Bula! Und dann war ich im naechsten Paradies! Wie sich's fuer so ein Pazifikparadies gehoert wurde ich mit einer Muschelkette empfangen. Ich habe die erste Nacht in Nadi bei einer Fijifamilie verbracht. (Couchsurfing ist super!) Vom Flughafen ging es mit dem oeffentlichen Bus zu dem Haus von Suave, der etwa sieben Minuten vom Flughafen entfernt in einem kleinen Dorf lebt. Die Busfahrt war wie reisen in Mittelamerika, ach wie ich doch dieses fortbewegen vermisst habe, die Fahrt war leider nur 10 Minuten und dann waren wir auch schon da. Ueber das Aussehen der Fijianer habe ich mich ein bischen gewundert. Dachte die sehen wie die anderen Polynesier z.B. Hawaiianer oder Maoris aus, aber deren Vorfahren kamen anscheinden aus Afrika und dementsprechen sehen sie dann auch aus. Auch die Haeuser mit den Wellblechdaechern koennten in Afrika sein. Nach einer herzlichen Begruessung in Suaves Familie und einem leckeren Essen, hat Suave mir meine weitere Reise organisiert. Geplant hatte ich urspruenglich, dass ich ein paar Tage in die Berge fahre und in einem Dorf wohne, um die Kultur von Fiji ein bischen kennen zu lernen und dann ein paar Tage auf einer Insel Sonne, Strand und Meer geniessen. Leider war das Wetter bevor ich gekommen bin sehr schlecht und daher ein Dorfbesuch wegen der schlechten Strassenverhaeltnisse nicht wirklich moeglich. Also ne Woche nur Inselhopping. Hoert sich super an, wenn man allerdings ein bischen Reisemuede ist wie ich, kann das auch etwas anstrengend sein. Ja ich habe gerade etwas genug vom Reisen, vom faulenzen, von Sonne, Strand und Meer und freue mich schon aufs Arbeiten in Australien, aber nichts desto trotz werde ich Fiji geniessen, so gut es mir moeglich ist, bin ja auch eh nicht so wirklich der Strandtyp. Leider kann man auf Fiji nicht wirklich gut individuel reisen, wenn man auf die Inseln will, muss man immer ein ganzes Packet buchen inkl. Transport, Unterkunft und Essen. Na ja also dann mache ich halt mal Backpacker-Pauschalurlaub, ist ja nicht so meins, aber egal. Insgesamt habe ich drei Inslen besucht: Nacala, Waya und Navati. Wunderschoen, wie aus dem Reiseprospekt, kein Wunder, dass die hier Filme drehen wie "die Blaue Lagune" und "Castaway" (habe langsam, dass Gefuehl meine Weltreise ist ne 'auf den Spuren von Hollywood' Reise, war an den Drehorten von Rocky, King Kong, South Passifik, Jurassik Park, die Blaue Lagune, Castaway, und es kommt ja noch Neuseeland mit Herr der Ringe, etc.)
So schoen die Inseln und die Straende waren (teilweise sehr gute Schnorchelstellen), der Backpackerpauschaltourismus ist nichts fuer mich. Es wurde immer gemeinsam gegessen, nach dem Moto wir sind a big Happy-Family. Die Reisegespraeche wie: wo kommst du her, wo warst du schon, wo gehst du hin, gehen mir schon ziehmlich auf den Keks. Nach dem Abendessen wurde man dann auch noch immer unterhalten. Meistens mit traditionellen Taenzen. Mir taten die armen Fijianer nur leid, jeden abend muessen die immer das gleiche fuer die Touristen tanzen. Hat mich an meine Kindheit errinnert, als ich einen Sommer lang mit dem Heimatverein jedes zweite Wochenende in Tracht fuer die Touristen getanzt habe. Ein Sommer lang jedes zweite Wochenede war echt ausreichend, aber die machen das jeden Abend!
