Georgien-Reisebericht :Mit dem Wohnmobil nach Georgien

Wir, Frank und Birgit, waren mit unserem Campingbus „Blaue Zitrone“ 8724 km auf der Balkanroute, an der Küste des Schwarzen Meeres und im Kaukasus unterwegs. 8 Länder, 2 Kontinente, 3 verschiedene Schriftsysteme berührten unsere Route. Georgien, die ehemalige Sowjetrepublik das Ziel.

Nach Osten

Zu jeder Reise bedarf es den gewissen Anstoß. Warum gerade dorthin und nicht woanders? Wieso gerade die Neugier auf ausgerechnet jene Region, Land oder Landschaft? Für die hier beschriebene Tour liegen die Wurzeln der Gründe doch schon etwas weiter zurück.
Als im Osten sozialisierte Menschen haben wir doch einen recht spezifischen Bezug zu den Begriffen Reisen und Freiheit.
Ende der 70er Jahre war das Trampen in alle für uns erreichbaren Gegenden eines unserer Hobbys. Anfang der 80er dann schon als Paar. So kurz mal Prag und Budapest als Daumen im Wind-Tour. Im Szenetreff U Fleků Schwarzbier trinken und auf der Margareteninsel im Gras liegen. Die Mittelasiatischen Sowjetrepubliken und der Kaukasus waren damals Traumziele, die ich gerne bereist hätte. Nur: Ohne organisierte Reise für die Sowjetunion kein Visum. Reisebüroreisen waren für unseren Geldbeutel zu diesem Zeitpunkt unerschwinglich und organisierte Reisen uns damals schon ein Graus. Nur das sehen, was irgendwelche Aufpasser uns vorschreiben, das ging gar nicht.
Ende der 80er hörten wir das erste Mal von illegalen Reisen in das Sowjetreich, einsickern in das Land. Legendäre Geschichten kursierten in der Tramperszene. Von Leuten, die mit einem Sozialversicherungsausweis als Paß bis in die Mongolei und nach China gereist waren. Der Wahrheitsgehalt solcher Stories ließ sich nur schwer überprüfen.
Bald darauf hörte die DDR auf zu existieren und jeder reiste wohin er auch nur immer wollte. Der Osten als Reiseziel geriet bei den meisten vollkommen aus dem Gesichtsfeld. Die Sache mit den illegalen Reisen in die Sowjetunion (unter Insidern UdF-Reisen genannt) kam mir erst wieder unter, als ich 2015 eine Fernsehdokumentation darüber gesehen hatte. Kurz darauf bekam ich das Buch „Unerkannt durch Freundesland“ von meiner Tochter zum Geburtstag geschenkt. Es wurde klar, diese UdF-Reisen hatten eine weit größere Dimension an Leuten und Reisekilometern als wir damals jemals ahnen konnten. Hauptziele der Bewegung waren die mittelasiatischen Republiken und eben der Kaukasus. Dann kam uns noch das Buch „Das 3. Leben“ über den Weg. Als im Januar diesen Jahres eine Fernsehdokumentation über das moderne Georgien lief, war das Maß voll und das Reiseziel für dieses Jahr fest.
Unser Campingbus „Blaue Zitrone“, ein Citroën Jumper mit Pössl Wohnmobilausbau, wurde gesattelt und ab ging es auf die Piste.

Die "blaue Zitrone" vor der Skyline Batumis

Die "blaue Zitrone" vor der Skyline Batumis

Meine Frau Birgit als fleißige Reisetagebuchschreiberin hat die Dinge die ihr unterwegs als wichtig erschienen aufgezeichnet, so wie sie es bei fast allen unserer Campingbusreisen, so z.B. nach Marokko, ins Baltikum, und auf die Lofoten, auch schon getan hat.
Dieses Reisetagebuch habe ich nun noch ein wenig bearbeitet und so könnt ihr es hier lesen.

