Australien-Reisebericht :In knapp zwei Jahren durch Malaysia, Neuseeland und Australien

South Australia 1: Teil 1 – von 28.12 bis 07.01.2017 3250km

Ziel: Durch die Nullarbor Plains nach Ceduna, rund um die Eyre Peninsula, über Streaky Bay, Coffin Bay und Coffin Bay NP, Port Lincoln, an die Ostküste der Halbinsel. Über Tumby Bay und Cowell bis Lucky Bay, zurück ins Innenland nach Wudinna und Minnipa, durch den Gawler Range NP und den Lake Gairdner NP über Kimba und Iron Knob bis Port Augusta, von wo wir zur Umrundung der Yorke Peninsula aufbrechen.

Wetter: Sonnenschein > 30°, teils auch 40°, nachts < 25° mit teils heftigen Sturmböen.

Wir haben South Australia erreicht, müssen unsere Uhren dank Sommerzeit gleich um 2 1/2 Stunden vorstellen,

werden im Border Village (Roadhouse) schon mal vom Osterhasen begrüßt,

durchqueren dann den Nullarbor NP in dem mehrere Stichstrassen zu Lookouts auf den Great Australia Bight Marine Park führen, einem Meeresschutzgebiet, das sich gut 200km diese Steilküste entlang zieht, hier exemplarisch die Bunda Cliffs.

Wir entdecken noch einen Dingo (Wildhund) am Strassenrand,

werden auf den Beginn der baumlosen Zone (Null Arbor = keine Bäume) hingewiesen,

kommen am Nullarbor Roadhouse vorbei

und beziehen unseren heutigen SP am kostenlosen CP Whitewell Tank, direkt am Eingang zum Head of Bight gelegen, von dem aus im Winter Walbeobachtungstouren durchgeführt werden.
Nachdem die traditionellen Landeigentümer bereits für die Zufahrt zu dem kleinen Hafen AUD 7 pP verlangen verzichten wir auf diese Besichtigung, fahren gleich weiter, auf endlosen, schnurgeraden Strassen

und nehmen dann die Abzweigung nach Fowlers Bay. Hier teilen sich ein paar hundert Leute und ein paar wenige Touristen zig Kilometer lange, schneeweise Strände und einen schönen Angelpier.

Zurück auf der Hauptstrasse geht es weiter Richtung Osten bis Penong, das sich rühmt in seinem Windrad-Wasserpumpen-Freilichtmuseum das größte Windrad Australiens zu besitzen.

Diese Comet Windräder wurden normalerweise mit einem Durchmesser von 35 Fuss (= gut 10m) gebaut, dieses spezielle hat seit seiner Renovierung einen Durchmesser von 35+ Fuss – und ist somit das ‚Größte‘. Wir erreichen endlich Ceduna, tanken nach 1300+km SL3 wieder mal voll, gehen kurz zum Einkaufen und wesentlich länger ins Internet um den letzten WA Teil unsres Berichtes freizugeben und nutzen die Gelegenheit endlich auch mal die Anhänge all der eingegangenen Weihnachtsmails zu Lesen, Bewundern. Nochmals 70km weiter übernachten wir auf dem CP/SP in Haslam.
Wir sind hier auf der Eyre Peninsula angekommen, schauen uns kurz die Perlubie Camp Site an, eine ähnliche SP/CP Kombination wie die in Haslam, in der wir übernachtet haben.

Wir durchqueren Streaky Bay

und fahren dann auf dem Cape Bauer Loop Drive raus nach Cape Bauer

und zum Whistling Rock, der im Gegensatz zu den heute inaktiven Blowholes heftige Stöhngeräusche von sich gibt.

Der Point Labatt Conservation Park ist der einzige Platz auf dem australischen Festland mit einer permanenten Kolonie Australischer Seelöwen. Aus weiter Ferne beobachten wir sie beim Schwimmen,

Papa Löwe beim Sonnenbad

und Baby Seelöwe beim Mittagessen.

Wir fahren weiter nach Baird Bay,

aber die Delphine sind heute leider alle draussen beim Fischen, dafür können uns Murphys Haystacks nicht entkommen.

