Und dann war ich in meinem geliebten Neuseeland. Erste Aufgabe hier: ein Auto kaufen! War ganz aufgeregt, da ich ja null Ahnung von nem Auto habe und man mir ja jeden Scheiss oder besser gesagt jeden Schrott andrehen kann. Hatte aber Glueck und der Besitzer von dem Backpacker in dem ich gewohnt habe, hat auch Autos verkauft (der Mann ist der Wahnsinn, alles was der anpackt verwandelt sich in Dollars, er hat schon mehrere Backpacker bessessen, nun besitzt er einen in Auckland, ein Haus in Daenemark, ein wahnsinns Boot (hatte die Ehre, dieses zu besichtigen) im Hafen von Auckland und einen Bentley). Da Peter so viel Geld besitzt, dass er es eigentlich nicht noetig hat, arme Backpacker uebern Tisch zu ziehen (oder ist er so reich geworden?) habe ich mir gedacht, vertrau ich ihm mal und kaufe das Auto dass er mir andreht. Wir sind dann also Nachmittags in Auckland in einen Bus gestiegen und 200 km (das dauert 4 Stunden in Neuseeland, ist hier fast wie in Mittelamerika) gefahren, Peter hat fuer alles gezahlt: Busfahrt, Abendessen, Benzin fuer die Rueckfahrt. Und dann habe ich eine 200km lange Testfahrt mit meinem Auto zurueck nach Auckland gemacht. Und nun ist der 20 Jahre alte, knallrote Toyota Coralla mein! Habe meinem Autole gleich als erstes Mal 'ne Ansage gemacht, wenn es meint Zicken machen zu muessen, lasse ich es Mutterseelenalleine am Strassenrand stehen und dann kann es schauen wo's bleibt. Hoffe die Einschuechterung Hilft und meine neues Auto laesst mich nicht im Stich! Aufgrund der Farbe habe ich es mal gleich Little Red Riding Hood (Rotkaeppchen) genannt! Ob dass so ne gute Idee war, weiss ich noch nicht so recht, hatte geleich am ersten Tag meiner Rundreise durch Neuseeland ein Rotkaeppchenerlebnis. Bin mitten durch die neuseelaendische Einsamkeit (hier kann man noch mit dem Auto fahren und vor und hinter einem weit und breit kein Auto in Sicht) gefahren und dann waren da ploetzlich Kuehe auf der Strasse, der Bauer wie's sich gehoert auf 'nem Pferd und drei Hunde mit dabei. Die kleinste Huendin hat mein Auto gesehen und ist total durchgedreht. Wild klaeffend, aggressiv rannte sie auf mein Auto los, man war ich froh, dass ich im Auto sass (ansonsten waere mein kanadisches "Wild dog spray" doch noch zum Einsatz gekommen!). Dann lief sie weiterhin wild klaeffend um mein Auto rum und ploetzlich macht es rums und mein ganzes Auto wackelte. Ich dachte mir, dass ist ja jetzt wohl der Witz schlecht weg, rammt dieser kleine Koeter mein im Vergleich zu ihr Riesenauto! Es stellte sich dann herraus, dass sie nicht nur mein Auto gerammt hat, sonder tatsaechlich mein Auto gebissen!!! (Haeh? Das soll mal einer verstehen, warum beisst der Koeter mein Auto?) hat. Der Bauer war ganz schoen peinlich beruehrt ueber den Aussetzter seine Huendin und hat sich mehrmals entschuldigt. War ich froh, dass mein Auto so gross ist, sonst haetter diese Wolfshuenden mein armes Rotkaeppchen wahrscheinlich gefressen. Na ja hier in Neuseeland gibt es ja gluecklicherweise genuegend Jaeger, die dann mein Autole aus dem Bauch des Wolfshundes haetten retten koennen.
Heute mal im Partnerlook
mit Little Red Riding Hood!!! (wow das reimt sich sogar!)
