Kanada ist big on music! (Sorry aeh Entschuldigung, mein Deutsch wird langsam immer schlechter und mir fallen oft nur Englische Ausdrucksweisen ein, die einfach genau das ausdruecken, was ich sagen moechte. Hoffe mein Englisch/Deutsch Kauderwelsch ist verstaendlich). Also, dachte sich die kleine Silja, sie geht auch mal auf ein Musikfestival. Es gibt hier Leute, die von einem Musikfestival zum naechsten Tingeln und so ihre Wochenenden im Sommer verbringen. Bei der Auswahl an Musikfestivals war es gar nicht so einfach ne Entscheidung zu treffen, wo hin ich gehe, aber man muss einfach ein bischen mit den Leuten reden und dann bekommt man schon raus, was gut ist und was nicht. Habe mich dann fuer das Bonfire Musicfestival an der Sunshine Coast entschieden. Da man als Weltreisende immer ein bischen ein Auge auf seinen Geldbeutel haben muss, habe ich mich als Freiwillige Helferin beworben. Und so kam ich am Freitag in einem schnuckligen Park an der Sunshine Coast an und musste erst mal laut loslachen. Habe mir zwar schon gedacht, dass es nicht die Groesse wie die grossen Musikfestivals in Deutschland hat, aber so an die 1000 Leute habe ich schon erwartet. Da stand ich also mit Blick auf eine Minibuehne und erfuhr, dass vielleicht so um die 250 Leute da sein werden. Wie suess! Das Bonfire Musicfestival ist also eine kleine/grosse Familie, am Ende des Wochenendes kennt man fast die Haelfte der Leute, die Musiker/Bands sind meistens aus der naeheren Umgebung und bleiben oft auch das ganze Wochenende. Oft spielen die Musiker in mehreren Bands und so denkt man sich, hab ich den nicht gestern schon spielen sehen. Einer hat so gar an einem Tag von 6 Bands bei 4 mitgespielt. Alles ist sehr relaxt und so war auch das Arbeiten dort. Bei der Hitze war auch harte Arbeit definitiv nicht moeglich. Am Freitag Vormittag haben wir alles noch schoen gemuetlich dekoriert und dann habe ich pro Tag immer 2 1/2 Stunden am Merchendisingstand verkaufen muessen. Was ein super Job war, da der Stand direkt gegenueber der Buehne war und ich somit nichts verpasst habe. Die Bands waren unglaublich gut, hauptsaechlich Bluegrass und Jam Musik. Und da in Nord Amerika die Jamband Phish eine der angesagtesten Bands momentan ist, gab es fast keine Band, die nicht mindestens ein Lied von Phish gespielt hat. Habe also viel getanzt. Dank der vielen Kinder mit Wasserspritzpistolen und Gartenschlaeuchen, gab es auch immer mal wieder mal ne Abkuehlung und zwischen den Bands war definitiv Creektime angesagt. Es gab einen kleinen kuehlen Bergbach mit netten Plantschloechern drinnen. Creektime war definitiv immer die beste Zeit des Tages... Schoen war auch die bunte Mischung an Leuten, Familien mit Kindern, Jung und Alt, alles war vertreten, jeder war so wie er ist und so gab es nette Momente zu beobachten wie: einige sitzen im Grass im Schatten und lauschen der Musik, Kinder laufen mit Wasserspritzpistolen rum oder wollen einem ein Wassereis verkaufen, auf der Tanzflaeche nur ne 70jaehrige am Tanzen und ein paar am Hula Hup Reifen schwingen (sehr beliebt hier und die Meisten koennen es auch richtig gut!). Nach nem Wochenende mit viel Tanzen vielen sehr netten Leuten kennenlernen und wenig Schlaf, habe ich dann mal wieder meinen Rucksack gepackt und und mich mal wieder auf nach Vancouver Island aufgemacht.
