Von Juli bis November 2009 machte ich ein Auslandssemester an der James Cook University in Cairns. Danach reiste ich vier Monate mit dem Rucksack durch das Land - zunächst schaute ich mit Zentralaustralien und den Süden an und bereiste dann einen Monat lang den Westen, bevor ich vier Wochen in Melbourne und Tasmanien verbrachte. Zum Schluss verbrachte ich dann noch etwas Zeit in Sydney, in Brisbane und im Outback von Queensland.
17.12.09 - 18.12.09
Nach dem beeindruckenden Erlebnis in Seal Bay wollte ich gar nicht richtig wieder in die Realität zurück. So passte es ganz gut, dass als nächstes Sandboarden auf Little Sahara, einer riesigen Sanddüne anstand. Sandboarden finde ich einfach nicht so toll und nutze die Zeit immer lieber, um mich auszuruhen oder die Umgebung zu erkunden, und somit hatte ich nun eine halbe Stunde, um meinen Gedanken nachzuhängen und die tollen Erlebnisse zu verdauen.
Danach ging es noch nach Hanson Bay, wo man wilde Koalas sehen kann. Ok, es fühlt sich nicht wirklich so an, als ob sie wild sind, da ein extra eingerichteter Spazierweg an ihren Bäumen entlangführt. Aber sie haben keine Gehege und bekommen kein Futter, sondern leben einfach dort in ihren Bäumen, also war es schon ganz anders als in einem Zoo, und es war wirklich schön, diese Tiere wirklich mal in ihrer natürlichen Umgebung hoch oben in den Bäumen zu sehen, statt auf Holzstützen hinter einem Gitter.
An diesem Tag übernachteten wir auf der Flinders Chase Farm, wo wir zwei Zimmer für uns hatten. In der Dämmerung machten wir einen Spaziergang, um wieder Kängurus und Wallabys zu beobachten, aber hier sahen wir nur ganz wenige. Wahrscheinlich lag das daran, dass hier soviel touristischer Betrieb war. Abends saßen wir dann wieder ums Feuer. Michael hatte ein Didgeridoo entdeckt, so dass es uns vorspielte und wir auch mal ein paar klägliche Versuche starten konnten. 
Am nächsten Morgen ging es endlich in den Flinders Chase National Park! Hier machten wir eine Wanderung am Rocky River zur Snake Lagoon, und diese Wanderung war wirklich atemberaubend. Solch eine Landschaft hatte ich noch nie gesehen, und ich war einfach nur vollkommen begeistert und glücklich.
Nach dieser langen Wanderung stand dann der Besuch der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel an: Remarkable Rocks und Admiral's Arch. Hier waren nun natürlich ziemlich viele Leute, aber dafür konnte man am Admiral's Arch eine Kolonie Neuseeländischer Pelzrobben sehen, was ich natürlich wieder liebte. Von hier war ich nur schwer wieder wegzukriegen. Die Tiere waren ziemlich weit weg, aber trotzdem konnte man sie gut erkennen und beobachten. Einfach fantastisch!
Auf der Fahrt zurück zur Fähre hielten wir noch einmal an einem menschenleeren Strand, dann traten wir die Überfahrt zum Festland an. Ich war ganz erfüllt von den Erlebnissen dieser drei Tage, denn Kangaroo Island hatte abgesehen vom Outback einfach alle anderen Naturerlebnisse getoppt, die ich bisher in Australien, hauptsächlich ja in Queensland, gesehen hatte. Die faszinierende Natur, die wilden Strände mit ihren Felsen und Klippen, die Tiere und dazu die Einsamkeit - einfach unbeschreiblich.