faehren, busse und karibik
ueber utila kehren wir zurueck nach la ceiba auf's festland. eine nacht verbringen wir in tela, einer kleinen stadt an den meeren und straenden der karibik gelegen. nach vielen stunden auf faehren und in bussen und einer anstrengenden suche nach einem passenden hotel, sitzen wir zum ausklang des tages in einer bar direkt am meer, trinken einen cocktail, wie er in keinem bilderbuch haette besser sein koennen und lauschen der brandung.
frueh morgens, bevor wir weiter ziehen, geniessen wir den strand noch einmal bei tageslicht. stuerzen uns in die tuerkiesenen fluten, gesauemt von weissem strand und palmen mit kokusnuessen. wenn das elende plastik nicht waere, das bunt das paradies durchpunktet. die menschen hier schmeissen ihren muell einfach dort hin, wo sie sind. in ihrem bewusstsein stoert sie das nicht. das trifft nur uns, die wir muell als muell wahrnehmen.
viel zu spaet reissen wir uns los von den wellen und eilen zu unserem bus, der um acht uhr fahren soll. wir sind knapp, aber noch nicht zu spaet - bis wir realisieren, dass uns die menschen an die tollen touristenbusse verwiesen haben, die wir gar nicht nehmen wollen. nein danke, wir wollen nicht in einem kuehlschrank sitzen, krank werden und dafuer auch noch viel zu viel geld ausgeben. wo fahren die chicken-busse? oben auf der pan americana. in zehn minuten, die uns noch bleiben bis acht, schaffen wir das nicht mehr bis dahin. kurzer hand halte ich den daumen raus - bis zur hauptstrasse, wird uns schon jemand mitnehmen. und wir haben glueck. doppeltes sogar. es haelt jemand und dieser jemand faehrt sogar nicht nur zur hauptstrasse, sondern direkt bis san pedro sula, unser naechster umsteige stopp. irgendwo unterwegs muessen wir kurz warten, weil er mit motorraedern handet und irgendwelchen papierkram erledigen muss, dafuer laesst er uns an der richtigen bushaltestelle raus. keine zwei minuten spaeter sitzen wir im naechsten bus, hin nach puerto corto. noch mal umsteigen und weiter zur grenze. seit langem mal wieder ein gediegener grenzuebergang, wo wir uns nicht gegen irgendwelche beamte behaupten muessen, die viel zu viel geld fordern, das dann in ihre eigenen taschen wandert. nein, alle freundlich. prima! ein minibus faehrt uns nach puerto barrio und von dort mit der faehre nach livingston.
livingston - ueber den tisch gezogen
im dunkeln kommen wir an - noch auf dem deck gabeln uns zwei schwarze auf, die uns hinterher laufen und uns wunder wer weiss was ueber die hotels hier erzaehlen. ich trau ihnen keinen zentimeter: sie sind duenn, sie stinken und sie nerven mich. ihre empfehlung lautet ein hotel fast am ende der stadt. dreieinhalb dollar pro person fuer ein schimmliges, muffeliges zimmer. gluecklich macht mich das nicht. mir ist eher danach uns aufzuteilen: auf das gepack aufpassen und nach hotels ausschau zu halten, aber lisa hat schon gezahlt. sowohl fuer das hotel als auch die beiden jungs. bitte was hast du getan? wir haben sie niemals darum gebeten, dass sie uns auf die nerven gehen und uns saemtliche preise verderben. ich wette sie bekommen noch eine provision von dem hotelbesitzer dafuer, dass sie uns hier angeschleppt haben. ich koche!
beim umherschlendern danach entdecken wir dann tatsaechlich ein super schoenes und guenstiges hotel, fuer das wir nicht mal haetten weit laufen muessen. spaetestens hier haette ich diesen typen die augen auskratzen koennen. da diese wohlwissend laengst verschollen sind, bekommt das der herr im hotel ab. wuetend verlange ich unser geld zurueck - hier werden wir nicht bleiben! natuerlich kann er das geld nicht einfach so wieder raus geben - also habe ich irgendwann die besitzerin an der strippe, die mir von irgendwelchen gesetzen etwas erzaehlt. blablabla. die interessieren mich einen scheissdreck. tatsache ist, dass die zimmer das letzte sind und der herr an der rezeption sich ohne hemmungen den luegen der beiden jungs angeschlossen hat. ausserdem sind wir in guatemala, da kuemmert sich niemand um gesetze. an dem punkt werden uns erst mal bessere zimmer angeboten. nein, die wollen wir auch nicht, nachdem wir die zimmer im vergleich zu dem anderen hotel gesehen haben. die dame am telefon bleibt hart. wenn sie will - ich werde das ganze hotel zusammen schreien und wenn es sein muss die ganze nacht. spaetestens morgen hat sie dann keine geaste mehr. da kann sie gift drauf nehmen. ausserdem arbeite ich fuer einen reisefueher und... irgendwann wird es ihr zu bunt. wir sollen bitte gehen und morgen frueh um acht vorbeikommen, dann gibt sie uns das geld persoenlich heraus. puh! das risiko muessen wir wohl eingehen. unser moeglicher verlust bleibt in unseren dimensionen gedacht ja ueberschaubar.
