Neuseeland-Reisebericht :Ein Traum wird wahr - einmal um die Welt...

Neuseeland: Suedlich von Auckland

Auf dem Weg nach Waitomo haben wir einen Zwischenstop in Raglan eingelegt. Alleine die vorbeisausende Landschaft ist unbeschreiblich und der Nachmittagsstopp war wirklich schoen. Raglan ist bekannt fuer seine guten Wellen und es waren viele Surfer zu sehen - immer wieder beeindruckend aber nichts fuer uns Bewegungslegasteniker. Die Neuseelaender kennen da auch nix, egal wie kalt es ist, die stuerzen sich in die Fluten. Aber unser eigentliches Ziel war ja ohnehin Waitomo.
Waitomo ist bekannt fuer die Vielzahl seiner Outdooraktivitaeten. Hier gehts vom Abseilen durch einen Wasserfall - mal so lockere 100 Meter, ueber Trekks im Labyrinth der Hoehlen das gerade noch so der Kopf aus dem Wasser guckt bis hin zu Familien "Expeditionen". So eine Tour haben Marion und ich gemacht. Hach, wir sind ja schon so alt. Wir besuchten eine stockfinstere Hoehle in der wir mit einem Boot rummgeschippert wurden. Die Decke war voll mit tausenden von Gluehwuermchen. Total abgefahren, wie kamen uns vor wie unter einem unendlichen Sternenhimmel. Irgendwie dachte ich auch immer Gluehwuermchen leuchten gelblich, aber nix da, die leuchten blau. Nur damit Ihr Bescheid wisst.

Diese Glibberfaeden sind von den Gluehwuermchen, damit fangen die ihre Beute - Ihr koennt Euch also vorstellen, dass da ziemlich viel geleuchtet hat

Diese Glibberfaeden sind von den Gluehwuermchen, damit fangen die ihre Beute - Ihr koennt Euch also vorstellen, dass da ziemlich viel geleuchtet hat

Als wir danach am Campingplatz ankamen trafen wir ein irisches Paaerchen das herausgefunden hatte das man etwas aehnliches im nahegelegenen Wald machen kann - ohne Bezahlung. Wir machten uns dann bewaffnet mit Taschenlampe nachts auf den Weg durch den Wald und konnten noch einmal einige der kleinen Tierchen bewundern. Der Eindruck der Hoehle blieb aber ungeschlagen. Wie Ihr Euch wahrscheinlich vorstellen koennt, koennen wir Euch keine Photos zeigen, fuer solche Aufnahmen braucht man mehr als eine DigiCam. Oder jemanden der richtig fotografieren kann Auf dem Rueckweg begegnete uns noch ein anderer Bewohner Neuseelands, ein Opossum schlug sich mitten in der Nacht ordentlich den Bauch voll. Selbst Taschenlanpen und Photos stoerten ihn nicht im Geringsten.

Fressen, fressen, fressen

Fressen, fressen, fressen

Auch wenn wir Touristen uns koestlich amuesierten sehen die Kiwis die Sache nicht so locker. Von dieser Plage leben zur Zeit 70 Mio. Tiere in Neuseeland. Nur so zum Vergleich: Menschen ca. 4 Millionen und Schafe ca. 40 Millionen . Jede Nacht mampfen die Opossums fast 21.000 Tonnen Gruenzeug. Aus diesem Grund sieht es jeder Neuseelaender als seine Pficht an die Viecher zu bekaempfen. Hauptsaechlich sieht man das auf den Strassen, auf denen alle Nase lang ein ziemlich plattes Opossum klebt. Manchmal, nach einem guten Treffer werden ihre Felle auch zur Abschreckung ueber die Zaeune gehaengt.

Von den Hoehlen gings nun herauf zu den Gipfeln des Tongario Crossing, dem bekanntesten Tagestrekk in Neuseeland. Alleine die Anfahrt zu unserem Campingplatz war atemberaubend, bereits aus weiter Entfernung konnten wir schneebedeckte Gipfel sehen.

Bei so einer Aussicht macht auch das Autofahren richtig Spass

Bei so einer Aussicht macht auch das Autofahren richtig Spass

Sehr ungewohnt, da wir in den Wochen davor Straende und grasgruene Waelder bestaunen konnten.
Als Startzeit waren 6 Uhr, 7 Uhr oder 8 Uhr morgens moeglich. Ohh man, aber schliesslich dauert der Trekk knapp acht Stunden. Um einen Kompromiss mit Jens zu finden haben wir uns auf sieben Uhr geeinigt. Aber nix da, diese Auswahl wurde uns von unserem Anbieter abgenommen. Sechs Uhr EINZIGER Starttermin. Und unglaublich Jens hat es wirklich geschafft, wahrscheinlich seine groesste Heldentat in Neuseeland.
Vorweg gesagt, der Aufstieg war heftig aber es hat sich jeder einzelne Schritt gelohnt. Morgens war fuer den Aufstieg Nebel und Wind angesagt vor allem am Gipfel musste man aufpassen das man nicht wegflog - 60 kmh. Die Landschaft beim Aufstieg war auch etwas trist, schaut Euch Mordor in Lord of the Rings an und Ihr wisst wo wir auch noch im Nebel (!) rumgestapft sind.

es war wirklich neblig

es war wirklich neblig

Als wir dann fast oben waren, hab ich mich umgedreht und quasi direkt hinter mit eine Vulkanspitze gesehen. Hab dann nur schnell Jens und Philip zugerufen dass sie sich umdrehen sollen. Als die beiden sich dann umgedreht haben, war nix zu sehen - nur weiss. Ich dachte schon ich hab Hallutinationen, aber ein paar Sekunden spaeter war der Gipfel wieder da.

sag ich doch, da war ein Gipfel

sag ich doch, da war ein Gipfel

Und damit wurde das Wetter auch schlagartig besser und wir hatten eine richtig tolle Aussicht.

