Weihnachten in Guatemala

Reisezeit: Dezember 2007 - Januar 2008  |  von Beatrice Feldbauer

TucTuc

Immer wieder ein Abenteuer. Fahren mit dem TucTuc. Dieses Zwischending von Auto und Motorrad, mit drei Rädern und einem Mofalenker. Überall gibt es sie in den Städten. Sie haben einen Einheitspreis. Und sie kreisen in der Stadt, bis sie einen Passagier gefunden haben. Man würde meinen, es wäre ein Transportmittel für eine bis zwei Personen, aber weit gefehlt, ganze Familien fahren damit mit Gepäck und Bebe auf dem Arm.

Auf dem Kopfsteinpflaster von Antigua wird man darin ganz schön durchgeschüttelt. Zwar versucht der Fahrer immer, den Löchern in der Strasse auszuweichen aber das bringt erst recht Stimmung, dieses kreuz und quer fahren auf den gegen die Mitte hin abfallenden Strassen. Und überholt wird bei jeder Gelegenheit. Egal ob im Einbahn-, oder im Gegenverkehr, für ein TucTuc hat es immer noch irgendwie Platz. Und wenn es nicht klappt, so hat sich wenigstens der Versuch gelohnt. Kurz bevor uns gestern ein Lastwagen links in den Strassengraben gedrängt hatte, liess sich mein TucTuc-Fahrer diskret wieder nach hinten fallen. Ist ja nichts passiert.

Zwischen zwei grossen Bussen durchdrängen, auf die Kreuzung zurasen und hoffen, dass nichts kommt, Musik aufdrehen, damit man das Geholper der Strasse nicht mehr so hört, das sind nur ein paar Spezialitäten der Chauffeure. Und dann bleiben sie irgendwo am Strassenrand stehen und lassen dich aussteigen. Die wartende Schlange hinter ihnen stört sie dabei überhaupt nicht. Auch Gehupe kann einen richtigen TucTuc-Fahrer nicht aus der Ruhe bringen, dafür hat er schliesslich selber eine Hupe.

Und erst die Beleuchtungen! Rot leuchten die einen, blau blinken die anderen. Jedenfalls in Panajachel war das so. In Antigua scheinen da ein paar Regeln zu gelten, die eingehalten werden müssen. Zum Beispiel sind hier alle TucTucs silbergrau, während man in Pana alle Farben sah.

Heute Abend, kurz vor dem Ziel, blieb mein TucTuc stehen. "Oh, der Treibstoff", sagte der Fahrer und ich glaubte schon, ich müsste die restlichen Meter zu Fuss gehen. Aber nein, der Reservetank war gleich neben dem Lenker, in einer kleinen Petflasche. Er füllte ungefähr einen Deziliter ein, nicht alles, man weiss ja nie was noch kommt, startete ein paar Mal und kurz vor dem endgültigen Aus kam der Motor wieder und ich konnte bis vor die Haustüre fahren.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Zum 6. mal in Guatemala, das erste mal allein und ganz ohne spezielles Programm. Einfach nur da sein, Stimmungen fuehlen, Freundschaften auffrischen, Geschichten hoeren und erzaehlen. Vielleicht interessiert sich jemand fuer diese Art der Reisebeschreibung...
Details:
Aufbruch: 21.12.2007
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 08.01.2008
Reiseziele: Guatemala
Der Autor
 
Beatrice Feldbauer berichtet seit 20 Jahren auf umdiewelt.
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