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Während meiner ersten Australienreise arbeitete ich auf verschiedenen Farmen im Outback von Queensland und reiste an der Ostküste entlang von Cairns nach Sydney.
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Wir berühren die Erde bloß wie ein Regenbogen die Spitze eines Berges berührt. (Aus der Legende der Regenbogenschlange)
21.01.2007 - 22.01.2007
Nach zehn Tagen Aufenthalt verließ ich Brisbane - wehmütig, da es mir dort so gut gefallen hatte, aber auch neugierig auf mein nächstes Ziel: Das berühmte Byron Bay! Ich hatte schon so viel Gutes über diesen Ort gehört und war äußerst gespannt, ihn nun selbst zu sehen. Auf der fünfstündigen Fahrt passierten wir die Grenze zwischen Queensland und New South Wales. Kaum zu glauben - auf meiner bisherigen Reise hatte ich bereits über 2000 km zurückgelegt und hatte mich doch immer nur in einem einzigen von sechs Bundesstaaten und zwei Territorien befunden. Wieder einmal wurde mir bewusst, wie unglaublich riesig dieses Land war.
Die Kolonie New South Wales umfasste ursprünglich ganz Ostaustralien bis zum 135. Längengrad. Hier entstanden die ersten europäischen Siedlungen des Kontinents. Bis 1848 blieb New South Wales eine Sträflingskolonie, dann wurden große Mengen Gold gefunden, was unzählige Goldgräber anzog. Mit der Zeit trennten sich die anderen Kolonien ab, zuletzt 1915 das Capital Territory.
Nun befand ich mich also nicht mehr im Sunshine State, sondern im Premier State, wie auch die Nummernschilder verkündeten. Trotzdem war es hier nicht weniger sonnig! Als ich in Byron Bay ankam, war ich wirklich gespannt, wie dieser von so vielen hoch gelobte Ort auf mich wirken würde. Das Hostel war erstmal enttäuschend: Mit 29$ recht hoch im Preis, war ich in einem Achterdorm ohne Aircondition oder Ventilator untergebracht und die Badezimmer wurden anscheinend selten geputzt... Dafür machte ich aber gleich nette Gesellschaft: Die Israelin Iris bot sich sofort begeistert an, mir die Haare zu färben, als ich erzählte, dass meine Frisur dringend Hennanachschub benötige. Dieses Unterfangen stellte sich zwar ohne Badewanne mit wassersparender Dusche als recht abenteuerlich heraus, aber immerhin konnte ich nun wieder frischgefärbt unter die Menschheit treten!
Bei den begeisterten Schilderungen von Byron Bay hatten die Reisenden, die ich getroffen hatte, keinesfalls übertrieben.
In Byron Bay
Dieser Ort zog auch mich sogleich in seinen Bann. Natürlich wimmelte es nur so von Backpackern, aber angesichts der wundervollen Atmosphäre hier war das auch nicht verwunderlich. Ähnlich wie in Rainbow Beach hatte ich das Gefühl, einfach von der Außenwelt entrückt zu sein in einem Kaleidoskop von bunten kleinen Lädchen, Eisdielen, weichem Sonnenlicht, ein paar Hippies, einem wunderschönen Strand und dem Bild des Leuchtturms am Horizont. Hier konnte man einfach die Zeit und die Welt vergessen, sich stundenlang am Strand oder in den bunten Straßen treiben lassen und dann abends in einer der unzähligen Bars die Nacht zum Tag machen.
Zum Leuchtturm führte ein bekannter Wanderweg, auf dem man Cape Byron erkunden konnte - der östlichste Punkt des Kontinents!
Auf dem Weg zum Leuchtturm
Main Beach
Am folgenden Tag nahm ich gemeinsam mit Iris an einer Tagesfahrt nach Nimbin teil. Mit anderen Hostelbewohnern wurden wir morgens hingefahren und hatten dann einige Stunden zur Verfügung. Während der Besiedlung des Kontinents war hier ein von Farmern bewohntes Dorf entstanden, das jedoch später verlassen wurde und zur Geisterstadt verfiel. Dann wurde es in den siebziger Jahren von Hippies entdeckt, die sich hier ihr eigenes Reich schufen und nach ihren eigenen Vorstellungen eine Gemeinschaft bildeten, das umliegende Land bebauten und Gras rauchten. Als Lebensgrundlage ist heute anscheinend hauptsächlich der Tourismus und der Handel mit letzterer Substanz geblieben und viele Backpacker, die hierher kommen, tun dies wohl auch mehr oder weniger, um ihre Vorräte wieder aufzustocken. Auch wenn dieser florierende Handel natürlich illegal ist, so weiß doch das ganze Land davon, und es scheint sich niemand darum zu kümmern. So bietet Nimbin ein etwas surreales Bild: Bunt bemalte Häuser, in fast jedem ein kleines Lädchen, in dem man sich mit allem möglichen von Schmuck und bunten Tüchern bis zu heilenden Steinen und merkwürdigen Teemischungen eindecken kann, auf den Straßen barfüßige Althippies mit ergrauten Bärten und wallender Kleidung, dazwischen Rucksacktouristen, die sich teils befangen und teils mit sich und der Welt zufrieden umsehen.
In Nimbin - die meisten Häuser sind bunt bemalt
Die Hemp Embassy - der Name spricht für sich...
Zwei alte Hippies bitten zum Foto
Iris und ich
Am Nachmittag legte der Busfahrer noch einen kurzen Stop an der "Secret Swimming Hole" ein, die eigentlich nicht ganz so geheim war...
...und natürlich wurde auch noch einmal an einem Aussichtspunkt gehalten!
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