Neuseeland-Reisebericht :Marc und Marten um die Welt

Auckland und Bay of Islands

Mittwoch/Donnerstag 8. bzw. 9. Januar 2014
Als wir gegen 5 Uhr morgens schlaftrunken unsere Köpfe von den Rucksäcken heben, ist auf dem kleinen tahitianischen Flughafen bereits die Hölle los. Wir geben uns ein paar Minuten zum wach werden, wechseln Badelatschen gegen Turnschuhe und dann geht es auch schon zum Checkinschalter, wo wir der netten Dame von Air Tahiti Nui bei der Gepäckaufgabe unser Weiterflugticket von Neuseeland nach Australien vorzeigen müssen.
Das Flugzeug startet pünktlich um kurz nach acht Uhr und da ich heute Nacht nur zwei, drei Stunden Ruhe gefunden habe, falle ich trotz einiger Luftturbulenzen bis zum Frühstück sofort in tiefen Schlaf. Für das Frühstück lohnt es sich dann auch wirklich, den Schlaf zu unterbrechen. Es gibt neben Omelett mit Schinken und Brötchen zwei Salate und es ist nicht nur von der Menge her, sondern auch vom Geschmack das Beste, was wir je in einem Flugzeug gegessen haben.
Damit sie nicht auf der Zollbescheinigung angegeben werden muss, wird dann noch schnell eine Packung aus Deutschland importierte Spekulatiuskekse aufgegessen, die wir uns auf Tahiti gekauft haben und mit über zwei Wochen Verspätung kehrt auch bei uns ein bisschen Weihnachtsstimmung ein. Kurz vor der Landung, der Flug ist wie gesagt ziemlich unruhig, schlägt dann auch noch der Blitz entweder direkt ins Flugzeug oder zumindest kurz daneben ein. So oder so ist nach einem grellen Aufleuchten und einem furchtbaren Donnerschlag auch schon alles wieder vorbei und man bekommt nichts weiter mit.
Es gibt einen Einreisestempel in den Pass und mit vollem Gepäck geht es zur Zollkontrolle, wo man uns noch mal explizit nach irgendwelchen Lebensmitteln oder Outdoorsachen fragt, die wir in letzter Zeit in der neuseelandfremden Natur getragen haben und jetzt mit uns führen. Aber unsere abgetretenen Turnschuhe interessieren den Beamten genauso wenig, wie der Salzstreuer aus Kolumbien.
Mit allerlei Neuseelandflyern aus der Touristeninformation beladen geht es mit dem Shuttlebus in Richtung Innenstadt, wo wir unweit des Mount Eden unser vorgebuchtes Hostel, den Shooters Salon, antreffen. Mehr als zwei Betten im Gemeinschaftsschlafsaal für 12,5€ p.P. hat das Budget nicht hergegeben. Aber dass wir uns in Neuseeland keinen Luxusurlaub leisten können, war uns ja von vornherein klar.

Blick vom Mount Eden Richtung Neustadt

Blick vom Mount Eden Richtung Neustadt

Auckland begrüßt uns, dank Datumsgrenze volle 25h zeitverschoben zu Tahiti, mit Regenwetter. Doch darauf kann bei nur zwei Tagen Aufenthalt in Auckland keine Rücksicht genommen werden. Trotz Nieselregen geht es also gleich noch mal los, hinauf auf den Mount Eden und als wir den 196 Meter hohen Gipfel erreichen, wo wir von einem höllischen Wind empfangen werden, kommt sogar schon wieder die Sonne raus.
Wie sich die flunderflachen Einfamilienhäuser Aucklands Vororte so in alle Richtungen ziehen, ist die Skyline zwar bis auf das nett anzusehende Zentrum mit ein paar Hochhäusern eher unspektakulär, aber das Gesamtpanorama mit dem Meer, den ganzen Buchten, versprengten Inseln und kleinen Hügeln im Hintergrund ist wirklich großartig.
Am Panorama satt gesehen wird dann noch ein bisschen die Gegend erkundet, wobei wir die meiste Zeit mit Warten an irgendwelchen Ampeln verbringen.
Teilweise bekommt hier jede Himmelsrichtung einzeln grün, was zu entsprechend langen Wartezeiten führt, bevor dann endlich alle Fußgänger gleichzeitig grün bekommen. Sinnfrei. Immerhin gibt es auch hier für Blinde ein kurzes akustisches Signal, bei dem man jedes Mal denkt, jemand hat den Jackpott im Automatencasino geknackt.

