Usbekistan-Reisebericht :Seidenstrassenprojekt

Als der venezianische Kaufmann Marco Polo 1271 nach China aufbrach, lagen mehr als drei mühselige Reisejahre vor ihm, bis er den Hof des Kublai Khan in der Nähe von Peking erreichte. Die uralte, abenteuerliche Verbindung zwischen Orient und Okzident haben wir uns aufgeteilt - hier der zweite Teil.

Allgemeines und vorweggenommenes Fazit

Geld

Die usbekische Währung, darf weder ein- noch ausgeführt werden. Hierzu wird man allerdings nahezu gezwungen, da man im Flughafen Taschkent bei dr Ausreise praktisch nur noch mit 'harter' Währung zahlen kann. Lediglich am Kaffeetresen gibt es drei Kassen (eine für Sum, eine für Dollar, eine für Euro) - dafür ist der Kaffee im kleinen Pappbecher noch teurer als in deutschen Flughäfen! (16000 Sum)

Es hat wohl auch einmal Münzen gegeben, die zwischenzeitlich als Souvenir verkauft werden, da sie nicht mehr gebräuchlich sind. Die Scheine haben den Gegenwert von 100, 200, 500, 1000 und etwas seltener 5000 Sum. Da der Wert von 1000 Sum bei etwa 20-30 Eurocents (je nach Art des Umtauschs) liegt, ergeben sich interessante Aspekte. Ursprünglich wollte ich am Anfang der Reise 'ein paar' hundert Euro tauschen. Nachdem ich gesehen hatte welchen Stapel Geld ich dann mit mir herumtragen sollte, habe ich auf einhundert Euro reduziert.

100 € = ca 5 cm 1000-Sum-Scheine

100 € = ca 5 cm 1000-Sum-Scheine

Die Usbeken sind inzwischen wohl Weltmeister im Geldzählen - Ein Abendessen für zwei liegt bei etwa 60000 Sum. Wir sind beschäftigt....

der Kellner dagegen zählt ganz locker

der Kellner dagegen zählt ganz locker

Omi ist Millionär

Omi ist Millionär

manche Marktfrauen zählen das Geld auch in einen Eimer

manche Marktfrauen zählen das Geld auch in einen Eimer

Stecker

Das Sortiment an Steckdosen ist vielfältig in Usbekistan. Es kann es sein, dass es in einem Hotel (Uzbekistan - Taschkent) nur die englischen klobigen Dreipolstecker gibt. Meistens passen die kleinen Eurostecker - dagegen kann es mit dickpoligen Schukosteckern auch mal Probleme geben.

Grenz- und Zollformalitäten

Man benötigt zur Einreise ein Visum, das nur über Internet auszufüllen und zu beantragen ist. Die Hinweise sind so rigoros beschrieben, das man Bedenken hat, sich an die Aisfüllung heranzuwagen - wird doch ditrektb mit Ablehnung gedroht. Dabei kann die Beantragung erst so spät erfolgen, dass man die Resie und den Flug praktisch schon gebucht haben muß. Außerdem ist das Visum mit 80€ sehr teuer und stellt bereits die übliche Autoritäre-Staat-Methode der Abzocke dar.
Bei der Einreise muß man ein Formular mit Angaben zu mitgeführten Wertgegenständen und Geldbeträgen doppelt ausfüllen. Eine Ausfertigung muß man behalten und sorgfältig aufbewahren, sie wird bei der Ausreise wirklich angeschaut und mit dem dann wieder doppelt ausgefüllten Exemplar zur Ausreise verglichen. Hauptsache die Papiere sind da, kontrolliert hat man bei uns nichts. Während der Reise erhält man in jedem Hotel einen Beleg über die Registrierung, man soll sie sorgfältig aufbewahren - unser Zollbeamter hat sie im ganzen Stapel sofort entsorgt!

Schulsystem

Neben den 'normalen' Schulen (12 Jahre), an denen Uniformzwang herrscht, was im übrigen mancher deutschen Schule gut tun würde, interessierten mich die Möglichkeiten Deutsch zu lernen. Dazu gibt es die DSD-Schulen (Schulen in nationalen Bildungssystemen, die das Deutsche Sprachdiplom anbieten (von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen betreut) und die sogenannten Fit-Schulen: Schulen in nationalen Bildungssystemen, an denen Deutschunterricht auf- bzw. ausgebaut wird (vom Goethe-Institut betreut)

Informationen

Reiseführer:
Peltz, Lepetit - Usbekistand - Entlang der Seidenstraße
Wollenweber, Franke - Usbekistan - Land zwischen Orient und Okzident
Ducke, Thoma - Reisehandbuch Usbekistan
Meuser, Architekturführer Usbekistan
Würthle: Schwarz ist der Himmel im Turkestan

Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Usbekistan
http://www.uzbekistan.de/
http://wikitravel.org/de/Usbekistan
http://www.advantour.com/de/usbekistan/reisen.htm
Beschreibung und sehr gute Pläne:
http://www.bernhardpeter.de/Usbekistan/usb-arch.htm
Alternative Fotos:
http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?t=9687

Fazit

Wie auch unserer dreiwöchigen Reise durch den Iran haben wir in Usbekistan tolle Architektur, freundliche Menschen und durchweg gute Hotels gefunden. Interessant ist die unterschiedliche Ausrichtung religiöser Art. Wenn im Iran äußerlich (Kopftuchzwang, der jedoch immer mehr unterlaufen wird, und Alkoholverbot) der Islam strenger erscheint, so vermutet man in Usbekistan nach langer Sowjetherrschaft weniger Religiösität, aber das Gegenteil scheint mir der Fall zu sein (volle Moscheen am Freitag, aber kein Alkoholverbot) .

In beiden Ländern kann man eigentlich keinen Mangel für den Alltag erkennen; allerdings wenn man genau hinhört und sich die Menschen einem gegenüber mehr öffnen, so werden auch Unzufriedenheiten offenbar.

Usbekistan war für uns eine ideale Ergänzung zu dem anderen Teil der Seidenstraße (Iran) - auch wenn wir alle Infos selbst eruieren und erlesen mußten.

Einzig der Vergleich der beiden Reiseführer fällt ins Gewicht (im Iran - alltagstauglich und mit breitem Wissen versehen konnte Samir uns fundierte Vorträge an den Sehenswürdigkeiten und auch über allgemeine Themen auf langen Fahrten in exzellentem Deutsch vortragen - wohingegen der von Diamir präsentierte Guide M. für Usbekistan das absolute Gegenteil darstellte - Details seines Unwissens sind im Bericht zu finden. Sein Deutsch war aktiv wie passiv so schlecht, dass er uns und wir ihn kaum verstanden.
Diesbezügliche Reklamationen werden vom Veranstalter mit nichtssagenden Floskeln 'abgeschmettert' - ein Grund diesen Veranstalter absolut zu meiden)!

© Herbert S., 2015
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 10.09.2015
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 27.09.2015
Reiseziele: Usbekistan
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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Herbert über sich:
Bin begeisterter Reisender - teils mit Leihwagen in Mexiko, USA, Indonesien, Thailand, Arabien, Namibia, Südafrika, Türkei,... teils mit kleinem Wohnmobil in ganz Europa, aber besonders in Großbritannien und Skandinavien. Es gibt also noch viel zu berichten. Aber es kommt soviel hinzu.