El Salvador-Reisebericht :Gri-Schmis fahren mit dem Rad von Costa Rica nach Mexico

Im 3. Land unserer Reise - El Salvador

15.12.2016, Die Polizei-dein Freund und Helfer :-) 92km

Wegen der zu erwartenden Hitze fahren wir heute noch zeitiger, schon vor 7 Uhr los. Auf den Straßen herrscht schon voller Betrieb, am Verkaufsstand eines fliegenden Händlers bekommen wir Kaffee und belegtes Brot. Mittags gönnen wir uns eine ausgiebige Rast im "Adventure de los monos" einem Bad mit Hochseilgarten. Der Physiklehrer einer Schule am Weg hatte uns den Tip gegeben, dort die Mittagshitze vorüber gehen zu lassen. Wir wollten im Schatten des Schulhofes nur mal auf das Tablet nach dem Weg schauen und bekamen gleich ein Glas mit kaltem Wasser angeboten und die Schule gezeigt.
Wahrscheinlich würde keine der Attraktionen im Affenbad einen TÜV Stempel bekommen, aber wir haben viel Spaß. Am besten gefällt uns die ca. 30m lange Seilbahn, an die man sich einfach hängt und dann über dem Wasserbecken loslässt.
Irgendwann müssen wir dann wieder in die Hitze und die letzten 40 km nach Usulután strampeln.
Was passiert in Deutschland, wenn man einen Polizisten fragt, ob er ein Hotel empfehlen kann? Im besten Fall bekommt man einen Ratschlag, vielleicht mit einer hinweisenden Handbewegung. Ich könnte mir aber auch: " Das gehört nicht in unsere Zuständigkeit." vorstellen.
Was passiert in El Savador bei gleicher Fragestellung? Der Polizist berät sich mit seinem Kollegen. Die beiden rufen einen Streifenwagen, der eine Minute später da ist und uns eskortiert. Nein, nicht ins Hotel. In die Polizeistation. Das ist ein eingezäuntes Wohnviertel für die Beamten, in der Mitte das Verwaltungsgebäude und ein überdachter Sportplatz. Dort können wir Duschen und Zelten. Sie beteuern, das wir hier viel sicherer als im Hotel sind. Alles geht unter Lachen, Winken, Scherzen ab und auch von den dort Wohnenden wundert sich keiner über unsere Anwesenheit. Letzten Monat waren wohl zwei polnische Radler zu Gast....

Der Blick auf den Chaparrastique begleitet uns den ganzen Tag.

Der Blick auf den Chaparrastique begleitet uns den ganzen Tag.

Das sind uns die liebsten Erfrischungen: frisch gepresster Saft für 1$

Das sind uns die liebsten Erfrischungen: frisch gepresster Saft für 1$

Sehr schönes Bad mit vielen Attraktionen

Sehr schönes Bad mit vielen Attraktionen

Es gibt sogar eine Kletterwand, nur sollte man vielleicht nicht abrutschen...

Es gibt sogar eine Kletterwand, nur sollte man vielleicht nicht abrutschen...

Traditionelles Handwerk am Straßenrand, in diesem Dorf gibt es vielleicht 8 Ziegelbrenner.

Traditionelles Handwerk am Straßenrand, in diesem Dorf gibt es vielleicht 8 Ziegelbrenner.

Im nächsten dagegen nur Tischler. Wir sprechen mit dem Besitzer: Der Schrank rechts wird für 300$, der Schaukelstuhl für 80$ verkauft. Angesichts der Lebensmittelpreise, die oft höher als in Deutschland sind....

Im nächsten dagegen nur Tischler. Wir sprechen mit dem Besitzer: Der Schrank rechts wird für 300$, der Schaukelstuhl für 80$ verkauft. Angesichts der Lebensmittelpreise, die oft höher als in Deutschland sind....

Zu Gast bei der Polizei

Zu Gast bei der Polizei

16.12. 77km

Wir fahren von Usulutan bis La Libertad. Das anstrengendste und hässlichste ist der Abfall überall. Man entwickelt einen Hass auf Plastik. Aller Müll landet auf der Straße. Dort bleibt er liegen oder wird verbrannt. Kadaver, Russ, Staub, Stress für unsere Nasen und Lungen.