Freitag 10. Januar 2014
Sehenswürdigkeiten, wenn man sie denn so nennen möchte, gibt es in Auckland eigentlich nur im Zentrum. Also führt unser Weg über die Upper Queensstreet nach Norden, wo sie in die Queensstreet übergeht und wir in Richtung Skycity einbiegen, die vor allem für den 328 Meter hohen Fernsehturm bekannt ist. Da wir die Stadt aber schon vom Mount Eden aus von oben gesehen haben, ist unser Ziel die daneben gelegene Touristeninfo, wo wir uns nach einigem Überlegen für einen Flexipass entscheiden. Für 450 Neuseelanddollar bzw. 280€ kaufen wir uns 60h Busfahrt, die wir mehr oder weniger beliebig, flexibel könnte man sagen, für alle von diesem Unternehmen gefahrenen Strecken einsetzen können. Ziemlich zufrieden mit dieser Entscheidung wird dann auch gleich eine Fahrt zur "Bay of Islands" für morgen Mittag gebucht.

Danach geht es zum Wynyard Quarter, wo man in den letzten Jahren unzählige hochmoderne Appartmenthäuser ans Wasser bzw. in Wassernähe gebaut hat. Eine wirklich schöne neue Gegend, aber vermutlich unbezahlbar. Richtung Osten geht es wieder durchs Zentrum zurück und dann ist die ganze Innenstadt auch schon mehr oder weniger abgelaufen, weshalb wir uns nach einem kurzen Abstecher im Supermarkt auf den Heimweg machen. Die Preise sind hier eigentlich ganz okay. Obwohl Neuseeland zu den Größten Milchexporteuren der Welt gehört, sind zwar auch hier Milchprodukte mal wieder wesentlich teurer als in Deutschland, aber wie gesagt, an unsere Discounterpreise kommt eben einfach nichts und niemand ran. Und zumindest für Backwaren zahlt man hier einen fairen Preis.
Das billigste Bier kostet etwas mehr als 2,5€ pro Liter, was vermutlich nicht zuletzt daran liegt, dass es hier nur diese unnötig kleinen 0,33ml Flaschen gibt. Warum Schnaps so teuer ist und wer sich ausgedacht hat, dass dieser nur in speziellen Liquorstores verkauft werden darf, keine Ahnung. Viel spannender ist ohnehin die Frage, wieso die billigste Limo hier billiger ist als das billigste Wasser.

