Neuseeland-Reisebericht :sieht so aus, als flöge ich um die Welt...?

Neuseeland : 20.04. Te Anau to Queenstown

Oh menno, ich höre schon vom Bett aus den Regen und habe überhaupt keine Lust aufzustehen. Die Leiter im Dunkeln runterkraxeln ist auch kein Vergnügen. Diese Leitern sind ja eh nicht mein Ding. Wobei ich froh bin, wenn es eine gibt. Direkt an der Leiter steht ein Nachttichchen, um das Ganze interessanter zu machen, steht darauf eine Tasse mit einem Rest von "wasauchimmer". Der ganze Raum zwischen den Betten ist gefüllt mit Taschen, Schuhen und dem lose herumliegenden Tascheninhalts des Typs unter mir.
Nun gut, nachdem diese Hürde überwunden ist und ich angezogen bin, geht's zum Frühstück. Da mache ich eine unangenehme Entdeckung, meine Nutella Vorräte neigen sich dem Ende zu. Schluchz, Neues zu kaufen, lohnt sich hier nicht mehr.
Ich schreibe Andy eine email, wegen dem Reiten und frage, ob es gecancelt ist? Die Antwort kommt sofort, ja, sie warten bis 12.00 für den 1.00 Trek. Ich frage, wann der zurück ist und er antwortet, so gegen 15.00. Das dürfte noch früh genug zum duschen sein.
Ich sitze im TV Raum, unter dem heater, der an der Decke hängt und blogge. Es ist so richtig das Wetter, um zuhause zu bleiben.

Ab 12.00 klart es auf und hört irgendwann auf zu regnen. Eine email habe ich nicht bekommen. Gegen 1.00 schaue ich immer mal wieder nach draußen. Vielleicht holen sie mich einfach ab? Um viertel nach eins schreibe ich Andy wieder. Mit den Pferden gehen sie heute nicht raus, aber mit den Quads. Ob ich da mit will? Nein, Danke. Es wäre ohnehin kalt und unbequem, schreibt er zurück.
Ich will aber wenigstens mal raus. Also ziehe ich mich an und gehe in den kleinen Park. Dort gibt es vor allem noch viele Rosen. Rosen erinnern mich immer an meine Großmutter, die sie geliebt hat.

Nee, das ist kein Tau, sondern Regen

Nee, das ist kein Tau, sondern Regen

Ja gut genug Rosen...

Ja gut genug Rosen...

Dann gehe ich zur Bibliothek. Anstatt eine teure neue SD Karte zu kaufen, will ich versuchen, die älteren Bilder auf den USB Stick rüberzuziehen.
Erstmal muss ich fragen, wie man die Sperre aus dem PC bekommt. Jeder hat nur 30 Minuten Internetzeit an den PCs erklärt mir die nette Dame an der Ausgabetheke. Ins Internet will ich gar nicht. Ich versuche ihr zu erklären, was ich vorhabe, vielleicht kann sie mir helfen? Nein, definitiv nicht.
Also versuche ich es selbst und so schwer ist es auch nicht. Ich stopfe so viele Fotoordner wie möglich auf den Stick. Jetzt könnte ich die Dateien auf der SD Karte eigentlich löschen, aber es widerstrebt mir. Na gut, ich lösche sie nach und nach, wenn ich den Platz brauche. Der PC hat mir netterweise schon 5 Extraminuten gegeben, aber jetzt ist gleich Schluß, also lasse ich den Stick und die SD Karte auswerfen. Super, ich habe mir grad 116$ oder so gespart. Immerhin.

Schüler vor der Libary

Schüler vor der Libary

Ich in der Libary

Ich in der Libary

Ich gehe einkaufen und dann wandere ich noch ein bisschen herum, bevor ich zurück ins Hostel gehe. Irgendwie doof, nur so herumzuhängen. Zu Hause wäre das in Ordnung, aber hier habe ich ein schlechtes Gefühl dabei.
Ich mache mir ein Toastbrot, bald muss ich auch los zum Bus. Beim Essen komme ich mit jemandem ins Gespräch, er geht für die nächsten 6 Tage in den Milford Sound treken. Ziemlich taugh. Ich muss los, wasche mein Zeug ab, trinke meine Flasche Wasser aus und verabschiede mich.