War da zwar schon, habe aber noch nicht alles gesehen und Hornby Island war noch auf meiner muss ich sehen Liste. Hatte in Vancouver eine Deutsche kennengelernt, die mir die Telefonnummer von einer Freundin auf Hornby Island gegeben hat, um dort unterzukommen (so einfach ist guenstiges Reisen, es eroeffnen sich immer wieder neue Moeglichkeiten). Und so kam ich auf der kleinen Insel an, auf der entweder Oekofarmer oder Kuenstler oder beides leben. Meine Gastgeberin fuer die erste Nacht war eine Weberin, die in einem unglaublich schoenem Haus lebt. Dieses hat sie mit ihrem Mann vor 25 Jahren selber gebaut. Sehr viel mit Naturmaterialien wie Schwemmholz, Steine vom Srand und was halt so herrumgelegen ist. Ein kleines Traumhaus. Ich wurde unglaublich freundlich empfangen, bekam ein leckeres Abendessen, eine Tour ueber die Insel und wenn Christa nicht die naechsten Tage Besuch von ihrer Familie bekommen haette, waere ich noch laenger bei ihr geblieben und haette sogar fuer sie arbeiten koennen. Aber da die Insel sehr klein ist (800 Inselbewohner) und man fast jeden kennt, wurde ich gleich weiter gereicht und so kam ich fuer die naechsten paar Tage auf einer kleinen Oekokuenstlerfarm unter und habe fuer gratis Zelten und Gemuese aus dem Garten bei der Farmarbeit geholfen. Tja so schnell erfuellen sich Wuensche, da hatte ich meine Gartenarbeit, mehrere Katzen (die ich nie zu Gesicht bekommen habe), einen Hund und mehrere Kuehe... Hatte ein traumhaften Zeltplatz auf einer kleinen Klippe mit Bauemen mit Blick auf mehr und Kuehen die ums Zelt rum schlender, Idylle pur... Ach und wer jetzt denkt, dass die faule Weltenbummlerin endlich auch mal schwere Arbeit leistet, den muss ich leider enttaeuschen. Das Arbeiten auf der Farm war sehr relaxt, am ersten Tag habe ich nur beim Marktstandabbauen geholfen (Farmers Market sind unglaublich toll in Kanada, wenn immer ich die Moeglichkeit habe schlender ich ueber einen), am naechsten Tag war ein bischen Trockenblumen pfluecken und aufhaengen sowie ein bischen Unkrautjaehten angesagt, aber nach zwei Stunden hatte ich auch schon wieder frei um die Insel zu geniessen und den naechsten Tag habe ich gleich ganz frei bekommen: ich soll mal lieber die Insel erkunden. So habe ich mich dann aufgemacht, um einen schoenen Spaziergang um die Klippen von Hornby Island zu machen, traumhafter Blick, traumhafte Landschaft... Und die Leute sind alle sehr nett, Kanda hat ueberhaupt sehr sehr sehr freundliche Leute (they are all beautifull!!!). Da man sich auf der Insel nur zu Fuss, mit nem Fahrrad oder nem Auto fortbewegen kann, ich aber nur zwei Fuesse habe und nicht immer laufen wollte, war ab und zu trampen angesagt. Keine zwei Minuten und man wird mitgenommen,nach dem Moto: oh du willst zum Supermarkt (ein kleiner Laden der laut Christa auch nur wirklich das verkauft, was man braucht!), steig ein und meistens bin ich aus dem Auto ausgestiegen und habe noch was mitbekommen, Gemuese oder auch mal ein Bier (Da braucht man eigentlich fast nicht mehr zum Supermarkt zu trampen!) Und so habe ich meine vier Tage auf Hornby Island gemuetlich mit Gartenarbei, Spaziergaengen und Faulenzen verbracht, leider wurde nur das Wetter langsam schlechter und so war baden im Meer nicht moeglich, aber nachdem ich so viel gutes Wetter hatte beschwer ich mich nicht ueber ein paar Tage kuehleres Wetter, vor allem hier ist es so trocken wie schon lange nicht mehr und Kanda hat richtig Probleme mit den Waldbraenden. Aber bevor der Regen kam habe ich mich wieder auf nach Vancouver Island gemacht, habe mir ein kleines Hostel mitten in der Pampa ausgesucht, dort mein Zelt im Garten aufgeschlagen und die Regentauglichkeit von diesem getestet (man hab ich ein tolles Zelt!) Und mal wieder gab es ganz viele Hunde. In Kanada haben viele Hunde und ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert wie gut erzogen, unkompliziert und freundlich die Hunde sind. Habe hier so viele super Hunde getroffen, dass mein Vorzug von Katzen zu Hunden gewechselt ist. Die Hunde vom Comox Lake Hostel waren sogar trainiert Baeren zu verjagen und den Garten und die Gaeste zu beschuetzen. Habe mir solang, der Regen noch nicht da war gleich mal drei von den fuenfen geschnappt und habe mich in den Wald fuer ne Wanderung aufgemacht. War richtig suess wie die Hunde immer schoen auf mich aufgepasst haben, sobald ich zu weit hinten war ist gleich Blue (mein Lieblingshund von den fuenfen) zurueckgekommen, um zu schauen ob auch alles mit mir in Ordnung ist. Nachts wenn ich aufs Klo musste, hatte ich auch immer eine Hundeestkorte zum Haus, danach allerdings das Problem Blue davon abzuhalten in mein Zelt zu kriechen.
Ach ja, ich habe mal wieder was Neues unter der Rubrik Souveniers die kein Mensch haben will gefunden. Ist eigentlich eher ein Mitbringsel aus Irland: Eine Tuete echten Irischen Dreck! Jawohl, und das fuer nur 10 Euro, wenn man allerdings die Gourmetvariante moechte, kann man fuer weniger Dreck auch 20 Euro zahlen. Andrea, ich habe es nur knapp geschafft mich davon abzuhalten, den Dreck nicht gleich zu kaufen und sofort zu verzehren, aber war mir dann doch zu teuer, die gute irische Erde...
