13.07.2007, 14.15h colima, mexico
...aber es fuehlt sich schon so viel weiter weg an, als es dieser kurze zeitraum anzudeuten vermag. so fern schon mein "alltag" und so fern jedes gefuehl fuer die zeit. wenn ich nicht bewusst nachzaehlen wuerde - ich haette keine idee, wie lange wir schon unterwegs sind. so viel erleben - in den kleinen und den grossen dingen.
samstag sind wir aus unserer villa ausgezogen. carlos und alexandra haben uns abgeholt; rucksaecke auf den pickup, rucksaecke bei carlos abwerfen und auf gen berge, hin zum klettern. der himmel war das erste mal so klar, dass wir den vulkan - neben dem wir schon die ganze zeit wohnen - einmal ganz sehen konnten. nicht nur die spitze... aufregend! ein echter vulkan der noch raucht und ein anderer daneben der sogar feuer spuckt! huhuu!
Aber zurueck zum klettern: mit dem pickup bis jenseits der grossen strassen, ueber staubige wege gesaeumt von tequillafeldern... blick ueber ein weites tal: saftiges gruen, roter fels und ein erdfarbener, tosender fluss. gluehende sonne und tropenfeeling. alles ist heiss und alles klebt.
von dort oben steigen wir ab in das tal: zunaechst auf einem weg, der mehr und mehr zum pfad wird. durch ein gitter hindurch und weiter hinein, in das dichte gruen. und jetzt kommt die machete! aufregend, aber wahr! und definitiv das erste mal, dass so etwas zu meiner kletterausruestung gehoerte! durch das hohe gras, hin zu den roten felsen. welch wundervoller, einsamer ort... nicht viele menschen scheinen dieses fleckchen erde zu kennen.
den felsen hoch zu klettern war gar nicht so leicht - ich war froh, dass carlos vorgestiegen ist, denn an ein paar stellen wusste ich nicht auf anhieb weiter und war dankbar schon gesichert nachsteigen zu koennen. die ersten clicks waren naemlich verdammt hoch. nett war, dass ich, die niemals zuvor in diesem riesigen land mexico war, den meschen, der diese route geschraubt hat, indirekt - vom hoeren - kannte. das war der mann, von dem omar - mit dem wir paragliden waren - fliegen gelernt hat und der regelmaessig bei den grossen redbullcups (65% paragliden, 35% zu fuss/ klettern/... in den alpen) dabei ist. jaja, wenn colima mal kein dorf ist. aber paragliden kommt gleich. jetzt erstmal kletternnnnnn! two times, die selbe route, hoch und runter. anstrengend!aber nicht annaehernd so anstrengend, wie den ganzen weg durch den dschungel zurueck: ausgepowert nach dem klettern, kein wasser mehr, gluehende sonne ohne schatten und dieses ewig hohe gras und die feuchte luft. ich weiss nicht, wann ich das letzte mal einen SO roten kopf hatte...
den rest des nachmittags haben wir mit carlos (alexandra musste arbeiten) und der pizza vom vortag verbracht. dabei hat uns der gute mann erst mal ueber die mexikanischen gepflogenheiten der maenner aufgeklaert. die armen, die armen - muessen voellig verwirrt gewesen sein ueber das, was wir alles nicht tun haetten sollen, aber laengst getan haben, weil wir natuerlich nicht wussten, wie mann hier denkt... so denn, so isses nun. das naechste mal wissen wir's besser - dank carlos. aber schweigen wir an der stelle besser darueber.
comala
wie konntest du uns das nur antun, johanna? uns war total schlecht von dem vielen essen, wir waren betrunken bis zum geht nicht mehr und andauernd haben uns irgendwelche leute belaestigt (schmuck, dvds, haengematten, lederponchos, endlos scheppernde mundharmonika und musik, musik und musik - wolle hoeren, wolle kaufen ? und das alle zwei minuten. ueber die penetranz, die die an den tag legen koennen, brauchen wir ja nicht zu sprechen !). fuer alle anderen : comala ist ein kleines, suesses staedchen, nicht weit von colima, wo es zu jedem getraenk, das man bestellt, leckeres essen so dazu gibt. hummersuppe, tostadas mit guacamole, sevice, borritos, tacos,... und ponche de comala und cerveza con chelada (bier in glaesern mit salzrand und limone). netter flair, wie gesagt, viel musik und ....(fotos are coming soon)
paragliden
wie es dazu kam: in dem haus von lourdes - ich grade im pool - haben zwei herren, lourdes eine tuer vorbei gebracht. lourdes hat mir den einen der beiden vorgestellt - er habe irgendwann mal deutsch gelernt und noch nicht so viel gelegenheit gehabt das tatsaechlich zu sprechen. also, date nach unserem spanischkurs: comala (s.o.). praktische sache, weil comala ist zwar nicht weit weg, aber wir haben ja kein auto und busse hier sind kompliziert. und weil ein mexikaner auch an seine freunde denkt (schliesslich sind wir zwei frauen) haben wir unterwegs noch omar aufgegabelt. und omar fliegt (seit acht jahren und verdient normalerweise sein geld damit, eben das anderen leuten beizubringen) und hat gefragt: ¿quieres volar? ueberfluessige frage, fuer den, der mich kennt...
also: naechster tag, shely (unsere tolle spanischlehrerin) musste unseren unterricht spontan ausfallen lassen, omar anrufen und fliegen. war ganz leicht 
ansonsten: wie gesagt, jetzt wohnen bei carlos, irgendwann die woche rafting mit carlos und viel español, español, español.
gestern waren wir noch in manzanillo am strand - kinderglueck und mal wieder viel zu hohe wellen (immer schoen bikini festhalten) und ende der woche wollen wir weiter richtung mexico city.
auf dem weg zur tec (die schule, an der shely unterrichtet und an der wir uns immer treffen) schauen wir ab und an bei lucia rein. lucia hat einen schmuckladen mit tollem schmuck und sie hat uns gezeigt, wie wir unseren eigenen basteln koennen. freu!
grade macht unsere waesche einen lustigen besuch auf der beauty-farm. mal sehen, ob sie wiedersehen, sie danach wirklich schoener ist und noch passt. wir haben sie da, im waschsalon, heute morgen ganz getreulich abgegeben und versucht zu erklaeren, dass sie nicht zu heiss gebadet werden darf und trockner nicht mag. ich glaube, dass hat sie ein bisschen ueberfordert, dass wir unsere waesche nass abholen wollen. ziemlich uncommon, hier. und gleich gibt's tortillas, die wir eigentlich schon vorgestern machen wollten, zu denen wir aber noch nicht gekommen sind, weil wir staendig unterwegs sind.
alle mama-fragen beantwortet? prima! gruesse nach deutschland aus mexico!