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Während meiner ersten Australienreise arbeitete ich auf verschiedenen Farmen im Outback von Queensland und reiste an der Ostküste entlang von Cairns nach Sydney.
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Die Geschichte Australiens erschöpft sich nicht im Geschehenen und auch nicht darin, wie es geschah. Sie handelt von den Träumen und Ängsten, den Hoffnungen und Befürchtungen, welche die unterschiedlichsten Menschen dazu ermutigten, sich eine Zukunft vorzustellen, die sich von der Zukunft anderer unterschied. (Mark Peel, "Kleine Geschichte Australiens")
23.01.07 - 25.01.07
Auf dem Weg von Byron Bay nach Port Macquarie machte der Greyhound eine Pause in Ballina. Direkt neben der Haltestelle stand die "Big Prawn", eine riesige Garnele.
Die Big Prawn in Ballina
Port Macquarie wurde, wie so viele Örtlichkeiten in Australien, von dem Gouverneur Lachlan Macquarie nach sich selbst benannt. Nach dem fröhlichen Byron Bay wirkte diese Stadt viel ruhiger: Hier waren die Farben gedeckter, die wenigen Touristen verhielten sich unauffällig und man schien viel mehr Australier als Backpacker an zu treffen.
Cooloonbung Creek in Port Macquarie
Grant Street
Port Macquarie ist die drittälteste Stadt auf dem australischen Festland, und so war ein Grund für mein Kommen auch geschichtlicher Art: Ganz in der Nähe des Stadtzentrums befindet sich ein Friedhof aus der Zeit der ersten europäischen Besiedlung. Nach einem kleinen Bummel durch die Innenstadt besichtigte ich also die alten Gräber und war fasziniert davon, so ein Zeugnis lebendiger Geschichte vor mir zu sehen. Einige Grabsteine waren sehr verwittert, doch auf anderen war die Schrift noch deutlich lesbar. Nicht selten war neben dem Namen und den Geburts- und Sterbedaten auch der Ort in Europa angegeben, aus dem der hier bestattete ursprünglich stammte. Die Grabsteine berührten mich sehr: Was hatte diese Menschen dazu gebracht, ihre Heimat, die zumeist in England lag, zu verlassen? Warum hatten sie die lebensgefährliche, wochenlange Reise über das Meer in ein fremdes und bedrohliches Land gewagt? Die Grabsteine verdeutlichten einmal mehr, dass hinter den trockenen Fakten, die sich in Büchern nachlesen ließen, menschliche Schicksale standen.
Neben dem Friedhof liegt der Kooloonbung Creek Nature Park
Am nächsten Tag regnete es leider ununterbrochen - zum ersten Mal, seit ich in Australien war. So besichtigte ich am Vormittag einige Museen und Kirchen.
Die St. Thomas Anglican Church von 1824 wurde von Sträflingen erbaut und ist eine der ältesten Kirchen Australiens
Im Maritime Museum
Mit Stephanie aus Schottland...
...und Maria aus Ulm teilte ich das Zimmer
Am nächsten Tag zeigte sich das Wetter wieder von seiner strahlendsten Seite. Also machte ich einen Abstecher zum Strand, bevor ich die wohl bekannteste Einrichtung Port Macquaries besuchte: Das Koala Hospital. Mitten in einem kleinen Wäldchen befand sich dieses Krankenhaus für Koalas. Neben einigen kleinen Hütten lagen die Gehege der kranken Tiere, die auf ihren Bäumen vor sich hin dösten und sich nicht viel um die wenigen Besucher scherten. Auf Infotafeln konnte man die Geschichte der Bewohner nachlesen. Viele davon waren bei Waldbränden schwer verletzt, einige von Autos angefahren worden. Es gab auch ein paar Dauergäste, z.B. einen erblindeten Koala, der in der freien Wildbahn nicht überleben könnte und im Koala Hospital ein neues Zuhause gefunden hatte. Hier kümmerten sich Tierärzte und Pfleger um die Tiere und verbrachten von Spenden finanziert medizinische Meisterleistungen, um diese Vertreter einer immer kleiner werdenden Population zu retten. Umso besser, dass viele Tiere nach der Genesung wieder ausgesetzt werden können!
Town Beach
Auf dieser Tafel sind alle Patienten des Koala Hospitals verzeichnet
Port Macquarie war meine letzte Station vor Sydney - am späten Nachmittag ging endlich die Fahrt los zur wohl berühmtesten Stadt Australiens. Sieben Stunden Richtung Süden, bevor ich endlich mitten in der Nacht in Sydney ankommen würde.
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