Frank

© B. & F. S., 2016
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 14.05.2016
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 05.06.2016
Reiseziele: Georgien
Der Autor
 
B. & F. S. berichtet seit 19 Monaten auf umdiewelt.
Aus dem Gästebuch (3/6):
Heinz 1522502890000
Hal­lo,­
ich habe Euren inte­res­santen Bericht über die Geor­gien-­Rei­se ge­lesen. Ich war selbst 2016 mal kurz da, möchte aber bald nochmal etwas länger dahin, und zwar mit einem VW-Cam­per. Habt Ihr ir­gen­dwo eine Liste Eurer Cam­ping- oder Stel­lplätze? Es gibt im Netz ein paar Em­pfeh­lun­gen, aber z.B. den oft genan­nten Stel­lplatz am Bo­ta­nischen Garten in Batumi habe ich gar nicht ge­fun­den.

Und noch eine Frage: In Batumi ver­lan­gte ein Tan­kwart von mir nicht nur den Preis für den ge­tan­kten Diesel, sondern zus­ätzlich eine Art "Ser­vi­ce-­Gebühr", die ich ver­wei­gert habe. Ist sowas üblich in Geor­gien?­
Grüße
­
Heinz
Antwort des Autors: Hallo,
eine Infrastruktur mit Stellplätzen gibt es eigentlich nicht, da hilft nur individuelles Nachfragen. Falls ihr Hinweise oder fachkundige deutschsprachige Reisebegleitung vor Ort benötigt, kann ich euch Telefonnummern zukommen lassen. Ab 1.5. sind wir von der aktuellen Reise zurück.
Servicegebühr an Tankstellen ist nicht normal.
Gruß Frank
Andreas 1497551524000
Liebe Birgit, lieber Frank! Gau­mar­jos­!
Mit Tränen in den Augen lese ich Euren Rei­se­bericht. Tränen der Freude und E­rin­ne­rung. Meine Gattin stammt aus Geor­gien, genauer gesagt aus Mar­tvi­li, das ist in Meg­re­lien, ca. 45 Minuten von Ku­tais­si ent­fernt. Daher meine große Liebe zu diesem, von Euch wun­der­bar besch­rie­benen Land. Ich bedanke mich sehr für Euren Bericht und kann Euch, wie auch anderen WoMo Fah­rern, gerne bei Bedarf einen Platz für ein paar Nächte in Mar­tvi­li an­bie­ten, falls Ihr wieder in dieser Gegend unter­wegs seid. Ich selbst hab kein WoMo, möchte aber im Mai 2018 er­stma­lig mit meinem Espace hin­fah­ren, Wien - Odessa - Fähre - Batumi - Mar­tvi­li. Eine Fahrt durch die Türkei traue ich mich derzeit aus po­li­tischen Gründen nich­t.
Ich wünsche Euch viele un­fal­lfrei­e, gesunde und glückliche Ki­lo­me­ter!­
Lie­be Grüße,­
An­dreas­
an­dreas­@mia­meis­sner­.at
Antwort des Autors: Danke
an alle, die unsere Reise hier nachgelesen und uns kontaktiert haben. Inzwischen haben wir auch weitere Wohnmobilisten "infiziert" die durch unseren Bericht Georgien als Reiseland erkannt haben. Ein Team ist im Mai unterwegs gewesen, 2 Paare gerade dort.
Inzwischen sind wir von unserer Albanien-Bosnien-Griechenland-Montenegro-Reise wieder zurück. Auch davon wird es demnächst einen Bericht geben. Schaut dann mal wieder rein.
Bei den Campingbusreisenden
Birgit & Frank mit der blauen Zitrone
Jörg 1487594229000
Danke für den in­for­ma­ti­ven und toll gesch­rie­benen Rei­se­bericht. Es muss ja nicht immer ein be­kan­ntes Rei­se­land sein! Da sieht man auch was man in drei Wochen erleben kann ohne dass es hek­tisch zu­geh­t.
Gruß Jörg