Diese Granitfelsen (Inselberge) stehen hier auf der grünen Wiese einfach rum und verwittern seit Jahrzehntausenden vor sich hin. Auch in Venus Bay ist keiner der versprochenen Delphine zu sehen, dafür wurde hier für Morgen, Sylvester, zwischen 21h und 8h am Neujahrsmorgen ein Alkoholgenussverbot in der Öffentlichkeit verhängt. Hier ist also nix mit: ‚Glas Sekt in der Hand dem Feuerwerk zusehen‘ – heisst für uns natürlich: Obelix lässt grüßen und nix wie weg,

weiter zum Talia Cave Drive, wo wir zur Woolshed Cave runter steigen

und uns dann The Tub von oben anschauen,

ehe wir in Elliston uns über die Jetty wundern,

die trotz vor kurzem erfolgter Totalrenovierung nicht betreten werden darf. Nochmals einige km weiter dann unser SP am Locks Well Beach,

wo man im Treppenhaus auf dem ,stairways to heaven‘

gut 300 Stufen zum Beach hinab steigen muss, nur um dort drunten am Meer ein paar Lachse zu fischen. Surfen und Baden ist hier wegen gefährlicher Unterströmungen sogar verboten.
Am nächstem Tag besuchen wir Coffin Bay und den gleich nebenan gelegenen Coffin Bay NP, auch wenn man so wie wir heute weder 4WD Touren plant noch im Park übernachten möchte, sind AUD 10 als NP – Eintritts-, Steilküsten-,

Strandbewunderungs-

und Felsenanschau- Gebühr trotzdem fällig.

In Coffin Bay dann das schon bekannte Warnschild,

das bei uns sofortige Fluchtbewegungen auslöst. In Port Lincoln dann, dem nächst größeren Ort hier in der Umgebung,

die selben Tafeln. Um mit dem Gesetz nicht in Konflikt zu kommen, ziehen wir uns an den ‚einsamen‘ SP von Fisher Bay zurück, wo wir mit etwa noch 50 Gleichgesinnten warntafellos das Neue Jahr erwarten.
Irgendwann am frühen Morgen schliefen wir trotz all der Musik ein und als wir am späten Vormittag aufwachten, wurde immer noch kräftig musiziert. Wir ziehen weiter, finden die Red Cliff CP Area auch nicht schöner als unsere von der letzten Nacht,

wiederstehen dem Angebot uns in Tumby Bay auf einem von eine Clydesdale (das sind die Pferde mit den langen Haaren um die Hufe, die sonst im Fernsehen den Anhaeuser-Busch Bierwagen ziehen) gezogenen bierlosen!!! Wagen durch den Ort schippern zu lassen

und nachdem die Neujahrsparty hier bereits in den letzten Zügen liegt,

fahren wir weiter über Port Neil

nach Arno Bay. Auch hier wieder das selbe Bild, am Ortseingang ein Alkoholverbotsschild für die Silvesternacht (wenn die Kinder schlafen) zwischen 23h und 7h Morgens und dann ab 11h Morgens die kommunale Neujahrsparty (natürlich mit Kindern!!!) auf der beliebig Konsummiert werden kann – Obelix, Obelix, Obelix!!! Wir strafen die Party mit Verachtung und bewandern dafür den 2,5km langen Board Walk durch die Mangrovensümpfe,

bis raus zum offenen Meer

bevor wir am Strand von Port Gibbon unseren heutigen SP beziehen.
Wir fahren ins benachbarte Cowell,

wo die öffentlichen Toiletten als Galerie für die lokalen Künstler dienen und so man Gefallen an einem der Kunstwerke findet, das Bild einfach abhängen kann und den geforderten Betrag (so zwischen AUD 20 und AUD 50) in eine ‚Spendenbox‘ werfen sollte. Noch ein Stückchen weiter erreichen wir Lucky Bay,

eine Ferienkolonie am weissen Sandstrand, bevor wir unsere Strandbesichtigungsrunde beenden und Richtung Westen ins Binnenland zurückkehren. Über Cleve und Lock

erreichen wir Wudinna, mitten im Ort diese Granitskulptur

zu Ehren der Farmer, der Landwirtschaft. Rings um den Ort alte Granitfelsen wie den Polda Rock, dessen ablaufendes Regenwasser in einem kleinen Stausee aufgefangen wurde

oder der 200m hohe Mount Wudinna, der als zweitgrößter Monolith Australiens gilt,

obwohl ein Großteil seiner Oberfläche unter einer dicken Erdschicht versteckt ist. Wir wandern die 80Hm bis zum Gipfel,

