ist es nicht der abschied, der uns leben gibt und uns zu neuen wegen, neuen zielen führt?
so nehme ich sie bei der hand, die zeit zwischen examen und dem leben danach, lasse zurück, was ich einmal hatte, setzte einen fuss vor den anderen und umrunde ihn, unseren globus. mit all meinem mut für eine hand voll augenblick...
das dasein für das hier... streben ohne ziel... treiben in dieser welt... den kopf ab und zu verlieren... mag der verstand auch nicht verstehn, das herz immer...
guatemala: otra vez y muy diferente: el estor
zur stadt rio dulce gibt es nicht viel zu sagen - fuer uns nicht mehr als ein stopp. uns zieht es weiter nach semuc champey, einem paradies fuer die geschaendete europaeische seele, wie es moritz und flo beschrieben. allerdings gibt es nur einen grossen reisebus, der ganz weit aussen rum faehrt. den will ich nicht nehmen. auf der karte habe ich gesehen, dass auch kleine strassen direkt dahin fuehren. es gibt minibuses, mit denen wir uns von ort zu ort durchschlagen wollen. allerdings verlangt der fahrer vehement den doppelten preis, wie von den einheimischen. nicht das wir das nicht haetten zahlen koennen, aber... au mann! da er mit dem preis nicht runter geht, lassen wir ihn ohne uns fahren. wir werden schon anders weiter kommen. so denn: eine kurze weile spaeter sitzen wir hinten im pick-up von der dschungel-aerztin und anschliessend im auto von zwei geografen. el estor. ein drittel des weges haben wir geschafft und es ist grade mal frueher nachmittag. fuer einen anschlussbus ins naechste dorf ist es aber dennoch zu spaet - so sagt man uns. da es dieses mal nicht mir, aber dafuer dem kleinen fratz nicht so gut geht, beschliessen wir zu bleiben und am naechsten morgen den bus zu nehmen. dankenswerter weise gibt es ein hotel in dem ort, obwohl es nicht viele touristen geben kann. das merkt man daran, dass sich die kinder immer gruene punkte freuen, wenn sie noch mal an uns vorbei laufen koennen, um die exotischen wesen anzuschauen. ausser einem platz zum schlafen treffen wir auf einen markt, eine hauptstrasse mit krimskram fuer das alltaegliche leben und den see largo de izabal. nicht mehr und nicht weniger.
am naechsten morgen soll der bus um 11h abfahren. gesattelt und bereit stehen wir da und warten. aus 11h werden 12h. aus 12h werden 14h. jeder sagt was anderes, einige behaupten es gebe gar keinen bus. wie? gar keinen bus. gestern waren alle noch davon ueberzeugt, dass es heute einen bus gebe. ja, aber es ist domingo, sonntag. die tatsache, dass heute sonntag ist, bestand aber gestern auch schon. daran kann es nicht liegen. das miep und map macht mich ganz kirre. kurzerhand nehmen wir einen der zahlreichen minibuses und fahren bis zu der kreuzung, wo die strasse nach cahabon abzweigt. 27 menschen in einem vw-bus, dazu drei auf dem dach, unser gepaeck und das der vielen anderen. ob das mal die achsen mitmachen? dazu wird die strasse immer steiniger, die schlagloecher groesser. wir haengen mehr in dem minibus als dass wir sitzen. gott sei dank, sind die platze am offenen fenster die unseren - so bekommen wir wenigstens luft. als wir nach 1,5h an der kreuzung aussteigen, halte ich erstmal die schiebetuer von dem bus in der hand. ups! Aber ich hab' nicht mal daran gezogen. allderdings scheint es nicht das erste mal zu sein, dass es passiert. routiniert klickt der fahrer sie wieder ein.
