ist es nicht der abschied, der uns leben gibt und uns zu neuen wegen, neuen zielen führt?
so nehme ich sie bei der hand, die zeit zwischen examen und dem leben danach, lasse zurück, was ich einmal hatte, setzte einen fuss vor den anderen und umrunde ihn, unseren globus. mit all meinem mut für eine hand voll augenblick...
das dasein für das hier... streben ohne ziel... treiben in dieser welt... den kopf ab und zu verlieren... mag der verstand auch nicht verstehn, das herz immer...
mexico: bienvenido mañana, mañana...: chiapas: ruinen, dschungel und die farm
25.08.2007, 18.22h, palenque, chiapas, méxico
ohne strom und wasser - das war wohl mal. vor zehn, zwanzig jahren... stattdessen haben wir eine klimaanlage - lalala... ich hab' mich schon gewundert, dass olivia da so gerne hinfaehrt. olivia sind mutter und tochter - ruft man eine, kriegste beide - gabriel und eduardo die beiden jungs und lalo der papa, die in villahermosa und auf der farm wohnen. in der stadt, damit die kinder zur schule gehen koennen und auf dem land, weil sie da zu hause sind, da das geld herkommt und die kinder weit weg von den drogen sind. allein anhand der autos wuerde ich sagen, dass sie durchaus nicht arm sind. vier riesige trucks mit dvd-playern, klimaanlagen und co. jedes einzelne von den biestern wuerde bei uns schon ein vermoegen kosten. hier uebrigens auch. trotzdem kein pool. schade!
hier ist es naemlich noch mal eine ganze ecke waermer und schwueler als in colima. und das selbst nach dem hurrican.
ja, dat farm: zwei weiher - mit krokodilen, also nix zum schwimmen, wie ich feststellen musste, insgesamt an die dreitausend wasserbueffel, ein grosses haus, ein roter schotterweg dorthin und viel wiesengruen. haengematten, die wir noch nicht ausprobiert haben, pferde, die mehr zum arbeiten als zum nett ausreiten gedacht sind, drei hunde, die man nur hoert und nicht sieht und ein singender und sprechender papagei. leider nur spanisch... aufbereitetes regenwasser zum trinken, kuehles bier und eiswuerfel. ein nicht ganz so voller kuehlschrank, wie in villahermosa (das war ein halber supermarkt, wo wir uns nach herzenslust bedienen konnten), dafuer aber schwarze skorpione. zur erinnerung: die tun nur weh, sind nicht gefaehrlich.
das unbeschwerte farmleben - vor unserem klimatisierten "kuelschrank"
heute sind wir, (in mexikanischen dimensionen) um die ecke in palenque gewesen. quasi im dschungel, so richtig mit affen und wasserfaellen, noch mehr tropenklima (und es laeuft und laeuft und laeuft...) und den alten ruinen. ganz anders als teotihuacan. nix, kennste eine, kennste alle. die ruinen waren wirklich schoen. teils zurueckerobert von der natur, ragen sie aus den huegeln hervor, umhuellt von saftigem gruen und bluehenden roten blumen. zerfallen und doch so, dass es einem leicht faellt zu erahnen, was einmal war. teils zum reingehen, teils verwinkelt und geheimnisvoll.
dazwischen wieder unsere ueber alles geliebten heandler... und natuerlich: wir sind auch wieder schwach geworden! aber diese kinderaugen... schmacht. ich glaube da muessen wir noch dran arbeiten, weil davon vermutlich noch viel, viel mehr kommen werden, die noch erwartungsvoller gucken koennen. aber die waren soooo suess... und sie waren so gluecklich - nachdem wir was gekauft haben... und sie haben ihr bestes gegeben uns zu erklaeren, welche magischen kraefte wir da mit ihren ketten kaufen. die haengen wir jetzt an unsere rucksaecke - damit sie gross und stark werden. wenn das mal nicht gefaehrlich ist! nicht dass sie nachher nur gross und schwer werden, statt stark... aber ganz unschuldig sind wir daran ja auch nicht.
