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Während meiner ersten Australienreise arbeitete ich auf verschiedenen Farmen im Outback von Queensland und reiste an der Ostküste entlang von Cairns nach Sydney.
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Die Natur ist die große Ruhe gegenüber unserer Unbeweglichkeit. Darum wird sie der Mensch immer mehr lieben, je feiner und beweglicher er werden wird. Sie gibt ihm die größten Züge, die weiten Perspektiven und zugleich das Bild einer bei aller unermüdlichen Entwicklung erhabenen Gelassenheit. (Christian Morgenstern)
11.02.07
Die Blue Mountains liegen nur etwa zwei Stunden Zugfahrt von Sydney entfernt. Bei einem Aufenthalt in Sydney ist es also sozusagen Pflichtprogramm, einen Ausflug dorthin zu machen. Es gibt maßgeschneiderte Tagestouren, aber die günstigere Variante ist es, einfach den Zug zu nehmen und dann vor Ort mit dem Bus zu fahren, der in regelmäßigen Abständen die wichtigsten Orte anfährt. Aufregender wäre es natürlich, mit einem Mietwagen oder als Bushwalker die Berge zu erkunden, aber für mich kam dies leider nicht in Frage. So blieb es bei einem eigenständigen Tagesausflug an meinem vorletzten Tag in Australien.
Leider verpasste ich den ersten Zug, so dass ich mich erst am frühen Mittag auf den Weg machen konnte. Nach zwei Stunden war ich in Katoomba, einem kleinen Ort, angekommen und nahm sofort den Bus, um den bekanntesten Punkt der Blue Mountains zu sehen: Echo Point. Von hier aus hat man eine faszinierende Aussicht auf das weite Jamison Valley und auf die Felsformation der Three Sisters. Die Three Sisters dürften wohl das meistfotografierteste Motiv der Blue Mountains sein. Zu den drei Säulen gibt es auch eine Legende der örtlichen Aborigines: Einst waren sie drei Mädchen, die auf der Flucht vor einem aufsässigen Liebhaber waren. In ihrer Not baten sie einen Zauberer um Schutz, der sie in Steinsäulen verwandelte, so dass der Verfolger sich zurückzog. Doch ehe der Zauberer die Mädchen wieder zurückverwandeln konnte starb er, so dass sie noch heute an Ort und Stelle stehen.
Obwohl es am Echo Point natürlich sehr voll war, gefiel es mir sehr gut. Die Aussicht auf das große, grüne Tal war einfach imposant. Die Blue Mountains - also Blaue Berge - werden übrigens so genannt, da sie in einen blauen Neben gehüllt zu sein scheinen. Dieser Nebel rührt daher, dass die Eukalyptusbäume ständig ein feines Öl absondern.
Three Sisters
Ausblick vom Echo Point Lookout
Um Echo Point herum zogen sich einige Wanderwege, auf denen es gleich viel einsamer war. Mit Eukalyptusduft in der Nase und endlich ein wenig Schatten konnte man hier die Landschaft und die Schönheit der Pflanzen bei einem kleinen Walk genießen.
Nachdem ich einige Zeit unterwegs war, ging ich zurück zur Bushaltestelle und fuhr zu den Gordon Falls. Hier war ich der einzige Besucher, der sich auf der Aussichtsplattform aufhielt. Von den Gordon Falls war wenig zu sehen, wahrscheinlich führten sie wegen des Sommers wenig Wasser. Aber trotzdem konnte ich hier einen wunderschönen Ausblick genießen. Die Stille der grünen Weite vor mir war gewaltig, Tausende von Eukalyptusbäumen bildeten eine unendliche Fläche... Kaum zu glauben, dass sich nur 110 km entfernt eine Millionenmetropole befand! Australien erwies sich wieder einmal als Land der Gegensätze...
Der Tag neigte sich dem Ende zu und der Bus fuhr seine letzte Runde. So verbrachte ich die Restzeit in Leura, einem weiteren kleinen Ort. Leura wirkte beinahe malerisch, wie aus einer Erzählung: Kleine elegante Cafés, altmodische Museen und Tante-Emma-Läden bewirkten eine nostalgische Atmosphäre. Genau das richtige, um den Tag bei einem Eis und einem kleinen Einkaufsbummel ausklingen zu lassen, bevor es wieder nach Sydney zurückging.
Leura
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