Ein Jahr lang unglaubliche Momente erleben!
Vancouver Island
Oh wie schoen ist Kanada...
selbstgebautes kanadisches Steinmaenchen (den indianischen Namen habe ich leider vergessen, ist aber auch zu kompliziert)
und da ich nach ner Woche Grossstadt erstmal Natur pur wollte, bin ich gleich mit der Faehre nach Vancouver Island. Und von dieser Insel am folgenden Tag auf eine noch kleinere Insel: Newcastle Island. Diese liegt direkt vor Nanaimo und dient hauptsaechlich den Einheimischen zum Spazierengehen, Picknicken oder Campen. Habe gleich fuer zwei Tage mein neues Zelt aufgebaut, in meiner Haengematte gefaulenzt (habe weiterhin riesiges Glueck mit dem Wetter, es ist hier der waermste Juni seit langem) oder habe die kleine Insel erwandert und schon gleich mehrere Weisskopfadler aus naechster Naehe beobachtet.
Mittlerweile nichts mehr besonderes, sehe ich sozusagen taeglich mehrere!
Und dann ging's weiter nach Port Alberni, einer kleinen Arbeiterhafenstadt, wo die meisten Touristen nur fuer eine Nacht auf der Durchfahrt bleiben. Ich habe mich aber gleich im Fat Salmon Backpacker haeuslich eingerichtet und beschlossen ne Woche zu bleiben. ( Hauptgrund: ich habe keine Lust mein ganzes Plunder staendig durch die Gegend zu tragen, mein Gepaeck ist je nach Menge an Lebensmittel, die ich mit mir rumschleppe so ca. 24 kg schwer. Bin immer noch erstaunt, dass ich das ganze Plunder 'ne halbe Stunde auf meinem Buckel tragen kann, brauche aber eine Motivationspause dazwischen) Ich habe morgens immer fuer zwei Stunden geputzt und dafuer durfte ich gratis uebernachten. Der Backpacker wird von einer sehr netten Familie gefuehrt, die mich gleich mit in die Familie aufgenommen haben und so wird man morgens mit "Good morning Beautiful" begruesst und der zweijaehrige Sohn geht nicht ohne Gute-Nacht-Kuss und -Druecker von mir ins Bett. Oft gibt's auch abends, wenn die richtige Mischung von Gaesten da ist, ein grosses Gemeinschaftsessen, bei dem jeder etwas beisteuert und so kam ich auch schon in den Genuss meinen ersten kanadischen Lachs zu essen (mein Gott war das Ding riesig, den ersten Tag haben 6 Leute davon gegessen und dann haben wir noch zwei Tage lang zu zweit davon gelebt...)
Nachmittags ziehe ich dann immer los und erkunde die wunderschoene Landschaft um Port Alberni. Auf den ersten Blick sieht die Landschaft hier wie der Schwarzwald aus, aber wenn man in den uralten Waeldern mit seinen riesigen Baeumen ist, weiss man das dem nicht so ist. Am Beeindruckensten war Catheddral Grove, ein 700 Jahre alter Wald, mit riesen Baeumen, die uralt sind.
700 Jahre alter Riese und eine kleine Menschenzwergin
Abendstimmung in Cathedral Grove
Einen Baeren habe ich auch schon gehoert. Auf einen meiner Streifzuege durch die Waelder bin ich auf meinem Weg auf frische Baerenscheisse gestossen und dann war der Baer im Dickicht auch nicht zu ueberhoeren (wie ein Elefant im Porzelanladen ist der durchs Gestruepp getrampelt). Habe aber beschlossen, da ich alleine unterwegs war, das naechste Mal ein Baerenfoto zu machen und es bei "ich habe einen Baeren gehoert" zu belassen. Stattdessen habe ich Schrott auf einem Baum fotographiert.