27.08.2007, 19.39h, misol há, aqua clara y aqua azúl, chiapas, méxico
drei wasserwunder, ein preis und alles in einer tour. prima sache und von unterwegs aus direkt weiter nach san cristobal.
ueber die ersten beiden "wunder" schweigen wir und aqua azúl war zwar nicht azúl (blau), da regenzeit, aber immerhin gross, spektakulaer und schoen. baden im wilden wasser - ich war wirklich beeindruckt von der kraft dieser strudel und hab' mich ganz brav am rand aufgehalten. aehaeh. ausserdem trau ich seit den krokodilen diesen gewaessern nicht mehr wirklich...
wenn das mal keine einladung zum baden ist...
das wasser
nach dem wasserspass hat uns unser busfahrer am rande der strasse, an einer gasolina (eine huette im nirgendwo mit sechs kanistern benzin, coca cola und co) rausgelassen. ein halbes stuendchen spaeter hat uns tatsaechlich ein anderer bus richtung san cristobal aufgegabelt. ein bis zwei stunden fahrt - maximal! - , denken wir, ABER abenteuer bus: erstmal geht waehrend der fahrt unten das gepaeckklaeppchen, hinter denen unsere rucksaecke wohnen, auf. aeh! und ausgerechnet dieses mal sind alle meine papiere und wertsachen unten mit drin, weil mein knie an dem tag so weh getan hat, dass es mir einfach zu anstrengend war, den rucksack mehr als notwendig zu bewegen. meine sachen sind aber noch alle da - glueck gehabt! ab jetzt darf mein deckelfach mit mir in den innenraum. aber das abenteuer haelt an: wir kommen und kommen nicht an. stunde um stunde schlaengelt sich unser bus ueber eine einsame strasse bergauf und bergab durch den dschungel. hier und da ein winziger ort und maenner und frauen, die wie bunte punkte das gruen durchbrechen und an steilen haengen ihrer arbeit nachgehen. beruhigend, dass die leute um uns herum auch nach san cristobal wollen. schliesslich sind wir ja mitten im nirgendwo in diesen bus eingestiegen... spaet, viel spaeter als erwartet und schon fast im dunklen erreichen wir ein nettes staedchen hoch oben in den bergen. wir sind da! nur noch wohnen wir noch nicht. lisa ruft bei jóse an und wir verabreden uns am zocalo vor der kirche. klingt nicht so schwer, finden wir auch - NUR jóse nicht. gut, ein weilchen zu spaet kommen gehoert hier zum guten ton, aber gar nicht? waehrend wir warten, wird es nacht. vor uns spielen gaukler und feuerkuenstler, um uns herum unzaehlige frauen und kinder, die ihre dinge unters volk bringen wollen. insbesondere natuerlich unter uns. doch nach kaufen ist uns nicht. statt auf jóse treffen wir auf ein bekanntes gesicht: judith. die frau sass im bus von mexico nach teotihuacan neben uns, versunken in ihren lonely planet. lisa erkennt sie sofort wieder und nachdem sie kurz noch mal verschollen ist, sitzt sie bald darauf wieder mit einem eis neben uns auf den stufen vor der kirche und verfolgt das spektakel. ebenso wie uns wird ihr nicht langweilig. dennoch sind wir ein paar minuten spaeter in ein gespraech versunken. sie kommt auch aus deutschland, ist 21 und seit elf monaten unterwegs. nachdem eine weitere halbe ewigkeit spaeter jóse nicht aufgetaucht ist und auch auf seinem handy nicht zu erreichen ist, schliessen wir uns judith an und wohnen mit ihr bei ihrem hosbitalitygastgeber. in einem hotelzimmer - nur als gaeste, nicht als kunden. komisches gefuehl, weil alle anderen zahlen, aber er, roberto, besitzer des hotels und gastgeber von judith und jetzt auch uns, hat es uns angeboten. so denn: prinzip gluecksschweinchendasein...
bis weit in die nacht quiecken und erzaehlen wir, schauen bilder und... schlafen!