Blick von der Uferpromenade aus

Blick von der Uferpromenade aus

Zuhause angekommen geht es dann auch gleich wieder los zum Broadway, eine Einkaufsstraße im Stadtteil Newmarket, wo wir uns für 60€ ein Zelt und für weitere 60€ einen Gaskocher Plus Gaskatusche und ein kleines Topfset kaufen. Nach so viel Steak in Französisch Polynesien muss die nächsten Wochen aus Preisgründen gecampt werden.
Gute zwanzig Kilometer haben wir wohl schon zurückgelegt, aber wenn man schon an einem Freitag in Neuseelands größter Stadt ist, sollte man zumindest mal gucken, was das Nachtleben so zu bieten hat.
In der Innenstadt ist das Alkoholtrinken auf der Straße verboten, was ja auch in Deutschland immer wieder in Zusammenhang mit alkoholbedingten Gewalttaten zur Sprache kommt. Dass jene gewaltbereiten Leute sich dann eben einfach schon Zuhause besaufen und noch früher besoffen durch die Gegend ziehen, scheint dabei nie jemanden zu bedenken. Auf jeden Fall sollte man sich hier an dieses Gesetz halten und da Liquorläden hier auch alle schon um 23 Uhr zu machen müssen, kommen wir auch gar nicht mehr in die Versuchung. In den Nebenstraßen der Queensstreet gibt es einige schickere Clubs, aber selbst wenn wir mit unseren ausgelatschten Turnschuhen reinkommen, ist uns heute ehrlich gesagt auch überhaupt nicht nach dieser Szene.
Also treibt es uns wieder zurück in Richtung Süden, wo es uns auf halber Strecke zurück zum Hostel in die Karangahape Road verschlägt, eine Straße mit vielen Pubs und einigen Clubs. Knapp 5€ für eine Cola mit Rum sind an sich auch nicht wirklich viel, wobei man auch sehen muss, dass mit dem Rum ziemlich gegeizt wird. Liegt vermutlich an den Preisen von knapp 20€ pro Flasche selbst für Billigschnaps.

Samstag 11. Januar 2014
Gegen Mittag geht unser Bus nach Paihia, ein kleiner Touristenort in der "Bay of Islands". Der nette Franzose, mit dem wir uns unter anderem dem Gemeinschaftsschlafsaal geteilt haben, hat ein Ticket für denselben Bus und so geht es zusammen zu Fuß und mit vollem Gepäck die paar Kilometer zum Busbahnhof am Skytower.
Wer sehen möchte, wie sehr die Neuseeländer ihre Natur außerhalb der Nationalparks schätzen und schützen, der bucht am besten eben jene Bustour von Auckland nach Paihia. Ganze Hügelketten werden hier bis auf den letzten Grashalm gerodet, damit man die ursprüngliche Vegetation aus rein kommerziellen Gründen mit in Reihe und Glied gepflanzten Pinien ersetzen kann. Wirklich Naturschutz auf höchstem Niveau. Kein Wunder, dass es deswegen regelmäßig zu Konflikten mit den Maori, den Ureinwohnern Neuseelands, kommt.
Eine arrogante Frau in der Touristeninfo von Paihia erklärt uns dann herablassend, dass alle Backpackerhostels schon längst ausgebucht sind, weshalb wir für 12€ p.P. auf einem Zeltplatz Zuflucht suchen. Gleich nach dem Zeltaufbauen geht es dann noch mal zu einem anderen, billigeren Zeltplatz auf der anderen Seite von Pahia, wo wir uns dann zumindest für morgen schon mal anmelden. Ein Countdown Supermarkt ist hier sogar auch gleich in der Nähe und wir gönnen uns Kräuterfrischkäse und Toastbrot zum Abendbrot. Nicht so ein Highlight, aber an sich mal wieder was anderes.

Sonntag 12. Januar 2014
Gleich nach dem Aufstehen geht es also zu unserem neuen Zeltplatz, unser Zelt aufschlagen. An der Rezeption ist leider noch niemand da, dafür lernen wir Marcus kennen. Einen deutschen Backpacker, der mit einer Ausdauer eines Hörbuchvorlesers auf uns einredet. Es ist wirklich unfassbar, wie viel dieser Mensch reden kann und jedes Mal, wenn man denkt, dass man selbst auch mal was sagen kann, unterbricht er seine Erzählung lediglich für ein seltsames Glucksen, um danach noch euphorischer fortzufahren. Von ihm erfahren wir auch, wie unberechenbar das Wetter hier in Neuseeland ist. Hier kann es an einem Tag alle vier Jahreszeiten auf einmal geben. Man stelle sich vor, an manchen Tagen scheint hier morgens die Sonne und mittags regnet es auf einmal. Ich nenne das Frühling, aber egal. Es ist einer der vielen Momente, in denen uns klar wird, dass wir mit 38 Jahren nicht mehr als Backpacker von einem Tellerwäscherjob zum nächsten reisen wollen.
Immerhin bekommen wir von ihm den Tipp, den schönen Wanderweg zum Haruruwasserfall abzulaufen. Ein Ratschlag, den wir auch direkt umsetzen, weil an der Rezeption des Zeltplatzes immer noch niemand ist.
Der Weg beginnt auch keine fünfzehn Minuten von unserem Zeltplatz entfernt und ist einen Ausflug wirklich wert. Auf einem relativ unbewanderten Pfad läuft man durch die ursprüngliche Natur Neuseelands zwischen irgendwelchen Nadelbäumen und überdimensionierten Farnpflanzen entlang, die ein bisschen wir Überbleibsel aus der Dinozeit wirken. Okay, den Golfplatz, der sich die erste Viertelstunde unweit des Weges rechts von einem befindet, lasse ich jetzt einfach mal außen vor. Dank tausender Zikaden ist es hier leider fast so laut wie auf dem Mittelstreifen einer Autobahn. Klingt übertrieben, auf Dauer tut einem das Zirpen aber wirklich in den Ohren weh.