Erst dachte ich, da fehlt noch ein R

Erst dachte ich, da fehlt noch ein R

Spatzenmahlzeit

Spatzenmahlzeit

Den habe ich nicht aus Mülleimern essen gesehen... Sondern leider gar nicht gesehen

Den habe ich nicht aus Mülleimern essen gesehen... Sondern leider gar nicht gesehen

Te Anau am frühen Nachmittag

Te Anau am frühen Nachmittag

Zur Abwechslung nieselt es mal nur. An der Haltestelle setze ich mich in den Vorraum zur öffentlichen Toilette und Dusche, den da werde ich wenigstens nicht nass.
Der Bus kommt kurz nach 5.00. Es ist wieder derselbe Busfahrer. Ich bekomme ein Gepäckfach für mich allein, denn der Bus ist ziemlich leer. Wir halten 10 Minuten hier, sagt der Fahrer. Danke, ich steige schonmal ein. Ich frage ein Mädel, das weiter hinten sitzt, ob sie weiß, ob die Reihe neben oder hinter ihr frei ist, aber sie sagt, sie hat keine Idee. Wie kann das sein, bitte? Naja, ich setze mich einfach in irgendeine Reihe. Tatsächlich ist der Bus fast leer. Der Busfahrer startet einen Film. O, ich wollte doch schreiben. Naja, erstmal schauen, ob der Film gut ist. Ist er und ich wechsle meinen Platz nach vorne, um besser sehen zu können. Nasche ein bisschen Schokolade und verfluche mich dafür, dass ich die halbe Wasserflasche im Hostel ausgetrunken habe, weil ich nicht zwei schleppen wollte. Jetzt muss ich aufs Klo und es sind noch ca. 70 Minuten Fahrt bis nach Queenstown. Schön auf den Film konzentrieren.

Endlich kommen wir in Queenstown an, der Film war wirklich gut, aber ich brauch jetzt doch mal langsam eine Toilette. Ich will meinen Backpack nehmen, aber der Busfahrer ist schneller. Vorsicht, der ist schwer. Er zieht ihn mit einer Hand am Träger raus und hält ihn in Höhe meines Rückens. Beeindruckend.
Ich laufe los, Richtung Hostel, ein anderes Mädel ist auch unterwegs. Wo willst Du hin? fragt sie. Ich sage es ihr und frage, wo sie hinwill. Oh, sie läuft nur so rum, bis ihr Freund sie in einer Stunde abholt. Wenn Du willst, komm mit zu meinem Hostel, sage ich. Wir suchen zusammen und fragen nochmal in einem der Shops, in denen man Aktivitäten buchen kann. Wir waren auf dem richtigen Weg.
Im Hostel werde ich eingescheckt und rumgeführt. Es ist wirklich ein tolles Hostel, mit supergutem Internet und einer Menge free stuff. Ich bin begeistert und froh, daß ich hier zwei Nächte bleiben kann. Es ist zwar nur noch ein oberes Bett frei, aber dafür sind die super bequem und haben sogar Ladestationen direkt am Kopfende. Mit einem meiner Mitbewohner komme ich auch direkt ins Gespräch.
Nur die Wäsche macht mir Sorgen. Die lassen sie einen hier nicht selbst machen. Das heißt, ich soll einen Korb mit meiner Wäsche füllen und ihn bei dem Typen an der Rezeption abgeben. Darüber bin ich nun alles andere als glücklich. Ich meine, der Typ soll jetzt meine getragenen Höschen waschen, oder was? Das kommt mir ziemlich seltsam vor. Trotz meines deutlichen Widerstrebens bleibt mir nix anderes übrig.
Ich gehe in die Küche und mache mir mein Steak mit Feta, Tomate und trinke dazu ein Glas Rotwein. Sehr classy.
Eigentlich würde ich ja gerne ausgehen, aber allein ist es doof. Also bleibe ich mit meinem Rotwein und Internet in der Küche hängen, bis diese abgeschlossen wird. Dann wechsle ich in die TV Lounge, wo der heutige Filmabend mittlerweile beendet ist. Bald werde ich aber auch müde und gehe in mein Bett. Morgen kann ich ausschlafen und so wirklich Pläne für den Tag habe ich nicht. Vielleicht wandern? Oder eins der kostenfreien Fahrräder leihen?

Sieht das nicht gut aus? Vor allem im Vergleich zu InstantNudeln, die die meisten anderen essen...

Sieht das nicht gut aus? Vor allem im Vergleich zu InstantNudeln, die die meisten anderen essen...

Wein mit Witz...

Wein mit Witz...

© Stefanie Förster, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich habe nie von einer Weltreise geträumt. Schockierend, ich weiß. Überraschenderweise unternehme ich jetzt aber eine. Wie es dazu kam, wo ich lande und wie es da so ist, das berichte ich Euch hier... Wer mag, darf mitlesen. Mein Blog richtet sich vor allem an meine Familie und Freunde, sowie an Ex Kollegen. ...naja und natürlich an mich selbst: eine Weltreise ist ein tolles Abenteuer liebe Steffi! ...nur Mut und einfach mal machen, wird schon schiefgehen ;)
Details:
Aufbruch: 11.01.2015
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 28.05.2015
Reiseziele: Sri Lanka
Thailand
Indonesien
Australien
Neuseeland
Fidschi
Vereinigte Staaten
Mexiko
Deutschland
Malaysia
Singapur
Der Autor
 
Stefanie Förster berichtet seit 33 Monaten auf umdiewelt.
Reiseberichte von Stefanie sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!