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Während meiner ersten Australienreise arbeitete ich auf verschiedenen Farmen im Outback von Queensland und reiste an der Ostküste entlang von Cairns nach Sydney.
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You never never know if you never never go...
29.12.06
Wenn du niemals gehst, wirst du es niemals wissen... Gut, ich war gegangen. Und ich wusste nun: Ich bin ein totaler Stadtmensch. Ok, ein Stadtmensch mit großer Liebe zur Natur - aber das Outback war im wahrsten Sinne des Wortes eine Nummer zu groß für mich. Kultur, andere Menschen, Smalltalk, Hobbys, Geschäfte, die Freiheit eines Verkehrsnetzes... All dies war zu lebenswichtig für mich, als dass ich es länger ohne geschafft hätte. Als nach dem Weihnachtstrubel der Alltag wieder losging stand es mir deutlich vor Augen und vor allem spürte es deutlich in meinem Inneren. Ich hatte das Gefühl, verrückt zu werden, wenn ich noch länger hier blieb. Wenn ich noch länger nur dieses Haus sah, nur diese Stimmen hörte, nichts tat als den ganzen Tag abwaschen und putzen. Plötzlich wusste ich es ganz genau: Ich würde in das nächste Postflugzeug steigen und Strathburn verlassen. Es war richtig so. Ich war nicht der Mensch für dieses Leben, noch nicht einmal für wenige Wochen.
Und gleichzeitig war ich unheimlich traurig darüber.
Denn da waren auch all diese schönen Erfahrungen und vor allem die wundervollen Menschen, die ich ins Herz geschlossen hatte und die ich wohl nie mehr wiedersehen würde. Und vielleicht am traurigsten: Mein Traum vom Outback war ausgeträumt. Auf dem Pferderücken durch die unendliche Weite, Kängurus in der Abenddämmerung, mit den Kindern auf Motorbikes zum Alten Haus düsen, die Freude über einen Regenschauer, die Romantik des Buschs... Vorbei.
Aber: Wenn du niemals gehst, wirst du es niemals wissen - das konnte ich auch positiv sehen. Ich wusste nun weitaus mehr über mein Leben, was mich wirklich ausmachte, was ich liebte und was mir wichtig war, und wo ich hingehörte. Insofern war ich froh, dass ich ins Outback gegangen war. Und ich wollte keine dieser Erfahrungen missen, ob sie gut oder schlecht waren. Ich hatte es gewagt, ich war wirklich hier gewesen, auf einer Farm im tiefsten Outback und hatte das Leben hier kennen gelernt. Ich liebte es auch irgendwie, ich war voller Bewunderung für die Menschen hier und stolz, dass ich wenigstens für kurze Zeit ein Teil davon gewesen war. Aber es ging nicht länger.
Margaret verstand mich gut und niemand war böse, dass ich schon ging, auch wenn alle ein wenig traurig waren.
Am Donnerstag geschah also, worauf ich so sehnsüchtig hingefiebert hatte, was ich aber nie so früh erwartet hätte: Ich stieg in das kleine Postflugzeug nach Cairns.
Die kleine Maschine hatte nur sechs Sitze, ich saß hinter dem Piloten. Meine Sachen wurden eingeladen, eine kurze Verabschiedung von allen und schon ging es los. Unter mir breitete sich die ganze Farm aus in unglaublicher Größe, eine riesige Fläche braun-grün.
Die Strathburn-Gebäude
Schon nach einer Viertelstunde landete das Flugzeug wieder, auf der Farm Strathhaven, um dort die Post abzuliefern. Und so ging es mehrere Stunden: Abheben, kurzer Flug, landen, ein kleiner Plausch mit der Farmersfrau und wieder in die Luft. Und die braune Fläche unter mir schien immer grenzenloser - kein Ende in Sicht.
In einer Wolke...
Zwischendurch stiegen andere Leute zu: Ein Arbeiter, der von einer Farm auf die andere wechselte, eine Frau aus Sydney, die hier ihre Tante besucht hatte, ein Mann, der Sylvester in Cairns feiern wollte.
Nach fünf Stunden traten wir dann den letzten Abschnitt des Fluges an, eine Stunde ununterbrochen von der letzten Farm bis nach Cairns. Nun stiegen wir höher, bis in die Wolken. Die ersten Häuser kamen in Sicht, das Meer, der Hafen... Ich war überglücklich.
Als ich nach der Landung und einer kurzen Taxifahrt endlich im Hostel eingecheckt hatte, kaufte ich als Erstes eine Zwei-Liter-Flasche Coca Cola. Die Zivilisation hatte mich wieder!
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