Meine letzten Tage in Mittelamerika enden mit einem grossen Knall oder eher einen grossen Beben. Bin die letzten Tage an den Lago Yojoa gefahren. Ein schoener See, aber eigentlich nichts besonderes. Besonders ist nur der Wasserfall (hat einen sehr komplizierten Namen mit P), der der groesste von Mittelamerika ist. Mit einem Fuehrer kann man auch hinter den Wasserfall klettern. Was sehr sehr aufregend ist. Man klettert ueber Steine, wird immer naesser, wattet zum Schluss Brusttief durch Wasserpoole, muss nach unten schauen, weil einem so viel Wasser entgegengespritzt wird. Man sieht kaum was, bekommt staendig Wasser in den Mund und klammert sich an seinen Fuehrer und denkt sich, hoffentlich ist der gut, da man in der Mitte von dem Wasserfall dahinter klettert. Rutscht man aus, geht es ganz schoen weit nach unten und ich glaube nicht das man das ueberlebt. Aber es ist ein unglaubliches Gefuehl hinter diesen Wassermassen zu stehen. War sicherlich einer der Beeindruckensten Dinge die ich gemacht habe.
Der groesste Wasserfall Mittelamerika (zumindest die Haelfte davon, hat nicht ganz drauf gepasst) und da wo das Wasser nach obenspritzt, dahinter stand ich
Und dann hatte ich mich auf eine ruhige Nacht am See gefreut. Aber um 2.24 ging es ploetzlich los. Erst vibrierte die Erde leicht und dann bewegte sich alles. Ein riesen Erdbeben (7.1 stark im Epizentrum, das 200 km von mir entfernt war). Ich hatte das Gefuehl, das Gebaeude bewegt sich 5 cm nach links und dann wieder nach recht. War wie in einem Boot in einem Strum. Als ich aus meinem Bett aufgestanden bin konnte ich zuerst nicht mal gerade gehen sondern nur schwanken. Auch sehr beeindruckend und ich bin ueberrascht, dass so wenig durch dieses gewaltige Beben zerstoert wurde.
Und dann hiess es goodbye Mittelamerika. Ach ja am Flughafen habe ich dann noch ganz witzige Hondurianer getroffen. Alfonso musst ich verstprechen, dass ich ein Buch ueber meine Reise schreiben werde und ihn darin erwaehnen soll. Da dies glaube ich nicht passieren wird. Erwaehne ich ihn hier an dieser Stelle, Alfonso, the good looking Latin Guy (er war etwa 50, hatte schon leicht graues Haar und eine Halbglatze), der mir die Wartezeit auf meinen Flieger sehr kurzweilig gemacht hat. Auf was ich mich jetzt freue, keine Mosquitos und andere Stechviehcher, einen frischen gruenen Salat (habe Krautsalat schon von Anfang an dicke gehabt), angenehme Temperaturen so dass man eine schoene heisse Dusche nehmen kann und nicht staendiges Hinterhergepfeiffe und Rufe (Hey Baby, Oh mi amore I love you)...