Wie laut diese Viecher sind, unfassbar!

Wie laut diese Viecher sind, unfassbar!

Eigentlich ist der gesamte Track nur mit 1,5h angegeben, aber anscheinend haben wir etwas getrödelt, weshalb wir laut Karte nach über einer Stunde noch nicht mal die Hälfte geschafft haben. Aber dass die neuseeländischen Zeitangaben für Wanderwege ziemlich willkürlich sind, erfahren wir noch früh genug. Der Pfad führt inzwischen auf dicken Holzbohlen durch einen neuseeländischen Mangrovenwald entlang. Während der Flut steht hier alles bis zu einem halben Meter unter Wasser, während der Ebbe haben wir einen ungetrübten Blick auf tausende winzige Krebse, die panisch unter uns im Schlamm hin und her rennen.

Irgendwann haben wir dann auch die Wasserfälle erreicht, die den ohnehin schon lohnenswerten Trip noch einmal versüßen. Ein klein wenig ärgerlich ist lediglich, dass es nicht mal hier einen Mülleimer gibt und wir die Reste unseres Mittagessens wieder bis nach Paihia zurückschleppen müssen. An sich nicht so dramatisch, insgesamt ist es aber schon auffällig, wie wenig öffentliche Mülleimer es in Neuseeland gibt. Was die Frage aufwirft, wie Berlin, der Flecken Erde mit der größten Mülleimerdichte, so viel dreckiger sein kann. Was Dosen und Flaschen angeht muss man Deutschland allerdings seit der Einführung des Pfandsystems einen dicken Pluspunkt geben und es ist wirklich erstaunlich, dass hierzulande noch niemand auf die Pfandidee gekommen ist. So liegen auf dem Rückweg immer wieder leere Dosen und Flaschen im Straßengraben. Und während man zum Beispiel beim Geldabheben immer gefragt wird, ob man der Umwelt wegen wirklich eine Quittung braucht, werden einem im Supermarkt, wie in fast jedem Land außer Deutschland, die kostenlosen Plastiktüten nur so hinterhergeschmissen.
Egal, der Rückweg führt jedenfalls an der Landstraße entlang, weil wir nicht den gleichen Weg zurücklaufen wollen, in Neuseeland aber 90% der Wanderwege keine Rundwege sind.
Zurück in Paihia ist auch endlich die Rezeption besetzt und wir können unsere 15 Neuseelanddollar p.P. und Nacht für die nächsten vier Nächte bezahlen. Das Zelt hat sich also quasi jetzt schon rentiert. Und letztlich hat man darin sogar auch noch mehr Privatsphäre, als in irgendeinem teureren Gemeinschaftsschlafsaal.
Zum Abendbrot werden wir dann noch von den anderen Zeltplatzgästen und den Maori, denen der Zeltplatz gehört, eingeladen. Es gibt Bratwürste, Fisch und Pizza. Hier lässt es sich wirklich leben!