Apropo Jaeger: eines Morgens am Campingplatz treff ich einen Maori und wir fangen an zu quatschen. Er ist Jaeger und macht das Angler- und Jagdprogramm fuers Maorifernsehen. Ploetzlich holt er aus seinem Auto ein Possumfell raus, hat er frisch getoetet. Possums sind hier eine echte Plage in Neuseeland und gefaehrden, die einheimischen Pflanzen und Tiere. Jeder hasst sie und freut sich ueber ein weiteres totes Possum. Man koennte auch fast behaupten es ist eine neuseelaendische Sportart zu versuchen Possums die ueber die Strasse laufen mit dem Auto zu ueberfahren. Wenn ich mir so die plattgefahrenen Tiere auf der Strasse ansehe denke ich mir, die muessten doch eigentlich schon laengst ausgerottet sein, oder die sind wirklich eine Riesenplage. Na ja also der Maori holt das Possumfell raus, breitet es vor mir aus, schoen noch Blut dran und meint dann er schenkt es mir als Souvenir, ich muss nur die Innenseite mit Kerosin und Backpulver behandeln, damit es haltbar ist. War ja nahe dran das Possumfell mitzunehmen, aber hatte wenig Lust das Fell zu praeperieren und falls es nicht funktioniert habe ich ein stinkendes Possumfell in meinem Auto, nein Danke! Bekam aber dann noch einen moarischen Ueberlebenstip fuer die Wildness. Wie mache ich Feuer, ganz einfach, man braucht nicht mal ein Feuerzeug nur 'ne Gewehr oder Pistolenpatrone. Hat man ja auch immer dabei, ne! Und dann holt er sein Messer raus und sagt er hat noch einen Trick denn er mir zeigen will und rammt sich das Messer in seinen linken Fuss. Fuer eine kurze Sekunde ist mir der Unterkiefer runtergeklappt (seine Koreanischen Begleiter haben sich bei meinem Gesichtsausdruck schlapp gelacht!) und dann habe ich gesehen, das ganze Bein ist ja nur ne Protese! So vie zu verrueckten Maoris und kuriosen Begegnungen! Ach a propo Possums, da hab ich mal wieder was nettes im Bezug auf Urlaubsmitbringsel, die kein Mensch haben will. In Schweden kann man Elchscheisse kaufen und den lieben Daheimgebliebenen mitbringen, man da freut man sich aber richtig, stinkende Elchscheisse! Und in Neuseeland habe ich in einem Souvenirladen Brustwarzenwaermer aus Possumfell entdeckt. Und wenn man die kauft, leistet man auch gleich noch seinem Beitrag zum Schutz der neuseelaendischen Pflanzen und Tierwelt!
Was man nicht so alles am Strassenrand in Neuseeland entdeckt, stinkende Wildschweinfaelle (wie gesagt, die Kiwis lieben die Jagt)
... Flip Flops Massenweise am Gartenzaun... (irgendwo auf der Suedinsel gibt es auch einen Zaun mit lauter BHS)
So aber nun zu dem wunderschoenen Neuseeland. Na ja erstmal zum nicht so schoenen Wetter. Eigentlich darf ich mich ja gar nicht beschweren, hatte 7 Monate tolles Reisewetter, da werden jetzt wohl mal ein paar Regentage drin sein. Bin es aber einfach nicht mehr gewoehnt (da wird wohl meine Hawaii Braeune dahinbleichen). Zudem muss man auch sagen, es ist hier ja auch noch Fruehling, da darf es auch noch ein bischen frisch und regnerisch sein. Aber bei 7 Monaten Schoenwetter kann man sich an ein Lebenlang Sommer so richtig gewoehnen (freu mich ja jetzt schon wieder auf die Hitze in zwei Monaten in Suedostasien), wobei ich manchmal mir schon dachte, so ein Tag wo man alles was man an Kleidung mit sich hat mal anziehen muss, waere auch nicht schlecht, hab ich jetzt ja... Also ich bin in Auckland gelandet, grau in grau und Regen und die kurze Hose und die Flip Flops hab ich erstmal ganz tief in meinem Rucksack vergraben. Das Wetter in Neuseeland ist eh sehr schlecht vorherzusagen und es kann sich sehr schnell aendern. Wenn die Sonne draussen ist, ist es sehr warm, ich kremple also meine Hosenbeine hoch und geniesse das Leben im T-Shirt. Dann kommen die Wolken, Hosenbeine runter, Longsleeve an. Dann komm 'ne leichte Brise, Pulli drueber und dann kommt der boese, eisige Wind und dann wird die Regen-und Windjacke drueber gezogen, Schal umgewickelt und sich nach 'ner Puddelmuetze gesehnt. Die Kiwis scheint das Wetter wenig auszumachen, fuer die ist jetzt Fruehling, die ersten warmen Momente waren da, also wird in kuzer Hose und