große Kaukasus von unserem Hotel aus fotografiert...

der große Kaukasus von unserem Hotel aus fotografiert...

die Drei von der Tankstelle, kurz vor der Abreise aus Mestia !

die Drei von der Tankstelle, kurz vor der Abreise aus Mestia !

die Piste zum Pass!

die Piste zum Pass!

Begegnungsverkehr mit dem hier gebräuchlichen russischen Transportmittel !

Begegnungsverkehr mit dem hier gebräuchlichen russischen Transportmittel !

das Dorf mit den vielen Wehrtürmen, die in früheren Auseinandersetzungen als der Safe für das Staatsvermögen fungiert haben. Die Bevölkerung in diesem Tal galt als äußerst wehrhaft ! Bei den heute üblichen Staatsfinanzen würde man einfach nur sagen: Greif mal nem nackten Mann in die Tasche

das Dorf mit den vielen Wehrtürmen, die in früheren Auseinandersetzungen als der Safe für das Staatsvermögen fungiert haben. Die Bevölkerung in diesem Tal galt als äußerst wehrhaft ! Bei den heute üblichen Staatsfinanzen würde man einfach nur sagen: Greif mal nem nackten Mann in die Tasche

das sind die Fünftausender . . . im Kaukasusgebirge

das sind die Fünftausender . . . im Kaukasusgebirge

diese Pisten haben es in sich!

diese Pisten haben es in sich!

Da waren wir heute, der große Kaukasus von der Meerseite aus.

Da waren wir heute, der große Kaukasus von der Meerseite aus.

Da fahren wir noch hin. ImHintergrund die noch massiven Schneekappen . . .

Da fahren wir noch hin. ImHintergrund die noch massiven Schneekappen . . .

die Jungs sind immer und überall auf den Straßen oder neben den Straßen unsere Wegbegleiter und abends schmecken Sie uns lecker �

die Jungs sind immer und überall auf den Straßen oder neben den Straßen unsere Wegbegleiter und abends schmecken Sie uns lecker �

kurze Rast

kurze Rast

staubig im Stehen und das fast den ganzen Tag, schützt vor Reifenschäden und schont den Bobbes.

staubig im Stehen und das fast den ganzen Tag, schützt vor Reifenschäden und schont den Bobbes.

Einer der vielen Zuflüsse zu dem riesigen Stausee, mit unendlich vielem Sediment im Wasser.

Einer der vielen Zuflüsse zu dem riesigen Stausee, mit unendlich vielem Sediment im Wasser.

© Matthias B., 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir fahren mit vier Motorrädern von Offenbach über München durch 16 Länder zum Kaukasus und zurück. Dauer 38 Tage, ca. 10000 km.
Details:
Aufbruch: 30.04.2015
Dauer: 6 Wochen
Heimkehr: 07.06.2015
Reiseziele: Deutschland
Österreich
Ungarn
Rumänien
Moldau
Bulgarien
Türkei
Georgien
Armenien
Griechenland
Mazedonien
Albanien
Montenegro
Bosnien und Herzegowina
Kroatien
Slowenien
Italien
Der Autor
 
Matthias B. berichtet seit 30 Monaten auf umdiewelt.