scheint wohl nicht mehr zu funktionieren
Wandern hier ist ganz anders wie in Deutschland, da laeuft man einfach los, geniesst auf einsamen Wegen die Stille. Tja in Kanada hat man die Baeren und Jaguars. Bis jetzt habe ich noch keinen gesichtet, einen Baeren wuerde ich schon gerne mal sehen, auf einen Jaguar kann ich verzichten. Wenn ich alleine am Wandern bin, ist aber die Wahscheinlichkeit, dass ich davon einen zu Gesicht bekomme eher unwahrscheinlich, da ich wie mein gehoerter Baer wie ein Trampeltier durch die Gegend stapfe. Na ja da mein Gewicht nicht dem eines Baeren entspricht, habe ich einen Wanderstock, den ich sehr geraeuschvoll hinter mir herschleife, zudem Singe ich laut vor mich hin (sicherlich mehr oder minder weniger schoen, wenn ich ein wildes Tier waere, wuerde ich bei dem Geheul auch reis aus nehmen!) oder rede laut mit mir. Erkenntnis des Tages: ich bin ein super Gespraechspartner, hoere gut zu, unterbreche mich nicht und widersprechen tu ich mir auch nicht! (Nein ich bin noch nicht reif fuer die Klapse, bin noch wie immer!!!)Und dann mach ich mich zwischendurch mal wieder zum Baeren fuer die Jaguars, die mir eventuel schon seit 20 Minuten folgen (wenn man einen Jaguar sichtet, hat der einen schon seit langem im Visier, die Biester greifen einen auch immer von hinten an)hebe meine Arme hoch und bruell mal kurz. Hoert sich alles sehr bescheuert an, aber bis jetzt bin ich einsam durch die Waelder gestreift ohne abenteuerliche Wildlifebegegnungen. Hoert sich jetzt so an als ob es voll gefaehrlich waere in Kanada zu wandern, ist es aber nicht, man sollte nur wissen wie man sich verhaelt wenn man einem wilden Tier begegnet. Mein Baeren/Jaguarpraeventivprogramm ist nur dazu da, damit ich mich auf meinen einsamen Streifzuegen besser fuehle und um mich selber zu bespassen.
Oh wie schoen ist Kanada, fehlt nur der Elch, den gibt es aber auf Vancouver Island nicht (kann den mal jemand rueberschippern fuer die Touristen fuers Foto?!)
Nach Port Alberni gings ins Comox Valley, dass man definitiv auf einer Reise nach Vancouver Island nicht auslassen sollte (siehe Bild oben). Und abgesehen von meinen Naturstreifzuegen habe ich mal wieder was Neues ausprobiert: Disc Golfing! Ist riesig in Kanada und praktisch Golf mit ner Frisbeescheibe! Haeh?! Also man faengt von einem Punkt aus an und wirft eine Frisbeescheibe in Richtung eines Metalkorbes. Je weniger Wuerfe man braucht, um so besser. Die Schwierigkeit: man ist mitten in der Natur, also man muss berghoch, bergrunter werfen, hat Baeume und Gestruepp im Weg (manchmal sieht man nicht vom Startpunkt aus den Korb) Sehr empfehlenswert ist es, es zu mehreren zu spielen, vor allem wenn man so ne Niete wie ich im Werfen ist, zwei Augen brauchen oft sonst Ewigkeiten, die Scheibe im Gestruepp zu finden. Habe meine Mitspieler sehr belustigt, da meine Scheibe aber auch immer einen Umweg durch das Gestruepp und die Baeume gemacht hat. Habe es sogar geschafft meine Scheibe im einzigen Wasserschlammloch zu versenken! Und nach einem erlebnisreichen Tag sollte man unbedingt die Abendstimmung an einem der Straende geniessen und sich vielleicht ein bischen fotokuenstlerisch beschaeftigen...
oder einfach nur die Abendstimmung geniessen!
Und naechste Woche mache ich mich auf den Juan de Fuca Trail und dann huepfe ich auch schon wieder aufs Festland (um hoffentlich endlich wieder zu klettern...)