Belize-Reisebericht :Mittelamerika und Kolumbien 2015

Belize - Caye Caulker und San Ignacio

Natürlich war es im Nachtbus unnormal kalt. Glücklicherweise konnte ich meinen Rucksack mit den langen Klamotten mit an Bord nehmen, weil der wohl noch als Handgepäck angesehen wurde. Trotz langer Hose, Pullover und Softshell habe ich - ebenso wie die willenlosen Eingeborenen an Bord - noch immer sehr stark gefroren.

Wieder einmal frug ich mich, warum Menschen diese beinahe respektlose Behandlung durch Busfahrer nahezu überall auf der Welt hinnehmen. Jeder an Bord friert, es gibt keinen Grund auf 16° Grad runterzukühlen und die Videoanlage ist schmerzhaft laut - allein: niemand sagt etwas dagegen. Alle halten den Mund, schleppen nur zu diesem Zweck Decken mit in den Bus und akzeptieren auch, dass der Fahrer irgendwann die individuelle, zum Lesen nötige Beleuchtung über den Sitzen ausmacht, womit 40 Menschen hinter ihm zum Viehtransport gemacht werden.

Bei aller Unruhe: In Central und später auch in Kolumbien waren die Busfahrer keine schlechten Kerle, sondern sehr respektvolle Kameraden, die sich, was in diesem Beruf selten anzutreffen ist, nicht zu wichtig nahmen. Alle Passagiere sagen am Ende stets auch höflich "Gracias" zum Kollegen, der freundlich "Bueno" erwidert. I like!

Belmopan am nächsten Morgen war ein recht verrumpeltes, definitiv "karibisch" zu nennendes Nest: viele, beinahe ausschließlich, Schwarze und alles etwas verlottert. Auf dem Weg zum Hafen sah ich, wie ein Bürger, an die Hauswand gedrückt, von zwei Bullen durchsucht wurde und ich bemerkte zum ersten Mal, dass Menschen hier Wasser aus kleinen Tüten trinken, indem sie eine Ecke mit den Zähnen aufreißen und sich das Wasser in den Mund drücken.

Mit einem Speedboot ging es dann nach Caye Caulker, eine im LP empfohlene "Backpacker-Insel". Das Hostel, die namentliche Erwähnung ist es nicht wert, war schnell gefunden, ein Dorm-Bett war auch frei. Auf einem ersten Inselspaziergang durch die Einheimischen-Viertel, etwas heruntergekommen, aber alles in Schuss, freute ich mich über die vielen lachenden Kinder und ärgerte mich über den Laden-Preis von 1,50 US für ein kleines Bier (287 ml, sic).

Ankunft auf Caye Caulker.

Ankunft auf Caye Caulker.

Are you shittin me?

Are you shittin me?

Kinder sind fast überall süß.

Kinder sind fast überall süß.

Nach anderthalb Tagen schwimmen, sonnen und noch verhaltener Geselligkeit stand ein Schnorcheltrip mit Segelboot auf dem Programm. Am vorgelagerten Riff (dem zweitgrößten Barrier Reef der Welt) Lobster, paar Fische und Korallen. Später noch eine Seekuh - von dem englischen Scheißwort Manatee hatte ich zuvor noch nie gehört - sowie mit Fischbrocken angelockte Ammenhaie und Mantarochen beschnorchelt. Von diesen Highlights abgesehen, sind schnorcheltechnisch die Perhentians sowie Kho Phi Phi für mich immer noch unerreicht - und das sollte sich auf dieser Reise auch nicht mehr ändern. Der Trip auf dem Segelboot war recht entspannt. Wenn es halt mal eine Strecke zwischen den Spots zu fahren war, haben wir mit Cuba Libre zu House Musik gechillt. Abends haben wir auf dem Steg den restlichen Rum ausgetrunken und dem Anglerlatein des Capitains gelauscht.

"If you had brought me a couple of girls you would have paid nothing for this trip." Captain said to me.

"If you had brought me a couple of girls you would have paid nothing for this trip." Captain said to me.

Ammenhaie (nurse sharks).

Ammenhaie (nurse sharks).

Am nächsten Tag mit überwiegend Deutschen Mitreisenden einen schönen Lobster wegschnabuliert sowie auf einem der ins Meer ragenden Stege Rum getrunken. 'T was nice!

Schließlich: Ein, zweimal noch weggewesen, nicht gebumst, fast mit einem Israeli geprügelt, und dann hieß es für mich Abschied nehmen von Caye Caulker.

Tormund.

Tormund.

Nichtstun.

Nichtstun.

San Ignacio, ein recht kleines Nest an der Grenze zu Guatemala, lockt Reisende mit den ATM-Caves, die für 90 US an einem halben Tag durchstiegen werden können. In der alten Maya-Höhle findet man alte Knochen und Tonschrapel von Opferzeremonien. Für mich aber zu klaustrophobisch und auch zu teuer, wie fast alles in Belize. Vor Ort noch eine Mayaruine (recht hohe Pyramide) angeschaut und zu einem Wasserfall getrampt. Ebenso wie auf Caye Caulker sind mir die vielen Chinesen aufgefallen, die - natürlich - die kleinen Lebensmittelgeschäfte betreiben. Sie sprechen gutes Spanisch und Englisch und sind sehr freundlich, also nicht so verhalten wie in Mainland China.

Hostel life.

Hostel life.

Nice shape.

Nice shape.

© Christian T, 2016
Du bist hier : Startseite Die Amerikas Belize Belize-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Zweieinhalb Monate von Mexiko bis Panama, 6 Wochen Kolumbien.
Details:
Aufbruch: 17.07.2015
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 14.11.2015
Reiseziele: Mexiko
Belize
Guatemala
El Salvador
Nicaragua
Costa Rica
Panama
Kolumbien
Der Autor
 
Christian T berichtet seit 3 Jahren auf umdiewelt.