Neuseeland-Reisebericht :In knapp zwei Jahren durch Malaysia, Neuseeland und Australien

Südinsel von 14.01. bis 23.02.2016 6645km: Südinsel 5 ab 07.02.2016 1010km

Ziel: Auf der Südinsel ab Picton über Nelson zum Cape Farewell, der Nordspitze der Südinsel, dann kreuz und quer über die Insel bis zur Südspitze und von da aus der Ostküste entlang nach Christchurch wo wir unsere Neuseeland Erkundung beenden wollen.
Hier: Ab Moeraki zurück ins Binnenland über Alexandra und Cromwell zurück nach Queenstown, über Twizel zum Mt Cook und dann über Duntoon zurück ans Meer bei Oramaru.

Wetter: Bei Sonnenschein >25°, falls stark bewölkt sowie nachts < 20°, dafür gar kein Regentag

Wir fuhren von Moeraki zurück nach Palmerston und dann weiter bis Dunback, wo wir in der Dunback Domain übernachtet haben. Der heutige sonnige Sonntag steht irgendwie im Zeichen des Goldes, denn auf dem weitere Weg Richtung Nord-Westen, stossen wir in Macraes Flat rein zufällig auf Frasers Open Pit Gold Mining.

Sie ist derzeit NZ ertragreichste Goldmine, liefert über 300.000 Unzen Gold pro Jahr, bei einem Goldpreis von über US$ 1000/ Unze macht das einen Umsatz von gut US$ Mio 300. Wir kommen hier so nahe an den Rand der Mine, dass wir endlich auch einmal diese riesigen CAT Lastwagen aus nächster Nähe und im vollem Einsatz sehen können.

So ein Monstertruck wiegt allein schon 135t, kann 210t Nutzlast befördern und verbraucht dabei gerade mal 3000l Diesel während seiner 12 Stunden Schicht. Ein Stückchen weiter hat ein Farmer seinen Weidezaun warum auch immer auf etwa 1km Länge mit solchen Tierkadavern dekoriert

und noch ein Stückchen weiter stossen wir in Hyde zum ersten mal auf den Hyde Rail Cycle Trail.

Hier wurden auf 124km stillgelegter Eisenbahnstrecke die Schienen entfernt, die Tunnels und Brücken renoviert und dann das ganze als Fernradlweg freigegeben. Wenn einem die ganze Strecke an eine Tag zu anstrengend ist, so kann man unterwegs Unterkünfte buchen, sein Gepäck transportieren lassen, die Möglichkeiten der (zu-)buchbaren Unterstützung sind nahezu unbeschränkt. Über Ranfurly mit ein paar netten ‚Rural Art Deco Gebäuden‘ erreichen wir Nasby, eine ehemalige Goldgräberstadt, heute eine gepflegte Ansammlung von Gebäuden aus seiner Hochzeit um 1860-1880 wie das des Stiefelmachers

oder das alte Postamt.

Am Stadtpark wurden einst 2 Kalifornische Sequoia Bäume angepflanzt, die sich die letzten 120 Jahre prächtig entwickelt haben.

Für uns ein völlig ungewohnter Anblick einmal einen freistehenden Sequoia in voller Schönheit zu sehen, stehen die doch sonst nur in Kalifornien im NP und dort eher dicht an dicht. Ob die wohl die nächsten 1000 Jahre überleben dürfen? - und wie die wohl dann aussehen werden?? Noch schnell ein Foto vom Monkey Cottage

und schon geht es weiter nach Saint Bathans, der nächsten ex-Goldgräberstadt mit seinem Blue Lake,

einem wassergefüllten Minenloch. Hier ein Blick auf 4 von den 27 Gebäuden, die den Niedergang dieses Ortes irgendwie überlebt haben.

In Ophir, der nächsten Ex-Goldminenstadt finden wir nur noch das ehemalige Post & Telegraph Office,

sowie die alte Hängebrücke ausserhalb des Ortes sehenswert.

In Alexandra, mit fast 5.000 Ew. der grösste Ort hier in der Gegend bestaunen wir die Uhr am Bergesrand -

sowas haben wir bisher noch nie gesehen, gehen zum Chinesen zum Chinesisch-Neujahr-Abendessen – und fahren dann weiter zum SP Champagne Gully. Am nächsten Morgen geht es erst mal ein paar km zurück nach Clyde,

noch so ein altes Goldgräberstädtchen mit gut 20 renovierten Häusern entlang des Heritage Trails,

der uns einmal auf und ab durch den kleinen Ort führt.

