Ein Jahr lang unglaubliche Momente erleben!
El Salvador
El Salvador ist ein tolles Land, das Beste sind die Menschen hier. Ich habe selten so freundliche und hilfsbereite Menschen getroffen. Wenn man aus dem Bus austeigt und etwas verwirrt dreinschaut (was bei mir sicherlich meistens der Fall ist) hat man gleich drei Einheimische, die einen Fragen, wo man den hin will und ob man Hilfe braucht. Der einzige Nachteil ist, das die Menschen einem unbedingt Helfen wollen und selbst wenn sie nicht wissen, wo etwas ist, sagen sie nicht "Keine Ahnung", sondern geben einem immer ne Richtung an. Es ist daher immer sinnvoll mehrmals zu fragen. Es kommt auch ziehmlich oft vor, dass es ihnen zu umstaendlich ist, den Weg zu erklaeren und so begleiten sie einen, egal ob es ueberhaupt nicht auf ihrem Weg liegt. Einmal hat mir ein Reisefuehrer auch den Weg mit dem Bus erklaert, wo ich zu den Ruinen hin muss und wo ich mit dem Bus umsteigen muss. Er sagte, dann auch er wartet dort auf mich, um sicher zu sein ich fahre in die richtige Richtung. Als ich dort war, war er aber weit und breit nicht zu sehen, aber gleich wieder drei Leute, die mir den richtigen Bus gezeigt haben. Bei den Ruinen habe ich dann den Reisefuehrer wieder getroffen, der extra dorthin gefahren ist, um zu schauen, ob ich auch gut angekommen bin. Es ist um so verwunderlicher, dass die Menschen hier so freundlich sind, da ihre schreckliche Vergangenheit noch gar nicht so lange her ist und die US Amerikaner eine nicht so positive Rolle fuer die Salvadorianer darin gespielt haben. Aber die Menschen sind sehr positiv eingestellt gegenueber Fremden egal, ob aus den USA oder sonst wo her.
Ohne Machete geht hier kein Mann in den laendlichen Gegenden aus dem Haus...
Das erste Staedchen, dass ich hier besucht habe war La Palma. Dort sind alle Haeuser mit bunten Bildern (die Kunstrichtung nennt sich naive Malerei, da es aussieht als haetten die Bilder Kinder gemalt und kommt hier aus El Salvador) und alles andere was man bemalen kann wie z.B. Strommasten. Dann bin ich nach Suchitoto weiter und die Erkenntnis dieses Tages war, dass es auch in der Hitze nicht schadet ein bischen zu denken. Bin naemlich, kaum das der Bus das Ortschild passiert hat ausgestiegen. Musste dann mit meinem ganzen Gepaeck ins Zemtrum 10 Minuten lang lauften. Hatte aber eine nette Dame, die mich begleitet hat damit ich den Weg finde. Und es war mal wieder ueberhaupt nicht ihre Richtung. Hatte etwas ein schlechtes Gewissen, da sie die ganze seit neben mir laut schnaufend ueber die Hitze geschimpft hat. Zudem laufen hier die Menschen nicht viel, wenn sie nicht muessen. Man faehrt auch nur ein paar 100 Meter mit dem Bus oder mit den Tuk-Tuk Taxis. Daher glaube ich, dass die Leute mich hier fuer sehr Loco (verrueckt halten), da ich eigentlich alles zu Fuss gehe und wenn die Leute mir den Weg erklaeren, wollen sie mir erstmal sagen, wie ich da mit dem Bus hinkomme und sind dann immer sehr verwundert, wenn ich laufen moechte. In Suchitoto war ich glaub ich fast die einzige Fremde. Die Unterkunft, die ich suchte kannte keiner und so hab ich nach mehrmaligen Nachfragen aufgegeben und bin zu einer anderen etwas teuereren. Die hat mir nur gar nicht gefallen, aber auf mein Frage, ob es hier noch was anderes gibt, bekam ich die Antwort Nein. Was eine grosse Luege war, hab's ihm aber nicht allzu uebel genommen, haette auch gelogen, wenn der einzige Tourist seit Tagen an meine Tuer klopft. Mein Zimmer war eher ne Klosterzelle und da es zu einem kleinen Park rausging, hatte ich nachts besoffene Randerlierer vor meiner Zimmerwand, die eine Stunde lang den Buergersteig zerstoert haben. Klang manchmal aber eher so, als ob sie meine Zimmerwand versuchen zu durchbrechen. Da die Nacht nicht so toll war, bin ich auch gleich am naechsten Tag weiter.
