heaphy-hut - arrowtown: aus den welten einer hitchhikerin...
eine nacht im zelt und am naechsten morgen zurueck laufen, von der heaphy-hut zum car-park. dieser liegt immer noch weit draussen, aber um 13h faehrt ein shuttle von dort gen town zurueck. waehrend ich warte, sehe ich wie zwei frauen in eines der wenigen autos, die dort stehen, einsteigen. HLT! ich will mit! und ich habe glueck - sie raeumen ihre sachen zusammen, sodass ich und mein rucksack auch noch platz darin finden. nach karamea. von dort komme ich ohne schwierigkeiten weiter nach westport. dort gabeln mich zwei hardrockfreaks mit ihrem van auf. die fensterscheiben mit aufklebern zugeklebt, der akzent unverstehbar und die musik viel zu laut. ich wuensche mir so sehr an meine ohrstoepsel dran zu kommen, aber die sind tief vergraben, im rucksack. extra fuer mich fahren sie eine schleife durch die landschaft, von der ich jedoch nicht so wahnsinnig viel sehe: besagte aufkleber an den scheiben und ein wetter, dass sich zugezogen hat. ich bin froh als wir ankommen und ich die musik hinter mir lassen kann. der naechste lift ist angenehmer - im auto eines herren, der von der arbeit nach hause faehrt. vorbei an der westkueste, den pinguinen und pancakerocks, von denen ich herzlich wenig sehe. bis kurz vor greymouth, dann: erneuter fahrerwechsel. ein komischer kauz, der an diesem abend nichts zu tun hat und mir anbietet mich weiter zu fahren. gar nicht im sinne einer tramperin. ich will mitfahren, nicht rumkutschiert werden. rumkutshcieren ist nur fuer die letzten meter prima, nicht fuer endlose strecken. da es jedoch abend wird und ich heute nicht mehr so viel weiter kommen werde, faehrt er mich raus an einen platz, wo ich zelten kann. der ist zwar nett, der platz, aber wie um alles in der welt soll ich morgen frueh von hier wieder weg kommen, guter mann? also zuruek zur strasse und ein paar meter weiter den weg entlang. an einer kreuzung ein paar meter von der hauptstrasse weg, mein zelt am wegesrand aufschlagen. mitten im nichts, im sichtschutz des waldes. es regnet, es ist nacht und ich bin allein. seltsamerweise macht mir das nichts mehr aus. ich schlafe einfach. ohne angst, ohne unwohlsein.
als ich am naechsten morgen aufwache regnet es immer noch. ich schlafe zur abwechslung einfach etwas laenger, aber als es um neun immer noch regnet, beschliesse ich , dass es keinen zweck hat auf besseres wetter zu warten. so gut es geht packe ich meinen rucksack halbwegs wasserdicht, esse etwas, packe mich in plastik und baue mein zelt ab. back to the road, doch so richtig will es heute nicht funzen, mit dem trampen. erst nach einer weile nimmt mich die postfrau mit in die naechste stadt. waehrend ich hier ein paar sachen zur post bringe, den bericht fuer die versicherung tippsel, fuer die geklaute kamera, hoert der regen auf. noch fish und chips bevor es weiter geht und die welt ist wieder sonnig.
ein junges paar aus duneden ni9mmt mich mit bis nach fox glacier. eigentlich wollte ich hier halt machen auf meinem weg nach sueden, aber der milford track ruft und laesst mir keine zeit dazu. so stehe ich am ortsausgang und versuche weiter zu kommen. suedwaerts, immer weiter richtung sueden. aber kaum ein auto faehrt ueberhaupt in die richtung und so kommt es, dass ich mit der daemmerung immer noch da stehe. mit jeder minute warten, waechst meine unruhe - wenn ich nur in dem tempo voran komme, bin ich niemals puenktlich am milford sound. irgendwann liegen meine nerven blank. zu lange habe ich hier schon gewartet und nach und nach wird es wieder abend. als ich den traenen nahe bin, beschliesse ich weiter zu laufen. townauswaerts. in die richtung muss ich so oder so. denn, wenn mich niemand mitnimmt, werde ich hier irgendwo mein zelt aufschlagen muessen. so laufe ich, entlang der strasse. die aussicht oeffnet sich und ich bekomme etwasw sonnenuntergang mit. die bewegung tut gut. meine stimmung hebt sich. an einer bruecke, auf der beide entgegengesetzte spuren zu einer werden und zwangslaeufig so einer warten muss, haelt unverhofft wade. wenn's mich nicht stoert, dass er schnell faehrt (das sind hier in nz 120kmh) kann ich einsteigen. jubel! und schnell klingt in meinen ohren grade wie gold. auf der rueckbank liegen noch rest von seinem essen. eine riesen packung mit huehnchen, kartoffelbrei mit bratensosse, krautsalat,... der gute mann hat fuer eine familie eingekauft, obwohl er alleine reist. wow! dankbar greife ich zu und merke, dass ich hunger hatte. lift und fast-food: back to the gluecksschweinchen-dasein! und es kommt noch besser: ich dachte er faehrt nur ein kurzes stueckchen, aber tatsaechlich fuehrt sein weg nach arrowtown. kurz vor queenstown und gar nicht mehr weit weg vom milford sound. durch die berge, ueber den pass und durch die vollmondnacht. ein ganz eigener flair, die landschaft in diesem licht. hier und da schlafe ich ein zwischendrinne. die musik ist durchwachsen - von prima bis koennen wir die cd wechseln. mitten in der nacht kommen wir an: bei seinem bruder und seiner freundin, brad und shelley. per sms klaert wade ab, ob es ok ist, wenn ich auf der couch schlafe. so komme ich zu warm und kuschelig, statt kalt und nass in dieser nacht.
