Kanada-Reisebericht :From North to South - einmal durch die amerikanischen Kontinente

Vancouver, Squamish und der Weg in die Rockies

Auf meiner Weltreise habe ich einige tolle Menschen kennengelernt, auf die ich mich freue wieder zu sehen. Curtis hat damals in Squamish gelebt und wir haben viel zusammen geklettert. Jetzt lebt er in Vancouver und bietet mir für eine Nacht Unterschlupf. Wir sind dann gleich weiter zum Lynn Valley zum Klettern. Endlich wieder Klettern! Den Abend haben wir dann gemütlich mit Gesprächen, Bier und Burger ausklingen lassen.
Am nächsten Morgen wollte ich eigentlich weiter nach Squamish, aber ich habe ja keine Eile und bin flexibel. Ein Freund von Curtis ist im Segeler und wollte mit Curtis und dem Katamaran eine Runde im Vancouver Hafen segeln, klar komm ich mit! Man war ich aufgeregt, ich bin noch nie gesegelt.

Getting ready!

Getting ready!

Die waren auch so nett, dass ich mir einen Wetsuite umsonst ausleihen durfte. Terry fragte mich, ob ich nur in der Mitte sitzen wollte oder es auch wage mit einem Gurt mich in den Wind zu hängen. Klar bin mit dabei, also rein in den Gurt. Das Ganze war sehr aufregend und was für ein Gefühl sich in den Wind zu legen, was für ein Gefühl von Freiheit! Und das vor einer unglaublichen Skyline!

Feeling free

Feeling free

Das Aufregendste war, aber als Curtis meinte ich solle doch auf dem Bauch bis zur Kamera auf eine der Katermaranschienen (keine Ahnung wie die Dinger heißen) verkriechen. Okay mach ich, aber du musst mich an den Beinen festhalten und zurückziehen! Dann verließ uns der Wind, was aber auch gut war. Trotz Wetsuite war ich Frostburg ganz schön nass und durch gefroren. Ich durfte auch kurz das Boot lenken, aber je näher wir dem Hafen kamen und je Mehr Boote da waren, habe ich mich nicht mehr getraut zu lenken und dankbar das Steuer abgegeben. Beim Einfahren in den Hafen war ich dann für die Segel zuständig, was auch nochmal sehr spannend war. Und dieses tolle Abenteuer haben wir natürlich mit Pommes und neu Bier ausklingen lassen.

Skyline von Vancouver

Skyline von Vancouver

Und dann ging es wirklich nach Squamish!
Auch hier habe ich wieder Unterschlupf bei einer Kletterbekanntschaft von meiner Weltreise gefunden, Sarah, die damalige Freundin meines Couchsurfinghost.

Sara, Zoey und silja

Sara, Zoey und silja

Da sie mit dem zweiten Kind schwanger war, konnte sie leider nicht mit mir klettern. Aber es war toll bei ihr unterzukommen, morgens Frühstück gemacht zu bekommen: Milchreis, Haferbrei, Pancakes, was halt kleine Kinder so lieben. Am ersten Tag bin ich dann nach dem Frühstück mit ihrer Tochter und dem Hund spazieren gegangen, danach noch Downtown zum Lunchen. In dem gleichen Café war ich vor sieben Jahren, es ist so als wäre ich erst gestern hier gewesen, ich kann mich noch so gut an meine Zeit hier erinnern!

Lake Trail bei Squamish

Lake Trail bei Squamish

Der guten Zeiten wegen, habe ich mich dann zum Wasserfall in Squamish aufgemacht, auf dem Weg dorthin noch schnell meine Sonnenbrille repariert.

Doch dann war Klettern angesagt, auf zu den Smoke Bluffs, Klettefelsen, die praktisch im Ort sind. Die Herausforderung für mich heute, andere Kletterer ansprechen, ob ich mit ihnen klettern darf. Irgendwie habe ich immer Sorge anderen eine Last zu sein und dass sie nur aus Höflichkeit ja sagen, aber eigentlich keine Lust auf ein Anhängsel haben. Aber wenn man als Alleinreisenden Klettern will, muss man darüber hinwegkommen und den Tag und die Gelegenheit nutzen. Ich habe dann zwei junge Leute gefragt, die nicht allzu schwer geklettert sind. Und natürlich war es kein Problem. So bin ich noch in den Genuss von zwei schönen Kletterrouten gekommen. Ich war auch erstaunlich schnell wieder im Granit- und Rissklettern drin, was ein völlig anderes Klettern ist, wie das, dass ich gewohnt bin. Bei Sarah Zuhause gab’s dann ein leckeres Abendessen, oh man, wie habe ich Salat vermisst! Abends kam dann noch eine Hundetrainerin, da Sara’s Hund erst ein paar Monate alt ist, sehr süß und schlau, muss aber noch erzogen werden. War sehr spannend und habe viel gelernt. Den nächsten Morgen habe ich mit einem Spaziergang mit Sarah Hund begonnen.