karmjonettas - die art und weise hier zu reisen
lecker essen auf der strasse - hier wie ueberall
fahrrad, schirmschen und trubel auf den strassen el estors
die kreuzung. ausser einer art bushaltestelle und vielen, vielen muecken gibt es hier nichts. in die richtung in die wir wollen faehrt kein einzigstes auto, geschweige den nein minibus. als es zu regnen und zu daemmern beginnt, geben wir auf: zurueck nach el estor. das gleiche hotel, die gleichen strassen, das gleiche essen. alles kennen wir schon. statt einem minibus haelt ein karmjonetta, eine art minilaster. voll beladen mit gemuese, auf das wir drauf klettern duerfen. da liegen wir, sonderbar zusammengefaltet zwischen knoblauch, tomaten, avocados, kohl,... jeder koerperteil von uns nimmt einen anderen geruch an. so muss sich gemuesesuppen-dasein [/f]anfuehlen. es ruckelt und es braucht eine weile, bis ich realisiere, dass es keine trillerfpeifen sind, auf dessen pfeifen hin wir anhalten, sondern dass es die bremsen selbst sind, die so qietschen. am besten gar nichtdrueber nachdenken. immerhin sind wir hier im trockenen, da eine plastikplane ueber das metalgestell um uns herum gespannt ist. wie auch in den minibussen steigen ausser uns entlang des weges auch hier mehr und mehr fahrgaeste dazu. es wir kuschelig im gemuese. aber wir kommen heil an, in good old el estor.
im laster: gemuese rund um mich herum
knoblauch zu meiner linken, festhalten am dachgestaenge,...
montag morgen - und es geht genau da weiter, wo wir aufgehoert haben. hier soll er fahren der bus, dort soll er fahren. um zehn, dann ein bisschen spaeter, irgendwann um zwoelf, morgen erst,...aeaeh! es reicht! Wir wissen nicht, wem wir jetzt glauben schenken sollen und wem nicht. ich bin genervt und fuehle mich hilflos. stunde um stunde haben wir am strassenrand gesessen und gewartet und sind umhergelaufen, um zu schauen, ob er vielleicht von woanders losfaehrt. bevor wir einen weiteren tag hier rumhaengen, fahren wir dieses mal direkt zu der kreuzung. kaum sind wir ausgestiegen aus dem minibus, haelt auch schon der naechste: nein, einen bus nach cahabon gibt es heute nicht. wir koennten mit ihm wieder nach el estor fahren. NEIN, NEIN, NEIN! trotzig bleibe ich mitten auf der strasse sitzen, die nach cahabon fuehrt. cahabon, nicht el estor! ich muss ein bild fuer die goetter abgegeben haben in meinem trotz. aber erfolgreich! der naechste minibus setzt seinen blinker in richtung cahabon! jubel! wir sind wieder dabei! die welt hat uns zurueck!
waehrend der fahrt wird mir allerdings klar, warum hier so wenig busse lang fahren und weshalb schon gar nicht in anbrechender dunkelheit. der weg fuehrt steil in die berge, wird schmal und eng. mehr geroellfeld als strasse und fluesse, die wir durchfahren muessen. abgelegen. nur hier und da vereinzelt eine einheimische huette auf tief rotem boden. an den kurven gehen die haenge steil herunter. nicht die menschen, die einen hier ueberfallen koennten, machen die strassen unsicher, sondern die strecke an sich ist gefaehrlich. ich bin dankbar, dass wir einen sehr soliden fahrer erwischt haben, dem sein auto heilig ist. an vielen stellen faehrt er einfach langsam und sorgsam. die landschaft, die uns umgibt ist wundervoll! das schoenste, was ich in guatemala bisher gesehen habe! huegelhoehen und leuchtende farben. am liebsten wuerde ich aussteigen und laufen. aber wer weiss, wann wir dann jemals weiter kaemen. stunde um stunde und dann erreichen wir cahabon. drei tage haben wir dafuer gebraucht. ich male drei kreuze. wie konnte ich nur glauben mit diesem weg eine abkuerzung einzuschlagen?
hilsbereit bietet uns der fahrer dann auch gleich an uns direkt bis nach lanquin zu fahren. andere busse gaebe es nicht. umgerechnet fuer satte 25 euro pro person! danke, das ist sehr lieb gemeint, aber wir verzichten gerne. irgendwie bin ich mir sicher, dass wir von hier aus besser weg kommen. zehn minuten spaeter sitzen wir im bus nach lanquin, fuer sage und schreibe 1,50 euro pro person. ich glaube das war die laengste abkuerzung, die ich jemals in meinem leben genommen habe