Montag 13. Januar 2014
Weil gestern Abend das Internet nicht ging, das hier ansonsten sogar kostenfrei in der näheren Umgebung der Rezeption nutzbar ist, konnten wir uns für heute leider keine Tour zum "Hole in the rock" buchen. Also geht es zu einem Aussichtspunkt auf einem Hügel hinter Paihia. Der Weg ist an sich auch sehr schön, wie man so durch die Natur läuft und nur alle zehn Minuten mal auf irgendwelche anderen Menschen trifft. Etwas ärgerlicher ist, dass der Neuseeländische Baumschutz immer genau an irgendwelchen Aussichtspunkten wieder zum Tragen kommt und man selten einen gänzlich freien Ausblick hat, ohne dass einem irgendeine Pflanze oder ein Baum die Sicht versperrt. Egal, zum Foto machen ist die Lücke im Wald gerade noch groß genug und zum Frühstückessen ist der Ort auch perfekt. Es gibt mal wieder Toast und Sourcreme, die hier aber letztlich nichts anderes als Schmand ist.

Oben auf dem Kamm einer Hügelkette führt uns dann der Anschlusswanderweg durch das trockene Hinterland. Vom ständigen Bergauf und Bergab ziemlich geschafft erreichen wir dann ausgerechnet bei diesem Weg eine Stunde früher als angegeben das Ende. Vielleicht hätten wir uns in der trockenen Wärme doch etwas mehr Zeit lassen sollen.
Da es wie gesagt keine Rundwege gibt, kommen wir auf irgendeiner unbefahrenen Staubstraße raus, der wir bis nach Opua folgen. Von hier aus gibt es einen wundervollen Wanderweg mehr oder weniger direkt an der Küste entlang zurück in Richtung Paihia. Zu unserem Glück scheinen die Neuseeländer wirklich keine wanderbegeisterten Menschen zu sein, weswegen wir auch hier kaum auf andere Menschen treffen. Dafür sehen wir im klaren Wasser der Bucht einen großen Rochen, wie er gemütlich am Ufer entlang treibt.
Der einsetzenden Flut wegen müssen wir uns zum Schluss doch ein bisschen sputen, um noch rechtzeitig über die Felsen am Ufer zu kommen, ohne außen rum laufen zu müssen.
Zum Abendbrot gibt es eine 5 Minutenterrine für jeden, die wir auf der Gemeinschaftsbank vor der Küche einnehmen. Marcus erzählt Marc mal wieder irgendwelche Geschichten übers Wetter, während ich mit einem Brasilianer und einer jungen Neuseeländerin ins Gespräch komme, die jeden unserer Sätze mit "woooow it's amazing" kommentiert. Selbst als ich ihr erzähle, dass neuseeländische Äpfel in Deutschland billiger sind als hierzulande. Finde ich jetzt eher unlogisch als amazing, aber gut.

Opua

Opua

Dienstag 14. Januar 2014
Für heute haben wir uns also eine Tour zum "hole in the rock" gebucht, das über unser Busticket anrechenbar ist und so für hiesige Verhältnisse ganz günstig ist. Auf jeden Fall finden wir hier die Antwort, wo eigentlich die ganzen Touristen tagsüber sind, die dafür sorgen, dass fast jedes Hotel in der Bay of Islands vollständig ausgebucht haben. Laut unserem Kapitän sind allein auf unserem Schiff 172 Passagiere, die sich den Ausflug gegönnt haben.
Die Fahrt durch die Bucht ist auch echt schön. Unterwegs treffen wir sogar auf eine Gruppe Delphine, die fröhlich im Wasserstrudel unseres Bootes auf und abspringen, bevor wir dann nach einer Stunde Fahrt das "hole in the rock" erreichen. Naja, ist eben ein Loch in einem großen Felsen. Wirklich cool ist allerdings, vor allem weil es so unerwartet kommt, dass unser Kapitän das Boot tatsächlich durch dieses Nadelöhr hindurchsteuert.