"Abfallentsorgung" in Mittelamerika

"Abfallentsorgung" in Mittelamerika

17.12. Nationalpark und Baden 30km

Heute ist so ein halber Ruhetag: wir fahren 5km zurück und besuchen den Nationalpark Walter Thilo Deininger (6km wandern mit einem eher wortkargen Führer und tausenden Mücken bei 38°C) und dann ausgiebig Baden im ca. 28°C warmen Pazifik.

Kein Wanderwetter...

Kein Wanderwetter...

Wir probieren eigentlich  alles,  was uns so begegnet.  Hier werden am Straßenrand jicamas verkauft.  Auf deutsch  Yambohne,  wird in Scheiben geschnittenen  und mit Zitronensaft und Salz gegessen.  Fast wie ein saftiger Rettich.

Wir probieren eigentlich alles, was uns so begegnet. Hier werden am Straßenrand jicamas verkauft. Auf deutsch Yambohne, wird in Scheiben geschnittenen und mit Zitronensaft und Salz gegessen. Fast wie ein saftiger Rettich.

18.12. 45km

So richtig kommen wir heute nicht los. 7 Uhr sitzen wir zwar zum 1. Mal auf dem Rad, steigen aber gleich wieder ab, denn Thomas hat einen Platten. Dann geht die sich an der Küste entlangwindende Straße immer 70 bis 140 Hm bergauf und bergab. So ca. 15 x den Festungsberg hinauf in Königstein bei uns zu Hause. Natürlich ist es heiß, 38°C, kaum Schatten. Der Asphalt vor uns flimmert und das Öl in unseren Rohloffnaben ist wahrscheinlich kurz vorm Cracken. Dann das nächste Loch im Schlauch von Thomas Hinterrad. Es liegt aber auch unendlich viel Müll, Scherben von zerschlagenen Flaschen, Draht geplatzter oder verbrannter Autoreifen auf dem Bankett. Wir rasten kurz am Meer und sehen den Fischern beim Reparieren der Netze zu. Zum Glück ist heute Sonntag und der Verkehr ist deutlich weniger dicht. Aus den Kirchen der kleinen Orte an der Straße klingt fröhlicher Gesang. Es gibt hier sehr viele Religionen, neben Katholiken und Protestanten u.a. auch Baptisten und Mormonen. Unterwegs kommen uns zwei Radfahrer aus Tschechien entgegen. Wir tauschen unsere Erfahrungen und Tipps mit Joseph und Jana aus. Die beiden kommen von Cuba und sind auf dem Weg nach Equador. Aber wegen der Pannen schaffen wir es nicht wie geplant bis nach Acajutla. Wir finden eine kleine Pension am Strand und werfen uns nochmal in die gigantischen Wellen. Am Abend reden wir mit dem Besitzer, der Mitte der 80-ziger Jahre in Deutschland im Diplomatischen Corps von El Salvador in Bonn gelebt hat.
aktuelle Position: 13.525227, -89.638266

Wegzehrung im wahrsten Sinne des Wortes, die Laster verlieren überall  Zuckerrohr,  lecker.

Wegzehrung im wahrsten Sinne des Wortes, die Laster verlieren überall Zuckerrohr, lecker.

Nationalgericht in El Salvador: Pupusas, das sind Tortillas mit verschiedenen Füllungen, dazu gibt´s Krautsalat.

Nationalgericht in El Salvador: Pupusas, das sind Tortillas mit verschiedenen Füllungen, dazu gibt´s Krautsalat.

Da wohnt eine Familie

Da wohnt eine Familie

Thomas spült  den Staub des Tages ab.

Thomas spült den Staub des Tages ab.

Die Straße  schlängelt  sich an der Küste  entlang, leider mit viel auf und ab.

Die Straße schlängelt sich an der Küste entlang, leider mit viel auf und ab.

© Jana und Thomas die GriSchmis, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nachdem wir 2013/14 während eines halben Jahres durch Peru, Bolivien, Argentinien, Chile und Uruguay geradelt sind soll es diesmal von Costa Rica über Nicaragua nach Mexiko gehen.
Details:
Aufbruch: 25.11.2016
Dauer: circa 7 Wochen
Heimkehr: Januar 2017
Reiseziele: Spanien
Deutschland
Costa Rica
Nicaragua
El Salvador
Guatemala
Belize
Mexiko
Der Autor
 
Jana und Thomas die GriSchmis berichtet seit 11 Monaten auf umdiewelt.