T-Shirt und oft Barfuss (die Aussis sind noch extremer, voellig normal einen Barfuss im Supermarkt rumlaufen zu sehen, teilweise auch nur mit ner Billabong Shorts, in Nordarmerika ein No-Go: No Shirt, No Shoes, No Service! Tja ueberall ticken die Uhren anders) rumgelaufen. Ich habe mir dann mal gleich in einem Outdoorladen ein Schnaeppchen gekoennt und bin jetzt im Besitz einer flauschigen gefuetterten Fliesjacke (traeume aber immer noch von 'ner Puddelmuetze, solang ich die aber nicht besitze muss die gefuetterte Flieskaputze meiner Jacke reichen!). Die meiste Zeit zelte ich (ist einfach guenstiger und naeher an bzw. neben den Wander und Klettergebieten), was manchmal aber auch bei dem Wetter 'ne Herausforderung ist. Oft ist es ab 20 Uhr Zeit sich in seinen warmen Schlafsack zu verkriechen, also nichts mit lauschigen lauen Sommernaechten (ach ja es ist ja noch nicht Sommer, ich vergass) und ueber meine Thermounterwaesche bin ich auch heilfroh. Aber am meisten froh bin ich ueber meinen Superschlafsack: Komforttermperatur bis -6 Grad, Extremtemperatur bis -20 Grad. Allerdings muss man fuer die Frauen 6 Grad dazurechen, waeren wir bei Komfort 0 Grad und fuer die Frostbeule Silja noch mal 6 Grad, also Komforttemperatur +6Grad. An dieser Stelle muss ich mal erwaehnen, dass der Begriff Komforttemeratur voellig fehl ist, bei 6 Grad ist das schlafen noch nicht schmerzhaft und hat am naechsten Morgen noch alle Gliedmassen, Komfortabel, was mir der Begriff suggeriert, ist es bei 6 Grad nicht (habe eine Nacht bei 3 Grad gezeltet und nur dank meiner Thermounterwaesche und meinem Seideninlay schlafen koennen, komfortabel war es aber nicht!)! Muesste ich in meinem Schlafsack bei -20 Grad schlafen, koennte man mich am naechsten Morgen neben Oetzi im Museum ausstellen!!! Der Morgen ist auch immer 'ne Herausforderung, man will einfach nicht aus seinem warmen Schlafsack raus (ok im Vergleich zu draussen ist es im Schlafsack Komfortabel!) und jeden Morgen das Gleiche, man muss einfach aufs Klo, aber 'ne viertel Stunde laenger wird man es wohl noch aushalten und dann hoert man den Regen aufs Zelt tropfen und denks sich: Och 'ne halbe Stunde schaff ich sicherlich auch. Nach 10 Minuten steht ich dann doch auf, wird ja doch nicht besser. So nun aber genug davon, nun zum traumhaften Neuseeland. Landschaftlich find ich ja das Paradies, so unglaublich gruen (regnet ja auch fast jeden Tag!!!) und mit Abstand das Land mit den meisten Schafen...
Ja wo sind sie denn die kleinen Hobbits?
Oh habe festgestellt ich habe noch kein Foto von einem Schafhuegel. Habe eh eine komische Fotomotivleidenschaft entwickelt, hier in Neuseeland finde ich Zauene sehr spannend (haengt ja auch immer was interessantes dran) und tote Tiere. Mein einziges Kaenguru, dass ich in Australien gesehen habe, lag tot am Strassenrand, leider war es zu dunkel, haette es sehr gerne fotografiert. Und in Australien habe ich die groesse Fledermaus meines Lebens gesehen, unglaublich riesig, war auch tot, hab es leider nicht fotografiert! Aber ich habe ein tolles Foto von einem toten bunten Papagei... ...Baeume fotographier ich auch sehr gerne...
ein toter Papagei...
Habe aber ein paar Schafe (es sind drei), die in einem Kofferraum durch die Gegend gefahren werden
Von Auckland habe ich mich mit meinem Rotkaeppchen in den Norden aufgemacht und die ersten paar Naechte an einem schoenen Campingplatz am Meer verbracht. Und als ich mir ein paar bizzare Kalkfelsformationen angeschaut habe, habe ich doch tatsachlich ein paar Kletterer entdeckt. Habe gleich meine Schuhe und meinen Gurt gepackt und mich ihnen angeschlossen. Und so habe ich zwei Tage in und um Whangarei mit ein paar verrueckten Kiwis geklettert. Habe aber leider die fast drei Monate Kletterpause gemerkt und doch mich doch ganz schoen den Fels hochgekaempft. Aber wird schon wieder werden... ... man muss sich aber immer erst auch wieder an den neuen Fels gewoehnen. Der Kalkfels hier ist zwar sehr griffig, aber leider auch sehr scharfkantig, Klettern ist also mal wieder mit Schmwerzen verbunden...
