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Bericht über eine 18tägige individuelle Mietwagenrundreise durch Costa Rica.
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Tags darauf frühstücken wir wieder gemütlich auf der Hotelterrasse am Meer, plantschen noch einmal im Pazifik und buchen dann eine Tour zum Tortuguero. Dieses Unterfangen nimmt mehrere Stunden in Anspruch, so dass wir erst am frühen Nachmittag abreisen können. Unsere Route führt über Santa Cruz und Nicoaya sowie die Brücke an der Nicoya-Bucht Richtung San Jose.
In den Bergen ca. 120 km vor der Hauptstadt geraten wir in einen unendlich scheinenden Stau, da hier zahllose Trucks in Zeitlupe die steile Straße nach oben kriechen oder ganz liegen bleiben. Christina und ich sind recht angespannt, da wir noch nicht genau wissen, ob unser reserviertes Hotel auch für drei Tage Parkmöglichkeit gewährt oder ob wir gegebenenfalls noch umbuchen müssen. Zudem erwarten wir den uns aus der Vergangenheit bekannten Riesen-Stau in San Jose. Der Gedanke, dass uns morgen früh zeitig der Bus zur Tour abholt, macht uns nicht gerade positiver gestimmt. Doch wie durch ein Wunder gestaltet sich der Hauptstadt-Stau harmlos und wir erreichen bereits gegen 19:30 das Hotel "Don Carlos", welches sehr individuell und kreativ gestaltet ist.
7:00 werden wir durch unseren Guide mit einem Bus mit weiteren 14 Touristen, überwiegend spanisch-sprechend, abgeholt. Ziel der Reise ist der Tortuguero-Nationalpark an der Karibik-Küste Costa-Ricas. Auf der Fahrt gibt es mehrere Stopps; eine Frühstückspause an einem überdachten, offenen Restaurant sowie an einer Bananenfabrik. Hier können wir den Prozess von der Bananenernte bis zur Verpackung begutachten. Die Bananen werden, in blauen Plastiktüten gebündelt, über einen beweglichen Draht von der Plantage zur Fabrik geleitet, dort in Wasserbassins gereinigt und anschließend in Kisten verstaut.
Am späten Vormittag erreichen wir Cano Blanco und gehen an Bord eines Kahns, welcher uns z.T. in Speed-Geschwindigkeit über die Kanäle entlang zur Mawamba-Lodge bringt. Unterwegs sichten wir bereits ein stattliches Exemplar von einem Krokodil und ein Faultier. Die üppige Vegetation reicht bis dicht an die Ufer heran, welche undurchdringlich zugewachsen erscheinen.
12:30 erreichen wir die Lodge, welche sehr gut organisiert ist. Nachdem wir die einfachen, mit Holz verkleideten Zimmer, welche an den oberen Wänden offen, jedoch mit Gaze geschützt sind, bezogen haben, gibt es ein reichhaltiges Mittags-Buffet.
Unser Zimmer in der Mawamba-Lodge
Mawamba-Lodge
Am Nachmittag erhalten wir eine Führung durch die Anlage mit Erläuterungen zu den exotischen Pflanzen, welche hier wachsen sowie zum Schmetterlingszelt.
Rotaugenfrosch
Kakao-Baum
Anschließend begeben wir uns noch an den etwas gespenstisch anmutenden, einsamen Strand, welcher unmittelbar hinter der Lodge beginnt. Im grauen Sand entdecken wir die Löcher, in welche die Schildkröten ihre Eier ablegen, doch leider treffen wir keine von ihnen an.
Den Abend verbringen wir mit einem unterhaltsamen, reisefreudigen Schweizer Ehepaar an der Bar.
Da die vergangenen beiden Nächte nicht sehr geruhsam waren, verschlafen wir die bereits 5:45 startende Morgentour geflissentlich. Schließlich wollen wir uns in diesem Urlaub vor allem erholen.
Am Frühstückstisch wird von der Gruppe natürlich der Grund für unser Fernbleiben erfragt.
9:30 startet dann eine kleine Dschungeltour. Der Guide erklärt uns einiges zum Tortuguero, dessen Entstehung nach einer kompletten Abholzung, jedoch sehen wir außer ein paar Tukans kaum Tiere.
Auf der Dschungeltour
Ein Tukan
Eine intensive Naturerfahrung erleben wir auf der nachmittäglichen Bootsfahrt durch die Kanäle. Der Dschungel reicht bis ans Wasser heran; wir begegnen Caimanen, Totenkopfäffchen, Schildkröten und diversen Vögeln und genießen die beeindruckende Stille des Nationalparks.
Auf den Kanälen des Tortuguero
Ein Totenkopfäffchen
Baden dürfte hier ein etwas spannendes Unterfangen sein
Suchbild: Wo ist das Krokodil?
Nach dieser eindrucksvollen Bootstour begeben sich einige aus unserer Gruppe am späten Nachmittag zum Strand, wo wir einen jungen Einheimischen treffen, welcher für uns ein Nest mit Wasserschildkröten ausgräbt. Zahllose kleine Tiere kommen aus dem Loch hervor und marschieren zielgerichtet aufs Meer zu, in welchem sie dann verschwinden. Staunend und zutiefst ergriffen beobachten wir dieses Wunder der Natur. Faszinierend, wie diese winzigen Lebewesen ihrem Instinkt folgen; ein innerer Kompass scheint ihnen den Weg zu weisen, und dies schon seit Jahrtausenden. Leider werden viele der Schildkröten nicht lange überleben, weil sie bei Fischen und anderen Meeresbewohnern auf der Speisekarte stehen. Eines wird bereits am Strand von einem Greifvogel erfasst - das Gesetz der Natur. Neues Leben, einem vorgegebenen Zyklus folgend - unglaublich bewegend.
Auch ein Bewohner der Lodge
Zahllose junge Meeresschildkröten kommen aus dem Loch gekrabbelt.
Abends sitzen wir noch lange mit den Schweizern an der Bar und werten die Erlebnisse der Tortuguero-Tour aus.
Am anderen Morgen geht es um 9:00 mit dem Boot zurück nach Cano Blanco; zwischendurch werden einige Picture-Stopps eingelegt. Den Fahrtwind auf der Haut zu spüren, die Ruhe der Umgebung, die Schönheit der Landschaft - ein wunderbares Gefühl von Glück, Lebensfreude, Dankbarkeit und Zufriedenheit.
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