Der Bahnhof hier ist mittlerweile stillgelegt,

da die Bahnstrecke ins benachbarte Cromwell dank eines Staudamms mittlerweile gut 20m unter Wasser liegt. Am Aussichts- Infopunkt am Staudamm lernen wir, wie man einen Damm erdbebensicher macht: Man lässt zwischen der rechten und der linken Seite des Damms eine 2m breite Lücke, die gegenüber dem Stausee mit einer Stahl- Betonplatte abgeschlossen wird, die sich durch den Wasserdruck im See von selbst an den Damm anlegt und so die Lücke abdichtet – genial? Wir fahren den Stausee entlang Richtung Cromwell, schauen von einem Aussichtspunkt runter auf den Ort, im Zentrum der Haupt-Obstanbau Region von NZ.

Kein Wunder, das dessen Einfahrt von dieser Obstskulptur geziert wird.

Eher an ein kleines Wunder grenzt es dann, dass wir in dem Ort einen verständigen Barkeeper fanden, der am NZ Nationalfeiertag für 5 Gäste auf einem seiner Fernsehapparate die Übertragung der Superbowl 50, des Endspiels im American Football laufen lies, während auf den restlichen Apparaten das Cricket Game NZ – AUS gezeigt wurde.
Man muss sich das auf D übertragen etwa so vorstellen: am 3. Okt. spielt Deutschland gegen Brasilien und dann wollen ein paar (5) Touristen doch wirklich das gleichzeitig stattfindende Endspiel im US Baseball sehen. Das Football Spiel ist zu Ende, Denver hat gewonnen und wir schauen noch kurz am recht überschaubaren Cromwell Heritage Precinct vorbei,

etwa 10 alte Häuser, das war‘s dann auch schon.

Auf dem Kawaran George Hwy fahren wir Richtung Queenstown, kommen dabei an den Resten eines alten Goldminengebietes vorbei, dessen Pforten aber bereits um 17h schliessen, so dass eine Besichtigung heute nicht mehr möglich war.

Von einem Aussichtspunkt aus ein Blick auf dieses Wasserkraftwerk,

ein weiterer auf auf eine Engstelle in der Schlucht,

angeblich soll hier sogar eine Natural Bridge sein,

bevor wir uns dann auf einem gutbesuchten SP direkt am Kawaran River niederlassen.
Die alten Hängebrücke am Kawaran Hwy wurde vor Jahren schon zu einer Bungy-Jumping Hochburg umfunktioniert,

doch so früh am Morgen ist man hier noch mit den Vorbereitungen für den kommenden Besucheransturm beschäftigt. Wir fahren weiter nach Queenstown und sehen dort im Hafen neben all den Jet-Booten das HydroAttack,

ein Mittelding zwischen Jetski, Mini-U-Boot und Speedboot. Irgendwie kann das Ding extrem enge Kurven fahren, ins Wasser abtauchen und dann fast senkrecht daraus wieder auftauchen.

Dann, direkt am Liegeplatz der TSS Earnslaw treffen wir endlich auf den Hauptgrund unserer erneuten Fahrt nach Queenstown.

Aus Auckland wurde anlässlich des Chinese New Year hierher eine Gruppe von chinesischen Lion Dancers (Löwentänzer) eingeladen, die hier eine absolut tolle Show aufführten, sich vor allem den sehr zahlreich erschienenen Kindern widmeten

und dann dem Publikum auch noch Orangen (ein Symbol für Reichtum) zuwarfen,

die zuvor in Form eines M = Money ausgelegt wurden. Auch wir gehörten zu den glücklichen Fängern,

jetzt kann unser Lotto 6ser ja ruhig kommen .
Bei unserem ersten Besuch hier haben wir uns über die langen Warteschlangen vor Fergburger noch gewundert,

heute reihen wir uns ein, dürfen nach 25 min unsere Bestellung aufgeben, bekommen nach weiteren 15 min unseren ‚Big Al‘ serviert – und ich muss gestehen, das Warten hat sich gelohnt. Noch ein letzter Blick auf den Clock-Tower von Queenstown

und schon sind wir wieder zurück bei den Bungy Jumpern an der alten Hängebrücke am Karanwan Hwy (NZD 195), ready,

Jump.