weltensprung: ankommen im "fischerdorf" von livingston
ein paar minuten spaeter wohnen wir in einem feinen, kleinen und sauberen hotel. im inneren des hotels liegt ein winziges restaurant zum meer hin. dem alten mann, dem es gehoert laed uns direkt ein - wir muessen unbedingt seinen fisch probieren. der sei ganz frisch. und schon haelt er uns eine kleine schuesseln mit krabben zum probieren hin. ich mag ihn, den alten. und seine krabben sind wundervoll. eigentlich sind wir auch laengst, oder noch immer, satt, aber die krabben und das drum herum sind einfach bestechend. das dock, auf dem sich das restaurant befindet, ragt ins meer herein. es ist ueberdacht, ansonsten zu allen seiten hin offen. ein paar tische und stuehle, rund herum die see und kleine fischerboote, die im meer schaukeln. eine wundervolle aussicht und die brandung der wellen. wir bestellen eine kleine portion fuer uns zusammen und bekommen so viel, das wir unmoeglich alles schaffen. dazu zitronenlimonade, die er extra frisch fuer uns presst. und es ist vollmond. wie gut es ist hier zu sein...
neben dem livingston mit den fischen, die auf der strasse trocknen, den ganzen booten und fischern gibt es das livingston der schwarzen. die meisten der menschen sind dick, nicht so duenn wie "fahrraeder", ueberall ist musik und die stimmen sind kehliger. am rande des weges sitzen drei dicke mamas und spielen karten. sie tragen die lasten anders als im rest von guatemala: mehr auf dem ruecken als auf dem kopf. die meisten sind fleissig. die kleidung ist amerikanischer, die sprache auch. irgendwie sind sie anders als die mayas oder die guatemalteken, die wir bisher getroffen haben. an dieses bild knuepfen - ein mal mehr- drogen und haengengebliebene menschen an. sie ziehen den flair herunter.
morgens fruehstuecke ich vor unserer haustuer in dem restaurant des alten mannes. es ist noch frueh. er ist grade erst aufgestanden und macht mir einen tee, dem man einen hauch von fischgeschmack nicht absprechen kann. ich muss schmunzeln. waehrend ich meinen tee trinke, laueft er vor zu den kais, wo die fischer anlegen und kauft frischen fisch, den er mir auch gleich wieder stolz praesentiert. wie er sich nach all den jahren des fisches immer noch so darueber freuen kann? wundervoll. ich mag menschen, die in dem, was sie tunen und wo sie sind, zu hause sind. jeden tag macht er sein restaurant auf, bereitet alles vor - ohne zu wissen, ob er an dem tag gaeste haben wird oder nicht. er stellt die tische, breitet die weihnachtstischdecken (wieder schmunzel) darueber aus, wischt den boden um mich herum,... zum fruehstueck macht er mir pfannkuchen. fuenf zentimeter dick. dazu reicht er mir honig in einer alten rumflasche, der ganz eigen schmeckt. ich denke an zitrone, aber das ist es nicht. auf jeden fall lecker, aber viel. grade dankbar darueber, dass ich bei den letzten bissen angekommen bin, bringt er einen zweiten...
nachmittags wandern wir zu den siete altars[/f], den sieben altaren. die sind weiter weg als wir dachten. der weg fuehrt uns vor allem durch die gassen der schwarzen und entlang des meeres. palmen, bluehende pflanzen, goldlicht und das meer... karibik! den weg geniesse ich sehr.
die sieben altare: steinterassen mit suesswasser gefuellt. obwohl wir spaet sind, gehen noch darin baden.
im restaurant am eingang trinke ich - ganz unverhofft - seit langem mal wieder sprudelwasser. wie ich das vermisst habe!!! kohlensaeure im wasser... und weil's so wunervoll ist trinke ich gleich noch eins!