geniessen den Blick in die Ferne und beziehen dann unserem SP für heute im APEX Park von Minnipa, einer extrem RV Friendly Town.
Auf einem Scenic Drive fahren wir erst mal all die Granithügel im Umland von Minnipa ab, besuchen so den Tcharkuldu Hill, an dessem Fuss wir dieses alte Steinhaus entdecken,

den Minnipa Hill und den Yarwundutta Rock. An beiden sind die Ableitungen und Staubecken zur Regenwassersammlung immer noch im Betrieb, das Wasser vom Minnipa Hill wird in den Ort zur Gartenbewässerung geleitet, das vom Yarwundutta Rock

dient zur Bewässerung einer nahegelegenen landwirtschaftlichen Versuchsanstalt. Droben auf dem Felsen dann diese schön verwitterten Steine,

drunten am Fuss des Felsens diese schöne Wave (Welle),

die dadurch entsteht, dass feuchtes Erdreich den Granit noch schneller verwittern lässt, bevor es von Wind und Wetter weggetragen wird, ‚der Felsen aus dem Boden wächst‘.
Auch am Pildappa Rock drunten eine schöne Wave

und droben auf dem Berg bis zu 1m tiefe Wasserlöcher,

die von den durchziehenden Nomaden schon seit Urzeiten genutzt wurden. Wir fahren weiter Richtung Norden in den Gawler Ranges NP (AUD 10), dessen Hauptattraktion die Organ Pipes (Orgelpfeifen) sind,

freistehende Basaltsäulen auf gewachsenem Granit. Wir fahren einer grossen Schleife im Gegenuhrzeigersinn durch den Park, teilweise auf dem 4WD Track 59, teilweise auf dem Loop Track, erhalten unterwegs eine kurze Nachhilfestunde in Känguru Vermehrung,

besichtigen die trockenen Kolay Mirica Falls

und die historische Pondanna Outstation

bevor wir uns als die einzigen Gäste auf dem CP Scrubby Peak (AUD 12) in Gawler Ranges NP niederlassen.
Wir verlassen den Park Richtung Norden und fahren den Pondanna Ruins, einer ehemaligen Schafschererstation vorbei

bis zum Lake Gairdner NP, besichtigen kurz den Waltumba Tank und die Pump Station

bevor wir hoch auf einen der Granitberge steigen um den Lake Gairdner zu bewundern, einen der größten Salzseen Australiens,

auf dem auch schon Geschwindigkeitsrekorde erzielt wurden.

Über Mount Ive,

einer netten Station mit CP und Gästehäusern mitten im Niemandsland, vorbei an dem alten Ochsenwagen

erreichen wir Kimba, fahren hoch zum White Knob Lookout um diese Skulpturen zu bewundern,

besuchen den Halfway cross Australia Point, angeblich ist hier die halbe Strecke zwischen der Ostküste und der Westküste

und fahren dann noch weiter bis zur RVFT Iron Knob wo die Gemeinde mitten in der Stadt einen kostenlosen CP mit Küche, Aufenthaltsraum und Duschen angelegt hat.
Da werfen wir doch gerne was in die Spendenkasse und brechen dann am nächsten Morgen erst mal zur geführten Tour in die mittlerweile geschlossene Eisenerz Mine, dem Iron Knob auf,

blicken rüber auf die neueröffnet Mine,

deren Erz noch ein bisschen eisenhaltiger ist und deshalb jetzt bevorzugt wird und die hoffentlich zur Wiederbelebung dieses Ortes führen wird in dem derzeit noch etwa 140 Personen ausharren, auf Arbeit, auf bessere Zeiten hoffen. In Whyalla wandern wir kurz durch den Ort, steigen hoch zum Hummock Hill Lookout und schauen runter auf den Strand,

die Stadt,

die Eisenhütte, in der hauptsächlich Pellets, Roheisenkugeln hergestellt werden,

die dann per Frachter überwiegend nach Korea und China verschifft werden.

Noch ein kurzer Abstecher zum Point Lowly Lighthouse

bevor wir nach Port Augusta weiterfahren. SL3 ist seit Geralton schon wieder 10.000km älter, also Zeit für den nächsten Ölwechsel und die allgemeinen Wartungsarbeiten. Zum einen hat der hiesige 4WD Händler aber frühestens am Montag Zeit dafür, zum anderen wollen wir die Yorke Peninsula sowieso umrunden, also verschieben wir die Besichtigung von Port Augusta ‚auf später‘ und fahren gleich Richtung Süden weiter, wo wir im CP Chinaman Creek Conservation Park unseren heutigen SP finden.
Wir fahren erst einmal auf uns aus der Vergangenheit bereits bekannten Wegen die West Küste der Yorke Penninsula entlang, besuchen den hölzernen Pier von Port Germein

und den Hafen von Port Pirie, in dem wir einst so schön gegrillt und dann gut geschlafen haben.