Bizarre Kalkfelsformationen um Whangarei
Dann bin ich ganz in den Norden zum Cape Reinga gefahren. Soll wunderschoen und ein Muss sein. Wollte auf meiner letzten Neuseelandreise schon dort hin, diesmal habe ich es also in die Tat umgesetzt. Habe die Nacht mal wieder an einem wunderschoenen Campinplatz direkt am Meer verbracht (das werd ich zu Hause definitiv vermissen, einschlafen zu Meeresrauschen!). Leider mal wieder Regen und nicht so tolles Wetter. Habe dank des Regens zwei anlaeufe gebraucht, um vom Campingplatz ueber den Coastal Trek zum Cape zu wandern. Habe mich an dem Tag auch unglaublich schlapp (bin einfach doch ein Sonnenmensch und brauche Sonnenstrahlen fuer meinen Energiehaushalt) und unfit gefuehlt (bin in letzter Zeit ja doch wenig gewandert). Habe aber dann doch die zweieinhalbstunden Wanderung entlang der Kueste in Angriff genommen. Der Ausblick war 'ne Entschaedigung fuer den Kampf gegen die Schlappheit. War aber dann doch erstaunt, habe die Wanderung in einer Stunde gemacht (so unfit kann ich dann doch nicht sein), waren aber gefuehlte zwei Stunden... Vom Cape selber war ich ein bischen enttaeuscht. Dieser Ort ist fuer die Maoris von wichtiger Spiritueller Bedeutung. Hier geht die Seele von der weltlichen Welt in die spirituelle ueber. Aber so besonders und atemberaubend fand ich die noerdlichste Kueste von Neuseeland nicht, muss man nicht unbedingt machen. Spannend fand ich, dass dort zwei Ozeane aufeinander treffen, wenn man nach links schaut sieht man das Tasmanische Meer und nach rechts den Pazifik.
Hier endet das weltliche Leben der Maoris...
Da hat mir der schwarze Sandstrand, wo der Film das Piano gedreht wurde viel besser gefallen, dieser Strand ist wirklich mystisch, vielleicht lags aber auch am mystischen Regenwetter...
Fehlt wirklich nur noch das Piano, um diesen Moment perfekt zu machen...
Dann habe ich mich zum Trouson Regional Park aufgemacht. Im Norden von der Nordinsel gibt es noch die einzigen Kauriwaldbestaende. Kauris sind riesige Baumgiganten, die bis zu 2000 Jahre alt werden koennen. Die Fahrt dorthin war schon sehr abenteuerlich. Habe mich natuerlich erstmal verfahren (die Gratiskarte, die ich besitze ist nicht die genaueste) und dann ging es Ewigkeiten eine Schotterstrasse entlang und mein Tank war bedrohlich leer. Habe Rotz und Wasser geschwitzt, dass mein Autole nicht mitten in der Pampa, wo weit und breit keine Tankstelle ist, stehen bleibt. Gluecklicherweise waren ueberall Farmhaeuser, wo ich haette um Hilfe fragen koennen. Aber mein Roetkaeppchen hat meine Drohungen anscheinend ernst genommen und schoen brav durchgehalten, ufff... Und dann war Silja, die Treehuggerin im Paradies...
Da hat man die Qual der Wahl, welchen wundervollen Baum umarmt man nun zuerst?
Wer Waelder und Baeume liebt, muss hier hin, habe an dem Tag eindeutig mein mir selbst auferlegtes Fotographierlimit ueberschritten, ein Baum faszinierender wie der andere...
Neuseelands wunderschoene Waelder, einen Kauribaum habe ich nicht fotographiert (nur nen Stamm), war einfach zu riesig, hab ich nicht ganz aufs Bild bekommen...
