Die Reise nach Nicaragua war mal wieder leicht abenteuerlich zumal ich nach Magenproblemen am Tag zuvor noch etwas angeschlagen und schwaechlich war, aber irgendwann erwischt es jeden Reisenden. Das Huehnchensandwich kam mir gleich schon sonderbar vor, zumal man das Huehnchen getrennt vom Sandwich essen musste, da es ein ganzes Huehnchenbeinchen mit Kochen war (nach dem ersten reinbeissen fand ich den Namen Suprisesandwich besser wie Huehnchensandwich!!! Zaehne sind aber noch alle heile!) Aber zurueck zu meiner Reise. Bis zur Grenze nach Honduras (musste da ein Stueck durch, um nach Nicaragua zu kommen) war alles kein Problem, aber kaum bin ich aus dem Bus ausgestiegen zogen mindestens 5 verschiedene Hondurianer an mir und wollten mich mit ihrem Taxi ueber die Grenze befoerdern. Da ich nicht wusste wie weit das bis zu meinem Bus ist und ich schon etwas muede war, dachte ich mir ich leiste mir mal ein Taxi fuer nen Dollar. Am der ersten Polizeikontrolle auch kein Problem, Ausreisegebuehren bezahlt (die es eigenltich nicht gibt, es aber moeglich ist, dass man sie trotzdem zahlen mussaber immer nach ner Quittung verlangen, damit sie einem nicht zu viel abknoepfen) und weiter ging es. Nach 20 Metern meinte dann einer meiner Taxifahrer (hatte zwei, was ich schon sehr komisch fand) ich muss den Pass nochmal vorzeigen, bevor ich in den Bus nach Nicaragua einsteige und schwups hatte er mir auch schon den Pass aus der Hand gerissen, meinte er regelt alles und war verschwunden. Konnte gar nicht so schnell reagieren, war einfach mit der Situation ueberfordert. Also habe ich in dem Taxi-Tuk-Tuk mit dem anderen Taxifahrer gewahrtet und gehofft, dass ich meinen Pass wiedersehe. Nach ner Minute kam der Taxifahrer wieder mit Pass und ner Kopie meines Passes und meinte es gebe Probleme mit meinem Pass und ich koenne damit nicht nach Nicaragua reisen ausser ich zahle 22 Dollar. Ich meinte dann nur, dass es definitiv kein Problem mit meinem Pass gibt und wenn ich damit nicht nach Nicaragua kann, bleib ich halt in Honduras. Er meinte dann ich muesse trotzdem die 22 Dollar zahlen (you have to pay my friend). Und dann war"s echt aus bei mir, wenn mir jemand so kommt und mich so dreisst versucht uebers Ohr zu hauen. Habe dann wuetend meine Sachen geschnappt, er wollte dann tatsaechlich noch 10 Dollar fuer die 500 Meter Fahrt haben, dann war ich aber kurz vor der Explosion. Habe ihm dann 2 Dollar gegeben, was eigentlich immer noch zu viel war, da ja nur 1 Dollar ausgemacht war, aber ich wollte, dann nur noch meine Ruhe von den Taxifahrern haben. Gluecklicherweise war mein Bus zur Grenze nach Nicaragua ganz in der Naehe. Und was fuer eine Umstellung wieder in Honduras zu sein. Hier muss ich mein Gepaeck selber schleppen, keine netten Busfahrer, die einem gleich alles abnehmen. Der Unterschied im Bezug auf Freundlichkeit der Menschen zwischen El Salvador und Honduras ist riesig. Die Menschen in El Salvador sind einfach Goldstuecke...
Also bin dann mit dem Bus zum Grenzort naehe Grenze Nicaragua gefahren, wo dann schon die naechste Abzocke auf mich wartete. Von dem Grenzort muss man mit einem Collective (ein Pick-up, der unglaubliche Menschenmassen befoerdern kann, und eigenltich sehr billig ist, laut Reisefuehrer nicht mehr wie 1 Dollar) 7 km bis zur Grenze fahren. Habe mir extra vom Busfahrer ein Collectivo rufen lassen, damit ich nicht wieder an irgendwelche schraegen Typen gerate, aber die wollten doch tatsaechlich 5 Dollar fuer die Fahrt. Da es schon spaet war, ich genug von Honduras hatte, habe ich mich dann entschieden ihn soweit wie moeglich runterzuhandeln und dann mit einem voellig ueberteuerten Collectivo zur Grenze zu fahren und dann war ich endlich in Nicaragua, wo nette, freundliche Menschen waren, die einen nicht permantent uebers Ohr hauen wollen. Die Erkenntnis des Tage - wenn es einem gesundheitlich beschissen geht, sollte man die Grenzuebergaenge von Honduras meiden!!!
Mein erster Stop war Somoto. Hier gibt es noch eine sehr urspruenglichen Schlucht. Habe auch hier wieder eine gefuehrte Tour durch gemacht. Allerdings ohne Wasserfaelle runterklettern und springen. Man ist einfach nur durch die Schlucht durchgewandert, gewartet oder geschwommen und hat einfach die Naturlandschaft genossen. Nach ner Zeit wurd es nur sehr kalt, zum Schluss bin ich nur noch mit klapperdem Unterkiefer geschwommen, hat sich aber gelohnt.