Vom Pier in Port Broughton sehen wir diese Blue Swimmer Crabs im fusstiefen Wasser,

die von den ‘Anglern’ hier mit Begeisterung in Krabbenreusen herausgefischt werden.

In Wallaroo werden auf der Land-Seite des Hafens diese riesigen, an Fahrsilos erinnernden Getreidezwischenlager gefüllt,

während draussen im Wasser das Getreide in riesige Frachter rieselt. Es geht weiter an die Piers / Strände von Moonta Bay

und Port Hughes,

alle irgendwie schön gepflegt und trotz Hochsaison, wir sind mitten in den Sommerferien!!!, angenehm ruhig. In Moonta erinnert diese Schule

an die Hochzeiten des Kupferabbaus, Port Victoria träumt noch von den Zeiten der Windjammer,

die einst von hier aus vollbeladen mit Getreide nach Europa segelten, vorbei an diesem rosafarbener Salzsee am Wegesrand,

dessen Algen als Beta Karotin Produzenten so beliebt sind geht es zu unserem SP für heute am Sportplatz der RVFT Warooka.
Wir fahren an die Spitze des Stiefels der Yorke Penninsula, besichtigen dort kurz das Corny Point Lighthouse,

den Berry Beach und Daly Head.

Nach einer kurze Mittagspause auf dem Pier in Marion Bay geht es weiter über den Innes NP nach Yorketown

und nun mal durch Farmland, mal einer Steilküste entlang nach Edithburgh, bekannt für seinen Meerwasser-Swimmingpool

und seinen fischreichen Pier, der bei Schnorchlern helle Begeisterung hervorruft. In Stansbury bewundern wir noch dieses gut 20m lange Mural,

in Port Vincent diesen Fotorahmen der hier den Besuchern zur Verfügung gestellt wird,

und fahren dann über Port Julia, zum SP der RVFT Arthurton, wo es Dank der vielen Bilder mal wieder Zeit wird ein Kapitel dieses Berichtes zu schliessen.

© Anja & Wolfgang, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nachdem wir die letzten 2 Jahre auf dem amerikanischen Kontinent verbracht haben, zieht es uns diesmal wieder gegen Osten. In den nächsten 22 Monaten wollen wir Malaysia, Neuseeland und Australien erkunden.
Details:
Aufbruch: 15.10.2015
Dauer: 22 Monate
Heimkehr: 14.08.2017
Reiseziele: Malaysia
Singapur
Neuseeland
Australien
Live-Reisebericht: Anja & schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt. Anja & über sich:
Weltreisende aus Leidenschaft
Aus dem Gästebuch (3/21):
Thomas Bruder 1483375730000
Hallo Ihr Zwei,­

Ich wünsche euch von ganzem Herzen ein gutes Neues Jahr 2017 mit vielen kleinen und großen A­ben­teu­ern auf eurer Reise durch Aus­tra­lien.­

Freu­e mich schon auf ein Wie­der­se­hen.­

Gruß Thomas
Thomas Bruder 1478533599000
Hallo Ihr Zwei,­

wol­lte euch nur wissen lassen dass ich nach wie vor mit viel Freude jeden eurer Rei­se­berich­te lese.­
Sie bitten immer wieder die Ge­le­gen­heit für ein paar Minuten in eine ferne mir un­be­kan­nte Welt ein­zu­tauchen. Das macht immer wieder Spaß­.
Ich wünsche euch wei­ter­hin eine gute Fahrt und viele tollen Er­leb­nis­se.­

Gruß Thomas
Mark Clark 1478154740000
Wol­fgang and An­ja,­
I want to tell you again how much I have been en­jo­ying your travel blog. The photos are great as is the com­mentary. I am genu­i­nely im­pres­sed with your energy as tou­rists. I was par­ti­cu­larly happy to see your blog about Ma­lay­sia since I will be tra­ve­ling there in Feb­ruary.
Your fan­,
Mark Clark