In der Karanwan George suchten wir lange nach der Natural Bridge, der engsten Engstelle in dieser Schlucht und müssen lernen, dass dies eines der letzten Hochwasser nicht überlebt hat, die Engstelle ist zwar immer noch da,

nur darüber hinweggehen geht leider nicht mehr. Zurück nach Cromwell und dann Richtung Norden über den Lindis Pass 965m,

vorbei am Ton Cliff von Omarama,

geht es zum Lake Ohau,

wo wir auf der DOC CP Round Bush Campsite unser Nachtlager beziehen. Kaum stehen wir, kommt schon einer unser Nachbarn vorbei und bietet uns frisch geräucherte Forellen an, die haben für sich zu viele geräuchert, bei uns passen die noch locker rein, Kiwi Camping vom Feinsten.
Am Lake Ohau entlang

geht es weiter nach Twizel und jetzt immer den Lake Pukaki entlang, mit seinem tief türkisfarbenen Wasser einer der schönsten Bergseen, die wir bisher gesehen haben.

Mt. Cook erscheint am Horizont,

kommt immer näher,

wir sind im Mt. Cook Village angekommen, schauen kurz hoch zu den Gletschern droben am Berg

und fahren sofort weiter zum Tasman Glacier, mit 24km der längste Gletscher von NZ, klettern etwa 30 min lang seine Moräne hoch und stehen am Gletschesee, in dem einige Eisberge schwimmen,

übrigens die einzige Stelle in NZ, wo man Eisberge beim Schwimmen beobachten kann, während im Hintergrund der Gletscher friedlich kalbt. Die einstigen Blue Lakes

am Fuss der Moräne haben sich mittlerweile in Green Lakes verwandelt, da sie nicht mehr durch frisches Gletscherwasser gespeist werden, sondern nur noch dank Rückzug des Gletschers veralgte Regenwassersammelbecken sind. Wir fahren weiter ins Hooker Valley, wo wir zur 3 Std. H/R Wanderung zum Aussichtspunkt auf den Hooker Gletscher aufbrechen.

Unterwegs müssen 4 Hängebrücken überquert werden, wobei die 3.Brücke fast 100m Spannweite ausweist.

Am Aussichtspunkt das gewohnte Bild, man schaut über den Gletschersee

auf einen mit einer dicken Geröllschicht bedeckten Gletscher.

Der Rückweg führt uns am Alpine Memorial vorbei, wo uns in Erinnerung gerufen wird, dass der nur gut 3700 Mt. Cook wohl nicht zu den einfacheren Kletterbergen gehört,

werfen irgendwann einen Blick zurück über den Lake Pukaki auf den Mt. Cook

und beziehen unseren SP am Südufer des Lake Pukaki, Mt.Cook weiterhin vor Augen.
Am nächsten Morgen ein erster Blick über den Lake Pukaki,

50 km weiter ein Blick über den Lake Tekapo

und dann der ganze Weg zurück nach Twizel, die Flüge mit dem Doppeldecker (Biplane Flights) scheinen hoch im Kurs zu stehen,

dafür ist das Spark Wifi hier im Ort nun endgültig ausgefallen. Unnetzbesuchter Dinge fahren wir weiter, besuchen am Ortsende die Highland Salmon Farm,

wo die Lachse begierig auf die Fütterung durch die Touristen warten, die sie (uns eingeschlossen) anschliessend genauso begeistert als Sashimi verzehren.

Die Omarama Hot Tubs (NZD 52 pP) für 90 min im Holzzuber ersparen wir uns, die Schafschurshow genau gegenüber hat heute schon um 12h stattgefunden, fahren wir halt weiter bis Otematata, zweigen dort zum Lake Benmore Dam ab,

fahren auf der sehr romantischen Nebenstrecke bis zum Waitaki Dam

um dort wieder die Hauptstrasse zu erreichen. Nahe Duntoon können einige wenige Maori Felszeichnungen noch besichtigt werden,

die meisten davon wurden bereits abgehackt und Museen zugeteilt, andere sind eher modern Graffitis,

die diese Felsnischen verzieren. Die Elephant Rocks sind freiliegende, schön verwitterte Sandsteinblöcke,

wo man seiner Phantasie freien Lauf lassen kann, eine schlafende Katze??

ein Elefant??

Unser SP heute ist am All Day Bay Beach, südlich von Oramaru.

Wir sind zurück am Meer, statt Gletscher und Bergseen wollen wir hier wieder Seelöwen und Pinguine suchen.

© Anja & Wolfgang, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nachdem wir die letzten 2 Jahre auf dem amerikanischen Kontinent verbracht haben, zieht es uns diesmal wieder gegen Osten. In den nächsten 22 Monaten wollen wir Malaysia, Neuseeland und Australien erkunden.
Details:
Aufbruch: 15.10.2015
Dauer: 22 Monate
Heimkehr: 14.08.2017
Reiseziele: Malaysia
Singapur
Neuseeland
Australien
Live-Reisebericht: Anja & schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt. Anja & über sich:
Weltreisende aus Leidenschaft