rafting
nach dem wir uns eine woche lang auf diesen tag gefreut hatten, war es dann endlich soweit - rafting!!!! noch etwas sehr verschlafen (wir waren ja am abend davor mit chely feiern gewesen - mit ein bier fuer ein peso und viel lauter salsamusik zum tanzen) pulten wir uns aus dem bett. halfen carlos noch, das boot auf den truck zu hieven und packten die von uns liebevoll eigenhaendig zubereiteten lunchpackete ein. nun muss ich aber doch etwas genauer auf die sandwiches darin eingehen!...denn auf die sollte salat. als carlos aber sagte, dass wir denselben vor gebrauch zu desinfizieren haetten, schauten wir ihn doch etwas irritiert an - was er wiederrum irritierend fand. wie konnte man das denn nur nicht wissen? also erklaerte er uns wie: natuerlich, wie kann es auch anders sein, mit clorix!
zehn tropfen auf eine schuessel salat und 15 minuten einwirken lassen. da lisa den gedanken an clorix auf ihrem salat allerdings sehr eklig fand, trocknete sie ihn ganz getreulich mit kuechenpapier wieder ab.
zurueck zum raften: nachdem also alles gut verpackt und verschnuert war, holten wir alejandra und carlos erste drei kunden ab. los ging's.
ca. eine stunde fahrt durch wunderschoene huegelige landschaft, viel gruen und vorbei an einem armystuetzpunkt mit vielen bewaffneten polizisten. dazu schon mal ein paar blicke auf den zu befahrenden fluss (chocolat river genannt, da braun wie schoki). dann endlich das boot auspacken, die montur, bestehend aus helm, weste und paddel, anlegen, den instruktionen von carlos lauschen, den notfall proben und dann endlich rein ins lauwarme braune nass!
verglichen mit dem typischen raftingbild aus zeitschriften und fernsehen, mit seeehr wildem wasser und gefahren ueberall, war unser ausflug dann wohl doch eher gemuetlich. warum kinder nicht mit duerfen und wir vorher seitenweise papierkram unterschreiben mussten, bleibt mir ein raetsel. 22 stromschnellen in zweieibhalb stunden, auf denen es dann auch mal etwas wilder zugehen konnte. dazwischen immer langsame strecken, die zum bestaunen und betrachten der bezaubernden natur um uns herum einluden. kakteen, die in schroffen und zerkluefteten felsen ihr verankertes plaetzchen gefunden haben, ausblicke auf weite, einsame, gruene und verzauberte huegel und berge. immerwieder unterbrochen von kleinen farmen, deren kuehe und pferde gerne im flusswasser standen und uns wie touristen eine attraktion begafften. - nach dem motto: was ist es, was tut es und will es etwas von mir??? (neonfarben, paddel und blaue boote gehoeren wohl eher nicht zu ihrem alltag)
begleitet wurden wir dabei dauernd von allerlei grossen, kleinen und bunten tropischen voegeln und ihren gesaengen. idylle pur!
ebenfalls zeit und gelegenheit hatten wir, mal aus dem boot zu huepfen und uns etwas im wasser treiben zu lassen - so westen machen ein richtiges couchfeeling im wasser! sehr zu empfehlen!
gegen ende der fahrt kamen dann auch immer mehr von den metallseilen, die die ansaessigen bauern zum fischen ueber und durch den fluss spannen, vor denen carlos uns gewarnt hatte. am aufregensten ist es, wenn sie in stromschnellen angebracht sind und man nur bei genuegend hohem wasserstand UEBER sie hinwegschwimmen kann....bei uns ging alles gut und wir sind keinen kopf kuerzer!
nachdem wir dann fast unseren ausstieg vor einer stromschnelle - wegen genau ebendieser - verpasst haetten, trugen wir dann das boot den abhang hoch. belohnt wurden wir dann mit unseren lunchpaketen, welche mich, da ich nicht gefruehstueckt hatte, seeehr gluecklich machten!
und dann war es auch schon vorbei! alles in allem ein wirklich sehr schoenes erlebnis - eine mischung aus abenteuer mit kribbeln im bauch und zeit zum geniessen, ausruhen und bestaunen. schoen!
abschied
zurueck in colima, eine runde mit dem raft durchs dorf gedreht (fuers marketing), ein letztes mal in comala mit carlos essen gehen, noch schnell unsere rucksaecke gepackt, musik und adressen ausgetauscht. dann war sie auch schon vorbei, unsere zeit in colima. wir haben uns so wohl hier gefuehlt, fast wie daheim - da ist mir der abschied schon schwer gefallen. die zeit war nur mit positiven erlebnissen und unglaublich liebenswuerdigen menschen gesegnet und erfuellt gewesen - eben glueckschweinchendasein erster guete!
carlos und ale haben uns dann noch durch den stroemenden regen zur bushaltestelle gefahren - die strassen waren mal wieder eher fluesse, als dass sie ihren eigentlichen nutzen erfuellt haetten. ich bin gluecklich, dass sie am tresen der busfirma mit dabei waren, da sich die dame dahinter ueberhaupt nicht mit internetbuchungen auskannte. so gelangten wir erst nach achtmaligem versuch des eintippens und einigem herumdiskutieren zum gewuenschten ziel, unseren tickets! - und das fuenf minuten vor der abfahrt. so blieb dann leider nicht mehr viel zeit fuer den abschied - wollte ich doch eigentlich noch so viel sagen!...aber mexikanische busse, die unser gepaeck schon im bauch haben, laesst man lieber nicht warten! adios colima, bis zum naechsten mal!