am naechsten morgen spazieren wir zu shelleys pferd, das eine verletzung am auge hat. tolle landschaft und nach dem ganzen trampen prima mal wieder draussen zu sein! anschliessend um mich herum: das uebliche klamottendrama, wenn man zu einer familienfeier muss. ich komm mir vor wie zu hause. irgendwann sind sie dann aber alle drei fertig geduscht und gestylt und ich fahre mit ihnen noch ein stueckchen weiter in meine richtung. vorher jedoch sortiere ich ein paar sachen aus meinem rucksack aus, die ich auf dem rueckweg wieder abholen will. mehr als 30kg sind einfach zu viel zum wandern.
die kreuzung nach te anau. von hier nehmen mich zwei deutsche das letzte stueck der reise mit. fuer sie komme ich mit meinem rucksack von einem anderen stern. mehr als ein spaziergang ist ihnen fremd. sie sind so schuechtern und aengstlich und ich frage mich, wie man so werden kann. eltern, die ihre kinder so klein machen, sollten verboten werden! und ihr deutscher akzent ist nicht nur deutsch, sondern straeflich. nach ein paar hilflosen saetzen des englischen erloese ich sie und teile ihnen mit, dass sie auch deutsch mit mir sprechen koennen. nichts desto trotz: sie haben mich mitgenommen. das erstaunt mich und das rechne ich ihnen hoch an. auch wenn das wohl mehr ein akt des mitleids als des selbstverstaendnisses war, fuer eine tramperin anzuhalten.
te anau: die tickets fuer den milfordtrack abholen, den routeburn track buchen und die faehren.
um 14h morgen geht's los. nach so viel eile bin ich nun also viel zu frueh angekommen. allerdings war mir das weder klar, dass es erst morgen nachmittag los geht, noch sah es zwischendrinne auf meiner tramperreise danach aus.
die verbleibende zeit nutze ich, um erst mal einzukaufen: ka(rtoffel)pue(ree), tuetchensuppen, couscous, rosinen, aepfel, moehren, reiswaffeln, oats,... essen fuer vier tage milfordtrack, drei tage routurn track und vier tage rees-dart-track.
pommes fuer jetzt und hier und postkarten schreiben. ich merke gar nicht, dass es langsam aber sicher einmal wieder spaet wird. ein alter mann, peter, unterbricht mich in meinen lyrischen taetigkeiten des briefeschreibens und fragt, wo ich die nacht verbringen werde. ich weiss es noch nicht, aber ich habe ein zelt. wenn ich will, er hat drei freie zimmer, kann ich die nacht bei ihm wohnen. schlicht und einfach, willkommen und herzlich. einen berg voller handtuecher und decken. als er noch eine sechste holen will, stoppe ich ihn - ich bin mir sicher, dass ich die nacht nicht frieren werde. er zeigt mir seine rosen und erzaehlt von dem schottischen maedchen, dass er eingestellt hat, ab und zu etwas mit ihm zu unternehmen oder ihm im haushalt zur hand zu gehen. ich spiele ihm ein paar lieder auf meiner gitarre vor und ich glaube es macht ihn wirklich gluecklich. extra fuer mich macht er den kamin an, obwohl laengst sommer ist und warm. er kocht mir tee und waermt einen scotch auf. bevor ich dann am naechsten morgen aufbreche, schenkt er mir noch ein neuseelandpacket: postkarten, pins, kappe, schokolade, kekse, crems und... gott, ist der suess! und ich bin froh, dass man die meisten dinge davon doch benutzen kann, weil schliesslich habe ich grade meinen rucksack erst muehsam um ein paar kilo erleichtert... er bringt mich noch zur strasse und ich verspreche ihm von unterwegs aus zu schreiben.