Dann gings weiter nach Leon, eine Kolonialstadt, die ganz schoen ist aber fuer mich, Traeumerle wie ich bin, einfach ein zu grosses Verletzungsrisiko hat. Hier sind ueberall Loecher im Gehweg (in der Strasse sowieso), ich glaube dass sind Kanalisations- oder Wasserzufuhrloecher mit nem Haufen, wie koennte es in Mittelamerika anders sein, Muell drin und es gibt ueberall Betonbrocken (mein rechter, grosser Zeh hatte schon eine sehr schmerzhafte Begegnung mit so einem Brocken!!!) In Leon gibt es ein wahnsinnige tolles Museum: die Fondation Ortiz! Es ist zwar relativ klein, die alten, deutschen Heiligenbildkuenstler, sowie die Picassos und Schule Rubensbilder kann man im schnellen vorbeigehen betrachten, wirklich gut sind die modernen Kuenstler aus Mittelamerika. Nicht nur ein Bild haette ich mir sofort in meine Wohnung (haette ich den eine) gehaengt. Auch das Kolonialhaus mit seinen Innenhoefen ist schon alleine sehenswert.
In Leon habe ich dann das verrueckteste bisher auf meiner Reise gemacht- Volcano Boarding. Man faehrt zu einem grossen, schwarzen Vulkangeroellhuegel, klemmt sich ein Holzbrett unter den Arm und schleppt sich in der Hitze den Huegel hinauf. Das letzte Stueck ist am anstrengensten, da ein unglaublicher Wind blaesst und man echt aufpassen muss nicht weggeblasen zu werden.
Und oben angekommen, habe ich in dieser Einoede, nur schwarzes Geroell, Hitze, starker Wind echt was unglaubliches entdeckt: ein Stinktier, das sich arm und alleine dorthin verirrt haben muss (kann mir keinen anderen Grund fuer einen Ausflug auf den Cerro Negro vorstellen, ausser ihm haben die Schwefelduenste angezogen oder er wollte auch mal Volcano Boarding machen!)
Und dann gings runter, der erste Blick auf die Rodelstraecke hat nicht gerade Mut gemacht, war sehr steil, ab der steilsten Stelle (41%)konnte man den Rest der Strecke auch schon nicht mehr sehen. Also dann knall roten Overall anziehen, Taucherbrille auf, nicht allzulange warten, das mulmige Gefuehl wird nicht besser, aufs Board drauf und immer schoen den Mund zu halten (ganz wichtig, es werden einem naemlich haufenweise Geroell ins Gesicht geschleudert, selbst nach ner gruendlichen Dusche habe ich immer noch schwarzen Staub und kleine Steine in meine Haaren und Ohren wiedergefunden.)und dann gings mit mehr als 30kmh den Vulkan runter...
Und dann habe ich mehrere Tage in Granada verbracht. Grandada ist eine wunderschoene Stadt. Sie besteht aus vielen bunten, schoen hergerichteten, alten Kolonielhaeusern. Habe seit Granada eine neue Liebingsbeschaeftigung (Maerkte schaue ich mir immer noch gerne an, aber es ist manchmal doch eine ganz schoene Herausforderung fuer die Nase (durch den Mund atmen ist ein guter Tip) und in der Fleischabteilung auch fuer die Augen.: Innenhoefe erkunden. Jedes Kolonialhaus hat mindestens einen Innenhof, die meistens sehr schoen mit Blumen, Baeumen, Springbrunnen, Haengematten hergerichtet sind. Koennte den ganzen Nachmittag von einem Museum, zum naechsten Cafe schlendern solange es einen Innenhof hat. Mein Liebingsinnenhof ist eindeutig der im Eurocafe.
Von Granada habe ich einen Ausflug nach Masaya gemacht. Die Stadt ist beruemt fuer ihren Markt und viele Touristen fahren dort hin um guenstig Souvenirs zu kaufen. Da ich kein Geld und kein Platz fuer so was habe, habe ich nur etwas rumgeschaut und die Atmospaehre genossen. Und dann habe ich mich doch entschlossen eine Liste auf meiner Reise zu machen mit den haesslichsten und abartigsten Mitbringsel, die kein Mensch haben will, zu machen. Meine Liste hat erst zwei Mitbringsel, das erste habe ich in El Salvador entdeckt: eine Mixerabdeckung, die wie eine einfache gestickte Puppe ist, so huebschhaesslich, dass es fast schon wieder schoen ist. Aber auf Platz eins sind einduetig die Froesche von Masaya: zwei echte Froesche, die praeparirt wurden und in verschiebenen Kamasutrastellungen zu kaufen gibt. Da kommen bei mir doch gleich zwei Fragen auf: Wer kauft so was? und wer stellt sich so was in sein Wohnzimmer? Habe leider kein Foto davon, hatte Angst, wenn ich es fotogrphiere, muss ich es kaufen, was dann meine erste Frage beantworten wuerde...
Dann war mal wieder Aktion angesagt (eigentlich habe ich ja schon genug von dem ganzen Adrenalinaktivitaeten, aber es gibt hier so viele unglaubliche Sachen zu machen, zumeinen werde ich langsam auch etwas abgehaertet und brauche mehr Adrenalin, um mich wirklich ins Flattern zu bringen). Also meine naechste Aktion: eine Canopytour. Man schwingt/rutscht vom Baum zu Baum an Drahtseilen. Teilweise ist man ganz schoen schnell unterwegs und die Atmospaehre ist das Beste. Man rutscht von einem Baumgiganten zum naechsten und hoert dabei staendig Affengebruell, man ist halt wirklich wie Tarzan und Jane im Jungel.
Aber dann habe ich beschlossen nun ist fuer die restliche Zeit relaxen angesagt...