Ich plane eine Reise die mich über den Landweg von Deutschland - Osteuropa - Naher/Mittlerer Osten - Indien bis nach Lhasa führt. Zurück will ich über die ehemaligen Sowjetstaaten reisen und schließlich in der Türkei entscheiden ob es über die Ex-Jugoslawienstaaten oder erneut Osteuropa zurückgehen soll.
Nachdem ich in Bishkek einige Tage damit verbrachte, mich um meine Visas zu kuemmern (Iran und Uzbekistan) bin ich zusammen mit John an den Song Koel See gefahren. Dieser liegt rund 5,5 h suedoestlich von Bishkek in den Bergen und ist nur mit einem Privatfahrzeug zu erreichen. Individualtourismus ist in Kirgistan sehr gut organisiert, daher bekamen wir problemlos ein Fahrzeug, dass uns an den benannten See brachte. Eine einfache Yurte sollte fuer die naechsten 2 Naechte unsere Schlafstaette sein. Das Leben am Song Koel ist einfach - ausser Wiesen und Bergen und eben dem See, gibt es nichts hier (abgesehen von den Pferden, Schafen und Kuehen, die auf dem 3000 m hohen Plateau weiden). Ich habe mir fuer weniger als 2 Euro ein Pferd gemietet und bin durch die Weite der kirgisischen Natur geritten. Ich kam mir etwas vor wie Pierre Briece in einem seiner Winnetou-Filme. Es hat Spass gemacht, zwischen den weidenden Stieren und Kuehen den Sonnenuntergang auf dem Pferd zu geniessen. Am darauffolgenden Tag haben John und ich uns ein Pferd gemietet und wir haben beschlossen, einen der Berge auf dem Ruecken eines Rosses zu erklimmen. So ging es hinauf, im Zick Zack und relativ langsam. Die Aussicht vom Gipfel des Berges war phaenomenal und wir genossen etwas trockenes Brot, dass ich als Proviant dabei hatte. Auf dem Weg hinab haben wir die Pferde getauscht, da John nicht dominant genug war, um sein Ross den Berg hinabzutreiben. Im huegeligen Gelaende beschloss ich dann, ein wenig zu galloppieren und aufgrund der viel zu kurzen Steigbuegel beschloss ich (etwas die Balance verlierend), den Ruecken des Pferdes gen Wiese zu verlassen. Das Pferd hatte ich bald wieder eingefangen und genoss den Heimritt galloppierend und trabend. Nachdem wir am Folgetag unser Fruehstueck zu uns nahmen, machten wir uns auf an den Issyk Koel See. Wir suchten allerdings einen von russischen Touristen hochfrequentierten Ort im Norden des Sees auf, daher beschlossen wir, auch aufgrund des regnerischen Wetters wieder zurueck nach Bishkek zu reisen. So haben wir also nur einen Tag am Issyk Koel verbracht, konnten die schoene Bergwelt um den See kaum geniessen, das sich diese hinter den Wolken versteckt hielt. In Bishkek habe ich heute mein iranisches und uzbekisches Visum bekommen und so werde ich heute oder spaetestens morgen Richtung Uzbekistan weiterreisen. Da heisst erneut, in den Sueden des Landes zu fahren um zu vermeiden, dass ich ein kasachisches Transitvisum benoetige.