Eines der bunten Haeuser in La Palma
Bin dann fuer mehrere Tage nach Santa Ana gegangen. Dies ist eine groessere Stadt. In der Innenstadt sind die Strassen rechts und links mit Marktstaenden umsaeumt, dazwischen laufen Menschen und bunte Busse versuchen sich durchzuquetschen. Eines meiner Lieblingsbeschaeftigungen hier ist es durch Maerkte zu schlendern. Habe dort in einem ganz tollen Hostel gewohnt (Casa Frolaz), ein Haus und Garten mit Seele und einem netten Besitzer. An einem Tag habe ich den noch aktiven Vulkan Santa Ana erklommen. Man wandert ca. ne Stunde bis man oben ist. Der Vulkan ist erst vor 5 Jahren ausgebrochen und es ist schon ein komisches Gefuehl, wenn man oben steht und denk, der koennte jeder Zeit wieder ausbrechen. Man hat von oben eine tolle Aussicht und er hat einen wunderschonen Kratersee, der immer noch brodelt.
Vulkan Santa Ana
Und dann war mal wieder ein Tag am See angesagt. Es gibt hier unglaublich viele Seen. Das lustigste an diesem Tag war, dass es in dem kleinen Ort am See (vielleicht 20 Haeuser), mit nicht sehr vielen Menschen es ein Tuk-Tuk Taxi gab, das den ganzen Tag, den Ort auf und ab gefahren ist und auch immer irgendwelche Einheimischen 500 Meter weit gefahren hat.
Taxi gefaellig?
Danch gings dann fuer ein paar Tage nach Juayua und in ein noch schoeneres Hostel (Anahuac, ein kleines Stueck Paradies). Hier ist jedes Zimmer von einem anderen salvadorianischen Kuenstler bemalt, es gibt eine schnucklige, ueberdachte Gartenkueche und Haengematten, Haengestuhele zum Relaxen. In Juayua ist jedes Wochenende eine Food Festivel und man kann unglaublich viele leckere Sachen teilweise sehr ungewoehnlich essen. Habe mir das ungewoehnlichste rausgesucht und den gebratenen Frosch probiert, sehr lecker!!! Zudem weitere komische Essenskombinationen wie gekochter Maiskolben mit Streukaese, Chilisosse, Mayonaise und einer undefinierbaren braunen Sosse, Pommes mit Ketchup, das zur Haelfte aus Farbstoff besteht (hatte danach total orangefarbene Finger) und die machen hier Kaese drueber und Mango mit Salz, Peffer und Chillisosse (nicht so mein Fall).
Da es hier ueberall Vulkane gibt, bin ich mal wieder zu nem Kratersee gewandert. Wurde dann aber eher ein gemuetlicher, abenteuerlicher Spaziergang, da wir schon nach ein paar Metern von einem LKW mitgenommen wurden. Da die Strassenverhaeltnisse mehr als misserabel waren (mehr Schlagloecher wie ebene Flaechen) musste man sich sehr gut auf der Ladeflaeche hintendrauf festhalten. Man faehrt hier oefters auf sogenannten Pick-ups hinten mit, das Wichtigste ist da immer gut festhalten und schoen den Mund zu lassen, sonst hat man wieder loeffelweise Dreck im Mund...
Leider etwas unscharf, war aber bei der "jumpigen" Fahrt nicht anders moeglich und so gemuetlich, wie es mit dem Stuhl aussieht, war es nicht...