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Während meiner ersten Australienreise arbeitete ich auf verschiedenen Farmen im Outback von Queensland und reiste an der Ostküste entlang von Cairns nach Sydney.
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Die Leute staunen und sagen, dass es ein Wunder sei, auf dem Wasser zu laufen. Nun, für mich ist es ein Wunder, auf der Erde zu laufen. (Thich Nhat Hanh)
30.11.06 - 01.12.06
Der Ausflug nach Fitzroy Island war für mich das Highland meiner Zeit in Cairns. Diese Insel zog mich völlig in ihren Bann.
Fitzroy Island ist ein steil aufragender Berggipfel, der vor ein paar tausend Jahren durch das Meer vom Festland abgeschnitten wurde.
Die Fahrt von Cairns nach Fitzroy Island dauert etwa fünfundvierzig Minuten. Unterwegs kommt man an einigen kleinen Inseln vorbei
Fitzroy Island
Das Café - beinahe das einzige Gebäude auf Fitzroy. Die Insel ist nicht besiedelt.
Nachdem wir angelegt hatten, zog es fast alle Touristen sofort zum Schnorcheln und Tauchen. Nur wenige machten sich wie ich ins Innere der Insel auf, um die Natur zu erkunden. Zunächst machte ich den "Secret Garden Walk", der sich ca. eine Viertelstunde durch den Wald schlängende, mitten durch die Bäume und vorbei an vielen großen, grauen Findlingen. Der Weg war wunderschön. Es wimmelte von Echsen, überall sah ich kleine und größere Vertreter dieser Art vorbeihuschen. Manchmal verharrten sie einige Zeit auf einem Felsen, so dass ich sie fasziniert betrachten konnte. Die kleinsten maßen nur zwei Zentimeter, die größeren ca. 40 Zentimeter. Alle paar Schritte begegnete mir so eine Echse! Diese Tiere, die Felsen und dazu das Spiel von Licht und Schatten unter den Bäumen gaben dem Ort tatsächlich etwas Mystisches.
Diese Echse ist ca. einen Meter lang. Sie kroch plötzlich vor mir über den Weg!
Der Walk war schnell getan und nun machte ich mich auf dem Weg zum Leuchtturm - mit viel Wasser im Gepäck, denn der Weg war mir als sehr anstrengend beschrieben worden. Und er war in der Tat nicht leicht, denn lange Strecken ging es sehr steil bergan und natürlich war es sehr warm. Ich war froh, als ich nach ca. einer Stunde an einem Aussichtspunkt nahe dem Leuchtturm ankam. Und mir stockte der Atem, denn der Ausblick war so wunderschön! In strahlendem Sonnenschein blickte ich weit auf das Meer, sah am Horizont Green Island und andere Inseln, dazu die beinahe unberührte Landschaft von Fitzroy Island.
Nach dieser Wanderung begab ich mich zum wundervollen Strand der Insel, Welcome Bay, der bis auf ein paar Schnorchler menschenleer war.
Der Strand ist mit Korallenskeletten übersät
Am Abend ging es dann wieder mit der Fähre zurück nach Cairns.
***
Am nächsten Tag stand nun ein Trip zum Great Barrier Reef an, das Highlight und Must Do in Cairns, das wohl die Region mehr als alles andere geprägt hat. Denn die meisten Backpacker und Touristen kommen hauptsächlich wegen des Riffs nach Cairns um von hier aus zu Schnorchel- und Tauchtouren aufzubrechen. Natürlich wollte auch ich so eine Tour machen, um dieses Wunderwerk - oder zumindest einen kleinen Teil davon - mit eigenen Augen zu sehen.
Auf diesem Schiff machte ich die Tour zum Riff
Das Great Barrier Reef ist das größte Riff der Welt - und damit auch das größte Lebewesen der Welt und das einzige Lebewesen der Erde, das vom Weltraum aus gesehen werden kann. Es gehört zu den sieben Naturweltwundern.
Das Riff ist weltberühmt und sicherlich eines der wichtigsten Touristenziele Australiens. Das gesamte Gebiet ist ein Marinepark, und zwar der größte der Welt mit 344 000 km2 Der Park steht natürlich auch auf der World Heritage List.
Das Great Barrier Reef besteht aus insgesamt 2900 Einzelriffen und 200 Koralleninseln. Es ist über 2300 km lang, das heißt, es erstreckt sich von Südqueensland bis nach Papua Neuguinea. An der breitesten Stelle ist es 80 km breit. So etwas unbegreiflich Riesiges und Schönes - wie entstand es und wie funktioniert es?
Das Riff besteht bekanntermaßen aus Korallen, das sind Polypentiere. Sie leben in einem Kalkskelett. Das Skelett ist quasi der Knochen der Koralle, in dem sich die Weichteile befinden, also umgekehrt wie beim Menschen. Wenn die Koralle stirbt, bleibt das Kalkskelett stehen. Nun kann sich eine neue Koralle daran festsetzen. So wächst das Riff mit jeder Koralle weiter. Die Lebensdauer von Korallen ist unterschiedlich: Manche werden nur wenige Jahre alt, andere über tausend Jahre!
Durch Probebohrungen kann man die Dicke des Riffs und somit das Alter feststellen. Der überwiegende Teil des Great Barrier Reefs ist 2 Millionen Jahre alt, manche Teile jedoch 18 Millionen Jahre!
Draußen auf dem Riff ist das Wasser meist völlig ruhig
Noch dazu gibt es am Great Barrier Reef den größten Artenreichtum aller Meere. Doch das Riff ist auch bedroht. Ins Meer gespülte Düngemittel fördern das Wachstum bestimmter Arten und bringen so das Ökosystem aus dem Gleichgewicht. Die größte Gefahr ist jedoch die globale Erderwärmung, da die Korallen eine bestimmte Temperatur zum Leben benötigen. Dabei ist das Riff nicht nur einzigartig und wunderschön, es hat auch einige sehr wichtige Funktionen: Da die Korallen Kohlendioxyd binden, wirkt es dem Treibhauseffekt entgegen. Da es eine natürliche Barriere gegen die Brandung bildet, können in den Gewässern nahe der Küste Pflanzen und Tiere gedeihen, die sonst keinen Raum hätten. Es hat sogar eine militärische Bedeutung, da es eine natürliche Barriere für feindliche Schiffe ist, was sich im zweiten Weltkrieg im Seekrieg gegen Japan zeigte.
Die Fahrt hinaus zum Riff auf dem schnellen Schiff war sehr schön.
Das Wasser war so ruhig und klar, dass man Schwärme von Fischen beobachten konnte
Aufgrund einer vorangegangenen OP war es mir nicht erlaubt, zu schnorcheln, doch stattdessen konnte man auch mit einem Glasbodenboot hinaus fahren.
Das Glasbodenboot
Auf dem Boot
Es war einfach faszinierend, die Korallen und die Unterwasserwelt tatsächlich in Natura zu sehen! Zudem erzählte der Bootsführer allerlei Wissenswertes über die Korallen und man konnte viele Fragen stellen.
Im Nachhinein hätte ich mir diese Tour allerdings sparen können, da ich später bei einem Ausflug zu den Whitsunday Islands noch einmal die Gelegenheit hatte, mit einem Glasbodenboot zu fahren, wobei ich auch weitaus bessere Fotos schoss. Trotzdem war auch diese Fahrt wirklich faszinierend.
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