Und dann wurde das Jucken in meinen Finger zu stark und die Sehnsucht nach dem Fels zu gross und so war ich wieder in Squamish, um meine letzten Tage in Kanada mit klettern zu verbringen. Kaum bin ich angekommen, Zeug bei meiner Schlafmoeglichkeit abgeladen und dann wurd ich auch schon zum Kaesefondueessen eingeladen. Meine erste Befuerchtung, das Kaesefondue wird mit Cheadderkaese gemacht. Habe dann mal vorsichtig nachgefragt, kam dann noch schlimmer. Die Antwort: och wir haben Briekaese, ist das etwa nicht der richtige Kaese? Ich habe erstmal loslachen muessen. Ab da war ich fuer das Fondue zustaendig. Also ab in den Supermarkt. Aus finanziellen Gruenden wurde es dann doch ein Cheadderkaesefondue.An dieser Stelle eine Beobachtung zu Einkaufen in kanadischen Supermaerkten. Jeder bedient sich einfach am Obst und Gemuesestand, da mal ne Kirsche, da mal ne Erdbeere und an den selbstabfuehlbaren Suessigkeiten und Nuessenbehaeltern, da mal ein Schokokeks, da mal ne Mandel. Die ehrliche Silja gleich ganz erstaunt: "Darf man denn dass hier in Kanada, ist das nicht Diebstahl?" Antwort:"Ne darf man eigentlich nicht, ja eigentlich ist das Diebstahl, aber jeder machts, willst auch nen Keks?" Habe mich nie dazu durchgerungen mich persoenlich zu bedienen, bin aber auch nicht besser wie die Kanadier, eigentlich noch schlimmer, habe immer fuer mich "klauen lassen"! Die Kanadier zumindest die von Vancouver Island und der Kueste sind sehr relaxt und witzig! Aber zurueck zum Kaesefondue. Meiner Meinung nach, geschmacklich das schlechteste Fondue, dass ich je gegessen habe, aber da alle so begeistert waren und so ne gute Zeit hatten, war es definitiv das besonderste Fondueessen, dass ich je hatte. Und da wir schon mal beim Essenkochen sind, hatte in Squamish gleich noch ein besonderes Kocherlebnis. Dachte mir ich koche meiner WG ein richtig deutsches Essen und mache einen Hackbraten mit Spaetzle. Das war kein Problem, es gab sogar Spaetzle im Supermarkt. Der Nachtisch war allerdings schwieriger, da ich ne Mousse au Chocolat (ich weiss, dass ist nicht typisch Deutsch, war aber das einzige Dessertrezept, das ich im Kopf hatte). In einer Kletterweg kann es nur sehr schwierig sein, das richtige Kuchenutensil dafuer zu finden und so musste ich Eisschnee und Sahne mit der Gabel von Hand schlagen! War aber erfolgreich und hatte zugleich ein gutes Muskeltraining zumindest fuer meinen rechten Arm! Dann war aber endlich Klettern angesagt. Da es hier hauptsaechlich Risskletterei gibt, hab ich mich auch mal darin probiert. Sehr gewoehnungsbeduerftig, wenn man hauptsaechlich Struktur- und Plattenkletterei macht und vorallem es ist viel scherzhafter. Man quetscht seine Zehenspitzen schraeg in einen Riss, dreht dann den Zeh wieder richig, haelt bombenfest, tut aber auch dementsprechend weh. Vorallem nach mehreren Routen wollen einfach die Zehen nicht mehr, haben genug von der Folter. Ach ja und das Gleiche gilt fuer die Haende, Hand in den Riss, Ellenbogen drehen, fuehlt sich komisch an vor allem, wenn die Hand etwas nachgibt, haelt aber auch wieder sehr gut, man muss nur Vertrauen haben. Allerdings habe ich nach vier Tagen Klettern in Squamish, ueberall Schuerfwunden an den Haenden, blaue Flecken an den Beinen, man wird nicht schoener durchs Kletter... aber es macht so viel Spass...auch wenn es manchmal beim Klettern nicht den Anschein macht. Habe eine Mehrseillaengentour gemacht und einen Fluchwetbewerb haette ich definitiv gewonnen (man kann aber auch so schoen in Englisch fluchen), aber ich habe es hochgeschafft, was ich zwischendrin nicht so ganz geglaubt habe, war kurzdavor hochzubruellen, dass man mich jetzt hochziehen koenne...blieb aber meinem Kletterpartner dann doch erspart, habe dafuer sehr viel gelernt und bin immer wieder erstaunt welche Routen ich hochkomme trotz laengerer Kletterpausen...Ja bin schon ein bischen stolz wie Bolle auf mich...Und die letzten Worte zu Kanada muss ich leider nochmal zu den Mosquitos schreiben, in Squamish gab es die Groessten, die ich je gesehen habe, ich weiss, dass glaubt mir jetzt sicherlich fast keiner, aber die waren ohne uebertreibung Weberknechtgross!!! (Da koennte man mal einen Horrorfilm drueber machen: Squamish - Angriff der Killermosquitos!)
Und dann war mal wieder Abschiednehmen von vielen netten Leuten angesagt, Rucksack packen, Blumengierlande auspacken, umhaengen und Aloha'he Hawaii Ruth und ich wir kommen...