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Bericht über eine 18tägige individuelle Mietwagenrundreise durch Costa Rica.
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Am anderen Morgen fahren wir von der Arenal-Observatory-Lodge die kurvenreiche Straße am Arenal-See entlang in Richtung Liberia und weiter zum Nationalpark Rincon de la Vieja. Hier checken wir nach 3,5stündiger Fahrt in der Hacienda Guachipelin Lodge ein. Das mit 50 Zimmern recht große Anwesen ist - wie bislang eigentlich alle Unterkünfte - nett angelegt. Die Bungalows sind in der Form eins L`s angeordnet, die Zimmer mit Möbeln im Kolonialstil ausgestattet.
Hacienda Guachipelin Lodge
Hacienda Guachipelin Lodge
Bekannt ist die Region u.a. durch ihr Angebot von Reitausflügen in die Umgebung; auch an unsere Lodge ist ein Gestüt angeschlossen.
Den Nachmittag verbringen wir - bei wunderschönem Wetter ohne Regen - in der Anlage, sitzen vor unserem Zimmer und relaxen. Von einem in der Nähe befindlichen Mirador haben wir einen tollen Blick in die Umgebung und sogar bis zum Meer. Bei einem üppigen Abendbuffet in der Lodge lassen wir den Tag ausklingen.
Zur Lodge gehörendes Gestüt
9:45 starten wir dann am nächsten Morgen in den nahe gelegenen Nationalpark Rincon de la Vieja. Wir sind auf einen eher gemütlichen Spaziergang von vier Kilometern Länge eingestellt, welchen wir ggf. sogar zweimal zu laufen beabsichtigen, da wir ein kleines Bewegungsdefizit verspüren. Doch recht schnell wird uns klar, dass dieser Gedanke ziemlich illusorisch ist. Der Weg ist äußerst anspruchsvoll, durch den Regen an vielen Stellen schlammig, mitunter steil und der Schwierigkeitsgrad wird durch Wurzeln, Steine und Bachläufe erhöht.
Charakteristisch für diesen Regenwald sind die Würgefeigen, welche als Parasiten die Bäume umschlingen und zum Absterben bringen.
Würgefeigen im Nationalpark Rincon de la Vieja
Als sehr eindrucksvoll empfinde ich die Schlammlöcher. Durch die vulkanische Aktivität in der Region brodeln kleine Schlammseen und bringen skurrile Gebilde hervor. Hier verweilen wir lange und genießen in der Einsamkeit dieses Naturschauspiel.
Von heißen Quellen steigt Dampf auf, welcher in Schwaden über dem Regenwald hängt. Die Luft riecht nach Schwefel - sehr eindrucksvoll.
Nach knapp vier Stunden sind wir am Auto zurück; für die Strecke waren im Reiseführer eigentlich nur zwei Stunden angegeben. Doch wir haben uns wirklich viel Zeit gelassen und dieses phantastische Naturschauspiel intensiv genossen.
Der vulkanische Untergrund bringt in den Schlammlöchern skurrile Formen hervor.
Schlammlöcher
Schlammlöcher
Schwefeldampf, der aus dem Dschungel des Rincon aufsteigt
Nachdem wir uns in der Lodge vom Schlamm gereinigt haben, begeben wir uns ins 16 km entfernte Liberia, einem netten Kolonialstädtchen mit Cowboyflair. Im historischen Ortskern stehen zahlreiche Häuser aus Schmelztuff, dem weißen Auswurfmaterial von Glutwolken.
An einem üppig ausgestatteten Weihnachtsladen kommen wir in tropischer Hitze nur noch ins Grübeln...
Kirche in der Stadt Liberia
Unglaublich - Weihnachtmarkt in Liberia bei tropischen Temperaturen
In einem Seafood-Restaurant essen wir lecker einen Riesen-Grillfisch; allerdings ist es uns nach dem Genuss desselben aufgrund von dessen Üppigkeit etwas übel und unser Magen verlangt nach einem "Verteiler". Auch getrieben von einem aufziehenden Gewitter brausen wir die Schotterpiste zu unserer Lodge zurück. Den Abend verbringen wir wieder vor dem Bungalow sitzend mit diversen Alkoholika und schreiben Tagebuch. Wir stellen fest, dass doch relativ viele Gäste in der Unterkunft weilen, obwohl wir tagsüber meinten, nahezu die Einzigen zu sein. Irgendwie finden wir diese Tatsache beruhigend, denn so schön es ist, in den Nationalparks von Touristen verschont zu werden, habe ich es doch lieber, in den Quartieren nicht unbedingt mit dem Personal allein zu sein.
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