Und dann gings nach Wharepapa South. Dieser Ort besteht aus einem Cafe mit einem Kletterladen, einer Autowerkstatt und einer Schule und in der Gegendverstraeut Farmhaeuser und das war's. Aber es ist das Beste Klettergebiet auf der Nordinsel. Auf dem Schulgelaende darf man fuer 2 Euro die Nacht zelten. Unglaublich, so was waere in Deutschland undenkbar. Die haben 'nen kleinen Abschnitt im hinteren Teil vom Schulgelaende extra fuer die Klettercamper eingerichtet. Es gibt Picknicktische, ein Klo und 'ne kalte Dusche, man darf den Swimmingpool mitbenutzen und es wurde sogar ein Krauetergarten angepflanzt. Und wenn man nach dem Klettern noch nicht genug hat, kann man auf dem Kinderspielplatz noch rumtollen. Hatte unglaubliches Glueck, die Tage wo ich dort war, war das Wetter in Ordnung, kleine Regenschauer, die dem Fels nichts anhaben konnten und so habe ich drei Tage lang klettern koennen. Tolle Kletterrei. Kletterpartner finden war bis jetzt nie ein Problem, lustig war auch, mit den Jungs mit denen ich teilweise in Wharepapa geklettert bin, sind mit den Jungs befreundet mit denen ich in Whangarei geklettert bin, klein ist die Kletterwelt... Das ist so toll an Kletteren, man wird sofort freundlich aufgenommen und ist gleich eine grosse Familie. Meide immer noch die Massen von Reisenden, unterhalte mich oft lieber mit Einheimischen oder suche mir geziehlt interessante Leute raus, irgedwann ist neue Bekanntschaften schliessen einfach nur anstrengend und man ist froh mal nur fuer sich zu sein. Da ich es unglaublich schwierig finde, die interessanten Menschen, die ich bis jetzt auf meiner Reise kennengelernt habe, zu beschreiben (dann stellt sich auch noch die Frage, wenn beschreibt man, wenn nicht) habe ich beschlossen, nur Erlebnisse und Orte zu beschreiben. Ich weiss mein Reisebericht hoert sich teilweise so an als ob ich einsam und mutterseelen alleine durch die Welt ziehe, dem ist aber nicht so, habe in den 7 Monaten schon sehr viele interessante Bekanntschaften/Freundschaften gemacht und unglaubliche Geschichten gehoert. Kenne jetzt einen Menschen, der Menschenfleisch gegessen hat und dass obwohl er Vegetarier ist. Dies ist bis jetzt meine Lieblingsreisegeschichte, die ich gehoert habe, werde sie aber hier im Internet nicht wiedergeben, ist ja nicht meine. So viel zu interessanten Reisebekanntschaften und Reisegeschichten. Nach drei Tagen Traumkletterei (bin mit meiner Kletterleistung wieder zufrieden und habe mich sogar schon wieder an den Vorstieg gewagt) und mindestens zwei Hautschichten weniger an den Haenden war eine Kletterpause definitiv noetig. Also ab ins Auto und weiter.
The invisible rock climber in Wharepapa
Wollte dann eigentlich die Tongarei Ueberquerung machen, allerdings war es unglaublich kalt (am Fusse des Vulkans hatte es 3 Grad Nachts) und fuer die naechsten Tage Windboeen am Grat von 100 km/h. Habe also mein Zelt eingepackt, die Wanderung auf Ende Dezember verschoben und bin mit meinem Auto wieder weiter. Habe dann zwei Tage im Kaitoke Regional Park verbracht. Dieser ist ca. 'ne Stunde von Wellington entfernt und sehr sehr schoen. Hier wurden die Rivendell Szenen von Herr der Ringe gedreht und es ist bei den Waeldern kein Wunder, wenn man schon nach kurzem Rumwandern an Elben und Zwerge glaubt... Sehr empfehlenswert ist die 4 stuendige Ridge Trail Wanderung.
sooo schoennn....
Hut Valley im Kaitoke Regional Park
Und dann war mal wieder Stadt angesagt: Wellington. Wollte diesmal unbedingt das Te Papa, angeblich das beste Museums Neuseelands anschauen, nachdem ich das beim letzten Mal nicht geschafft habe. Das Museum ist umsonst, dafuer die Parkgebuehren ganz schoen gesalzen. Parken mit dem Auto in Wellinton ist eh 'ne Katastrophe. Habe ein bischen ausserhalb von der Innenstadt geparkt in der Hoffnung, dass dort keinen Strafzettel zu bekommen. Pustekuchen und auch die Strafzettel fuer Falschparken sind nicht gerade billig in Welligton. Hab mich dann auch gefreut mal so ein richtig tolles Essen zu kochen (mit dem Campingkocher gibt, dann doch immer Nuddeln oder Reis mit irgendeiner Gemuesesosse). Mir ein Lammsteak gekauft, 'ne schoene Flasche Wein dazu, dann durfte man in dem Backpacker Alkohol haben. Essen war trotzdem lecker. Aber das Beste an meinem Stadtaufenthalt war die warme Dusche. Auf den DOC Campingplaetzen gibt es meisten nur 'ne kalte Dusche, wenn ueberhaupt eine. Mache es daher immer vom momentanen Sonnenschein (und der ist ja momentan nicht so reichlich) abhaenig, ob ich es auch noch einen Tag ohne Dusche geht (Nein, nein Ruth bin noch nicht unter die Zusl geganngen, ganz so schlimm ist es noch nicht...). Das Museum Te Papa ist wirklich toll und einen Besuch wert, ansonsten war ich froh die Stadt zu verlassen und mich mit meinem Auto auf die Suedinsel schippern zu lassen und mich wieder in die wunderschoene Natur Neusselands zu schlagen...