Und dann wurde man auch noch genoetigt bei so ne Art Clubtaenzen auf Fijiart oder bei Partyspassspielen mitzumachen. Die ersten zwei Tage habe ich ja noch mitgetanzt, die meinens ja auch nur gut, aber dann hab ich mich geweigert, ist einfach nicht meins. Und die Partybackpacker haben mir mal wieder den letzten Nerv bzw. meinen guten/schlechten Schlaf geraubt. Die Englaender muessen es aber auch immer uebertreiben und trinken einfach zuviel und stolpern dann laut, ruecksichtslos und viel Fluchend ins Dorm um vier Uhr nachts und wundern sich dann noch wenn man sich beschwert. Hoefflich bitten (hab ich beim ersten Mal probiert) hilft da nichts, man muss sich fluchend beschweren, das scheint als einziges ne Wirkung zu zeigen. Na ja muss auch mal sein, bis jetzt hatte ich Glueck und nur wenig davon.
Was ich so tagsueber auf Fiji gemacht habe? Am Strand gefaulenzt und mich gebraeunt (war in meinem Leben noch nie so braun, wusste gar nicht, dass ich ueberhaupt so braun werden kann), in der Haengematte gefaulenzt und gelesen, zwischen druch mal geschnorchelt und wenn ich es dann nicht mehr ausgehalten habe und die Hummeln in meinem Hintern zu unruhig wurden, habe ich mich aufgemacht die Inseln zu erkunden. An einem Tag habe ich ein kleines Dorf besichtigt, an einem anderen Tag habe ich mich durch mannshohes Grass geforstet bis ich auf einem Huegel angekommen bin und eine schoene Aussicht ueber die Insel und das Meer hatte. Einen Tag bin ich angeln gegangen, aber die Hacken waren etwas zu gross fuer die Minifische und etwas zu rostig und der Widerhacken hat auch gefehlt und so war ich froh, dass ich wenigstens einen gefangen habe und ansonsten schoen brav die kleinen Fische gefuettert habe, damit sie gross und stark werden.
Nach 6 Tagen Strand bin ich dann wieder zurueck auf die Hauptinsel zu meiner Fijifamilie fuer eine Nacht. Es gab mal wieder ein leckeres Fijiabendessen und zum Abschied Kavatrinken. Die Fijianer sagen, man war nur in Fiji, wenn man Kava getrunken hat. Die Touristen und viele Einheimische sagen, dass es fuerchterlich schmeckt, ich fand es gar nicht so schlimm, hat mich etwas an Matetee erinnert. Kava wird aus der Wurzel des Papierbaums hergestellt. Man schuettet das Pulver in ein Tuch und schwenkt dieses in einem grossen Topf mit Wasser. Das ganze bekommt dann eine schlammbraune Farbe. Es gibt fuer die Kavatrinkzeremonie feste regeln. Einer schoepft und gibt das Kava in einer Kokussnussschale aus. Es wird immer in der gleichen Reihenfolge getrunken. Es gibt einen Chef, der immer als erstes trinkt, allerdings entscheidet der Sprecher, wann eine neue Runde begonnen wird und ob die Kokusnussschale halb voll oder voll fuer alle gemacht wird. In der ersten Runde sagt man Bula bevor man trinkt und alle anderen antworten mit Bula. Man klatscht vor jedem trinken ein Mal in die Haende und die anderen Klatschen als antwort zwei Mal in die Haende. Kava betaeubt leicht die Zunge und die Lippen, fuehlt sich an wie nach dem Zahnarztbesuch. Hat aber ansonsten keine grosse Wirkung. Wenn man zuviel davon trinkt soll man angeblich am naechsten Morgen etwas muede/schlaefrig sein und man soll nachts tief und fest schlafen. Ich hatte nach dem Kavatrinken aber das Gefuehl ich haette drei Red Bull getrunken, konnte die Nacht kaum schlafen und der Effekt am naechsten Morgen war der gleiche, ich war sehr muede und schlaefrig. Der Besuch bei meiner Fijifamilie war wirklich toll und hat mir am besten gefallen und dann ging es los nach Austalien und endlich Schluss mit der Faulenzerei, harte Farmarbeit ist angesagt...