Danach geht es dann zur Insel Urupukapuka, wo wir eigentlich ursprünglich campen wollten. Im Nachhinein haben wir es mit unserem Zeltplatz aber viel besser getroffen. Nicht nur, weil es auf dieser Insel keinen Supermarkt gibt, sondern wir sie auch schon nach dem ersten Tag vollständig abgelaufen hätten. Also ist es genau richtig, dass wir hier eine knappe Stunde Zeit haben, in der wir oben auf einem Hügel unser Toastbrot mit Sourcreme einnehmen, bevor es mit dem Boot wieder zurück nach Paihia geht.
Der restliche Tag wird dann sehr entspannt mit vor dem Zelt im Gras liegen verbracht und vorm Duschen geht es noch ins Meer, das echt erstaunlich kalt ist. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um eine geschützte Bucht handelt und wir mitten im hiesigen Hochsommer hier sind. Umso mehr freut man sich auf die heiße Dusche danach und die Fünfminutenterrine mit Toast zum Abendbrot.

Mittwoch 15. Januar 2014
Russel, ein Ort der auf der anderen Seite der Bucht eine Viertelstunde Fährfahrt von Paihia entfernt liegt, soll das heutige Ziel sein. Der Ort liegt zwar auch auf dem Festland, aber wegen der weit ins Land reichenden Bucht braucht man mit dem Auto locker doppelt so lang wie mit der p.P. 12 Neuseelanddollar teuren Fähre. Der Umrechnungskurs liegt im Übrigen bei ca. 1 NZD = 0,63€.
Russel ist ein netter Urlaubsort, der zu einem Großteil aus Ferienwohnungen und Appartements besteht. Aber wie schon in Paihia, sind die meisten Urlauber anscheinend auf irgendwelchen Ausflügen unterwegs.
Unser Ziel ist der Longbeach, der so schön und trotzdem so leer ist. An der Ostsee könnte man hier bei so sonnigem Wetter wie heute kaum noch treten. Wirklich komplett menschenleer ist dann die nächste Bucht, die man entweder über die Felsen direkt am Wasser oder einen kleinen Pfad am Hang entlang erreichen kann. Ein unfassbar idyllischer Ort mit hellem Sandstrand vorm türkisenen Meer auf einer und grüner Vegetation und Steilhängen auf der anderen Seite. Der perfekte Ort für unsere Frühstückspause, bei der es, man glaubt es kaum, Toast mit Sourcreme und eine Karotte für jeden gibt.

Danach geht es über die rauen Felsen direkt am Wasser entlang. Riesige Krabben sitzen hier unter losen Felsen und zu unserem Glück verirrt sich auch noch ein großer, grauer Rochen in einen schmalen Meeresarm, wo wir ihn im klaren Wasser perfekt beobachten können. Weniger schön ist, dass der nächste Meeresarm direkt an den Felshang heranreicht und es führ uns kein Weiterkommen mehr gibt. Vielleicht eine Erklärung, warum wir in dieser Sackgasse seit dem Longbeach keine anderen Menschen mehr getroffen haben. Zurück in Paihia geht es vor dem Duschen noch mal kurz Baden, bevor wir dann auch schon vorm Dunkelwerden ins Bett, beziehungsweise in den Schlafsack gehen, denn...

© Marten Seifert, 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ein ganzes Jahr haben wir uns Zeit genommen, um von Berlin aus über NY, Südamerika, Australien und Ozeanien und Südostasien um die Welt zu fliegen, bevor es wieder in die Heimat zurückgeht.
Details:
Aufbruch: 27.08.2013
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: 26.08.2014
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Peru
Bolivien
Chile
Ecuador
Kolumbien
Panama
Costa Rica
Französisch Polynesien
Neuseeland
Australien
Singapur
Indonesien
Malaysia
Thailand
Myanmar
Kambodscha
Deutschland
Der Autor
 
Marten Seifert berichtet seit 4 Jahren auf umdiewelt.