ist es nicht der abschied, der uns leben gibt und uns zu neuen wegen, neuen zielen führt?
so nehme ich sie bei der hand, die zeit zwischen examen und dem leben danach, lasse zurück, was ich einmal hatte, setzte einen fuss vor den anderen und umrunde ihn, unseren globus. mit all meinem mut für eine hand voll augenblick...
das dasein für das hier... streben ohne ziel... treiben in dieser welt... den kopf ab und zu verlieren... mag der verstand auch nicht verstehn, das herz immer...
18.10.2007, 9.02h, page, arizona, usa
arriving in dallas
amerika - es kann also auch freundlich sein: in dallas erwarten uns wundervolle alte schachteln mit cowboyhueten. dekorativ stehen sie am flughafen umher, weisen einem ungefragt den weg, wuenschen eine gute reise und sprechen - ueberraschenderweise - deutsch. lange haelt die freundlichkeit aber nicht an: was die damen an laecheln aufbringen, legen die herren mit den alles entscheidenden stempeln an trockenheit an den tag. diesesmal aber ein bisschen zuegiger als beim letzten mal, sodass wir unseren anschlussflug nicht verpassen.
dallas - l.a.
statt einem erhofften fruehstueck erwartet uns eine privat-suite im flugzeug. wir haben mehr platz als die leute in der ersten klasse, koennen unsere beine hochlegen, die vorhaenge zuziehen, fernseh gucken, telefonieren,... wat et net allet jibt...
l.a.
wie wir den flughafen doch lieben! einmal mehr kommt unser gepaeck hier nicht an. strike! das gefuehl, wenn das gepaeckband kreist und kreist, die koffer und taschen kommen, aber die eigenen rucksaecke nicht dabei sind. irgendwann kommen keine neuen gepaeckstuecke mehr dazu und das band kreist weiter. weiter und weiter, aber es werden nicht mehr gepaeckstuecke - so sehr wir auch darauf hoffen. da wir das spiel vom letzten mal schon kennen, muessen wir immerhin den gepaeckservice nicht mehr lange suchen, sondern koennen direkt und geradeaus dorthin wieseln. ich koche! und moechte mir ums verrecken nicht an dem gepaeckservice gegenueberstehen. getreulich muss die arme frau meine wut ueber sich ergehen lassen. nicht dass es viel an der situation aendern wuerde, aber ruhig bleiben geht einfach gar nicht! ich will unser gepaeck! rrh! waehrend die lady unsere ganzen daten aufnimmt, sich unser gepaeck beschreiben laesst, schlendert lisa durch die hallen und entdeckt per zufall einsam und verlassen unsere rucksaecke an einem anderen luggageclaim. so ein saftladen! die nerven haetten sie uns wirklich sparen koennen! froh unser gepaeck wieder zu haben und trotzdem wuetend, denn in l.a. im flughafen kann wirklich jeder ein und aus spazieren. und so pralle finde ich die vorstellung nicht, dass sie unsere rucksaecke mal eben fuer ein stuendchen auf die strasse gestellt haben. danke schoen, american airlines. damit habt ihr soeben unser vollstes vertrauen gewonnen...
alamo - eine kleinstadt fuer sich , bestehend aus autos. hier holen wir coco, unseren schnittigen kleinwagen fuer die naechsten zwei wochen ab. die ach so freundliche bedienung versucht gleich mal mir die bereits bezahlte tankfuellung noch mal abzuknoepfen. keine gute idee, so kurz nach dem gepaeck-drama... ich bin kurz davor ihm den hals umzudrehen! immerhin erfolgreich - den abzocke-vertrag zerreisst er, nachdem ich ihn (ebenso unfreundlich wie er selbst) zusammengeschissen habe und getreulich druckt er nun denn vertrag aus, den ich in deutschland abgeschlossen habe. ohne zusaetzliche 70 dollar.
wundervolles amerika, dem man doch einem so freundlichen kundenservice nachsagt... aber wir haben ja noch zwei wochen, um unsere ersten impressionen zu uebermalen...
coco, unser schnittiger, kokusnussweisser nuttenschlitten, mit allem comfort, den wir schon immer mal haben wollten, aber wohl niemals wirklich brauchen werden: musikbedinung vom lenkrad aus, spiegel mit beleuchtung, sitze, die nicht langsam nach hinten gehen, sondern einen fast schleudern und in liegeposition katapultieren (und tschuess! war schoen mit dir!), schluessel mit piep und funk und - das ist im gegensatz zum rest wirklich nicht zu verachten - viel platz! mit umgeklappten sitzen koennen wir ohne probleme und ohne im-sitzen-schlaf-feelingim auto uebernachten. soviel zum thema kleinwagen...