Fourley

Fourley

Dann gingst wieder zum Fels, ich habe wieder sehr nette Leute getroffen, denen ich mich anschließen konnte. Die Kanadier sind einfach so offen und freundlich! Zum Abendessen kam dann eine Freundinv von Sarah, witziger Weise kannte ich sie, war mit den beiden vor sieben Jahren frühstücken. Und so ging ein weiterer gemütlicher Abend in Squamish zu Ende.
Leider hieß es dann auch von Squamish Abschied nehmen, wäre gerne noch länger geblieben. Die Nacht hatte ich nicht so gut geschlafen. Die kalte Höhlentour und das nasse Segeln haben dafür gesorgt, dass ich mit meinen fast 38 Jahren zum ersten Mal eine Blasenentzündung habe. Na toll, und damit Autofahren, man soll ja viel trinken, damit sie schnell weg geht, das kann ja heiter werden. Schnelles Vorankommen war also gestrichen, auch ein Bad im Broom Lake. So habe ich beschlossen, immer ca. eine Stunde zu fahren und dann eine Sehenswürdigkeit anzusteuern. Anhalten, viel trinken, dann aufs Klo, dann zum Wasserfall, dann wieder aufs Klo, dann weiter. Teilweise kannte ich die Wasserfälle schon aber egal.

Brandywine Fall

Brandywine Fall

Nach zwei Wasserfällen, gab es nicht wirklich mehr Sehenswürdigkeiten, aber genügend Parkplätze mit Toiletten. Leider habe ich es dadurch nicht so weit geschafft wie ich wollte. Die Nacht habe ich in einem kleinen Ort auf einem Minicampingplatz verbracht, der ehrenamtlich vom Lions Club geführt wird.

Irgendwie komme ich morgens noch nicht so ganz in die Pötte. Wollte eigentlich viel früher los, aber dann habe ich erst noch gelesen bevor ich aufgestanden bin, lange eine warme Dusche genossen, gemütlich gefrühstückt und mit einem Rentner ausgiebig gequetscht, der Wildkirschen direkt neben meinem Zelt gepflückt hat. Er meinte die Bären würden die total lieben, ihn wundert es, dass sie die noch nicht entdeckt haben. War ich froh, dass ich diese Info erst heute morgen hatte, ich weiß nicht, ob ich damit ein Auge hätte zu drücken können. Die Wildkirschen haben ich natürlich gleich probiert, waren sehr lecker, hinterlassen aber nach ner Weile einen pelzigen Nachgeschmack, viele kann man daher davon nicht essen. So bin ich erst kurz vor Mittag los und war dann erst gegen zwei Uhr in Revelstoke. Bis ich dann oben im Nationalpark war, war’s dann noch später. Revelstoke ist für seine alpinen Blumenwiesen bekannt. Allerdings treibt sich dort gerade ein Grizzly rum und so war nur ein Weg offen. Hätte ich mehr Zeit gehabt, dann wäre ich bis zum Eva Lake gelaufen, aber so habe ich es nur bis zu den ersten Blumenwiesen geschafft.

Revelstoke

Revelstoke

Meadows in the Sky

Meadows in the Sky

Dann noch Mal ein paar Stunden Auto fahren und im Yoho National Park habe ich mir dann einen Campingplatz in der Nähe der Straße gesucht.
Am nächsten Morgen war das Wetter zum ersten Mal nicht so gut, ziemlich bewölkt. Die Traumstraße, Icefield Parkway, war trotzdem schön. Kurz vor Jasper habe ich dann Bär Nr 5 gesehen, direkt neben der Straße, wieder ein Schwarzbären. Und ich verstehe die anderen Touristen nicht. Die halten einfach an, die Autos stehen teilweise noch halb auf der Fahrbahn. Stehen leiden und aus guter Entfernung aus dem Auto ein Foto machen, ist ja in Ordnung, aber die Touristen verfolgen regelrecht den armen Bären. Kommen im viel zu nahe, nur um ein halbwegs gutes Foto zu erhaschen. Man sieht deutlich wie der arme Bär dadurch gestresst wird. Mich wundert es auch, dass so wenig passiert und die Tiere die Touristen nicht attackieren. Ich finde ja, die Touristen sollten fürs Aussteigen und Wildtiere belästigen fette Strafzettel bekommen.

Dann war ich in Jasper und habe ohne Probleme wieder zur Wohnung meines Kumpels Troy gefunden, schön ihn nach 5 Jahren wieder zu sehen! Auch habe ich, das gefährlichste Tier der Rockies wiedergesehen. Seine Katze Kitty lebt immer noch und hat ihr Verhalten gegenüber Menschen, außer Troy, nicht verändert. Wurde also mit Fauchen und ausgefahren Krallen begrüßt.

Troy war ganz schön urlaubsreif, hatte aber leider noch zwei Tage zum Arbeiten. Am Abend bevor wir unsere große Wildnis Tour starten wollten, habe ich Troy noch zum Essen eingeladen, damit wir nochmal so richtig lecker statt sind bevor das Essen aus Haferbrei, Müsliriegel, Trockenfleischt, etc. besteht. Und dann kann der Trip in die Wildnis

© silja B., 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Kanada nach Feuerland
Details:
Aufbruch: 09.08.2016
Dauer: 7 Monate
Heimkehr: 09.03.2017
Reiseziele: Kanada
Mexiko
Guatemala
Belize
Panama
Kolumbien
Ecuador
Peru
Chile
Argentinien
Der Autor
 
silja B. berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.