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Nun ist es endlich soweit und ich werde ein Jahr lang dem trüben Alltagstrott entfliehen. Hongkong, Australien, Neuseeland und Thailand stehen auf dem Programm. Fremde Kulturen, überwältigende Gegenden und neue Eindrücke satt.
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Samstag, 21.05. - Montag 23.05.
Um acht Uhr heute Morgen wurden wir von einem PeterPan Bus abgeholt und an die Kueste von Noosa gefahren, wo uns ein Schnellboot (sie nannten es so, aber eigentlich wars ein alter Kahn) zum Cooloola National Park gefahren hat. Um halb zehn waren wir dann schliesslich an der Rangerstation und wurden ueber die richtige Handhabung von Kanus aufgeklaert. Der "Instruktor" meinte dann noch: "Also Leute, es gibt hier keine Krodkodile. Nur ein paar Schlangen und Spinnen." Ganz nebenbei bemerkte er dann noch: "Und ach, es gibt auch Haie in den Flussarmen..." Ja. Haie. Besser gesagt eine Art von Hai. Der Bull Shark! Der Hai, der die meisten Menschen auf dem Gewissen hat. Es sterben mehr Menschen in den Fluessen, als an der Kueste!! Aber der nette Herr hat das ganze nicht so eng gesehen: "Bull Shark - Bullshit! No worries Guys!!"
Aha also sind wir in dem Glauben, dass diese Bull Shark nummer nur so ne Backpacker Verarsche ist losgepaddelt. Erst ohne unsere Campingausruestung einen Seitenarm hoch, um die Szenerie auf dieser Seite des Parks zu betrachten. Wir paddelten einen etwa 10 Meter breiten Flussarm hoch, der umgeben war von Subtropischen Pflanzen. Wir haetten genau so gut den Amazonas entlangfahren koennen. Das waere nicht wirklich aufgefallen.
Die Sonne stand gerade so, dass sie sich im Wasser derart spiegelte, dass an den Baeumen phantastische Lichtspiele zu sehen waren.
Nach etwa anderthalb Stunden kamen wir an eine Bruecke, die uns als Umkehrpunkt empfohlen wurde und wir drehten um. Wieder an der Rangerstation luden wir dann unser Gepaeck (das in grossen Faessern vor dem Wasser geschuetzt war) in die Kanus und machten uns an die Arbeit, die weiteren anderthalb Stunden zum Camp zu paddeln. Gluecklicherweise sass ich immer hinten im Boot und habe gesteuert, sodass ich eine ziemlich entspannte fahrt hatte, waehrend die anderen Beiden in meinem Kanu paddeln mussten. Ich haette wirklich gerne eine Trommel gehabt, um den Takt anzugeben...
Wir kamen dann kurz vor Sonnenuntergang im Camp an und schlugen unsere Zelte auf. Alex, der Englaender, den ich zuvor getroffen hatte, teilte sich das Zelt mit mir. Da wusste ich noch nicht, dass er nachts saegt wie ne ganze Holzfaeller Brigade! Wie dem auch sei, gings dann ans kochen. Hmmm leckere instant Nudeln mit Thai sosse (ich haette nicht die Besten zuerst essen sollen, denn die anderen Packungen waren eckliges Beef und komisches Chicken Curry). Zwei Englaender (die Gruppe bestand aus einer Amerikanerin, zwei Deutschen, zwei Daeninnen, einer Franzoesin (die absolut perfekt englisch sprach und der keiner glaubte, dass sie aus Frankreich kommt) und sechs Englaendern) kamen auf die Idee, Feuer zu machen. Also machten wir ein Feuer in einem Naturschutzgebiet, in welchem alles geschuetzt ist und Geldstrafen auf das entfachen von Feuern mit gesammeltem Holz stehen... (Die Englaender behaupten immer noch, die Schilder, die im Abstand von 10 Metern haengen, nicht gesehen zu haben...)
Abends gesellten sich dann meine zwei Mitbewohnerinnen (die mit den Spaghetti) zu uns. Sie hatten die Kanufahrt einen Tag vorher begonnen und wuerden Morgen wieder zurueck fahren. Die eine mit den Spaghettis war ziemlich betrunken und stuerzte zu aller Anwesenden Belustigung in Traegertop und Shortpants durch den Wald und sammelte geschuetztes Feuerholz. Es hoert sich super lustig an, wenn englisch sprachige lallen 
Wir haben uns dann eine Weile unterhalten und zusammen den Wein gekillt. Bis Ms. Spaghetti sich verabschiedet hat. Da wir nicht wussten, wo sie hin ist, bin ich dann zu ihrem Zelt und habe nach ihr geschaut. Sie hat es vorgezogen, schon gegen sieben Uhr schlafen zugehen. Ich meinte dann, dass sie es morgen bereuen wuerde, wenn sie jetzt schon pennen geht, weil sie dann einen tollen Abend am Lagerfeuer verpassen wuerde. Die Antwort war, dass sie wieder kommen wuerde, wenn ihre Freundin ihr Reis macht...