raus aus l.a.
erst mal raus aus l.a. richtung las vegas. vom einen ende der stadt zum anderen. willkommen im stau und auf einer achtspurigen autobahn (je richtung). doch, die stadt ist gross. vom fruehen nachmittag bis weit nach jenseits des tageslichtes brauchen wir, um die letzten lichter l.a.s hinter uns zu lassen.
ein supermarkt
irgendwo zwischen diesen stunden stuermen wir vorfreudig einen supermarkt - wir haben ja jetzt ein auto und koennen gross einkaufen gehen. pustekucehn! es ist ein kunststueck ueberhaupt ein lebensmittel zu finden, dass weniger als sechs dollar kostet und kleiner als unser einkaufswagen ist. teuer, riesig, quietschbunt, kuenstlich, extrem fettig oder absolut fettfrei. so macht einkaufen keinen spass.
festgefahren
gefrustet fahren wir weiter, dunkel ist es laengst. after canyon natural area hebt sich auf der karte von dem grossstadtflair ab. alles gruen. irgendwo da wollen wir unser zeltchen aufbauen. mitten drinne in dem gebiet - nur wo ist das gruen? vielleicht haette ich das dessert ein paar zentimeter ueber dem park mal besser mitgelesen. genau da befinden wir uns naemlich - mitten in der wueste. steine und dornen, gestruepp, staub und schotterweg, der sternenhimmel klar und gigantisch. ob wir bleiben wolen oder nicht - weiter kommen wir heute nicht mehr. geschuezt irgendwo schlafen wird zwar schwierig, weil es hier nichts gibt, was schuetze3n koennte, aber da wir uns so weit draussen fuehlen... einfach einen der kleinen, abzweigenden wege ein paar meter rein fahren und da bleiben... gesagt, getan. nur weit fuehrt er uns nicht, unser abzweig, weil wir mitten im snd stecken bleiben. unser raeder drehen durch, unsere frontspitze versinkt im sand. mist! zurueck geht's ein bisschen bergab, sodass uns immerhin noch diese richtung bleibt. nur, die folgenden versuche wieder raus zu kommen bleiben auch erfolglos.festgefahren so was bloedes! mit den haenden schaufeln wir unsere raeder frei. naechster versuch. und wir versinken wieder. vom rand sammel ich groessere steine und versuche den weg zu pflastern, aber die stein fliegen uns beim erneuten versuch lediglich um die ohren. angestrengt ueberlegen wir, wie wir hier wieder raus kommen. alle muedikeit, die sich ueber uns gelegt hatte, ist wie weggeblasen. wir reissen die cornflakespackung auf, kramen saemtliche platiktueten und lisas badehandtuch heraus und pflastern damit unseren weg. die rucksaecke aus dem auto, damit es leichter ist, schieben und jetzt bitte, bitte, lasse es klappen! und es tut! wir sind draussen, aus dem sand! halleluja! nach dem doch sehr eindrucksvollen erlebnis lassen wir coco ueber nacht jetzt einfach am wegesrand stehen und schlafen ein paar meter weiter mitten in nichts. sternenzuber und stille begleiten uns durch die nacht. rosarot werden wir vom sonnenaufgang wieder geweckt und blicken in die weiten amerikas. zerklueftet erheben sich die berge in der ferne. ocker und sandfarben, uebersaaet mit kleinen, olivfarbenen straeuchern. es hat was und es gibt steine, philosophiert der kleine fratz neben mir. aeh, hallo! es gibt hier NUR steine.
las vegas
schillerndes reklamebunt, das in form von tafeln aus dem wuestenboden aufleuchtet. blinken und wechselnde farben und bilder. goldene hotels und tower, die weit in den himmel empor ragen. glas und stahl, riesige kloetze und kubistische formen durchbrechen die monotonie der strasse. unwirklich und verloren wirkt sie, die stadt, trotz ihrer groesse. eine millionenstadt im nichts, in der wueste. heiraten und gluecksspiel. irgendwie erscheint mir das alles wahnsinnig. aber viel mehr als eine impression goennen wir uns erstmal nicht - es gibt schliesslich noch einen rueckweg und uns zieht es hinaus. hinaus in die weiten und die nationalparks, deren bilder uns hierher gelockt haben.