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Bericht über eine 18tägige individuelle Mietwagenrundreise durch Costa Rica.
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Anderntags verlassen wir 8:30 das Swiss-Hotel und fahren über eine holprige Buckelpiste in Richtung Arenalsee. Bereits seit dem Morgen regnet es in Intervallen, z.T. sintflutartig. Ziel ist die Arenal-Observatory-Lodge; allerdings sind wir unsicher hinsichtlich Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit der Übernachtung. Aber auch hier stellen wir die Vorzüge des Reisens in der low-season fest; für 120,-$ Dollar erhalten wir problemlos ein schönes Zimmer mit Balkon und Vulkanblick, obwohl im Reiseführer deutlich höhere Preise genannt werden. Das Hotel-Areal, umgeben von Dschungel, ist sehr geschmackvoll angelegt und befindet sich neun km von der Carreterra 142 entfernt.
Blick vom Hotel-Pool zum Vulkan
Während eines kurzen Trips in den 16km entfernten Ort La Fortuna, in welchem es zahlreiche Hotels und Restaurants gibt und permanent Plakate auf Canopy-Touren und Bungee-Jumping hinweisen, füllen wir unseren zur Neige gegangenen Vorrat an diversen Prophylaxen (Whisky und Rotwein) auf. Am Nachmittag ziehen wir uns entspannt zu unserem Home-Kino zurück. Doch leider hüllt sich der Berg in Wolken, nur hin und wieder sind die brodelnden Geräusche herab rollenden Lavagesteins zu hören. Der Geruch nach Feuer und Asche liegt in der Luft und zeugt von der Aktivität des Vulkans. Und auch während des Abends und der aufziehenden Nacht lichtet sich der Wolkenschleier nicht, so dass wir das Spektakel nächtlicher roter Lavaflüsse erst einmal nicht wahrnehmen können. Immer wieder prasseln heftige Regengüsse auf das Balkondach, was uns allmählich nervt. Doch wir hoffen auf besseres Wetter und klarere Sicht morgen.
Nach einem leckeren Frühstück in der Observatory-Lodge fahren wir zum Eingang des Arenal-Nationalparks, sechs km von unserer Unterkunft entfernt, bezahlen jeder die 7$ Eintritt und unternehmen eine wunderschöne dreistündige Wanderung. Der Weg ist recht anspruchsvoll, führt z.T. über Lavagestein und ermöglicht herrliche Blicke zum Vulkan und zum Arenalsee. Wieder begegnen wir keinen Touristen und können so die reizvolle Landschaft ganz intensiv genießen.
Ameisen-Strasse im Arenal-Nationalpark
Blick zum Arenalsee
Im Arenal-NP
Arenal-NP
Seltsame Pflanzen im Arenal-NP
Auf dem Rückweg der Wanderung Blick zum Vulkan
... mal wieder sind wir die einzigen Touris
Nach der schweißtreibenden Tour erfrischen wir uns etwas in der Lodge, bevor wir uns nach La Fortuna begeben, wo wir einige Erledigungen zu tätigen haben. Auf dem Rückweg essen wir in einem tollen Straßenrestaurant zu Abend. Die neun Kilometer auf der holprigen Straße empfinde ich in der Dunkelheit etwas spannend, doch Christina fährt wie immer souverän. An einer kleinen Brücke nehmen wir eine Menschenmenge wahr, was uns zunächst verwundert, doch der Blick nach links zum Vulkan liefert uns sofort die Erklärung. Die Sicht ist frei und der Berg klar erkennbar. Hoffentlich bleibt es so, meine Gebete scheinen erhört worden zu sein. Wir geben richtig Gas und erreichen in wenigen Minuten unseren Beobachtungsposten in unserem Hotelzimmer. Kaum angekommen, erleben wir mehrere kleine Eruptionen des Vulkans und die nachfolgenden Lavaströme. Ein unvergessliches Ereignis, was ich tief in mein Inneres aufnehme und wofür ich unglaublich dankbar bin. Den Abend und die halbe Nacht verbringen wir staunend auf dem Balkon und verfolgen das Naturspektakel. Auf der Spitze des Vulkans wird förmlich ein kleines rotes Lichtlein angezündet und immer mal wieder fließt ein roter Strom den Berg hinab; ergänzt wird dieses Schauspiel von den betörenden Dschungelgeräuschen sowie einer Unzahl von Leuchtkäfern, welche durch die Luft fliegen und den Eindruck vermitteln, als würden Menschen mit Stirnlampen durch die Finsternis irren. Einfach phantastisch. Ich möchte diese Momente des Glücks und der Dankbarkeit auf ewig in meine Erinnerung und in mein Herz brennen.
Irgendwann zieht sich dann innerhalb von einer Minute wie von Geisterhand ein weißer Vorhang vor den Vulkan - Vorstellung beendet! Wahnsinn.
Der Arenal ist eines der größten Highlights des Landes.
Arenal-See
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