Also wieder zu ihrer Freundin, Bericht erstatten. Das Problem war, dass sie kein Reis kochen konnte und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg zu ihrem Zeltlager, Reis kochen. Wir unterhielten uns ein wenig ueber den fertigen Zustand von ihr. Als sie dann auf die Toilette musste, gab ich ihr meine EMP Leselampe, von der sie anschliessend so begeistert war, dass ich ihr versprechen musste, ihr eine zu schicken, wenn ich wieder zuhause bin.
Ich gesellte mich schliesslich wieder zu den anderen ans Lagerfeuer und nach einer Weile kam sie und sagte mir, dass ihre Freundin es wahrscheinlich nicht mehr schaffen wuerde, da sie zu betrunken sei.
Nachdem sie dann auch ins Bett gegangen war, kam ihre Freundin wieder ans Lagerfeuer. Sie hatte immer noch nicht
viel mehr an und fror furchtbar. Brachte sie dann zurueck zum Zelt und ging danach auch pennen. Es war so kalt, dass ich in meinen Kleidern geschlafen habe. Hat sich als keine so gute Idee erwiesen, da ich die Hosenbeine hochgekrempelt hatte und immer auf den Umstuelpungen lag. Ziemlich unangenehm. Zudem hatte ich kein Kissen und am naechsten Morgen recht ordentliche Nackenschmerzen. Um die Nacht vollstaendig ungemuetlich zu gestalten, schnarchte der Englaender in meinem Zelt die ganze Nacht durch...
Am naechsten Morgen standen wir dann kurz nach sieben auf und machten Fruehstueck. Die tollen Kocher, die wir bekamen brauchten 45 min um Wasser zu erhitzen. Wir hatten nur 4 Kocher fuer 10 Personen und jeder hatte etwas anderes zum Essen dabei, so durften wir schlange stehen, bis man endlich an der Reihe war.
Die beiden Daeninnen sind dann zurueck gefahren, weil ihnen das Campen nicht gefallen hat. Wieso bitte macht man einen Campingausflug, wenn einem campen keinen spass macht?
Nach dem Fruehstueck fuhren wir dann anderthalb Stunden den Fluss hinauf zu einer grossen Sandplattform, die durch vom Wind hochgetragenen Sand geschaffen wird. Nachdem wir die Kanus verlassen hatten, durften wir noch einmal anderthalb Stunden durch den Busch maschieren, bis wir endlich ankamen. Es war eine etwa 3 km grosse Sandflaeche, die einer kleinen Wueste glich. Man hatte einen tollen Blick ueber die Landschaft und das Meer.
Wir blieben etwa zwei Stunden und fuhren dann wieder zurueck. Im Camp fanden wir dann eine Nachricht von einem Ranger, in der es hiess, dass es verboten sei, Feuer mit Buschholz zumachen und dies Geldstrafen nachsichziehen kann. Wussten wir das nicht schon?
Nach dem Abendessen (wieder super Instant Nudeln
), machten sich die Englaender dann wieder an die Arbeit ein Feuer zu machen... Die andere Gruppe, die Heute ankam, half ihnen dabei. Sie hatten ihr Camp direkt an unseres angeschlossen. Es waren ja nur noch zwei weitere Campingplaetze frei, die sie benutzen koennten. Aber nein, draengen wir uns lieber auf einen!
Ein paar von uns wollten das Feuer boykottieren und so blieben wir im Lager und gingen nicht an die Feuerstelle. Doch wurde es dann so kalt, dass wir den Boykott aufgaben und uns ans Lagerfeuer setzten und wieder mit den anderen tranken.
Kurz vor zehn verabschiedete ich mich dann und ging ins Bett. Diesmal ohne Kleider, was wesentlich waermer war. Ich benutzte ein Nackenkissen, dass ich in meinem Rucksack vergessen hatte als Kissen und so schlief ich in dieser Nacht ziemlich gut, obwohl es noch kaelter war, als in der letzten.
Am naechsten Morgen gings dann nach dem Fruehstueck zurueck zur Rangerstation. Die Amerikanerin und der Englaender aus meinem Zelt waren in einem Kanu, aber keiner von ihnen konnte wirklich Kanufahren und so gings fuer sie im Zick Zack den Fluss runter. Da wir eh knapp bei Zeit waren entschieden wir uns, an den Rand des Flusses zu fahren und ich uebernahm dann fuer die Amerikanerin das Steuer.
An der Rangerstation angekommen machten sich prompt wieder die Mosquitos ueber uns her und wir konnten es nicht erwarten, bis endlich das Schiff kam, dass uns abholte.
Der Ranger erzaehlte uns dann noch, dass die Geschichte mit den Bullsharks kein Maerchen war und all die Frauen, die am Tag zuvor ins Wasser sprangen waren etwas geschockt, weil sie es fuer eine Geschichte hielten. Recht so! Immer diese Ignoranten...
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