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Während meiner ersten Australienreise arbeitete ich auf verschiedenen Farmen im Outback von Queensland und reiste an der Ostküste entlang von Cairns nach Sydney.
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Shake off the dust and lose the heartbreak, just let it go and walk away... (Poesie Graeme-Evans)
10.11.06 - 12.11.06
Das Farm&Travel-Programm sieht vor, dass man nach der Ankunft in Brisbane das Wochenende in Rainbow Beach verbringt, um sich vom Jetlag zu erholen und sich in Australien einzuleben.
Im Hostel bekamen wir das Ticket für den Greyhound-Bus. Als wir im Transit Center auf den Bus warteten, trafen wir Nicolas und fanden heraus, dass er ebenfalls in unserem Kurs war. Nicolas war 27 und kam wie Karin aus Schweden.
Um 10.15 verließ der Bus Brisbane und unsere fünfstündige Fahrt nach Rainbow Beach begann.
Der Weg führte beinahe ununterbrochen durch die subtropische Landschaft, in den ganzen fünf Stunden passierten wir nicht einmal zehn Ortschaften. Ich konnte mich an den Wäldern nicht satt sehen. Auch die Ortschaften waren sehr interessant mit ihren freundlichen, hellen Häusern. Die Australier wirkten alle so, als würden sie gerade Ferien machen. Was das Wetter doch für einen Einfluss hat! Nun verstand ich tatsächlich, warum es heißt: "Queensland - the real sunshine state"!
Auch vom Greyhound war ich hellauf begeistert. Es wurde ein Film gezeigt, der Sitz war sehr bequem und vor allem: Der Busfahrer war wahnsinnig nett. Wenn ich dagegen an die Busfahrer in meiner Heimat dachte...
Nach vier Stunden hatten wir eine halbstündige Pause beim Matilda Roadhouse, vergleichbar mit einer Autobahnraststätte (nur mit viel weniger Autos).
Seltener Anblick: Ein See an der Strecke
Unser Bus am Matilda Roadhouse
Um 15.30 Uhr kamen wir in Rainbow Beach an und nachdem wir im Hostel eingecheckt hatten, machten wir uns direkt auf zum Strand (Wide Bay).
Auf Wide Bay traf nur ein Wort wirklich zu: Atemberaubend!
Es war wirklich wunderschön dort, der Strand schien endlos zu sein und es waren am Nachmittag kaum Menschen dort.
Das Wasser war strahlend blau und ich hätte Stunden dort stehen und nur hinausschauen können. Dieser Ort war perfekt.
Das einzige Manko des Strandspaziergangs war, dass Karin und Nicolas sehr häufig schwedisch miteinander sprachen, so dass ich nichts verstand und ziemlich ausgeschlossen war. Besonders Karin forcierte dies, in dem sie Nicolas immer wieder auf schwedisch antwortete. Ich fand das zwar sehr unhöflich, doch es konnte meine Stimmung an diesem herrlichen Ort nicht wirklich trüben.
Blick auf unser Hostel in Rainbow Beach
Endlich am Strand!
Nachdem wir im Ort, der wirklich klein war - vielleicht zwei Supermärkte, ein Surfclub und ein paar Läden - etwas gegessen hatten, kehrten wir zum Hostel zurück.
Kaum angekommen, traf Sophie ein, die wir schon erwartet hatten und mit ihr Lizzie aus Holland. Lizzie war Mitte zwanzig und bereits seit drei Monaten in Australien, Sophie war achtundzwanzig und machte eine Pause von ihrem Medizinstudium. Nun wurde die Situation für mich viel besser, denn ich hatte endlich Gesprächspartner. So unterhielt ich mich den ganzen Abend mit Sophie über alles Mögliche. Es war einfach wunderschön, im Garten des Hostels unter Palmen und dem Sternenhimmel zu sitzen und seine Gedanken auszutauschen. Die Atmosphäre hier nachts war faszinierend.
Im Lonely Planet steht, dass man in Rainbow Beach meint, den Goldtopf am Ende des Regenbogens gefunden zu haben. Dies ging mir am nächsten Morgen durch den Kopf - denn es stimmte tatsächlich!
Die Atmosphäre hier lullte einen ein wie eine Droge. Man kann es ein wenig mit Bruchtal aus "Der Herr der Ringe" vergleichen: Dort kann man viele, viele Tage verbringen, ohne zu bemerken, wie die Zeit vergeht. So war es auch in Rainbow Beach - man wurde von der entspannten, gelassenen Atmosphäre gefangen und ließ sich treiben. Obwohl wir nur ein Wochenende hier verbrachten, fühlte es sich an wie lange Ferien.
Straße im Ort mit Blick auf die Wide Bay
Bäume mit solchen Wurzeln hatte ich noch nie gesehen!
Am Samstag war ich alleine, denn Sophie, Karin und Lizzie machten eine Tagestour nach Fraser Island und Nicolas ging surfen.
Ich ließ es sehr entspannt angehen und bummelte ein wenig durch Rainbow Beach. Nachdem die größte Mittagshitze vorüber war, wanderte ich am Strand entlang zu den Coloured Sands.
An diesem Tag war am Strand weitaus mehr los als am Tag zuvor - viele Leute picknickten, schwammen oder machten Spaziergänge wie ich.
Die Caloured Sands - nach diesen bunten Klippen...
...wurde der Ort "Rainbow Beach" genannt
Fallschirmspringer starten von der Carlo Sandblow, einer riesigen Sanddüne
Bei diesem Anblick versteht man, warum der Strand "Wide Bay"heißt...
Blick zur Carlo Sandblow hinauf
Am späten Nachmittag machte ich mich auf zur Carlo Sandblow, einer riesigen Sanddüne, von der man einen atemberaubenden Ausblick auf die Wide Bay hat. Schon der Weg dorthin gefiel mir wahnsinnig gut, er führte durch ein kleines Stück Regenwald. Ich war fasziniert von der Natur. Die Bäume, die vielen fremden Vogelstimmen, die Düfte...
Doch Carlo Sandblow raubte mir dann komplett den Atem: Eine riesige Sandfläche inmitten des Waldes. Nach Süden hatte man einen wunderbaren Blick über den Wald und Rainbow Beach, nach Norden konnte man Wide Bay überblicken. Der Blick über den Ozean ließ mich beinahe schwindelig werden, so riesig war die strahlend blaue Wasserfläche.
Nun konnte ich die startenden Fallschirmspringer von nahem sehen - beeindruckend!
Am nächsten Tag wanderte ich in aller Frühe zu einem anderen Aussichtspunkt, Murrawar Lookout, von wo ich aus wieder einen wunderbaren Ausblick auf den Ozean hatte.
Am Nachmittag wanderten wir dann alle zusammen noch einmal zur Carlo Sandblow. Nach meinen Beschreibungen wollten die anderen diesen tollen Ort natürlich auch sehen!
Am Abend kochten wir alle zusammen in der Hostel-Küche und hatten viel Spaß dabei. Während wir aßen, unterhielten wir uns mit einigen Einheimischen, die ebenfalls im Hostel ein Bier tranken und ein Steak aßen. Es war sehr interessant, sich mit ihnen zu unterhalten. Ein Mann - er kam ursprünglich aus Gympie - hatte eine große Karriere hinter sich, er hatte lange in London gearbeitet. Und vor einiger Zeit war er zurückgekommen und betrieb nun den Surfclub in Rainbow Beach. Für ihn die besser Wahl: "It's not the worst place to live!" Der Ausspruch ist sicherlich wahr!
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