Hatten wir erwaehnt, dass es da oben auch windig war?

Hatten wir erwaehnt, dass es da oben auch windig war?

Sonne und endlos weite Sicht und eine traumhafte Landschaft mit den beruehmten Emerald Lakes mit ihren fast unwirklichen Farben.

Von dem rechten Gipfel sind wir den Weg runtergekommen

Von dem rechten Gipfel sind wir den Weg runtergekommen

Von dort konnte man schon fast das Ende des Weges erkennen aber uns fielen die Worte unsers Campingplatzmenschen (na ihr wisst schon was ich meine) ein. "Wenn ihr denkt vom Gipfel seien es nur 30 Minuten und man kann locker Pausen machen, dann habt ihr euch getaeuscht" Jaja wie recht er hatte, der laeuft dort bestimmt jeden zweiten Tag. Wir brauchten jedenfalls 2 Stunden und kamen damit ziemlich punktgenau am Ziel an. Also an unserer Kondition muessen wir noch ein bisschen arbeiten. Nicht nur den jungen Leute haben uns gezeigt wos langgeht. Auf dem Gipfel trafen wir eine Rentnerin die dort auf einem 6-Tagestrekk war und die sah noch fit aus. Hut ab.

Kapott - kleine Pause

Kapott - kleine Pause

Als wir dann abends (15 Uhr) auf dem Campingplatz ankamen war erst mal relaxen angesagt. Das coolste ueberhaupt war der Spa Pool mit dem genialen Ausblick auf die beiden Berge auf denen wir heute rumgekraxelt sind. Nachdem wir mit einem kalten Bier eine halbe Stunde im heissen Wasser rumgeplanscht haben waren wir alle bettreif.

Das haben wir uns verdient!

Das haben wir uns verdient!

Ach ja Bier! Hier gibts extra fuer Jens importiertes Clausthaler Yippy Aber was Alkohol angeht haben die Kiwis ein echtes Problem. Es ist ja absolut richtig das man nichts an Minderjaehrige verkauft, auch hier darf man ab 18 Alkohol trinken. Wenn man aber in den Supermarkt geht und unter 25 Jahre aussieht ist es noetig nachzuweisen das man ueber 18 ist, sonst bekommt man nichts. Und da wir beide uns so gut gehalten haben, koennt Ihr Euch ja vorstellen, wer da immer seinen Pass rauskramen muss. Da koennte man doch denken, mensch Jens dein Bier ist doch sowieso alkoholfrei. Ja - nein in allen europaeischen Sprachen ist das Bier OHNE Stoff nur hier heisst es low-alcohol uns tatsaechlich, es hat immerhin 0.5 % Alkohol. Deshalb geht das nicht ohne Reisepass. Das erinnert mich an die eine Diskussion mit einer Kassiererin die meinen Ausweis sehen wollte. Entschuldigung ich brauche ihren Reisepass (nein, Perso geht nicht).- Wieso das Bier ist Alkfrei. - Nein das hat 0.5 %. Da konnte ichs mir doch nicht verkneifen sie mit meinem fundierten medizinischen Wissen zu konfrontieren. Also selbst wenn ich das Bier die ganze Zeit am Hals haette und dabei auf dem Klo waere, ist es einfach unmoeglich sich damit zu betrinken. Der Koerper baut das zu schnell ab. Das hat sie etwas aus dem Tritt gebraucht und sie hat mir versichert, dass meine Erlaeuterung etwas mehr Erklaerung gewesen ist, als sie sich eigentlich gewuenscht hatte. Also her mit dem Ausweis und ich bekam das Bier mit dem ich mich dann im Spa Pool verwoehnt habe.

Als wir uns dann abends zum Kochen aufrafften trafen wir in der Kuechen einen Typ. Was er denn hier so macht, geht er morgen wandern usw. Dann kam er aber locker von links. Nein er war heute trainieren gewesen gestern war ein Jogging Contest gewesen, direkt auf dem Weg auf dem wir heute 7 Stunden gewandert sind. Das Beste war er hat dafuer 2.5 Stunden gebraucht und ist dabei enttaeuschenderweise nur 3. geworden. Verrueckter.

Nach einem solchen Kraftakt wollten wir es wieder ein bisschen ruhiger angehen lassen, man darf sich im Urlaub ja nicht ueberanstrengen

© Jens Marion, 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Bisher sind wir ganz brav und zielstrebig durch unser Leben getingelt. Jetzt wagen wir den großen Schritt und wollen ein Jahr die Welt sehen. Unsere Route: Frankfurt - Bangkok - Auckland - Santiago de Chile - Buenos Aires - Frankfurt
Details:
Aufbruch: 12.07.2005
Dauer: 9 Monate
Heimkehr: 19.04.2006
Reiseziele: Thailand
Laos
Vietnam
Halong Bay
Kambodscha
Phnom Pen
Neuseeland
Chile
Der Autor
 
Jens Marion berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Jens sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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